Pugierda. Berga ist von den Carlisten genommen, die, wie bei Ripoll, Petroleum an⸗ wandten und die Häuser anzündeten. Man er⸗ wartet, daß sie bald vor dem hiesigen Platze erscheinen werden. a
Italien. Rom. Der Papst empfing in besonderer Audienz den Prinzen Ludwig von Hessen⸗ Darmstadt und dessen Gemahlin Prinzessin Alice.
Rußland. Petersburg. Das amtliche Blatt macht bekannt, daß die Zahl der in der Woche vom 9. bis 16. März in Rußland an der Cholera Verstorbenen 45 beträgt.— Am 30. März zeigte der Thermometer 19 Grad Réaumur in der Sonne.
Amerika. Washington. Der Schatz · setretär Richardson hat den Verkauf von 6 Mil; lionen Gold und den Ankauf von einer Million Bonds für den Monat April angeordnet.
Newyork. Kriegsminister Belknap und General
Sheridan inspiciren die mexikanische Grenze be⸗ hufs Anlegung von Befestigungen zum Schutze der Straßen. Asien. Teheran. Am persischen Neujahrs⸗ tage fand ein großes, äußerst glänzendes Volksfest nach europäischer Weise statt und verlief in bester Ordnung. Am 27. März äußerte sich Se. Maj. der Schah in feierlicher Audienz mit sichtlicher Begeisterung über seine bevorstehende Reise nach Europa, von der er für das Land die besten Nachwirkungen erwartet.
8. Friedberg. Am 29. März fand im Simon'schen Saale die ordentliche Generalversammlung des Vorschuß⸗ und Creditvereins hier behufs Rechnungsablage pro 1872 fiatt. Es waren dazu ungefähr 100 Mitglieder der hiesigen Stadt und Umgegend erschienen. Zunäcst verlas der Dirigent des Vereins, Herr Er mus, den Bericht des Vorstands, worin er namentlich hervorhob, daß auch für das abgelaufene Jahr ein bedeutend vermehrter Verkehr zu constatiren sei. Der Gesammi⸗Umschlag des Vereins war:
1870 fl. 1,898, 167.
1871, 3,970 950. und erreichte
1872„ 6,901,093. oder gegen das erste Jahr„ 5,002,926. mehr. Die Kasse⸗Einnahmen und Ausgaben waren: g 1870 fl. 1,092,994. dagegen
1872„ 2,677.242. mithin ebenfalls
„ 1,584,218. mehr als vor zwet Jahren. Der Gewinn des Geschäfis war dem entsprechend auch wesentlich höher, so daß außer der von der Generalver⸗ sammlung genehmigten Dividende von 100/%, der statuten⸗ gemäßen Ethöhung des Reservefonds und Abschreibung auf Mobilien noch fl. 2563 verblieben, die als Gewinn⸗ Saldo auf das Jahr 1873 vorgetragen wurden. Hierbei ist jedoch der Gewinn an Effecten, welche dem Verein gehören und der nach dem Tagescours circa fl. 2500 betragen hälte, nicht in Betracht gezogen. Besonders wurde der starke Zufluß an Spareinlagen und Darlehen (hervorgehoben) erwähnt und namenilich bervorgehoben, daß die Verfügung unseres bohen Ministeriums, wonach auch öffentliche Kassen⸗, Corporationus, und Mündelgelder dem Verein übergeben werden dürfen bedeutende Summen zug⸗führt habe. Am Schluß dieses Berichts dankte Herr Ermus für die Unterstützung, welche der Ausschuß und insbesondere die Prästdenten desselben in stets aufopfern⸗ der Hin gevung für den Zweck der Vereins geleistet haben und sprach die Hoffnung aus, daß der hiesige Vorschuß⸗ und Creditverein auch fernerhin in den Stand gesetzt werden möge, um zur gedeihlichen Enswickelung der volkswirthschafilichen Interessen unserer Stadt und Um⸗ gegend wirken zu können. Nachdem die§8. 2, 3 und 4
der Tagesordnung ohne besondere Debatten den Aus⸗ schuß⸗Anträgen gemäß ihre Erledigung gefunden, fand die
Ergänzungswahl des Ausschusses stalt, wobei mit großer
