Ausgabe 
4.12.1873
 
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19 von den Frei⸗Conservativen, 5 von den Con- servativen, 5 vom liberalen Centrum, 4 Polen und 4 Wilde wiedergewählt worden.

Köln.

neben ihren Lehrerstellen Sacristan⸗ Wund sonstige

kirchliche Amisverrichtungen übertragen sind, dürfen, höheren Anordnungen zufolge, in Zukunft den Geistlichen, gegen welche die Amtssperre verhängt ist, solche Dienste nicht mehr leisten.

Trier. Das Zuchtpolizei⸗ Gericht hat den hiesigen Bischof wegen gesetzwidriger Ernennung von 18 Geistlichen zu 3600 Thlrn. Strafe ver; urtheilt.

Posen. Das hiesige Kreisgericht hat den Erzbischof Ledochowski wegen ungesetzlicher An stellung von Geistlichen und in Berücksichtigung der beharrlichen Renitenz zu 7000 Thlr. Strafe eventuell fünfjährigem Gefängniß, verurtheilt.

Würzburg. Am 30. Nov. wurde dahier in der Capelle eines Privathauses von Pfarrer Haßler der erste altkatholische Gottesdienst ge⸗ halten; die Betheiligung war eine zahlreiche.

Karlsruhe. Das neuesteGesetz- und Ver- ordnungs- Blatt vom 29. November bringt fol gende Bekanntmechung des Ministeriums des Innern vom 22. November:In demAnzeige⸗ blatt für die Erzdiöcese Freiburg Nr. 20, vom 12. d. M., wird eine Constitutio Papst Pius' IX. Super vicariis capitularibus nec non electis et nominatis ad sedes episcopales vacantes ver- kündet, ohne zuvor Staatsgenehmigung erhalten zu haben. Diese Constitutio kann deßhalb nach Maßgabe der Bestimmung des§. 15 des Ge⸗ setzes vom 9. October 1860, die rechtliche Stel- lung der Kirchen und kirchlichen Vereine im Staate betreffend, weder rechtliche Geltung in Anspruch nehmen, noch in Vollzug gesetzt werden. Dieß wird hiermit zur Darnachachtung öffentlich be⸗ kannt gemacht.

Ausland.

Oesterreich- Ungarn. Wien. Zur Feier des Regierungs- Jubiläums des Kaisers waren am 1. Dec. Abends die Straßen glänzend illuminirt. Das Kaiserpaar und der Kronprinz, wesche die Straßen durchfuhren, wurden überall enthusiastisch begrüßt. Ein Armeebefehl des Kai sers stiftet eine Erinnerangs⸗Medaille für Alle, welchc seit dem Jahre 1842 einen Feldzug mit⸗ gemacht haben. Ein anderer Befehl des Kaisers amnestirt alle wegen des Verbrechens der Maje⸗ stäte Beleidigung Verurtheilten und verlangt schleunigen Bericht wegen Ertheilung der Straf- nachsicht an die einer Merücksichtigung würdigen Personen.

Pest. Die Deak⸗Partei beschloß in einer Conferenz unter Kundgebung ihres Vertrauens für den Ministerpräsidenten Szlavy, denselben zum Bleiben zu bewegen. Szlavy wird seinen Entschluß der nächsten Partei⸗Conferenz bekanntgeben.

Frankreich. Paris. DieLiberte meldet, daß die äußerste Rechte, um den Herzog v. Broglie zu stürzen, das Gesetz über die Ernennung der Maires verwerfen will. Der Herzog von Laroche⸗ foucauld⸗Bisactia wird den Londoner Botschafter⸗ Posten übernebmen.

Wie derGauloie berichtet, langte am 28. Nov. ein Exemplar des in Berlin publicirten Werkes über die Operationen der 2. preußischen Armee, welche der Prinz Friedrich Karl befehligte, in Paris zu Handen des Hrn. Lachaud an. Dieses Exemplar soll mit geschriebenen Randbemerkungen versehen sein, welche auf verschiedene Stellen be sonders aufmerksam machen. Auch der Herzog von Aumale habe gleichzeitig ein ähnliches Exem⸗ plar erhalten.

