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Der diesjährige Fasel⸗Markt des landwirthfchaftl. Bezirks,
vereins Friedberg soll: Donnerstag den 3. April zu Bad⸗Nauheins stattfinden. Sämmtliche aufgetriebenen Fasel werden
zu bestellenden Commission gemustert und den Besitzern der als preis⸗ würdig erkannten Thiere Geldprämien zugebilligt, zu welchem Behufe von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein und
heim entsprechende Beträge zur Disposition ge
miirung erfolgt ohne Ansehung, ob die Thiere im Kreise Friedberg
und von dem Besitzer gezüchtet sind oder nicht.
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Den Faselmarkt zu Bad⸗Nauheim betreffend. 9 Uhr Vormittags noch nicht am Platze, sind von der Preisb
Den Besitzern tauglich befundener aber prämiirter und nicht verkaufter Fasel wird auf Verlangen eine Weg
bung ausgeschlossen. d. J.
von einer durch uns
vergütung ausgezahlt.
der Stadt Bad⸗Nau⸗ stellt sind. Die Prä⸗
Fasel, welche für Gemeinde Dienste thun und solche, die um
Nicht genügend gefesselte und gefuͤhrte Thiere
werden vom Platze weggewiesen.. Es wird gebeten, alle Verkäufe dem am Platze anwesend Großherzoglichen Bürgermeister von Bad-Nauheim anzuzeigen, f Wir laden alle Landwirthe und sonstige Interessenten zum Be⸗ suche des Marktes ein. i Friedberg den 13. März 1873. Großherzogliches Kreisamt Friedberg.
Trapp.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Das Großherzogliche Regie- rungsblatt Nr. 11 enthält:
I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Einberufung der außerordentlichen Synode zur begulachtenden Berathung des Entwurfs einer Ver⸗ sassung für die evangelische Kirche des Großherzogthums betreffend.
II. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, Abände⸗ rungen des Postreglements vom 30. November 1871 be⸗ treffend.
III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Steuervergütung bei der Ausfuhr von Bier betreffend.
IV. Uebersicht der für das Jahr 1873 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Bensheim.
V. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Worms, die Erhebung einer Umlage von den zum Friedhofver⸗ bande von Dalsheim gehörigen Israeliten betreffend.
VI. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst gerubt: am 1. März dem Schreiner⸗ meister Joseph Sickinger zu Mainz die Erlaubniß zur An⸗ nahme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser, König von Preußen verliehenen allgemeinen Ehrenzeichens und am 3. Mäcz dem Registrator und Protokollissen bei dem Ministerium der Justiz, Dr. Wilhelm Franck, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen der ihm von Seiner Majestät dem König von Württemberg verliehenen Medaille für Kunst und Wissenschaft am Bande des königlichen Friedrichsordens zu ertheilen.
VII. Versetzung in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 27. Februar den Oberconsistorialkanzlei⸗Inspector bei dem Oberconsistorium, Jakob Felsing, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand zu versetzen. g
VIII. Sterbefälle. Gestorben sind: am 23. Januar der Regierungs⸗Cemmissär bei der Bank für Süddeuisch⸗ land, Obermedicinalpräsident außer Dienst, wirklicher Ge⸗ beimerath Dr. Goldmann zu Darmstadt; am 6. Februar der evang. Pfarrer Müller zu Schwanheim.
Darmstadt. Am 11. d. M. wurden zu Mitgliedern der außerordentlichen Landessyno de ernannt: der ordentliche Professor der Theologie Dr. Hesse zu Gießen als Mitglied der evangelisch⸗ theologischen Facultät der Landes ⸗Universität; der evangelische Pfarrer Dr. Seel zu Gießen; der evangelische Pfarrer Engelbach zu Butzbach; der evangelische Dekan Pfarrer Walther zu Nieder- Ingelheim; der Landrichter Königer zu Offenbach; der Bezirksgerichts⸗Präsident Dr. Keller zu Mainz; der Dr. phil. Max Rieger zu Darmstadt.