Sümmenmehrheit die ausscheidenden Mitglieder wieder gewählt wurden. Ein weiterer Antrag des Ausschusses fordert die Genehmigung ber Versammlung zur Ecböhung des Stamm⸗Antheils in der Weise, daß jedes Mitglied berechtigt sein soll, außer den bereits eingezahlten fl. 70. noch zwei weitere Aniheile von je fl. 70. zu erwerben. Dieser Antrag wurde namentlich damit motivirt, daß das seitherige eigene Vermögen in nicht entsprechendem Ver- hältniß zu dem fremden Kapital und im Falle einer Abwendung des letzteren nicht genügend zum Geschäfts⸗ betrieb sei. Nach längerer Debatte wurde auch dieser Antrag nach dem Willen des Ausschusses angenommen und zu gleicher Zeit die Erhöhung des Eintritts geldes auf fl. 3. 30 fesigesetzt. Der letzte Punkt der Tages⸗ ordnung betraf die Verwilligung von höchstens 2% des Reingewinns für gemeinnützige und besonders Volksbil⸗ dungszwecke; durch namentliche Abstimmung wurde auch dieser Antrag zum Gesellschafisbeschluß erboben. Die Verhandlungen boten ein recht anschauliches Bild von der regen Theilnahme, mit der man die Errungenschafien des Vereins verfolgt und es mag hier am Platze sein, auch der Männer zu gedenken, die unter Aufbielung all ihrer Kräfte uns die Segnungen eines gut organisirten und vorzüglich geletteten Instituts genießen lassen.
Gießen. Am 30. März wurde durch einen schreck⸗ lichen Unglücksfall eine der geachletsten hiesigen Familien in eine tiefe Betrübniß versetzt. Angelockt durch das pracht⸗ volle Wetler, strömte eine große Menschenmasse nach dem Schiffenberg zu Wagen und zu Fuß. Die Fröhlichkeit, die dort hertschte, sollte einen traurigen Schluß finden. Auf dem Heimwege wurde ein Pferd scheu, rannte den Berg hinunter und wurde der Wagen bei einer Biegung des Weges umgeworsen, seine Insassen der Böschung herun⸗ tergeschleudert und dabei mehrere Personen auf das Gräß⸗ lichste verletzt. Eine der Verletzten ist derart zugerichiet, daß an deren Aufkommen gezweifelt wird. Die untere Kiunlade zerschmettert, die Hirnschale verletzt und andere Verletzungen mehr, bot dieselbe ein Bild des Jammers. Von den Uebrigen wurde die Frau des Fahrenden und dessen Kind auch schwer beschädigt.
Frankfurt. Im Palmengarten stehen die un⸗ zähligen Hyncinthen in schönster Blüthe und mannigfachstem Farbenschmucke so schön und üppig, wie man sie nur in ihrem Heimathlanbe Holland sehen kann, und machen in ihrer künstlerischen Gruppirung in Mitten der schönsten Sträucher und bedeckten Rasenplätze bei dem Eintritt in den Garten einen imposanten Eindruck.
Frankfurt. Das allberühmte Gasthaus zum Schwanen dahier ist um die Summe von 950,000 fl. an eine Berliner Gesellschaft übergegangen.
Hanau. Unbesonnener Mulhwillen hat dahier ein entsetzliches Unglück zur Folge gehabt. In der Koch'schen Bierbrauerei hat sich ein Zipfjunge mit einem Arbeiter geneckt und der Letztere den Anderen über den Rand des Suodkessels gedrängt mit der im Scherz ausgesprochenen Bedrohung, ihn hineinzuwerfen. Im Ningen miteinander das Gleichgewicht verlierend, sind Beide in das Gebräu gestürzt und derart verbrüht, daß der Junge bereits seinen Leiden erlegen ist, der Andere unreitbar darniederliegt.
Darmstadt. Am 30. März verschied der weithin bekannte Direcior der hiesigen Realschule, Herr Mitprediger Hoffmann.— Nachdem kürzlich eine Anzahl rumänischer Und russischer Eisenbahn-Pliornäten im ungefähren Werth von 17,000 fl. spurlos verschwunden waren, hat der letzte Inhaber derselben, ein früher in Mexiko unter französischer Fahne dienender 29jähriger Mann, dessen Ruf nicht ganz ungetrübt gewesen, einen plötzlichen Tod gesunden. Dies Ereigniß bildet hier eben das allgemeine Tagesgespräch, zumal da als feststehend angenommen wird, daß die Er⸗ werbung jener Papiere, wie man zu sagen pflegt, einen „Haken“ halte.