Der Ministerrath ist dahin schlüssig ge⸗ worden, dem Armeegesetz gemäß den zweiten Theil des Contingents von 50,000 Mann, mit dessen späterer Einberufung sich der Kriegsminister im Hinblick auf die obwaltenden finanziellen Schwierig- keiten einverstanden erklärt hatte(Sitzung der Nationalversammlung vom 14. Nopbr.), einzu⸗ berufen,

Seit die bonaparkistische Richtunz des Kriegsministers Du Barail bekannt scheinen seine Tageßzzals Mitglied des Cabinets

Diejenigen Elementar ⸗Lehrer, denen einer Encyclica des Papstes vom 21. November, in welcher derselbe auf die gegen seine geistliche

geworden,

gezählt, seine Collegen werden es aber der Bud get: und Militär⸗Commission überlassen, ihn vom Amte zu enfernen.

DerUnivers publicirt den Wortlaut

Macht Seitens der italienischen Regierung gerich⸗ teten Angriffe hinweist, sodann der Verfolgungen der Katholiken in der Schweiz und in Deutschland gedenkt und die von den Regierungen Deutschlands und der Schweiz rücksichtlich der Katholiken be⸗ folgte Politik heftig zurückweist.

Großbritannien. London. Man tele⸗

graphirt derK. Z.: Offizielle Depeschen des

Generals Wolseley schildern das Aschantiheer als völlig in Verwirrung gerathen, die Auflösung des selben vor Erreichung des Prahflusses sei wahr- scheinlich. Viele Sclaven wurden befreit,

Spanien. Madrid. Der Minister des Auswärtigen Castellar hat dem Ministerrathe die ihm am 30. Nov. zugegangene Zustimmung Nord- amerika's zu den vorgeschlagenen Grundlagen für einen friedlichen Ausgleich in derVirginius- Affaire bekanntgegeben. Das Bombardement Cartagena's wird fortgesetzt. Die Stadt und die Bevölkerung haben bereits schwer gelitten. Die Insurgenten hatten der Bevölkerung Anzeige von dem bevorstehenden Bombardement vorenthalten.

Der Befehlshaber des Forts Saint Julien in Cartagena ist getödtet worden. Das Fort hat das Feuer am 29. Nov. eingestellt.

Italien. Rom. Nach derItalie sind die 7 italienischen General-Commando's folgender- maßen besetzt worden: Kronprinz Humbert comman⸗ dirt in Rom, Pianelli in Verona, Pettinengo in Neapel, Pettiti in Mailand, Casanova in Palermo, Codorna in Turin, Cialdini in Florenz. Letzterer übernimmt gleichzeitig die Präsidentschaft im Gene⸗ ralstabs ⸗Comite. 90

Unter den zu erwartenden neuen Gesetzvor⸗ lagen befindet sich die des Cultusministers über die Bestrafung der Geistlichen, welche Ehen ein⸗ segnen, die nicht vorher vor der bürgerlichen Be hörde eingegangen wurden. Die Zahl solcher bürgerlich absolut nichfigen Ehen beläuft sich dermal auf 120,000.

Amerika. Newyork. Aus Havanna wird gemeldet, daß die dortigen Behörden nach Madrid telegraphirt hätten, die Regierung solle die Heraus- gabe desVirginius bis zum Empfange eines amtlichen Protokolls hinausschieben, welches be zeuge, daß das Verfahren der Behörden von Cuba ein gesetzliches gewesen sei. Die Be völkerung und die Presse Havannas widersetzten sich obigen Meldungen zufolge der Auslieferung desVirginius und herrsche daselbst eine große Aufregung. Es würden sogar Anstalten zur Ver⸗ theidigung getroffen. i 5

In wesentlicher Bestäligung der von de Blättern gemachten Mittheilung wird aus Washing⸗ ton gemeldet: Das von Staatsseeretär Fish und

dem spanischen Gesandten unterzeichnete Protokoll

betreffs derVirginius Affaire bestimmt, daß derVirginius nebst der überlebenden Mann- schaft sofort an Amerika zurückgegeben und die amerikanische Flagge durch die spanischen Behörden salutirt werden soll, sobald nachgewiesen wird, daß derVirginius ein amerikanisches Schiff sei. Erfolgt dieser Nachweis nicht, so soll die über⸗ lebende Mannschaft desVirginius wegen Neu- tralitäts⸗Verletzung vor amerikanische Gerichtshöfe gestellt werden, wogegen Spanien die Bestrafung der Behörden von Santiago zusichert. Die Geld⸗ Entschädigungsfrage bleibt vorbehalten.

