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enden; es werden nicht weniger als 30 Züge von je 25 Waggons, also ein Zug alle zwei Tage, erforderlich sein, um das in dieser Festung aufgehäufte ungeheuere Kriegsmaterial fortzuschaffen.
Ausland.
Oesterreich. Wien, 3. Mai. In der heutigen Plenarsitzung der österreichischen Dele · gation wurde der Voranschlag des Budgets für das Ministerium des Aeußern nebst einer Reso· lution, welche der Politik des auswärtigen Mini⸗ steriums seit dem letzten Kriege beistimmt, ange- nommen.
— Den Berliner Blättern ist über die Feier der Eröffnung der Weltausstellung ein ausführ⸗ liches Telegramm zugegangen, dem wir noch Fol⸗ gendes entnehmen: Die Allerhöchsten Gäste wurden vom Kaiser und der Kaiserin an dem zur Rotunde führenden Portale erwartet, die Kronprinzessin des deutschen Reichs wurde vom Kaiser selbst zu der dort errichteten Estrade geleitet, wo dieselbe von der Kaiserin herzlich begrüßt wurde. Der Kaiser und die deutsche Kronprinzessin, die Kaiserin und der Kronprinz des deutschen Reichs und von Preußen, Kronprinz Rudolf und Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen betraten zuerst die Rotunde, an deren Eingange vie fürstlichen hohen Gäste von den Erzherzögen Karl Ludwig und Rainer empfangen wurden.
Schweiz. Bern. Die Regierung des Can⸗ tons Luzern ersucht die von Solothurn, einen modus vivendi fär den beiderseitigen Verkehr bis zur definitiven Regelung der Basler Bisthums⸗ Angelegenheit vorzuschlagen.
— Der Berner Regierungsrath hat jetzt beim Appellations⸗ und Cassationshofe die Abberufung der renitenten 97 jurassischen Geistlichen beantragt.
Belgien. Brüssel. Die Deputirtenkammer setzte am 3. d. M. die Berathung des Kriegs: budgeis fort. Der Finanzminister erklärte, daß alle Minister mit dem Kriegsminister in der Ver⸗ theidigung der bezüglichen Vorlage, deren Annahme für das Wohl des Landes nothwendig sei, uber einstimmten und bei deren Nichtannahme die Führung der Landesgeschäfte Anderen überlassen würden. Das Ministerium werde im Laufe der Session diese Frage zur Entscheidung führen.
Holland. Haag. In der Sitzung der 2. Kammer vom 1. Mai theilte der Minister der Colonien ein Telegramm des Generalgouverneurs von Indien mit, in welchem gemeldet wird, daß nach einem telegraphischen Berichte des Regierungs- tommissärs vom 25. April die Truppen nicht mehr durch den Feind beunruhigt worden seien. Auch scheine das Einschiffen keine Schwierigkeiten zu bieten. 8
— Der Regierung ging ein Telegramm des indischen Generalgouverneurs zu, Inhalts dessen der Regierungs⸗Commissär für Atschin die am
28. April ersolgte glückliche Einschiffung der Truppen
angezeigt hat. Der Gouverneur fügt hinzu, er habe Truppen nach Deli zum Schutze der für die Blokadeflottille bestimmten Kohlendepots designirt.
Großbritannien. London, 2. Mai. Unterhaus. Hamilton beantragte ein Tadelsvotum gegen das Ministerium wegen dessen Verhaltens in der San Juan-Frage. Gladstone vertheidigte die Regierung und schloß folgendermaßen: Daß die Amerika günstige, Englands Ansprüche zurück- weisende Entscheidung schmerzliche Gefühle erregte, sei natürlich, aber über allen Zweifel erhaben sei, daß Kaiser Wilhelm nach sorgfältigster mühsamster Prüfung seinen Wahrspruch mit vollkommenster Unparteilichkeit fällte. Der Zwischenfall ist damit erledigt.
Spanien. Madrid. General Nauvilas ist an Stelle des abgetretenen Acosta zum Kriegs- minister ernannt.
Perpignan. Aus Barcelona wird unterm 1. Mai gemeldet: Oberst Cabrinety schlug die Carlisten unter Saballs und Villa in einem sechs⸗ stündigen Gefecht in den Bergen von Monzeny und wurde dafür zum Brigadier ernannt. General Velarde erliez den Befehl, alle Landbäuser zu ver⸗ lassen und zuzumauern, woräber große Aufregung in Catalonien herrscht, zumal Velarde erklärte, er
werde die nichtvermauerten Landhäuser zerstören. 60 Alralden wollen ihr Amt niederlegen. Man befürchtet den Ausbruch eines allgemeinen Auf⸗ standes, falls die Maßregel ausgeführt wird.
