des höchsten Gerichtshofes vom 6. d. die inter nationalen Arbtitervereine für Dänemark..
Großbritannien. London. Zahlreiche Bonapartisten trafen am 14. d. M. in Cbiselburst ein, darunter Rouher und Haußmann. Es kommen noch mehr, um der Messe am 15. um 9½ Uhr früh beizuwohnen. Nachmittags hält Eugenie einen bonapantistischen Parteirath. a N
— Wie der„Köln. Ztg“ von hier gemeldet wird, ist Sir Cornet Wolsey zum Gouverneur und Commandirenden der Truppen an der Afri⸗ kanischen Goldküste ernannt worden, die Expedition gegen die Hauptstadt der Ashanti's soll von Capitän Golver geleitet werden, der sich nach Afrika begibt.
Spanien. Madrid. Die Cortes haben eine Vorlage der Regierung angenommen, welcher zufolge 80,000 Mann Reserven einberufen werden. — Der bei Fuenterabia genommene englische Dampfer führte 1700 Flinten. An Bord war ferner der schottische Oberst Stewart, welcher den Auftrag hatte, das Exträgniß der bei den eng- lischen Katholiken für die Carlisten abgehaltenen Collecte zu überbringen.
— Ein Telegramm der„Agence Havas“ aus Perpignan vom 14. d. meldet: Der Angriff der Carlisten auf Berga begann am 10. d. um 1 Uhr. Um 4 Uhr brach in der Stadt eine große Feuersbrunst aus.
— Die Carlistenführer Cucalla, Segarra und Valles sind im unbestrittenen Besitz der Provinz Castellon und haben ihre Streitkräfte, 4000 Mann mit Kanonen bei Benicosin concentritt.
Türkei. Konstantinopel. Der Groß vezier und der Minister der Auswärtigen haben sich am 15. August zum Empfang des Schahs von Persien mit großem Gefolge nach den Dar: dauellen begeben.
Rußland. Petersburg. Der„Russische Invalide“ bringt günstige Nachrichten über den Gesundheitszustand der russischen Truppen in Kh wa und die friedliche und vertrauungsvolle Haltung der dortigen Bevölkerung. Die früheren Günst— linge des Khans, Muhamed Murad und Rahmadulla, waren nach Kasaliask gebracht und werden dort in Haft gehalten. Eine erste, 5900 Köpfe starke Abiheilung befreiter persischer Sklaven sollte Mitte Juli über Krasnowodsk nach der Heimath gehen.
Amerika. Rio de Janeiro. Dem Bischof von Pernambuco, welcher sich geweigert hat, den Befehlen der Regierung nachzukommen, wird von dem Präsi⸗denten dieser Provinz der Prozeß ge— macht. Die Regierung hat den Kammern erklärt, daß sie energische Maßregeln ergreifen wolle, um die Bischöfe zum Gehorsam zu zwingen.
Aus Stadt und Land.
Friedbarg. Am 14. d. M. wurde in hiesiger Stadt das 25jährige Amtsjubiläum unseres allverehrten Kreisraths, des Herrn Regierungsrath Trapp, gefeiert. 10 Jahre 1848 war derselbe zum Kreisrath des Kreises
iedenkopf ernannt und im Jahre 1860 durch die Gnade seines Fürsten in den hiesigen Kreis bersetzt wor⸗ den. Obgleich ihm durch seinen biederen Charakter, sein anspruchloses offenes Wesen, seine Humanität, welche sich in seinem privaten Leben, wie in seinen Amtshand⸗ lungen manifestirte, gelungen war, sich die Zuneigung und Hochachtung aller Bewohner des Kreises in seltenem Grade zu erwerben, so wollte er doch, jeglichem Ge⸗ pränge abhold, den Tag nur in Gemeinschaft derjenigen eiern, mit welchen er am meisten verkehrte, mit den Bürgermeistern des Kreises. Es war deshalb im Sinne des Jubilars jede öffentliche Einladung zur Theilnahme absichilich unterlassen worden; trotzdem ströͤmten im Laufe des Vormittags von allen Seiten Beamte, Geistliche Lehrer und Landwirthe in die Stadt, um dem Jubllar ihre persönlichen Glückwünsche darzubringen und durch Theilnahme an dem Festmahle den Gefühlen der Ver ehrung Ausdruck zu geben
„Um 11 Uhr überreichten die Bürgermeister des Kreises auf dem hiegen Rathhause einen silbernen Tafel⸗ aufsatz mit folgender Widmung:
Zur Feier Ihres 25 jährigen Amtsjubiläums als
Kreisrath— am 1. August 1873— haben die Bürger⸗
meister des Kreises beschlossen, Ihnen, hochzuver—
ehrender Herr Regierungsrath, ein sichtbares Zeichen ihrer Verehrung zu überre chen. Gestatten Sie, daß wir Ihnen diese Gabe verehren in dankbarer An— erkennung Ihrer Verdienste um das Wohl des Kreises, dem Sie Ihre besten Kräste gewidmet in jener stillen und geräuschlosen Weise, wie sie dem edlen Charakter und einem hochsinnigen Herzen stets eigen zu sein pflegt. Ein solches Herz gewinnt in der Stille eine Macht über die Herzen Anderer, und was wir in
unserm Innern bisher verschlossen gehalten, as ge⸗
winne heute lauten Aus dectuuk de en
unsern Mitbürgern was wir hiermit in deren Namen
bezeugt haben wollen: „Dem Verdienste seine Krone!“
Die Bürgermeister des Kreises. a f
(Folgen die Unterschriften.)