Washington. In einem durch die Blätter veröffentlichten Bericht vom 1. d. M. zeigt der Marineminister an, daß alle disponiblen Kriegs- schiffe zum Activdienst ausgerüstet sind und das Panzergeschwader in Keywest conkentrirt ist.

Der Congreß ist am 1. Dec. zusammen⸗ getreten; derselbe wird am 2. Dec. eine Botschaf: des Präsidenten Grant entgegennehmen. Die Staatsschuld hat sich im Laufe des November um 9,028,000 Doll. vermehrt. Der Staats- schatz enthielt Ende November 83,709,000 Doll. in Gold und 1,296,000 Dollar in Papier. 8

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Aus Stadt und Land

SGießen, 2 i itzungen de 11 rovinz Oberhe en.

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Schw. 1 1. Quartal 0 5 werden Montag den 5. Januar k. J., Vormittags 9 Uhr, 0

unter Borsitz des zum Präsidenten bestimmten ge. K Raths Hrn. Pfannmüller, bez. des zu bessen Ste b ernannten ge. Hofg.⸗A eos Hrn. Hoffmann ihren Anfan nehmen und wurden demzufolge in ber heute stattgehab öffentlichen Sitzung 150

die Haupt⸗ und Ergänzungs⸗Geschwornen in en Reihenfolge ausgeloost. Haupt⸗Geschworene: 1) Jacob Köhler, Landwirtb in Langsdorf. 2) Wilh. Kötter II.,

sabrikant in Herbstein. 12) Ottmar Weidig, Hofg. Adv, in Gießen. 13) Hugo Buderus, Hüttenbesitzer in Hirzen⸗ hain. 14) Karl Veikmann II., Fruchthändler in Heuchel⸗ heim. 15) Izcob Müller, Leinwandfabrikannt in Frisch⸗ vorn. 16) Heinrich Diefenbach X., Landwirth in Berstadt, 17) Friedrich Vollmüller III., Fabrikant in Lauterbach, 18) Johs. Wehrheim IV., Landwirth in Rodheim(Kreis Vilbel). 19) Christian Pracht II., Bürgermeister in Grün⸗ berg. 20) Hermann Hoffmann, Gastwirth das. 21) Wilh. Weißbock, Kaufmann in Schlitz. 22) Heinrich Suppes, Landwirch in Maar. 23) Siegmund Weimersheim, Ellen waarenhändler in Gießen. 24) Ludwig Ohnacker, Bürger⸗ meister in Nieder Ohmen. 25) Nicolaus Wigand, Eisen⸗ häudler in Schlechtenwegen. Müller in Münster. 28) Hermann Pfann müller, Geld: wechsler in Lauterbach. 29) Chr. Jost, Kaufmann in Nidda. 30) Heinrich Martini, Fabrikant in Vilbel. Sießen. Auf den oberhessischen Linien ist seit Januar eine Einnahme von 394.047 fl., gegen das Vorjahr mit⸗ hin ein Plus von 78,216 fl. erzielt worden.