Berlin, 14. März. Das Abgeordnetenhaus nahm die noch übrigen Paragraphen des Gesetz⸗ entwurfs über die Anstellung und Ausbildung der Geistlichen in zweiter Berathung unverändert an und beschloß auf den Aatrag der Abgg. Klotz und Kannegießer die Hinzufügung eines Para- graphen, welcher lautet: Das Gesetz tritt erst nach der Publication des Gesetzentwurfs über die Ab— änderung der Verfassungs⸗ Artikel 15 und 18 in Kraft. Im Fortgange der Sitzung nahm das Abgeordnetenhaus in zweiter Berathung die ersten 11 Paragraphen des Gesetzes über die kirchliche Disciplinargewalt und den kirchlichen Gerichtshof unverändert in.
— Aus Rostock ist eine mit 22,600 Unter- schriften aus dem Großherzogthum Mecklenburg⸗ Schwerin bedeckte Petition an den Reichstag
Secretären hier eingetroffen. Der Gesandte, welcher bereits die Höfe von Petersburg und Wien be: sucht hat, ist beauftragt, die Beziehungen zu Deutschland fester zu knüpfen und gleichzeitig den bevorstehenden Besuch seines Monarchen, des Schah Nassr ed Din, an dem hiesigen Hofe persönlich anzuzeigen. Von hier wird sich Mirza Malcom Khan nach London und Paris begeben.
— Der preußische Episcopat hat, der„Ger mania“ zufolge, eine Zustimmungs-Adresse an die schweizerischen Bischöfe Lachat und Mermillod ge⸗ richtet. Erhalten hat der preußische Episcopat eine Zustimmungs⸗Adresse Seitens der bayerischen Bischöfe.
— Wie man der„Nat. Ztg.“ mittheilt, wird von dem zu diesem Zwecke aus Vertretern der verschiedensten Richtungen und Staaten gebildeten Ausschusse in der nächsten Zeit eine allgemeine deutsche Realschulmänner-Versammlung auf Ende September dieses Jahres berufen werden, die sich eingehend mit der sogenannten„Realschulfrage“ beschäftigen wird.
Kassel. Die niederhessischen und oberhes⸗— sischen Orthodoxen reichten eine Collectiv-Eingabe an die hessischen Diöcesan⸗Vorstände um Wahrung der kirchlichen Rechte gegen die kirchen-politischen Gesetzvorlagen ein.
Freiburg. Durch Beschluß der academischen Plenarversammlung wurde dem Antrage der Alt- katholikengemeinde um dauernde Ueberlassung der Universitäts⸗, früher Jesuitenkirche, entsprochen.
Straßburg. Zwei hiefige Einwohner, Rentier Heimburger und Wechselagent Morin, sind aus dem Reichslande ausgewiesen worden. Dieselben sind überführt worden, vierzehn Knaben an das Pariser Comite Behufs ihrer Erziehung ausgeliefert zu haben.
Ausland.
Oesterreich. Wien, 15. März. Das Abgeordnetenhaus nahm sämmtliche Kapitel des Budgets und das Finanzgesetz pro 1873 nach den Anträgen des Budgetausschusses an.— Der Vor ⸗ stand der Wiener Fruchtbörse beschloß nach Art des Leipziger Saatmarktes einen internationalen Saatmarkt in Wien anläßlich der Weltausstellung im August abzuhalten.
Schweiz. Bern. Am 14. d. M. ließ der Regierungsrath in dem bischöflichen Palais zu Solothurn notariell das Inventarium aufnehmen. Kanzler Durot protestirte, Lachat war abwesend.
— Eine zu Basel abgehaltene Versammlung von Delegirten der altkatholischen Vereine beschloß für Mitte April eine allgemeine Volksversammlung zu Arlesheim(Canton Basel).
Frankreich. Paris. Die„Agence Havas“ meldet, daß die Convention über Zahlung der fünften Milliarde am 14. d. unterzeichnet worden sein soll. Nach der Convention soll die Zahlung in Monatsraten und deren letzte am 5. Sept. er⸗ folgen. Nach voller Zahlung solle Frankreich ein⸗ schließlich Belforts geräumt sein.
Belgien. Brüssel. Die Deputirtenkammer hat am 13. d. mit 76 gegen 24 Stimmen den Gesetzentwurf über den Ankauf der Grand
abgegangen, in welcher um Einführung einer eon stitutionellen Verfassung in Mecklenburg gebeten wird.
