dem preußischen Episcepate und der römischen Kurie geflogen werde, die sich auf directe Maß⸗ nahmen des Papstes in Betreff der gegenwärtigen, durch die Ausführung der Kirchengesetze veran⸗
laßten Lage des Klerus beziehe. Es soll die Frage des Interdiets über den preußischen Staat angeregt worden sein.
Ziegenhain. Hier wurde neulich die Ab⸗ haltung einer Lehrerconferenz deshalb von Seiten des Landraths verhindert, weil sich dieselbe mit Thesen über die Unzulässigkeit der staarlichen Schul⸗ aufsicht befassen wollte.— Das hessische Gesammt⸗ Consistorium soll am 28. d. M. ins Leben treten.
Weimar. Nach dem jetzt bekannten Resultat der Wahlen für die erste Landessynode gehört die Nehrzahl der gewählten Mitglieder der freisinnigen Richtung an.
München. Die Schwurgerichtsverbandlung gegen Adele Spitzeder und Gegossen begann am 14. d. M. Vor und in dem Justizgebäude waren mehrfache Militär- und Polizeimaßregeln zur Er⸗ haltung der Ordnung getroffen. Der Andrang des Publikums ist bisher nicht bedeutend. Vor⸗ sitzender des Gerichtshofes ist Appellrath Müller, die Staatsanwaltschaft vertritt Staatsanwalt Barsch. Die Verlesung der Anklageschrift dauerte zwei Stunden. Die Angeklagten Spitzeder und Ebring waren in schwarzer Kleidung und beant⸗ worteten die Personalfragen deutlich. Von der Staatsanwaltschaft wie von den Vertheidigern wurden je vier Geschworene abgelehnt. Wegen der längeren Dauer der Verhandlungen sind zwei Ergänzungsgeschworene beigezogen.
Nürnberg. Dieser Tage ist ein der Sache der deutschen Gewerkvereine zugethaner verheiratheter Arbeiter von Anhängern der social⸗demokratischen Partei auf der Straße überfallen und ohne weitere Veranlassung von den Internationalen in so bar⸗ barischer Weise mit Stiefel⸗Absätzen getreten worden, daß er blutend und bewußtlos liegen blieb. Unter- suchung ist eingeleitet. Der„Fr. K.“ bemerkt bei Mittheilung dieses Vorfalls, daß in neuester Zeit Personen, welche ein öffentliches Amt bekleiden oder eine prononcirte politische Stellung einnehmen, auf offener Strage nicht selten Gegenstand von Insulten seien, deren Beschaffenheit nur auf poli⸗ tischen Haß als Motiv schließen lassen.
Tübingen. Am 14. d. M. wurde beim schönsten Wetter unter großer Betheiligung das Uhland Denkmal enthüllt. Die Aufführung des Festgesanges unter Faißt's Direction muß als sehr gelungen bezeichnet werden. Der Professor Köstlin, von der hiesigen Universität, bezeichnete in seiner Festrede meisterhaft die Stellung Uhlands zur deutschen Literatur als Vollsmann und Dichter. Dr. Elben aus Stuttgart sprach den Dank und die Huldigung der deutschen Sänger aus.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Der König von Württemberg ist am 14. d. mittelst Extra- zugs der Westbahn bier eingetroffen und von dem Kaiser und den hier anwesenden Erzherzögen empfangen worden.
— Die Versammlung der Buchdruckereibesitzer, auf welcher fast alle größeren Druckereien Oester⸗ reichs, Deutschlande und der Schweiz vertreten waren, genehmigte eine Resolution wegen Ein- führung dee Minimaltarifs in Deutschland, Oester⸗ reich und der Schweiz auf Grund einer zwischen Principalen und Gehülfen zu treffenden Verein- barung, ferner wegen Herstellung eines innigen Anschlusses der Buchdruckereibesiger⸗Vereine an einander.
Frankreich. Paris. Die republikanische Linke hat beschlossen, Thiers vor den Ferien ein Banker zu geben.— Der päpstliche Nuntius be müht sich, bei dem Schah Concessionen für die Katholiken in Persien zu erhalten. Der Herzog
v. Broglie unterstützt das Verlangen des Nuntius.
— Dem Vernehmen nach wird der Schah von Persien am 18. oder 19. d. von hier be⸗ reisen und zunächst nach Lyon gehen. Ob derselbe nach Wien gehen wird, ist noch ungewiß. Am 13 d. fand zu Ehren des Schahs eine Illumi⸗ nalion statt.