Italien. Rom, 1. Mai. In der heutigen Kammersitzung kündigte der Präsident des Minister⸗ raths Lanza an, daß das Cabinet in Folge des Votums der Kammer über den Bau eines Militär⸗ Arsenals in Tarent seine Demission gegeben habe. Der König berief heute mehrere Persönlichkeiten, um ste über die Ministerkrisis zu befragen, hat aber noch nichts entschieden. Die Krisis kam un⸗ erwartet und erregte große Sensation.
— Die„Opinione“ meldet: Das Ministerium rietih dem Könige an, Pisanelli zu berufen und denselben mit der Neubildung des Cabinets zu beauftragen. Pisanelli machte geltend, daß das Kammervotum, welches die Krisis herbeigeführt, von rein administrativer Natur sei.— Der König hat den beabsichtigten Besuch bei der Kaiserin von Rußland in Sorrent verschoben.
— Der„Opinione“ zufolge hat der König auch Ricasoli und Menghetti consultirt, welche aber erklärten, daß die gegenwärtige Kammer nicht ausreichende Elemente zur Bildung einer neuen Verwaltung enthalte. Es werden Schritte gethan, damit das Cabinet bleibe, indessen sind noch Schwierigkeiten zu überwinden.
Serbien. Belgrad. Die Spannung, welche bisher zwischen Serbien und der öster⸗ reichisch ungarischen Monarchie bestand, ist nach übereinstimmenden Nachrichten jetzt vollständig be⸗ seitigt. Der serbische Ministerpräsident Ristics ist von dem Kaiser von Oesterreich aufs Gnädigste aufgenommen worden und auch Graf Andrassy hat demselben die größte Zuvorkommenheit bewiesen.
Rußland. Petersburg. Die hier wohnen⸗ den Deulschen überreichten dem deutschen Kaiser am 1. d. eine Adresse. Bei dem Empfang der⸗ selben dankte Kaiser Wilhelm für die ausgesprochenen patriotischen Gesinnungen, wies auf die großen in Deutschland vollzogenen Umgestaltungen hin, welche vor Allem durch die unvergleichlichen Thaten der deutschen Armee, außerdem aber durch die ein⸗ müthige und opferwillige Hingebung der ganzen Nation herbeigeführt worden seien.
— Dem Russischen„Invaliden“ zufolge ist laut den letzten Nachrichten über die Khiwa⸗Expe⸗ dition das Gros des Orenburg-Detachements am 30. März aus den Embaposten ausgerückt in der Richtung auf Albugir. Die vier Tage früher ab⸗ marschirte Avantgarde wurde durch große Schnee⸗ massen gehemmt. N
Amerika. Washington. Die Staats- schuld hat sich im April d. J. um 2,248,000 Doll. vermindert. Im Staatsschatz befinden sich 76,976,000 Doll. Gold, 2,998,000 Doll. Papiergeld.
New⸗Nork. Da den neuesten Telegrammen zufolge ein allgemeiner Ausstand der Indianer be⸗ fürchtet wird, dürfte es von Interesse sein, etwas Näheres über ihre Stärke zu hören. Die indianische Bevölkerung— die von Alaska nicht mitgerechnet — wird von der Regierung der Vereinigten Staaten noch auf 300,000 Seelen geschätzt. Von diesen leben etwa 150,000 friedlich auf den ihnen angewiesenen abgegrenzten Gebieten, während unge⸗ sähr 85,000 über die Ebenen schweifen, aber friedlich sich verhalten und sogar oft zu den Regierungsagenten für indianische Angelegenheiten kommen; 55,000 Indianer jedoch entziehen sich gänzlich aller Regierungscontrole, und sie sind es (also der sechste Theil der ganzen Race etwa) welche der Regierung und den weißen Ansiedlern Schwierigkeiten bereiten.
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Darmstadt. Prinz und Prinzessin Ludwig sind am 1. Mai von idrer italienischen Reise hierber zurück ckehrt,
Darmstadt. In dem am 1. Mui Abends um 9 Uor 15 Min. von Ludwigshafen nach Worms abge gangenen Personenzug erschoß sich unterwegs in einem Coupe 2. Classe in Gegenwart mehteier Personen ein schöner slaltlicher Mann, welcher in Oggersheim eingestiegen war, mittelst eines Revolvers. Der Schuß zeischmet erte das Gesicht und wurde die Leiche in Frankenthal aus dem Zug geschafft.