Die katholischen Geistlichen überreichten eine Adresse
und die Lehrer des Kreises gaben dem Jubilare ihre
Verehrung und Hochachtung durch Ueberreichung von drei schönen Oeldruck-Bildern zu erkennen.
Um 2 Uhr wurde der Jubilar durch eine De⸗ putation der Bürgermeister mittelst Wagen zum Festessen, welches in den Räumen des„Hotel Trapp“ arrangirt war, abgeholt. Schon lunge vor der festgesetzten Stunde waren alle Plätze des Festsaales besetzt und nur mit Mühe konnten die später Erscheinenden ein Unterkommen in den Nebenräumen finden. Die Festversammlung war bald durch trefflich ausgeführte Musikstücke einer Musik⸗ bande in die heiterste Stimmung versetzt und wechselten nun fröhliche Weisen mit den verschiedensten Toasten. Der erste galt S. K. Hoheit, unserm allerverehrten Großherzoge Ludwig III. und wurde ausgebracht von Herrn Kreisassessor Haas; der zweite, von Herrn Bürger⸗ meister Küchel aus Butzbach gesprochen, galt dem Jubilar. Mit warmen Worten wies dex Redner auf die Verdienste hin, welche sich der Gefeierte in den verschiedensten Zweigen der Verwaltung durch Beförderung des Wohl⸗ standes der Gemeinden, durch Hebung der Landwirth⸗ schaft, durch Begünstigung von Handel und Gewerbe ze. erworben habe, und wie er stets bemüht gewesen sei, Allen gerecht zu sein. Hierauf dankte der Herr Jubilar mit sichtlicher Rührung für die ihm dargebrachten An⸗ erkennungen, glaubte jedoch das ihm gespendete Lob nur zum kleinsten Theile annehmen zu können, indem der Erfolg seiner Wirksamkeit mehr in dem freundlichen Entgegenkommen aller Beamten des Kreises gesucht wer⸗ der müsse und fühle er sich verpflichtet, Allen hierfür aufs Herzlichste zu danken. Besonders danke er dem Manne, den die Staatsregierung an seine Seite gestellt, Herrn Kreisassessor Haas, der allezeit bereit gewesen sei, ihn aufs Kräftigste zu unterstützen. Auch müsse er der treuen Hülfe seines Büreaugehülfen Fink, der trotz der härtesten Schläge in seiner Familie mit seltener Auf⸗ opferung und Berufstreue zu dem schönen Erfolge bei⸗ getragen habe, sowie der Hingebung und Unterstützung der übrigen Büreaubediensteten gedenken; sein Hoch gelte den Bewohnern des Kreises Friedverg. Herr Pfarrer Engelbach aus Butzbach hob das sittlich-religidse Leben des Jubilars hervor, das zu beobachten er in Biedenkopf reichliche Gelegenheit gehabt habe und welches allezeit geeignet gewesen sei, den Bewohnern des Kreises als Beispiel zu dienen Herr Lehrer Bitsch erinnerte an die hohe Bedeutung der Schule und dankte für das freund⸗ liche Wohlwollen, das der Herr Jubilar der Schule und ihren Lehrern stets bewiesen habe. Herr Kreisassessor Haas toastete auf den Jubilar, der ihm stets ein humaner Vorgesetzter gewesen sei und ihm die Ausübung seiner Berufspflichten sehr erleichtert habe. Beigeordneten Vogt von Butzbach galt der Frau Ge⸗ mahlin des Jubilars, welche an dem Erfolge, welchen wir heute feierten, großen Antheil habe. Hr. Bezirksbau⸗ aufseher Schneider von Gambach lenkte die Aufmerksam⸗ keit der Versammlung auf die Fuürsorge, welche der Jubilar dem Wegebau gewidmet habe und knüpfte daran den Wunsch, daß es ihm vergönnt sein möge, noch recht lange auf„guten Wegen“ zu wandeln. Herr Landwirth⸗ schaftslehrer Rückert gedachte der Verdienste, welche sich der gefeierte Jubilar während eines Viertelfahrhunderts als