— Zum Prozeß Bazaine verlautet ziemlich bestimmt, daß der Herzog von Aumale zum Vor⸗ sitzenden des Kriegsgerichts ernannt worden ist. Derselbe soll bei dem Präsidenten der National- versammlung, Hrn. Buffet, bereits ein Gesuch um Beurlaubung aus der Versammlung eingereicht haben, um sich dem Studium der militärischen Actenstücke ungestört widmen zu können. Die Wahl des orleanistischen Prinzen zum Richter des napoleonischen Marschalls, der in Mexiko die Nichte des Prinzen, die Kaiserin Charlotte, in das Unglück stürzen half, ist für den Marschall wohl kein günstiges Symptom.
Dänemark. Kopenhagen. Von gut⸗ unterrichteter Seite verlautet, daß Prinz Arthur von England hier eintreffen werde, um sich um die Hand der Prinzessin Thyra zu bewerben.— Das schwedische Nordpol ⸗Expeditionsschiff„Gla⸗ dau“, welches seit dem 16. Sept. 1872 im Eise eingefroren war, ist dem„Malmoe Dagblad“ zufolge am 12. Juli in Tromsoe eingetroffen.
Spauien. Madrid. Contreras hat das Commando über die Insurgenten in Carthagena übernommen. Dieselben sind Herren der ganzen Stadt und fürchtet man, das sie sich des Marine- Arsenals bemächtigen. Der Kriegsminister ist nach Carthagena abgereist, hat aber die Station Palma nicht passiren können.
— General Velarde ist in Aleoy eingezogen und hat die Milizen entwaffnet. Die Hauptführer sind entflohen. Die Insurgenten in Carthagena, welche von Galvez befehligt werden, haben einen Wohlfabrts⸗Ausschuß eingesetzt. Die Besatzung Puente la Regna hat capitulirt und den Carlisten die Waffen und zwei Kanonen ausgeliefert.
Perpignan. Meldungen von der spanischen Grenze zufolge hat in Barcelona eine anticarlistische Manifestation statigefund en. Gerüchtweise verlautet, die Jaternativnalen hätten sich der Stadt und des Hafens Carthagena bemächtigt.— Die Cortes haben der Regierung ein Vertrauensvotum ertheilt.
Italien. Rom. Am 12. d. fanden hier, in Frosinone, Allatri und anderen Ortschaften Erderschütterungen statt, die indessen keinen Schaden anrichteten. Im Alzago-Gebiete sind fortdauernde Erderschütterungen und unterirdisches Getöse, auch in Neapel und Licitato heftiges Erdbeben. In Isola verließen die Arbeiter die Fabriken und sind mehrere Häuser beschädigt worden.
— Jialienischen Blättern gehen Nachrichten aus Tunis zu, wonach der Afrikareisende Dr. Nachli⸗ gall wieder in Kuka eingetroffen ist. Derselbe er⸗ wartet daselbst die Ankunft eines Führers, um von dort weiter nach Wadai aufzubrechen. Im Herbst gedenkt Dr. Nachtigall nach Europa zurück zukehren.
Nußland. Petersburg. Der„Russische Irvalide“ bringt Nähetes über die Unterwerfung des Khans von Khiwa: Der Khan sei im rus⸗ sischen Lager erschienen und habe sich als Vasall des Kaisers von Rußland erklärt, worauf er von General Kaufmann wieder in seine Würden ein⸗ gesitzt worden sei. Für die Dauer des Aufent- halts der Russen sei eine besondere Verwaltungs- Behörde gebildet worden. Demselben Blatt zufolge hat der Khan am 12. Juni a. St. ein Manifest veröffentlicht, worin aus Dankbarkeit die Sclaverei fur ewig als aufgehoben erklärt wird und hat General Kaufmann sofort die persische Regierung telegraphisch benachrichtigt, Vorbereitungen zur Aufnahme der befreiten persischen Stlaven zu treffen.
Aus Stadt und Land.
Gießen. In der Nacht von Samstag zum Sonntag ging es zecht munter zu. Es wurde sozusagen durch die ganze Stadt sich geprügelt. Auf dem Kirchenplatz wurde einem Vorü ergehenden von einem Messerhelden ein Stich in den Kopf versetzt und ist die Wunde nicht ungefährlich. Die Sute des Messerstechens scheint sich auch hier am Orte einzubürgern. In der Nacht vom Sonntag zum Montag enistand in einer Wirthschaft an Oswald's Garten Scandal. Von 2 intervenirenden Schutzleuten wurde der eine, ein rubiger Mann, von einem Bauernburschen durch zwei Messerstiche lebensgefährlich verwundet. Derselbe
wurde von hinzen angepackt und ihm ein Stich in den Rücken und einer in den Arm versetzt. Der andere Schuß: mann zog in Folge dessen blank und traktirie einen der Excebensen derart, daß er in die Klinik geschafft werden mußte. Die übrigen Altentäler sind in Nummero Sicher.
