lassen sich selbstverständlich nicht gut vereinigen. Wilhelm und seiner Generale vorgebracht, und
Letztere Reise wird daher officibs dementirt. Schweiz. Bern. Eine Verordnung der
Berner Regierung verbietet den abgesetzten juras⸗ maligen Beleuchtung zu unterziehen.
nimmt die von der Verkbeidigung erörterten Hauptmomente wieder auf, um sie einer noch- (Lachaud
sis istli ˖ istli. in und Bazaine nehmen Noten.) Der Regierungs- sischen Geistlichen jede geistliche Verrichtung in und Baze on a allen der Staate aufsicht unterstehenden Lokaliläten Commissär bebt die betreffs der Depesche Lewal's
und belegt den Mißbrauch des Privat⸗Gottes⸗ dienstes zur Störung des confessionellen Friedens mit Geldbuße bis zu 200 Francs, unter ange messener Crhöhung im Rückfalle. ö
— Hier ist das Gerücht verbreitet, daß der
Bundesrath bezüglich der neusten Encheliea des Lachaud aus dem Umstande,
herrschende Verwirrung hervor, verbreitet sich noch- mals über den Zwischenfall Regnier, dessen Wichtig ⸗ keit er darlegt, und erkennt das patriotische Ver⸗ halten der Kaiserin Eugenie rühmend an. Im Uebrigen weist er das Unzutreffende des von daß sich die Armee
Papstes beschlossen habe, dem päpstlichen Nuntius in einem verschanzten Lager befunden, abgeleiteten
sei a lien; der diesbezügliche Beschluß Argumentes nach.—. Vor e de kü ö ien, welche 8 Uhr Abends eintreten soll,
solle aber erst Sonnabend veröffentlicht werden.
Frankreich. Paris. Der„Indépend.“ schreibt man von hier: Eine Krisis sei fast unver⸗ meidlich Angesichts der rogalistischen Petitions⸗ Bewegung. der Legitimisten in Versailles statt, welche Cham⸗ bord's Proclamirung zum König erstreben. A
Suspendirung der
nimmt Bazaine das Wort and sagt:„Ich trage zwei Worte auf meiner Brust: Ehre und Vater land. Ich habe 42 Jahre meinem Lande gedient,
Es finden tägliche Zusammenkünfte ohne gegen diese stolze Devise zu verstoßen. Ich
habe, ich schwöre es vor Christo, Frankreich nie⸗
lle mals verrathen.“— Dem Kriegsgericht wurden folgende
vom Präsidenten vorgelegt:
Fragen
Geschäfte liegen darnieder. 1) Ist Bazaine schuldig, am 28. October 1870
— Meldungen zufolge, die der„Agence Havas“
aus Madrid zugehen, ist Santa Cruz in der Nähe von San Sebastian als Bandenführer auf⸗ getaucht und hat den Carlistenchef Ytarbe gefangen genommen. Ferner verlautet, Santa Cruz habe den Carlistengeneral Lizzaraga in einem Gefecht geschlagen. General Lopez Dominguez hat das Commando der Belagerungs⸗Armee von Cartagena übernommen.
Versailles. Die Regierung begünstigt die bonapartistische Absicht, Gambetta und Trochu in Anklage⸗Zustand zu versetzen. Die Präfecten sind in diesem Sinne in der Provinz thätig.