Verwaltungsbeamter, wie als 1. Director der land- wirthschaftlichen Bezirksvereine zu Biedenkopf und Fried⸗ berg und besonders durch seine Thätigkeit im Curatorium der Ackerbauschule um die Hebung der Landwirthschaft erworben habe. Zum Schlusse trug Herr Lehrer Epple von Ockstadt ein schwungvolles Gedicht über den Rhein mit seinem vortrefflichen Wein recht gelungen vor und versetzte dadurch die Versammlung in die patriotischste Stimmung. Spät am Abend trennte man sich endlich mit dem Wunsche, daß der verehrte Jubilar noch recht lange an der Spitze der Verwaltung des Kreises Friedberg zum Nutzen und Frommen seiner Bewohner in Thätigkeit bleiben möge.
Gießen. Einen seit dem 11. d. vermißten Soldaten des hiesigen Regiments, von Groß⸗Eichen, fand man am 15. d. M. am Kirchhose erschossen liegen. Der Körper war schon in sehr starker Verwesung begriffen. Die Ur⸗ sache des Selbstmordes ist bis jetzt noch nicht klargelegt. Groß ⸗Linden. Der hiesige Bürgermeister Herr 11 055 hal am verflossenen Sonntag seine goldene Hochzeit ge fe iert.
Darmstadt. Das Brigadeexerciren der 49. Inf. Brigade wird vom 26. bis 30. l. M. bei Gießen, zwischen Klein⸗Linden und Allendorf a. d. Lunda, die Detachements⸗ und Divisionsübungen werden vom 30, d. M. bis 12. k. M. bei Friedberg und Gießen abgehalten. In Allendorf sind die Blattern ausgebrochen, weßhalb dieser Ort mit Truppen nicht belegt wird..
Mainz. Aus dem am 14. b. ausgegebenen Pro⸗ gramme des Großh. Gymnasiums ist ersichtlich, daß das— selbe 363 Schüler zählt, 22 Schüler bestanden ihre Maturitätsprüfung in Gegenwart des Großh. Hofraths Becker von Darmstadt. Die Prüfungen begannen am 16. d. und dauern bis 19. d. M. Die Schlußseier findet am 20. d. Vormittags 10 Uhr im Akademiesaale statt. Am 3. Oct. beginnt das neue Schuljahr. Stellvertreter
des Directors ist Herr Professor Hennes.
Das Hoch des
ans. rie ber, 8 wa fun der Main
365,518 Thlr. erhielt.
getroffen als diesmal.
*
Allerlei. ahres berichte der Betriebs⸗Ver⸗ eser bahn i s Jahr 1872 ent⸗ nehmen wir Folgendes: die Gesammtlänge der Bahn beträgt 2 Meile(17¾ auf preußischem, er 5 stö oppel⸗ 16 8
ädsischem Gebiete), die gesammte Bahunstrecke geleisig. Die Bahn besitzl 81 Locomotiven, 73 Tender, 6 Personen- und 898 andere Wagen. Sie beschäftigt 786 etatsmäßige Beamte und 558 e und 1929 Arbeiter. Besördert wurden 1,268,637 Personen und 6,211,253 Ceniner Güter. Die Gesammteinnahme betrug 3,059,535 Thlr. Davon wurde verwendet: zu laufenden Betriebsausgaben 1,622,149 Tolr. Zur Melioration der. Bahnanlage ꝛc. 290,717 Thlr. Die Gesammitausgaben be⸗ tragen 1.924, 419 Thlr., der Ueberschuß stellte sich auf 1.135116 Thlr., wovon Preußen 769,598 und Hessen Frankfurt. Am 14. d. M. kam ein total betrunkener Arbeiter in den Sitzungsraum der Stadtverordneten ge- taumelt. Der Pedell packte ihn am Schopf und trans⸗ portirte ihn die Stiege hinab; unten im Hof stand noch ein anderer angeduselter Gefährte, welcher meinte, als er den Transport sah:„Ich hob's ja gleich gesogt, du bleibst nett lang drowe.“ Die Nömerwächter bemächtigten sich dann der Betrunkenen und escortirten sie auf die Straße. Frankfurt. Zu keinem der seirher auf der hiesigen Rennbahn stattgehabten Rennen sind so viel Pferde ein⸗ Sämmtliche Ställe, welche in Niederrad für die Rennen eingerichtet worden, sind besetzt. Was die Renner selbst anlangt, so waren noch nie so viele ausgezeichnete, durch ihre mehrfachen Siege bekannten Thiere für diesen Herbstsport angemeldet. e e e Düsseldorf. Der Berliner Schnell- oder richtiger durchgehende Zug, welcher gegen 8 Uhr hier eintrifft, ist am 13. d. M. wirklich durchgegangen, so daß ein Theil des eisernen Gitters der Drehscheibe in der Friedrichs⸗ straße, sowie die Locomotive nebst dem halben Tender durch, üver die Friedrichsstraße selbst und dann obne vorher an⸗