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Darmstadt. Wie wir hören, sind für den Heri 7
d. J. an das hiesige Polytechnicum berufen worden: Heh 87
und sodann an der höheren Gewerbeschule in Cassel at Professor für Maschinenbau, und Herr Landbauinspeeig freuen uns dieser vortrefflichen Acquisitionen für die s aufblühende Anftalt. 9 9 5 1 2 Jahre wieder am 13. Juli die Gräber der 00 N Laufach gesallenen Hessen, sowie die beiden dort errichten worden. Darmstadt. Am Sonntag Abend wurde ein Mar schwer verletzt. Die klaffende Kopfwunde wurde rasch ver bunden und der Thäter durch eine Patrouille der Schloß Darmstadt. Das in Aussicht genommene Denkmis für die Angehörigen und Gefallenen der großh. hessischa darf jetzt als gesichert betrachtet werden. Nach dem vonssgtesf! geschäftsführenden Ausschuß des Central⸗Comites veröffeng 1 Ende Juni bereits 22,658 fl. 52 kr. eingegangen, un der verhältnißmäßig geringe Rest wird sicherlich noch gedech 1 stadt betheiligt. Mainz figurirt mit 1287 fl., Offenbah fh igen mit 856 fl., der Kreis Groß-Gerau mit 833 fl. Uebe der Besuümmung, daß das Denkmal in Darmstadt odge; in dessen nächster Nähe errichtet werden soll. 1 2 Arbeiter durch herabstürzende Erdmassen verschütiet un 9 blieben todt. Drei andere wurden derart verletzt, daß satzbac Mainz. Am Rhein machte am 13. Juli ein jung Mann den Versuch, sich zu erschießen. Derselbe kam f 1 . des Gehens eine Pistole und feuerte sie auf sich ad. 6.. 4 einige Schritte vor ihm gehender Schiffer erschrack nich eilte hinzu, um hilfreich beizustehen. Als er aber bf 1 dem jungen Mann hörte, daß er sich habe erschießen wolle N. wurde, ihn bei Seite zu bringen, da ergriff den Mane Di eine unsägliche Angst und er flüchtete von dannen, andensshunde brachte ihn in's Spital, woselbst er am 14. d. M. fache den Seiner Aussage nach ist der junge Mann von Neu⸗Isenbufs 0 unbekannt.
Worms. Wie wir in Erfahrung gebracht, 1 Di
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Ingenieur Lincke, früher Lehrer am Züricher Polytechnicun Marx in Dresden als Professor der Baukunde. W 1 Darmstadt. Wie in früheren Jahren sind auch Denkmale mit Blumen und Kränzen reichlich geschmül von Mainz in der Alexanderstraße durch einen Säbel hilf
wache verhaftet. 5
(25.) Division, für welches 30.000 fl. vorgesehen ware
lichten weiteren Gaben-Verzeichniß sind nämlich bg
werden. Am meisien bat sich bei den Sammlungen Darm
die Platzfrage ist Definitives nicht bekannt, abgesehen vag Mainz. Auf dem Haupstein wurden am 11. Ju
per Droschke in das Spital gebracht werden mußten.
8 der Richtung von Mombach und zog plötzlich währah wenig, glaubte, es babe sich ein Unglücksfall ereignet un 1 und daß er sich nur unglücklich getroffen habe und gebetel Herzueilenden die Hülfeleistung überlassend. Man veisssags und Gärtner seines Zeichens. Die Motive zur That sind 0 50 auch von hier auf Veranlassung und mit Unterstützun die
des Landgewerbevereins 2 Gewerbtreibende zur Wiene Ausstellung enisandt werden und bereits 2 jüngere, seh fd talenwolle Meister vom Vorstande des hiesigen Gewerbe mel vereins hierzu in Aussicht genommen sein. wit
Allerlei.*
Wiesbaden. Am 12. Juli ist Frau von Lange 0 dorf zur Verbüßung ihrer Strafe wegen der Spitzendie k!“ 00 sähle in das Correctionshaus noch Coblenz abgeliesel cla worden. Am 13. folgte ihr Frau v. Recum ebendorf I hin nach. 1
Dresden. Die Zahl der in Chemnitz an Trichinofl aber erkrankten Personen beläuft sich bereus auf 100. 9 10 polizeilichen Erörterungen über die Enistehung sind nog Ein im Gange. Die Eiktankungen erweisen sich glücklicherwäae e meist als leichte.
I. sei. Das aber ist nicht; es ist dem Unternehme dre darum zu thun, die Ersparnisse in die Hand 180 bekommen, um damit Lotteriespiel in großem Maß stabe zu betreiben. Es wird nun dem Einlegel im günstigsten Fall kein Geld verloren gehe 5 indem für die Einlagen Lotterieloose angekalff dun werden, gleichviel, ob preußische Loose oder türkischissche Aber für die Mähewaltung, für die Kosten 1 ebe zahlreichen Agenten, muß die„Sparbank“ auß t etwas haben und berechnet sie für ihre Mühe e waltung, je nachdem das Publikum mehr od 1
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