Trianon, 9. Dez. Prozeß Bazaine. Lachaud verliest ein Attestat des Prinzen Friedrich Karl vom 28. November d. J., worin dieser bezeugt, daß Bazaine niemals zu den deutschen Vorposcen gekommen sei. Lachaud verliest ferner ein vom 6. Dez. datirtes Schreiben des Prinzen, worin dieser versichert, daß er für Bazaine eine große Achtung empfinde. Jachaud weist nach, daß der hohe Mannschafts Stand und der Mangel an Lebensmitteln in Metz nicht erlaubt hätten, einen Durchsbruchs⸗Versuch zu machen; diese Umstände hätten gerade die Unterhandlungen nothwendig ge⸗ macht. Bezüglich der Mission Boyer's in Ver sailles constatirt Lachaud, Boyer sei einzig und allein einer militärischen Convention wegen dorthin gegangen; Fürst Bismarck habe die Frage ver⸗ rückt und auf politisches Gebiet hinübergeführt;
es habe sich nicht um die Restauration des Kaiser⸗
reichs, sondern darrm gehandelt, eine von Frank- reich anerkannte Regierung zu finden, welche sowohl für die sociale Ordnung als auch Preußen gegen⸗ über die nothwendigen Garantien bieten konnte; denn Preußen habe zum Unglück die Macht ge⸗ habt, seinen Willen aussprechen zu können. Lachaud wirft sodann der Anklage vor, daß sie Das, was an der Haltung der Kaiserin so hoch bewunderns⸗ werth gewesen sei, nicht genug hervorgehoben habe, und fügt hinzu, das sei nicht eine Sache der Politik, sondern der Erkenatlichkeit. Hieran an⸗ schließend entwickelt Lachaud des Längeren die Be⸗ mühungen der Kaiserin gegenüber dem König Wilhelm und dem Fürsten Bismarck.
— 10. Dez., Mittags. Prozeß Bazaine. Lachaud bespricht die Fahnen⸗ Angelegenheit, sagt, daß die von Bazaine gegebenen Befehle nicht aus⸗
deren Obercommandant er war,
mit dem Feinde capitulirt und die Festung Metz, übergeben zu haben, ohne vorher alle Vertheidigungs⸗ Mittel erschöpft und Alles, was Pflicht und Ehre ihm vorgeschrieben, gethan zu haben? 2) Ist Bazaine schuldig, im offenen Felde capitulirt zu haben? 3) Führte diese Capitulation zur Waffenstreckung der Armee? 4) Hat Bazaine vor Anknüpfung der mündlichen oder schrifclichen Unterhandlungen Alles gethan, was Pflicht und Ehre ihm vor- geschrieben? Das Kriegsgericht bejahte einstimmig die drei ersten und verneinte die 4. Frage, worauf der Präsident die Stimmen für die zu erkennende Strafe sammelte und dann das Urtheil im Sitzungssaale verkündete. Bazaine ist vom Kriegs- Gericht schuldig erklärt der Capitulation von Metz und der Feld⸗Armee, ohne Alles zu thun, was Pflicht und Ehre vorgeschrieben, und demgemäß einstimmig zum Tode und zur Degradation verurtheilt. Nach Fällung des Urtheils haben alle Mitglieder des Kriegsgerichts ein Gnadengesuch unterzeichnet. Man versichert, daß der Herzog v. Aumale sich alsbald zu Mae Mahon begeben habe, um ihm das Gesuch zu übergeben. Bazaine hörte der Verlesung des Urtheils zwar in großer Aufregung zu, zeigte aber eine muthige Haltung. Er bat nur, seinen Sohn 24 Stunden bei sich behalten zu dürfen. Eine Revision des Urtheils beantragte er nicht. Der Präsident der Republik wird am 11. Dec.
über das von allen Mitgliedern des Kriegsgerichts unterzeichnete Gnadengesuch Entscheidung treffen.
Avignon. Hier haben Verhastungen statt: gefunden, die mit einem Complotte gegen die Sicherheit des Staates in Verbindung stehen sollen, das kürzlich in La Palud entdeckt wurde.
Dänemark. Kopenhagen. Am 9. d. haben die Setzer der Reichstagsbuchdruckerei die Arbeit eingestellt. Man erwartet einen allgemeinen Strike der bei den Zeitungen beschäftigten Setzer.
