Bekanntmachung.
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Den Faselmarkt zu Bad⸗Nauheim betreffend.
Der diesjährige Fasel Markt des landwirthfchaftl. Bezirks⸗
vereins Friedberg soll:
Donnerstag den 3. April d. J.
zu Bad⸗ Nauheim stattfinden. Sämmtliche aufgetriebenen Fasel werden
zu bestellenden Commission gemustert und den Besitzern der als preis- würdig erkannten Thiere Geldprämien zugebilligt, zu welchem Behufe von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein und der Stadt Bad⸗Nau⸗ heim entsprechende Beträge zur Disposition gestellt sind. ob die Thiere im Kreise Friedberg
miirung erfolgt ohne Ansehung, f und von dem Besitzer gezüchtet sind oder nicht.
Fasel, welche fur Gemeinde Dienste thun und solche, die um
bung ausgeschlossen.
vergütung ausgezahlt. von einer durch uns
Die Prä⸗
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9 Uhr Vormittags noch nicht am Platze, sind von der Preisbe wer
Den Besitzern tauglich befundener aber nich
prämiirter und nicht verkaufter Fasel wird auf Verlangen eine Weg Nicht genügend gefesselte und geführte Thien werden vom Platze weggewiesen. 0 Es wird gebeten, alle Verkäufe dem am Platze anwesen den Großherzoglichen Bürgermeister von Bad⸗Nauheim anzuzeigen. Wir laden alle Landwirthe und sonstige Interessenten zum Be suche des Marktes ein. 0 g Friedberg den 13. März 1873. Großherzogliches Kreisamt Friedberg.
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Deutsches Reich.
Berlin, 19. März. Das Abgeordnetenhaus hat in zweiter Berathung das Gesetz über den Austritt aus der Kirche angenommen. Der von dem Abgeordneten Warburg zu F. 8 gestellte An⸗ trag gegen die Ausschließung der Juden ven dem Gesetze, welchen Lasker vertheidigte, wird zurück⸗ gezogen, nachdem der Cultus minister erklärt hatte, ein entsprechendes Gesetz werde wahrscheinlich in der nächsten Session vorgelegt werden, die bezüg⸗ lichen Arbeiten seien bereits begonnen.
— 19. März. Reichstagssitzung. Am Tische des Bundesrathes zahlreiche Mitglieder desselben, darunter der Präsident Delbrück. Auf der Tages- ordnung steht zunächst der von den Abgeordneten Windthorst(Berlin), Herz, Duncker, Biedermann, Elben, v. Stauffenberg und Völk eingebrachte Entwurf eines Reichspreßgesetzes. Unterstützt ist er von 73 Mitgliedern verschiedener liberalen Frae⸗ tionen, u. A. von Brockhaus, Mosle, Miquel, Ziegler, Lasker, Sonnemann, Wehrenpfennig, Hinschius und Schulze. Das Gesetz wurde an eine Commission von 21 Mitgliedern verwiesen. Es folgte die Berathung des Antrags der Abgg. Schraps und Sonnemann, die Aufhebung der gegen den Abg. Bebel erkannten Haft für die Dauer der gegenwärtigen Sitzungsperiode zu ver⸗ langen. Der Antrag Schraps wurde nach kurzer Debatte mit sehr großer Majorität abgelehnt.
— Die„Provinzial ⸗Correspondenz“ meldet in einem Artikel über den Abschluß mit Frankreich außer dem bekannten Inhalte des Vertrags, daß bis zur Ausführung der Räumung die inzwischen zu räumenden Departements und Bezirk und Festung Belfort als neutrales Gebiet gelten und keine festen Werke in demselben angelegt werden dürfen.
— Die Hauptverwaltung der Staatsschulden kündigt zum 1. October diejenigen Beträge der preußischen Anleihen von den Jahren 1848, 1854, 1855, 1857 und 1859, welche nicht convertirt oder consolidirt worden. Der einzulösende Be⸗ trag macht etwa 22 Millionen Thaler aus; die gekündigten Schuldverschreibungen können auch schon jetzt eingelöst werden.
— Der Kronprinz wird seine Absicht, der Eröffnung der Wiener Weltausstellung beizuwohnen, aufgeben, da die Aerzte ihm fernere Schonung dringend empfohlen haben.
