doch die gesammten Schul⸗Unterhaltungskosten von allen Hausvätern gemeinschaftlich aufgebracht werden
müßten. Es sei, bemerkt der Minister des Wei⸗ teren, nur für den confessionellen Religions unter- richt bei diesen Schulen Sorge zu tragen, im Uebrigen aber kein Gewicht darauf zu legen, ob die Kinder in den sonstigen Lehrgegenständen von einem katholischen oder von einem evangelischen Lehrer unterrichtet würden. Der Minister empfiehlt daher den Ausfsichtsbehörden, die Umwandlung solcher Schulen in Simultan Schulen geeigneten Falls in Erwägung zu nehmen.
— Die Staatsregierung beabsichtigt, die Ge⸗
werbesteuergesetzgebung dahin zu reformiren, daß
die Bäcker, Fleischer und Brauer nicht mehr selbst⸗ ständige Steuergesellschaften für sich bilden, sondern mit den Gesellschaften der Kaufleute vereinigt und selbstverständlich nach den für die letzteren gelten- den Veranlagungs⸗Grundsätzen behandelt werden. Auch soll der Fin anzminister ermächtigt werden, solchen Gewerbetreibenden, welche nur den ge— ringsten Satz der Handelsklasse B. entrichten, als Höckern, Trödlern, den Gewerbebetrieb steuerfrei zu gestatten.
— Nach einer Angabe von unterrichteter Seite steht es nunmehr fest, daß sofort nach Feststellung der bürgerlichen Strasprozeßordnung eine deutsche Militär⸗Strasprozeßordnung in Angriff genommen werden wird. 5
— Die„Nordd. Allg. Ztg“ erwähnt, daß der Papst am 7. August d. J. ein Schreiben an den deutschen Kaiser gerichtet habe, welcher das⸗ selbe am 3. September beantwortete. Die Pub- lication des Briefwechsels soll bevorstehen.
Pelplin. Dem Theologen-Seminar ist vom 1. Oct. d. J. der Staatszuschuß von 5800 Thlr. entzogen worden. Diese Maßregel wird jedoch einstweilen das Fortbestehen dieser Anstalt nicht gefährden, da die in letzterer Zeit gemachten Er⸗ sparnisse neben den Erträgen eines dem Seminare gehörigen Gutes die erforderlichen Mittel noch für längere Zeit gewähren. Der Bischof v. d. Marwitz scheint demnach auch entschlossen zu sein, die Anstalt weiter fortbestehen zu lassen, und hat in diesen Tagen neun Gymnastal⸗Abitarienten als Alumen in das Seminar neu aufgenommen. Ver- mutblich wird die Regierung bei dieser Sachlage sofort die Schließung des Seminars verfügen.
Kusel. Auch hier findet morgen Gemeinde- versammlung zur Abstimmung über die Einführung confessionell⸗gemischter Volksschulen statt.
Hadersleben. Auf dem hiesigen Kreistag wurde, wie die„Dannevirke“ berichtet, zum ersten Male das Protocoll der Verhandlungen in beiden Sprachen, deutsch und dänisch, geführt und dem⸗ gemäß auch vorgelesen. Die dänisch gesinnte Majorität des Kreistages legte hiergegen Protest ein“ Ferner machte der Abg. Brandorff darauf aufmerksam, daß die Wahrnehmung der Commu⸗ nalvorsteher-Geschäfte in verschiedenen Gemeinden, deren Ortsvorsteher den Eid verweigert hätten, den Schullehrern commissarisch übertragen sei. Er glaube, 85 es die Stellung der Schullehrer schädige. Der Landrath erwiderte, die bezüglichen Anordnungen seien ganz administrativer Natur und er übernehme dafür die Verantwortung.
Fulda. Am 14. d., 10/ Uhr Vormittags, starb Bischof Christoph Florentius Kött, 73 Jahre alt.
— Die durch das Ableben des Bischofs Kött nothwendig gewordene Wahl eines Bisthumsver⸗ wesers wird durch das Domcapitel sofort voll⸗ zogen werden.
Dresden. Das„Dresd. Journ.“ meldet: Der Kronprinz erlitt bei dem Unfalle am 11. d. eine Contusion in der Seite, hat aber das Bett wieder verlassen können und ist außer Gefahr.
25 Zum Präsidenten der ersten Hammer hat der König wiederum den Kammerherrn v. Zehnen ernannt.
— Die Eröffnung des Landtages wird wahr- scheinlich am 16. d. im Residenzschlosse stattfinden.
Speyer. Die Cholera ist jetzt von hier auch nach Frankenthal verschleppt worden; bis jetzt zählt man dort 3 Krankheitsfälle. Auch in Eden⸗ koben ist kürzlich ein Mann gestorben, der schon cholerakrank von Speyer dahin gekommen war.