Spanien. Madrid. Vom Sonntag bis zum Montag haben die Belagerungstruppen vor Cartagena 310 Geschosse in die Stadt geworfen und die Belagerten haben mit 121 Geschossen ge⸗ antwortet.—„Die Generale Moriones und Loma
Vera besetzt. Mehrere Gießereien wurden in Brand
geführt worden seien, zichtet dann einen Angriff gesteckt.— Arichulagui wurde genommen und von
gegen das Verhalten des Generals Soleille und den republikanischen Truppen verbrannt.
schließt seine Vertheidigungsrede, indem er betont: Die Armee habe nicht im offenen Felde capitulirt, hierauf setze der Artikel 210 des Militär ⸗Straf⸗
14,000 Mann werden am 10. d. aufbrechen, um Tolosa zu verproviantiren. Die Grenze ist vollsändig von Carlistenbanden frei.“— So lautet ein Tele-
gesetzbuches die Todesstrafe, derselbe sei hier nicht gramm aus St. Jean de Luz vom 9. d. und
anwendbar. Die Sitzung wird bis Nachmittags
wenn sich diese Nachrichten bestätigen, so würde
1½ Uhr vertagt. Man glaubt, das Urtheil werde damit bewiesen sein, daß die Regierungstruppen
heute Abend gefällt werden.
auf dem nördlichen Kriegsschauplatze in den letzten
— 10. Dec. Proceß Bazaine. Nach der Ver- Tagen sehr beträchtliche Fortschritte gemacht haben.
theidigungsrede Lachaud's ergreift der Regierungs⸗
— Die Regierung hat ein Telegramm aus
haben ihre Vereinigung bewerkstelligt und die Stadt
so will man auch schon dem Col di Tenda zu Leibe geben, und nach hundert Jahren haben wir wohl ebensobiele Tunnels als große Alpenpässe. Dieser Tage ist ein Ingenieur dahier eingetroffen, um Namens einer Actien-Gesellschaft die Concesston zu einer Bahn von Coni nach Ventimiglia, Mentone und Nizza durch den Col di Tenda zu erwirken. Die Gesellschaft zählt gute Namen und verfügt, was die Hauptsache ist, über bedeutende Summen. Solchen gegenüber gibt es aber keine technischen Schwierigkeiten mehr.
Amerika. New Nork. Die Fregatte „Cammdagua“ geht nach Cuba ab, um den„Vir⸗ ginius“ zu übernehmen,
Aus Stadt und Land.
Gießen. Am 9. December wurde ein biestger Arzt bei einem Spaziergange von plötzlichem Unwoblsein be⸗ troffen. Er stürzte zusammen und ehe man ihn in ein nahegelegenes Haus brachte, war er schon eine Leiche. Der Schrecken der Frau und Kinder, welche bei ihm waren, läßt sich nicht beschreiben.
Darmstadt. Am 10. Decbr. wurde auf der Frank⸗ furterstraße, in der Nähe der Wegunterführung der Oden⸗ waldbahn, ein hochbejahrter Mann, Namens Adler von Arheilgen, von 2 bereits ermittelten Arbeitern unter Um⸗ ständen bedroht, resp. angegriffen, welche die Handlung, die einen Beinbruch des Angegriffenen zur Folge hatte, als Raubanfall qualificixen dürften. Das Weitere wird die anhängige Untersuchung ergeben. 258
Darmstadt. In dem Local des Herrn J. B. Trier in der Ludwigstraße ist ein Cabinets⸗Stück ersier Classe zur Ansicht ausgestellt, nämlich ein Tyronsessel des Kaisers Napoleon III. Derselbe war, wie wir schon einmal früher erwähnten, im Jahre 1867 bestellt und arbeiteten die Ver⸗ fertiger, geb. Deutsche, daran mehrere Jahre. Als Na⸗ poleon bei Sedan Reich und Krone verlor, war der Thronsessel fast vollendet, konnte aber dann nicht mehr an den Mann gebracht werden. Da der Verferliger auch von verschiedenen fürstlichen Höfen, walchen er die in jeder Beziehung reiche und prachtvolle Arbeit anbot, abschlägigen Bescheid erhiell, wird er ihn nunmehr einer Verloosung aussetzen. Loose auf den Thron Napoleons sind also jetzt à l fl. in obigem Geschäft zu haben. Der Sessel teprä⸗ sentirt abgesehen von der künstlerischen Ausführung einen Werth von 10,000 Fres., da die kaiserlichen Embleme von gediegenem Gold und Silber gefertigt sind und die Seidenstickerei das Prachtvollste ist, was auf diesem Ge⸗ biete geleistet werden kann.