Gießen. In der Nacht vom 14. zum 15. d. M.

ist in die ne ben dem Bahnhofe gelegene Wirthschaft des J. Schmand eingebrochen und eine Tylinder⸗Uhr, eine Weste, ein Schinken, viele Würste, einige Flaschen Wein ꝛc. gestohlen worden. Das an den eingedrückten Fenster⸗ scheiben gefundene Blut verrieth, daß der Dieb sich ver⸗ letzt habe. Bahn ⸗Bedienstete, die Verletzungen an den Fingern hatten und verschiedene Arbeiter aus umliegenden Orlen geriethen in polizeiliche Untersuchung, allein es fand sich nichts Verdächtiges bei ihnen; sie alle waren wie sich jetzt ergibt. völlig unschuldig. Zehn Tage spätet 24. zum 25. November wurden auch aus einer abgelegenen Wohnung ver'm Wallthor, mittelst Einsteigens mehrere Kleibungsstücke gestohlen. Alles das hat, wie sich jetzt ergeben, Louis Ebeling von Hanau gethan, der zum wiederholien Male aus der Irrenanstalt Haina entsprungen ist. Die Diebflähle waren jedoch so kühn ausgeführt, daß der Dieb nicht beständig, oder nicht in hohem Grade geisteskrank gewesen sein kann. Die gestohlene Uhr und die werthvolleren Gegenstände halle der Dieb bei seiner Verhaftung noch im Besitz. 5 Gießen. Am 1. December Mittags nach 12 Uhr

kneipen an einem Neubau der Gartenstraße mehrere

Maurer an ihrem Liqueur. Einer darunter vertilgte in kurzer Zeit Schoppen(sage und schreibe ein und einen halben Schoppen) Fusel. äußerte er: Wenn mir noch einer ½ Schoppen bezahlt, wird der auch noch weggeputzt. Gesagt, gethan, der halbe Schoppen wird geholt und getrunken. In Folge dieser Unmäßigkeit wurde der Mann natürlich so betrunken, daß ec neben der Speißpfanne liegen Aieb. Seine werthen Kameraden ließen ihn bis 6 Uhr Abends auch im Freien liegen, wo dann durch den betreffenden Bauherrn det Polizei die Anzeige gemacht wurde. Diese ging sofort zur Stelle und ließ den finnlosen Menschen zur Klinie beför⸗ dern, wo er indessen nicht angenommen, sondern dem Poltizeiofficiant gesagt wurde: er solle den Mann in das Arresthaus bringen, bis morgen früh sei der Rausch ausge⸗ schlafen. Am 2. December Morgens meldete der Arrest⸗

hausaufseher, daß der Maurer St. von Krofdorf im Laufe

der Nacht gestorben sei. Darmstadt.

etwa 115,000 fl. erziehlt, bie zum größten Theil auf dem Rindenmarkt zu Hirschhorn abgesetzt wurden. Die dies⸗ jährige Erndte wird etwas höher veranschlagt werden können. Mainz. Als am 27. Nov. Abends ein Ober⸗Olmer Bürger, Imperial genannt, mit seiner Gattin einen Wort⸗ wechsel halle, sagte der Gatte:Ich gehe fort und komme nicht wieder. Und in der Thu, er kam nicht wieder! Denn am 27. Nov. Morgens dichte Herbsinebel lagerten noch weithin über die Fluren fanden die zu Markt nach Mainz ziehenden Landbewohner dort am Stahlberg an der alten Kaiserstraße einen anständig gekleideten, jungen Mann an einem Baume hängend, und, ihr 010 setzen bemeisternd, erkannten sie, obgleich das Antlitz d den entsetzlichen Todesakt entstellt war, den gen. Imperial von Ober Olm. 1

Mainz. Zwei Arbeiter aus Kelsterbach, welche zu⸗

sammen in einer Fabrik zu Höchst arbeiten und mit ein⸗ ander verschwägert sind, fuhren am letzten Dienstag Abend nach den Arbeitsstunden über den Main nach Hause, Schon bei der Ueberfahrt, so wird erzählt, kam es zwischen den Genannten zum Wortwechsel und zu Streitigkeiten. Am jenseiligen Ufer wurde der eine Arbeiter von seinem eigenen Schwager erstochen. Letzterer setzte seinen Weg

nach Kelsterbach fort une begab sich an demselben Abend

ten fgerichts der Provinz Oberhef 19 0

27) Eduard Schillinger,

Nach dieser Leitung

Im Jahre 1872 wurden in unsexer 9 Provinz etwa 26,000 Cir. Eichenlohrinden im Werth von

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