— Die Nachricht, Bismarck werde sich nach der Berathung der Kirchengesetze im Landtage gänzlich aus dem preußischen Ministerium zurück⸗ ziehen, bezweifeln unterrichtete Kreise. Bismarck hatte allerdings zu Ende des verflossenen Jahres diese Absicht, ist davon aber zurückgekommen.
Kassel. Nach einer der„Hessischen Morgen- Zeitung“ aus Fulda zugekommenen Mittheilung aus sicherer Quelle wird die Zusammenkunft sämmt⸗ licher deutschen Bischöfe am 5. Juni d. J. da⸗ selbst stattfinden.
Frankfurt. Das„Journal“ erhält folgende Privatdepesche aus Berlin: 18. März. Nach dem Friedrichshain, dem Begräbnißplatz der März⸗ kämpfer von 1848, strömen Tausende von Menschen. Bedeutende Polizeibeamten sind aufgeboten, hindern indeß die Ausschmückung des Platzes nicht. Um 3 Uhr wurden Lieder zum Preise der Freiheits- kämpfer angestimmt. Die Polizei untersagt das Singen, wird aber verhöhnt. Das berittene Schutzmann⸗ Corps bricht hervor aus den an⸗ grenzenden Straßen und räumt unter Steinwürfen
den Friedrichshain. für den Abend umfassende Maßregeln.
Polizeipräsident Madai trifft Es sind
viele Verwundungen, darunter schwere, vor- gekommen. Braunschweig. Die Landesversammlung
hat am 18. d. einstimmig den Erlaß einer Adresse an den Herzog wegen Abschlusses einer Militär- convention mit Preußen beschlossen.
Lengsfeld. Herzog Georg von Meiningen hat sich in der Stille mit der Hofschauspielerin Franz, welche zur Freifrau von Heldburg erhoben worden, vermählt.
Bonn. Die drei Barone, welche die be⸗ kannte Depesche an den Papst erlassen hatten, des- halb angeklagt und vom Zuchtpolizeigerichte frei⸗ gesprochen worden waren, müssen am 7. April d. J. nochmals an Gerichtsstelle erscheinen, da die Staats- anwaltschaft gegen das freisprechende Urtheil Be⸗ rufung eingelegt hatte.
Stuttgart. Die Commission der Kammer der Standesherrn beschloß, in Betreff des Retab⸗ lissementsgesetzes, den Beschlüssen des Abgeordneten⸗ hauses beizutreten, und zwei Bitten an die Staats- regierung hinzuzufügen: Dieselbe wolle möglichste Sparsamkeit eintreten lassen und ferner dahin wirken, daß Südwestdeutschland und der Schwarz⸗ wald durch die Anlage von Reichsfestungen ge⸗ sichet werde. Der Landtag wird voraussichtlich Sonnabend geschlossen werden.
Straßburg. Sämmtliche aus der franzö⸗ sischen Zeit im Dienste gebliebenen Justizpersonen, 53 an der Zahl, haben den Diensteid geleistet, worin sie dem deutschen Kaiser Treue und Ge⸗ horsam schwören.
Ausland
Schweiz. Bern, 18. März. Der Bundes- rath hat in seiner Antwort auf die zweite fran⸗ zösische Note, betreffend die Ligne d'Italie, erklärt: Er könne in dem Conflict von seinem anfäng⸗ lichen Standpunkt nicht abweichen und sich durch keine Vorbehalte im Vorgehen gegen die den schweiztrischen Gesetzen unterstehende Gesellschaft einschränken lassen.
— Der Regierungsrath von Bern hat be⸗ schlossen, bei dem Appellations- und Cassationshofe die Abberufung sämmtlicher 97 katholischen Geist⸗ lichen des Jur!, welche den Protest gegen die Verfügungen der Regierung in Betreff der Aus- führung der Diöcesanbeschlüsse unterzeichnet haben, zu beantragen. Bis zum gerichtlichen Entscheide sind ihre Functionen einzustellen. Fügen sich die Geistlichen innerhalb 14 Tagen, so wird der Ab⸗ berufungs⸗Antrag zurückgenommen.
— 19. März. Der große Rath des Cantons Neuenburg hat das neue liberale Kirchengesetz mit 48 gegen 32 Stimmen in erster Lesung ange- nommen.— Der Regierungsrath von Bern hat drei Bataillone auf Piquet gestellt.