Hammelbach(Kreis Lindenfels). Hier ist ein in den Annalen der Criminaljusiiz selten vorkommendes Ver⸗ brechen verübt worden; ein dortiger Barbier hat seinen eigenen 23jähr. Sohn in Folge eines häuslichen Zwistes
1 ö mit seinem Taschenmesser erstochen. Der unnatürlich Vater ist verbaftet und geständig. 5 2. Sinsheim i. B. Hier entlud sich am 29 v. M ein schweres Gewitter und vernichtete so den letzte Rest dessen, was die Nachtfröste an Früchten noch übrig gelassen hatten. Handhoch lagen in der Nähe von Weile die Schlossen. Der Blitz schlug mehrere Male ein un zerstörte im hiesigen Bahnhofgebäude den Reichs⸗ un Eisenbahntelegraphen; die Linie Sinsheim⸗Eppingen wurd durch die gänzliche Vernichtung der Drähte und zweien Telegraphenstangen zwischen Steinsfurth und Reihen voll ständig unterbrochen. Wien. Der Kulscherstrike ist beendigt. Wenn auch 1 am 29. April noch nicht alle Stanbplätze besetzt ware“ a und die Straßen noch immer die Feieriagsruhe zeigten, 5 so kann doch der Strike als gebrochen angesehen werden 2— Eine große Anzahl von Einspännern und einige Fial erschienen heute mit nummerirten Wagen und nahmen nach der bestehenden Taxe Fahrten an. ö
Jeddo. Der Kaiser von Japan, welcher auf dee Wiener Weltausstellung durch mehrere Commissare ven“ treten sein wird, gedenkt im Jahr 1877 in Japan gleich 165 falls eine„internationale Ausstellung“ herzurichten un die hat seinen Vertretern in Wien streng anf die Seele ger bunden, daß sie dem Baron von Schwarz⸗Senborn ah“ sehen, wie man so' ein Ding zu Wege bringt.
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Statistische Notizen über den Fremden e Besch besuch in Bad Nauheim escäfte
von Salineninspector Weiß. 6 0
Wie für die übrigen Badeorte, an welche kesiße, seither eine Spielbank etablitt gewesen, treten aut für Bad⸗Nauheim, nachdem das öffentliche Glücks spiel mit Schluß des Jahres 1872 sein End erreicht hat, einigermaßen neue Verhältnisse eit und ist die Frage, wie sich solche wohl gestalten werden, eine sehr naheliegende und darum vielbt, sprochene. Behufs deren Lösung möchten zwi“ Factoren zu betrachten sein, einmal, wie sich dieß Frequenz des Bades gestaltet hat, und dann, waßs; Bad Nauheim für die Folge zu bieten in der Lage ist. J Untersuchen wir zunächst, wie groß die Fre- Nirthse quenz des Badeortes nach Ausweis der offiziellensssch ein Kurliste in der letzteren Zeit gewesen ist, so wardsshen fe Nauheim besucht in den Jahren 1868 von 3805, en 6 1869 von 4046, 1870 von 3112, 1871 von 1 3
Reich
1872 von 5354 Personen. ec. J
Unter den im Vorstehenden aufgeführten Per en df sonen sind indessen alle Passanten und viele Fremde sischork miteinbegriffen, welche nicht eigentliche Badegäse 0 waren; wir erhalten darum ein weit zuverläs/ Rezeich sigeres Bild über die Frequenz unseres Bades, 2 wenn wir nur die wirklichen Badegäste d. h. die 90 du jenigen Fremden in Betracht ziehen, welche sichs ders Behufs einer Badekur dahier aufgehalten und in g. die in den Badehäusern aufliegenden Fremden“ bücher eingeschrieben haben. Danach nahmen dahier eine längeren Aufenthalt 1862 878, 1863 1008, 1864 929, 1868 1273, 1869 1379, i führ 1870 937, 1871 1836, 1872 1904 Personen oder Parteien.
Bei einer Vergleichung der beiden Uebersichten sindet man vom Kriegsjahr 1870 abgesehen, nich nur für den allgemeinen Fremdenverkehr, sondern auch, was hier von besonderem Belang ist, füll die Frequenz der eigentlichen Badegäste vom Jahr im dis 1808 an eine Steigerung; es würde diese That sache noch klarer bervortreten, wenn die bei de Einträgen in den Badebäusern aufliegenden Kremdene ihlauf
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bücher jedeemal die Anzahl der zu den verschie senient denen Parteien oder Famelien gebörenden einzelnen Badenden angegeben würden. Wir können alses ech schon jetzt behaupten, daß Bad Naubeim im g Wachsen begriffen ist und zwar als Heilbad das einer Spielbank nicht bedurft bätte um unte Deuischlands Soolbädern den ihm gebührenden ehrenvollen Ruf zu erlangen und zu bewahren. im di Noch augenscheinlicher wird diese Behauptung wenn man die Anzabl Bäder in Betracht zieht, welch hir a seit einer Reihe von Jahren dahier abgegeben wurden Nach Angabe der Controle sind nämlich verabfolg worden: 1854 22921, 1855 22599, 1856 28880 1857 26031, 1858 18736, 1859 16353, 1800%/ 19850, 1861 23824, 1862 2024, 1863 25089 10 1864 23516, 1805 27300, 1807 32116 180 cho 35565, 1869 37557, 1870 26611, 1871 5660 ff iges 1872 55749 Bäder. He, Den nachtheiligen Einfluß des Krieges au den Besuch der Bäder sehen wir außer für 18600
Wette