In 15 er selbst hat die Cholera Fe abgelaufenen Woche 120 Personen befallen und 55 sind ihr erlegen. Der Gesammkstand der Er⸗ krankungen seit dem Auftreten der Seuche daselbst belief sich auf 312, der Todesfälle auf 144.
— Von den 57 Jünglingen aus der Pfalz, welche jüngst die Prüfung für den einjährigen Freiwilligen⸗Dienst mitmachten, haben nur 20 sie bestanden.
Neustadt a. d. H. Eine hier abgehaltene Gemeindeversammlung hat fast einstimmig die Ein⸗ führung confessionell⸗gemischter Volksschulen be⸗ schlossen.
Augsburg. Bezüglich der Frage der An⸗ erkennung des Bischofs Reinkens Seitens der bayerischen Regierung vernimmt die„Allg. Ztg.“, daß diese Frage einer aus hervorragenden Juristen und Staatsrechtslehrern gebildeten Commisston zur Begutachtung vorgelegt werden soll.
Karlsruhe. Der Nachricht, daß die alt⸗ katholische Synodal-Repräsentanz nun auch bei den Regierungen von Bayern, Baden und Hessen die Anerkennung des Bischof Reinkens beantragen werde, fügt ein Correspondent der„Elberf. Z.“ bei, daß Herr von Schulte auf seiner Rückreise vom Constanzer Altkatholiken- Tag hier verweilte und diese Angelegenheit betreffenden Orts betrieb. Die Anerkennung werde denn auch von Seiten Badens nicht mehr lange auf sich warten lassen. Auch bei dem Großherzog, der sich zu jener Zeit auf der Insel Mainau aufhielt, hatte Schulte. Audienz.
Straßburg. Als Candidaten für die Be— zirkswahl sind von der elsässischen Partei nunmehr aufgestellt: North, Director der elsaß⸗lothringischen Bodeneredit⸗Bank, für den Stadt⸗Canton Nord; Schneegans, Advokat Anwalt, für den Canton Ost, und Notar Flach für den Canton West. Die beiden Erstgenannten waren bereits im Juni Gegenkandidaten gegen die Vertreter der erklärten Franzosen-Freunde, denen sie bekanntlich damals unterlagen. Das jetzt von ihnen veröffentlichte Programm schweigt gänzlich von den Beziehungen des Landes zu Deutschland, betont lebhaft die Freiheiten, Interessen und unveräußerlichen Rechte des Elsasses und läßt merken, daß die„Gefühle und Sympathien“ der Verfasser noch immer jen⸗ seits der Vogesen streifen. Trotzdem werden die deutschen Wähler für diese Männer stimmen. Bei den nächsten Wahlen hofft man deutscherseits selbst— ständiger vorgehen zu können.
Ausland.
Oesterreichꝛlüngarn. Wien. Das„Vater⸗ land“ meldet, daß durch die Weigerung Cham-⸗ bord's, der französischen Armee die Tricolore zu lassen und sich im Princip für gewisse constitutio- nelle Formen zu erklären, die auf Wiederherstellung der Monarchie in Frankreich gerichtete Action ins Stocken gerathen ist. Das„Vaterland“ räth dem Grafen Chambord an, sich mit Anerkennung seines legitimen Thronrechts genügen zu lassen und seine Bereitwilligkeit, mit der Nationalversammlung eine Verfassung zu Stande zu bringen, offen zu erklären.
Salzburg. Graf Chambord ist am 12. d. bier angekommen. Derselbe machte dem Groß herzog von Toskana einen Besuch und wird eine hier angekommene französische Deputation empfangen.
Frankreich. Paris. Wie die„Agence Havas“ meldet, ist das Einverständniß innerhalb der monarchischen Partei über die Nothwendigkeit der Rückkehr zur Monarchie nicht gestört, nur über
Carré ⸗Kérisoust und Le Gal La Salle; Carré⸗
See einen Bank een, m die Wähler seines Cantons veranstalteten,„au
die definitive Ausrufung der Repyblik.ꝰ
E Graf Need rd wünsche, ehe ch lib die Verfassung erkläte, erst eine Liste der Abge⸗ ordneten zu erhalten, welche auch sicher für die Restauration stimmen würden. 1
— In dem Kampfe zwischen Monarchisten und Republikanern iß 5seit mehreren Tagen eine Verschiebung der Lage zu Gunsten der Republi⸗ kaner eingetreten, welche auch für die Folge an⸗ dauern zu wollen scheint. Thiers ist wieder zu Wort gekommen, die Regierung hat die Taktik der Verhöhnung und Unterdrückung seiner Person und seines Einflusses aufgegeben, sie läßt ihn jetzt stillschweigend gewähren.„Bien public“ ist wieder in seinen früheren Rang als maßgebendes Organ eingesetzt und seine Urtheile und Forderungen finden aufmerksame Würdigung. Die Regierung ist durch die fortgesetzte Weigerung des Grafen Chambord, der öffentlichen Meinung die erforder- lichen Concessionen zu machen, in die Enge ge⸗ trieben und klammert sich jetzt an die Verlängerung des Provisoriums als einzigen Rettungsanker an. Thiers sagt aber:„quod non“, es ist genug des Harrens und Zuwartens, Frankreich will endlich wissen, woran es ist, man muß eine endgültige Entscheidung treffen.