— 20. März. Der große Rath des Cantons Neuenburg hat beschlossen, an den Bundesrath eine Zustimmungs-Adresse wegen seiner Haltung dem Ultramontanismus gegenüber zu richten. Im Berner Jura ist die Ruhe bis jetzt noch nicht gestört.
Genf. Am 18. d. M. Abends hielt Pater Hyacinthe seinen ersten Vortrag. Der Saal war gedrängt voll und waren nach ungefährer Schätzung 3000 Personen anwesend. Das Thema des Vor⸗ trags war: Beziehungen der Kirche zu dem modernen Staat. Hyacinthe wird mit Applaus
und atheistischen Lehren geißelt, welche in del
ersten Revolution und in der Commune geglaubf hätten, die Kirche durch Schaffot und Mord unterdrücken zu können. Hyacinthe empfiehlt Einig keit zwischen Kirche und Staat innerhalb des Grenzen, welche beiden durch göttliches Manda vorgezeichnet seien, und erkennt keine andere Kircht an als die, welche auf wahres Christenthum ge⸗ gründet sei. Hyaeinthe wird seine Vorlesungen
fortsetzen und ist bereits von mehreren Städten!
der französischen Schweiz berufen worden.
Frankreich. Versailles, 18. März. Ji
der Nationalversammlung legte Remusat den Ver)
trag mit Deutschland vor und verlas denselben“
Die Postconvention mit Rußland wurde ange⸗ nommen; die Discussion über den Antrag Tirard wurde vertagt, da Thiers zu sprechen wünscht.
— 19. März. In der Nationalversammlung stattete Victor Lefrane, welcher heute von der mil der Prüfung des Vertrages mit Deutschland be— auftragten Commission zum Berichterstatter ernannt ist, seinen Bericht ab, worin er unter Hervor⸗ hebung der von dem Präfidenten Thiers und der Regierung dem Lande dargebrachten Huldigung die von der Finanzverwaltung bewiesene Geschick⸗ lichkeit eonstatirt und den Sympathien Frankreichs für das heroische Verdun Ausdruck gibt. Die Versammlung nahm einstimmig den Vertrag an, Einige Journale melden, daß in einigen oceupirten Orten die Nachricht über die baldige Befreiung entschuldbare, aber ärgerliche Manifestationen ver“ anlaßt habe. Preußische Offiziere seien auf der Straße absichtlich angerannt worden; indessen hätten die deutschen Militärbehörden, den Umständen Rechnung tragend, sich jeder Art von Repressiv- Maßregeln enthalten.
Großbritannien. London. Der„Times“ zufolge weist das Budget in der Einnahme 76 Mill., in der Ausgabe warscheinlich 71 Mill. L. nach.
Spanien. Madrid. Franzesco Salmeron
ist zum Präsidenten der Nationalversammlung mit 91 gegen 83 Stimmen, Ortez zum Vicepräfidenten
gewählt worden.
Italien. Rom, 18. März. Nicotera ent“ 0
wickelte in der Deputirtenkammer seinen Antrag wegen der bis längstens 1874 zu vollendenden Armirung der Festungen. Der Kriegsminister
Ricotti acceptirte den Antrag theilweise, jedoch!
unter Vorbehalt der zu verwendenden Summe. — 19. März.
die Ausrüstung der Armee, berathen. Der Finanz. minister Sella bekämpfte den Antrag, welcher die Ausgabe weiterer 50 Millionen erfordern und eine Erhöhung aller Steuern um 10 Prozent zur Folge haben würde. Er sei geneigt, das Kriegs Budget auf 170 Millionen zu erhöhen, wolle aber lieber zurücktreten, als den Steuerträgern neue Lasten aufbürden.
Griechenland. Athen, 10. März. Die Kammer wurde durch den König in Person er- öffnet. Ausrottung der Räuber an der Grenze und dar⸗ über hinaus, welche durch ein neues Bündniß mit der Türkei erreicht werden soll, die Gründung
einer allgemeinen Credit- und einer Grundbesitz bank, die Bildung einer Agrikulturgesellschaft zun
Hebung der Landwirthschaft, den Bau zweier
1 0 l Eisenbahnen von Patras nach Pyrgos und von überschüttet, besonders, als er die jacobinischen Piräeus nach Lamla ꝛc. ꝛc.
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In der heutigen Kammer sitzung wurde der Antrag Nicotera's, betreffend
Die Thronrede verheißt die gänzliche
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