Worms. welche bei der jetzt wieder vermehrt eintretenden Begegnung das Grüßen mii Hutabnehmen veranlaßt, hat sich dahier eine Gesellschaft für Einführung des mililärischen Grußes
Im Hinblick auf die Unzuträglichkeiten,
begründet und vorläufig bestimmt, daß beim Grüßen mit Hutabnehmen eine ansehnliche Strafe zum Besten der
Wien. Catalogs ist der Druckerei der Wiener„Presse“ übertragen, welche mit zweien der neu erfundenen Walter ⸗Pressen arbeitet. Es ist dieser Catalog eine typographische Arbeit von so colossalem Umfange, daß deren Bewältigung gegen⸗ wärtig auf dem ganzen Continente nur der„Presse“ mit ihren neuen Maschinen möglich ist. Der Catalog wird 100 Bogen stark sein, und seine Auflage ist zunächst auf eine halbe Million Exemplare präliminirt. Hierzu ist demnach ein Papierquantum von 500 Millionen Bogen oder 100,000 Ries erforderlich. Um sich von dieser Papier⸗ masse einen anschaulichen Begriff machen zu können, sei constatirt, daß die aneinandergereihten Mediankogen eine Länge von 3993 deutschen Meilen haben und von Wien über Rußland, Asien und den stillen Ocean bis nach Mexiko reichen würden. Uebereinandergeschichtet hätten diese Bogen eine Höhe, welche 38mal so boch wäre als jene des Slephansthurms. Um die Masse Papiers zu bedrucken, müßte eine gewöbnliche Schnellpresse bei unaus⸗ gesetzter 24stündiger Thäruigkeit 11 Jabre 7 Monate fort⸗ arbeiten, während zwei„Walter⸗Pressen“ dieselbe Arbeit neben dem täglichen Drucke der„Presse“ mit Leichtigkeit in 4 Wochen liefern und also in dieser Zeit eben so viel wie 192 Schnellpressen leisten werden.
D. Frankfurt a. M., 1. April. Nach der gestrigen Ultimoregulirung, deren Schwierißkeiten wohl kaum von einer früheren übertroffen worden sind, bewegte sich das Geschäft gestern Abend, wie auch heute in sehr engen Grenzen. Geld bleibt andauernd theuer(7% für tägliche Kündigung) und ist die allgemeine Lage des Geldmarktes keine befriedigende. Trotzdem scheint die Speculation nach langer, lustloser Zeit wieder mehr Vertrauen in die Zukunft zu fassen und machte die gestern erfolgte Er⸗ döhung des Disconto's der Preuß. Bank keinen sichtlichen Eindruck. Anfangs matt befestigte sich die Stimmung im Laufe der Börse und gingen haupfsächlich einzelne österreich. Bahnen, welche sich guter Einnahmen erfreuten, mit Avancen aus dem Verkehr hervor. Das österreich. Netz der lombardischen Bahnen wies einen Wochenplus von 48,000 fl. auf. Staatsbahn gestern 352½, schlossen 355, Lombarden gestern 203, blieben 203 ½, Credit⸗ actien gestern 355, notiren 358½. Von österr. Bahnen Elisabeth 4½ fl., Nordwest 3 fl., Galizter 1 fl. besser, Böhmen und Franz⸗Joseph maiter. Alföld- Prioritäten beliebt. Banken still, Provinzial⸗Disconso 3%, Wechsler⸗ bank 1% matter, Deulsche Effectenbank besser, Continal offerirt, Brüsseler fest, Rheinische Effectenbank zu 129, junge zu 120½ umgesetzt. Oesterreich. Bankgesellschaft zu 271 gehandelt. Man glaubt, daß dieses neue Papier unter gügstigeren Börsenverhältnissen noch eine bedeutende Courssteigerung erfahren werde. Staatsfonds ebenfalls ohne Leben. Ocsterreich. Renten fest. Ungarische An⸗ leihe niedriger. Spanier zu 21/—«é matter. 1860er Loose abermals etwas nachgebend. Von amerikanischen Prioritäten Omaba fest, Alte Missouri ½% matter. Von Wechseln London niedriger. Von Sorten Napoleons ½ kr., Sovereigns 1 kr. schlech ter. f
Marktbericht.