— Ein außerordentlicher Gesandter Persiens, Mirza Malcom Khan ist in Begleitung von zwei
Luxembourg⸗Eisenbahn angenommen. Sieben Mit⸗
glieder enthielten sich der Abstimmung. Großbritannien. London. Im Unter-
hause zeigte Gladstone am 13. d. an, daß das
Ministerium in Folge der Abstimmung über die Universitätsbill seine Demission gegeben habe und dieselbe von der Königin angenommen sei.
— Dem„Globe“ zufolge hätte die Königin
Disraeli bereits berufen und der Letztere sich in Folge dessen sogleich nach dem Buckinghampalaste
begeben.— Im Oberhause gab Lord Granville
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dieselbe Erklärung ab, wie Gladstone im Unter. hause, und trug ebenfalls auf Vertagung bis
Montag an, welche das Haus beschloß.
— Disraeli hat der Königin in Bezug auf
die Bildung des Cabinets keine definitive Zusage
ertheilt und einen Ausschub erbeten, um sich mit seinen Freunden, deren mehrere auf dem Continent
sind, zu verständigen. Disraeli hat an Derbh, Cairns und Carnarvon telegraphirt.
Königin vorschlagen, Granville zur Bildung eines
provisorischen Cabinets bis zum Juli, wo die
Auflösung des Unterhauses erfolge, zu berufen, doch sei es unwahrscheinlich, daß Granville accep⸗ tiren werde. Keine Partei will die Initiative zur Auflösung ergreifen.
— Am 15. d. M. Vormittags fand zwischen
Disraeli und Derby nochmals eine Conferenz statt,
infolge deren Disraeli, wie aus gut unterrichteten Quellen gemeldet wird, die Bildung eines Cabi⸗ nets abgelehnt haben soll.
Spanien. Madrid. Den Mittheilungen
Den Nach richten der Zeitungen zufolge würde Disraeli der
der Regierung zufolge haben die Carlisten bei
Villafranca und Castellona die Eisenbahnen mehr: fach zerstört und sind durch Regierungstruppen in der Richtung auf Montecosta zurückgeworfen worden. Die Beförderung der Züge zwischen Beasain und Irun ist eingestellt. Nach Privat- nachrichten ist die Wiederherstellung der Disciplin unter den Soldaten in Catalonien schwierig, da diese nur als Freiwillige dienen wollen. Unter der ländlichen Bevölkerung in Estremadura sind Bewegungen mit socialistischer Tendenz bemerklich.
Italien. Rom. In der Senatssitzung am 14. d. wurde der Herzog von Aosta als Senator wieder eingetragen.— In der Deputirtenkammer legte Minister Sella einen Gesetzentwurf über die Wiederauszahlung der Apanage von 400,000 Fres. an den Herzog von Aosta vor.
— Eine dieser Tage erfolgte Verhaftung eines Minoritenmönches macht hier ungeheueres Auf⸗ sehen. Schon seit langer Zeit circulirt eine solche Menge falscher 25 Francs Noten der National- bank, daß diese Noten absolut für unsicher gelten und im Verkehr refusirt werden. Weitere hieran sich knüpfende Nachrichten sind so graver Natur, daß wir Anstand nehmen, sie unseren Lesern mit⸗
zutheilen. Wir wollen erst eine weitere Bestätigung
derselben abwarten.
Friedberg.
Wie wir hören wird im Laufe dieser
Woche eine Versammlung des Handelsvereins statifinden, in welcher die Frage, welche Miltel zur Erhalt ung
der Acker bauschule in unserer Stadt anzuwenden sind,
besprochen werden soll. Diese Angelegenheit ist für Fried⸗ 9
berg von großem Interesse; es ist daher sehr wünschens⸗
werth, daß fragliche Versammlung zahlreich besucht wird.
Friedberg. Nach den von Schulze Oelitzsch heraus⸗
gegebenen Blätlern für Genossenschaftswesen vom 14. März l. J. hat, wie bereits an anderen Plätzen, das Amts gericht in Gelnhausen die Vormünder angewiesen, die
Mündelgelder bei dem Vorschußverein(einge⸗ tragene Genossenschaft) daselbst anzulegen. Eben 1 0 5 die dortige Kreiskasse mit ihren müßigen Be⸗ anden.. 5
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