zuklopfen in das Haus des Berliner Möbelfabrikanten
Hrn. Arnold gegangen, wo dieselbe jetzt herausgebrochen werden muß. Die Familie des Hrn. Arnold saß in der ersten Etage gemüthlich beim Kaffeetrinken, als plötzlich die Bresche geschossen wurde, die Maschine arbeitete noch
in sich, so daß man durch einen angebrachten Schlauch das Feuer löschen mußte.
Der Schaden läßt sich nicht leicht übersehen. Glücklicherweise, denn das ist die Haupt⸗ sache haben wir kein Menschenleben zu beklagen.
Genf. Der Genfer⸗See hat sich in diesem Jahrhundert zur Benachtheiligung seiner Ufer nicht unbeträchtlich er⸗ boben, und ist daher eine Tieferlegung desselben projectirt.⸗ Die Experten, welche diese Frage studiren sollen, Oberst Pestalozzi von Zürich und Jugenieur Taylor, haben am 11. d. ihre bezüglichen Arbeiten begonnen.
Newyork. Der Dampfer„Wawasset“ ist auf dem Petomac in Flammen aufgegangen, wobei 40 Personen ums Leben gekommen sind.
Das Telegraphennetz des Erdballs.
Der Geschwindigleit, mit welcher der Dampf fährt, mit welcher der elektrische Funke sich fort⸗ pflanzt, kann in gewisser Beziehung die Schnellig⸗ keit an die Seite gestellt werden, mit welcher diese beiden wichtigsten Erfindungen unseres Jahrhunderts über die Oberfläche der ganzen civilisirten Welt sich verbreitet haben; beide, und namentlich die electrische Telegraphie im Gebrauche des großen Publikums datiren so zu sagen von gestern. In Frankreich wurde, wie Herr William Huber in einem vor der Geographischen Gesellschaft zu Paris gehaltenen Vortrage erwähnt, erst am 1. März 1851 der Telegraph dem öffentlichen Gebrauche übergeben, nachdem er einige Zeit vorher bereits im Dienste der Regierung und des diplomatischen Verkehrs, den schwerfälligen und unsicheren optischen Tele- graphen verdrängt hatte; heutzutage beträgt das Telegraphennetz Ftankreichs allein 44,000 Kilom. (5930 d. M.) Linie mit 123,000 Kilom.(16,577 d. M.) Draht; das Europas 270,000 Kilom. (36,388 d. M.) Linie mit 700,000 Kilom. (94,240 d. M.) Draht, welch letzlere Länge also nahezu der doppelten Entfernung des Mondes von der Erde gleichkommt. Für den ganzen Erd⸗ ball kann die Länge sämmilicher Telegraphendräbte auf zwei Millionen Kilom.(270,000 d. M.) angeschlagen werden und vermöchten dieselben hienach den Acquator fünfzigmal zu umspannen. Die Zahl der einzelnen Telegraphenlinien zu Lande ist natürlich Legion— eine Aufzählung derselben ebenso unmöglich als überflüssig; hat ja in einigermaßen dichtbevölkerten Gegenden nahezu jedes Landstädtchen seinen Telegraphen, oft nach mehr als einer Richtung hin. Geringer an Zahl, wie andererseite an kosmopolitischem Interesse schwerer ins Gewicht fallend, sind die Linien, welche den Ocean durchschneidend weit von ein— ander entlegene Länder und ganze Welttheile, die
das Meer trennt, in gegenseitige Verbindung setzenz
5 0
U U
1
1
N