Allerlei.
München. Die Cholera ist dahier in Bedenken er⸗ regender 1 in Zunahme begriffen. Vom Sonntag den 7. d. M. bis Montag den 8. Abends sind 53 Er⸗ krankungen(GSesammtzahl 1500) und 24 Todesfälle(Ge⸗ sammtzahl 672) zur Anzeige gelangt. Von den 14 Poli⸗ zeibezirken, in welche München eingetheilt ist, wurde im Laufe des gestrigen Tages auch der letzle seuchenfreie Be- zirk von der Choleraepidemie heimgesucht.— Der Pfarrer von St. Anna in München, Pater Helanus, ein sehr be liebter Geistlicher, ist an der Cholera erkrankt. N
Homburg in der Pfalz. Unser Städchen befindet sich seit den 8. Decbr. in großer Aufregung durch einen gräßlichen Mord, verübt an der Person der Wittwe des Blerbrauers Schwarz dahter. Dieselbe vewohnte zur Zeil ihr großes zweislöckiges Haus allein. Im Verlauf des gestrigen Vormittags fand man dieselde in ihrem 115 bei offener Thür erwürgt auf dem Boden liegen— 55 eigenes Halstuch war ihr mit großer Gewalt in der Mund gedrückt und der Hals trug viele beutliche Spuren von Gewallthätigkeit. Der Mord scheint Abends kurz vor dem Schlafengehen begangen worden zu sein, da die Ermordete noch die Unterkleider trug, blos das Oberkleib ausgezogen hatte, und das Bett noch unberührt 25 Was den Mörder zu der That trieb, ist noch unaufgehellt; don einer Entwendung war bis jetzt noch keine Spur u entdecken. 3. i 0 Löbau in Sachsen. Man schreibt von hier 1 5 4. December: Nachdem gesiern Abend eine m' mehreren hundert Frauen aller Stände besuchte. 5 ung ssatigefunden hatie, welche mit Ceust 0 e. mitlel⸗Frage beriethen, brachte der heutige 0 f 8 leider iumultuarische Scenen. Während min au 15 inen Seite erkläcte, man werde heute nicht mehr als 22 Syr. für die Buller bezahlen, wellie man davon auf der andern Seile nalürlich nichts wissen. Die Wah erhitzten sich, Schimpfreben fielen hüben und du 155 immer dichter wurde der Menschen⸗Knäuel, der in der beiden Straßen, in welchen der Bufter⸗Veikauf 0 hin und her wogte, immer toller wurde der Lärm, Butler⸗ Stückchen dienten als Wurfgeschoß, bis man schließlich zu Thätlichkeiien überging. Die Polizei mußte einschreiten und verhaftete auch zwei Personen. Die Butter⸗Verkäufer behaupteten das Feld und den Preis.
——
A. 1; 5 5 N ig sind die Erfolge, selbst bei den schwierig⸗ Comaifsal General Poutcet das Wort zu seiner Washington empfangen, welches die Abschließung Großartig sten Kranthelten, welche durch das 5 Replik. Derselbe weist die Insinuationen Lachaud's, eines Uebereinzommens über Zeitpunkt und Formen als ot er sich von politischer Gehässigkeit habe der Rückgabe des„Virginius“ meldet.
leiten lassen, zurück, macht ie dem Vertheidiger
zum Vorwurf, daß
Italien. Ron. Kaum haben die Arbeiten
rühmte, illustrirte Buch:„Dr. Airy's Natur⸗
heilmethode“ erzielt wurden, wir empfehlen dasselbe
daher dringend allen Kranken. Preis nur 10 Sgr.;
vorräthig in jeder guten Buchhandlung. Man 1 901 5 44
Zeugnisse des Kaisers zur Durchführung des St. Gotthardt betzonnen,„ie heutige Annonc“.
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