— Eine Versammlung aller Gruppen der Linken wird am 27. October ein Comité wählen für ein gemeinschaftliches Vorgehen. Der Monar⸗ chisten⸗Ausschuß beräth am 18. October über Chambord's erwartete Antwort.
Trianon. Das Urtheil über Bazaine, wie
immer es ausfallen mag, wird übrigens von
Neuem erkennen lassen, daß in den Reihen der französischen Armee, wie in denen der Diplomatie und der Parteiführer immer Einer so ziemlich den Andern aufwiegt und insofern wird man das Ver⸗ dict des Kriegsgerichts von Trianon zugleich als ein Verdict über die französische Nation betrachten dürfen. — Die Verhandlungen gegen den Marschall Bazaine sind jetzt bei einem Stadium angelangt, in welchem sie das allgemeine Interesse in hohem Grade in Anspruch nehmen; die endlose Verlesung der Anklageschrift ist überwunden und der Ange⸗ klagte ist jetzt selbst zu Worte gekommen. er zu seiner Rechtferngung vorbringt, daraus ist ersichtlich, daß die Hauptschuld auf die unklaren Commandoverhältnisse fällt, welche es mit sich brachten, daß er über Dinge von der höchsten Wich⸗ tigkeit für die Entwickelung und das Schicksal des ganzen Krieges entweder gar nicht oder zu spät in Kenntniß gesetzt worden ist.
— Prozeß Bazaine. Der Andrang des Publi⸗
kums ist sehr beträchtlich. Fast alle Militär⸗Attachs's
der fremden Mächte wohnen der Sitzung bei. Das Verhör Bazaine's hat am 13. d. begonnen. Der Präsident Herzog v. Aumale bemerkte, daß die Verantwortlichkeit des Marschalls erst mit dem 12. August beginne; er richtete indessen einige Fragen an den Angeklagten über die vorange⸗ gangenen Tage, namentlich in Bezug auf die Stellungen in der Schlacht von Forbach und die den Generalen ertheilten Ordres. Bazaine gab zur Antwort, daß er von allen diesen Befehlen nicht in Kenntniß gesetzt worden sei; dieselben seien den Generalen direct ertheilt worden; er deutete auf eine stattgefundene Vernachlässtgung im Nachrichtendienst hin. Erst am 13. August habe
die Bedingungen, unter welchen dieselbe stattzu⸗ finden hätte. Man suche auch nach keiner ander weitigen Lösung, bestehe aber darauf, daß Graf Chambord sich nächstens ausspreche. rung bewahrt sich ihre Neutralität.
— Es liegen Wieder mehrere republikanische Kundgebungen von angeblich„unentschiedenen“ Mitgliedern des linken Centrums vor. Herr von Tillancourt(Aisne)„will zu keiner monar⸗ chischen Restauration die Hand bieten.“ Herr
Die Regie⸗
er genaue Nachrichten über die Situation Mac Mahon's erhalten; er schreibt dies einem Fehler des Generalstabs zu. Von dem Befehl, Brücken über die Mosel zu bauen, habe er erst am 12. erfahren. Auch von der nahen Abreise des Kaisers, als dessen Unterbefehlshaber er sich lediglich be⸗
trachtet habe, sei ihm Nichts bekannt gewesen. In seinem Resums weist er jede Verantwortlichkeit
bezüglich der Verzögerung des Brückenschlagens
und des Nichtabbrechens der Brücken nach dem
v. Pourtalès(Seine et Oise) tritt dem bekannten republikanischen Briefe des Abg. Feray bei; ähn⸗ lich äußern sich im
Loudéac drei bretonische Abgeordnete, Janzé,
„Conservateur libéral“ von
Uebergange von sich. Bazaine berief sich über⸗
haupt mehrfach darauf, daß er von vielen De⸗ 1.
peschen Nichts erfahren hae, da dieselben direct
an den Generalstab geschickt worden seien.
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