Frankfurt, 31. März. Waizen, wetterauer,(100 Kilo) 16-16 ½ fl., Korn(100 Kilo) 10 ¼ fl., Gerste (400 Kilo) 12¾ fl., Hafer(100 Kilo) 8½ fl., Kohl⸗ samen(100 Kilo)— fl., Erbsen(100 Kilo 10—12 fl., Wicken(100 Kilo) 93¾ fl., Linsen(100 Kilo) 10—14 fl. RNüvöl(100 Kilo) 43 fl.
Bekanntmachung. 745 Karl Pflug von Wölfersheim hat seine Insol⸗ venz angezeigt, ist aber außer Stande, seine Schulden vollständig anzugeben.. Die nicht bekannten Gläubiger baben bis zum 9. April d. J., Vorm tiags 9 Ubr, ihre Forderungen dahler anzumelden oder einzureichen, als sonst bei Ab⸗ schluß des Vermögens Verzeichnisses keine Rücksicht darauf genommen werden wird. Hungen am 13. März 1873. Großherfsogliches Landgerscht pungen. Cellartus, Pilger, Landrichter. Landgerichts Assessor.
Bekanntmachung.
993 Heinrich Becker in gauerbach b. Ir beabfichligt die Anlegung einer Feldbacksteinbrenneret auf seinen Grundflücken Flur VII. Nr. 475—383 und Flur VIII. Ne. l, 3. 5 und 6, Gemafkung Jauerdach b. r. Pan und Beschreibung über die pre kürte Anlage sind in unserer Registratut zur Einsicht offen gelegt und mussen Einwendungen dei Meidung des Ausschlusses binnen 14 Tagen bei uns vorgescacht werden. Friedberg am 22. März 1873. 5 Großherzo zuchee Kreigamt Irtedderg. Tera p p.
Holzversteigerung
997 Mittwoch den 9. April l. J., von Vor⸗ mittags 9 Uhr an, werden in dem Graflich Solms⸗ deere e Ossenheimer Waͤldchen öffentlich ver⸗ eigert:
55 Raummeter Buchen⸗Scheitbolz,
2
2 9„ Prügelßbolz,
12 2 Eichen⸗*
4 75 Ah orn⸗*
28 7 Buchen⸗Stockholz,
14 10 Eichen⸗ 5
3„ Aho n⸗ 00
4 4 Nadelholz⸗„
48 9 Buche n⸗Reisholz,
14„ Eichen⸗ 75 2575 Wellen Eichen ⸗Durchforssungs⸗Reis holz, 25„ Ahorn⸗ 5„ 22 Dornen
1 Eichen⸗Stamm von 20 Centimeter Durchmesser und 6 Meter Länge, 4 Weißtannen⸗ Stämme von 16— 42 Centimeter Durchmesser unt 5— 11 Meter Länge. Zusammenkunst am Ossenheimer Jagdhaus. Wickstadt den 31. März 1873. Graflepe Obersörsteret Assenheim.
Schallas.
Holz⸗Versteigerung
im Stadtwald zu Hungen.
986 Dienstag den 15. April, Morgens 9 Ubr anfangend, sollen in dem Stadtwald zu Hungen. Dißrikt Buchwald, am Vicinalweg von Hungen nach Villingen 4 Buchen Stämme von 50— 77 Centimcter Durch⸗ messer, 3—6 Meter Länge, 30 Hainduchen⸗Stämme von 17— 30 Centimeter Durchmesser, 2-5 Meter Länge, N 115 Eichen Stämme von 17-60 Centimeter Durch⸗ messer, 415 Meter Länge, 9 Kiefern⸗Stämme von 18—24 Centimeter Durch⸗ messer, 10-15 Meter Läage,
Mutwoch den 16. April, Morgens 9 Ühe, in obigem Oisitekt 5 350 Raummeter Buchen⸗Scheitholz,
196„ 17 Prügel bolz,
154 5„ Stockholz,
368„„ Reisbolz, 28* Eschen Siockholz,
24 7 versteigert werden. Hungen den 31. März 1873. Großherzogliche Bürgermeifleri Hungen.
„ Reis holz
Schneider.


