schuß der zweisen Kammer beantragt, die Vorlage der Regierung, den Staatszuschuß zu der Real- schule zu Offenbach um jährlich weitere 200 fl. zu erhöhen, zu genehmigen.
— Unter den Adressen, welche auf Anregung
des Protestanten-Vereins aus einzelnen Gemeinden für Einführung der von der Synode beschlossenen Kirchenverfassung an den Großherzog gerichtet worden sind, befindet sich auch eine solche aus der Stadt Schlitz, der Residenz des Herrn Grafen Görtz, welcher bekanntlich mit seinem Oberpfarrer Dieffenbach wegen angeblicher Beeinträchtigung des Rechts der Confessionen aas der Synod: auskrat. Die Adresse ist von sämmtlichen weltlichen Mitgliedern des Kirchenvorstandes, sowie des Schulvorstandes, von dem ganzen Gemeinderath und den angesehensten Bürgern von Schlitz unter- zeichnet, gewiß ein schlagender Beweis dafür, daß die confessionellen Herren die Gemeinden nicht hinter sich haben. Mainz. Eine für das Festungswesen wichtige Einrichtung, die Reorganisation des Ingenieur- Corps, steht auf dem Punkte der Ausführung. Unter einem General⸗Inspector der Festungen sind 4 Ingenieur-Inspectionen, gebildet worden, von denen die dritte hier ihren Sitz nehmen wird, und deren Geschäftskreis(Oberaufsicht über das Bau⸗ und Artillerie⸗Wesen) sich auf die Festungen Mainz (11., 13, 14. und 15. Armeecorps), Metz(S. und 15. Armeecorps), Diedenhofen, Saarlouis, Bitsch und Straßburg(3. Pionier-Inspection) erstreckt. Jede Inspection wird von einem General- Major oder General-⸗Lieutenant commandirt, unter welchem als Abtheilungs⸗Chefs zwei Obersten stehen. Jede Abtheilung hat wieder zwei Sectionen. Als Chef der hier residirenden dritten Inspection wird der General v. Bälow genannt.
Berlin. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ meint mit Rückficht auf die Veröffentlichung des Berichtes der Untersuchungs⸗Commission für das Eisenbahn⸗ wesen und hinsichtlich der königlichen Aufforderung an das Staatsministerium, Maßregeln zur Be⸗ seitigung der zu Tage getretenen Mißstände zu er⸗ wägen: es sei selbstverständlich, daß die Regierung dieser Weisung nachgekommen und im Ressort des Handesministeriums die erforderlichen Schritte ge⸗ than seien, die bezüglichen Fragen baldigst der legislativen Regelung entgegenzufähren.
— Der„Reichs ⸗ Anzeiger“ erklärt die Zei⸗ tungs ⸗Nachricht, daß der Handels⸗Minister eine allgemeine Erhöhung des Personen-Eisenbahn⸗ fahrgeldes genehmigt habe, als jeder Begründung entbehrend.
Kassel. Bis auf Hartwig in Waldkappel, welcher noch krank ist, sind jetzt alle suspendirten Pfarrer abgesetzt. Die übrigen Renitenten sind mittels Ultimatums aufgefordert worden, sofort vom Proteste zurückzutreten, andernfalls erfolge Absetzung. f
Homburg v. d. H. Die Generalversamm⸗ lunge der Kurhausgesellschaft am 26. Nov. hat, wie wir aus guter Quelle erfahren, den mit der Stadt abgeschlossenen Kaufvertrag nach zum Theil beftigen Debatten genehmigt. In Betreff der 800,000 fl. Stammactien der Homburger Eisen⸗ bahngesellschaft blieb Beschluß ausgesetzt.
München. Noch officiellen Berichten über den Stand der Cholera sind vom 26. Abends bis 27. Abends 12 Erkrankungen und 12 Todes⸗ fälle vorgekommen. a
Ausland.
Schweiz. Bern. Nach dreitägiger Debatte hat der Nationalrath den Artikel 48, die Unver⸗ letzlichket des Glaubens und die Gewissensfreiheit betreffend und den Artikel 49 über freie Ausübung Abschaffung der geistlichen Gerichtsbarkeit, Verbot der Jesuiten und Verbot der Errichtung und Wiederherstellung von Klöstern, in allen Hauptpunkten nach dem Antrage der Commission genehmigt, beide Artikel jedoch behufs definitiver Redaction an die Commission zurück⸗
des Gottesdienstes,
verwiesen.
„Frankreich. Paris. Die
„Assemblee
opferung gegeben, indem er darein gewilligt hat, als Botschafter nach Berlin zurückzukehren; keine unsere politischen Persönlichkeiten zeigte sich geneigt, diesen unter den gegenwärtigen Umständen für einen Vertreter Frankreichs so peinlichen Posten zu übernehmen.“— Dem„Ordre“ zufolge soll Goulard an Stelle des Herzogs Decazes nach London und der Abg. Lefébure an Stelle Lanfrey's nach Bern geschickt werden.
Versailles. Nationalversammlung vom 27. November. Die Ernennung der Mitglieder für die Commission zur Berathung der constitu- tionellen Gesetze wurde beute fortgesetzt. Nur fünf Mitglieder erhielten die erforderliche Majorität. Unter denselben befinden sich Chesnelong und Sugny. f
Trianon, 28. November. Proeeß Bazaine. General Jarras bexichtet über die von ihm ge⸗ führten Unterhandlungen wegen der Capitulalion von Metz. Die Deutschen hätten jederlei. Con⸗ cession verweigert und nur das Defile bewilligt, welches Bazaine indeß nicht acceptirte. Bazaine hatte den Befehl ertheilt, alle Fahnen in das Arsenal zu verbringen und dort zu zerstören, aber noch bevor der Befehl hätte ausgeführt werden können, sei eine Note von den Deutschen gekommen, welche bei Strafe des Waffenstillstandsbruchs die Zerstörung der Fahnen untersagt habe. Die Erzählung Jarras' ruft eine lebhafte Erregung hervor. Marschall Canrobert sagt:„Warum ist Bazaine nicht eine große Inspiration gekommen? Warum hat er, anstatt sich mit den Details der Convention zu beschäftigen, nicht einfach den Deutschen geschrieben: Besiegt durch den Hunger, zerbrechen wir unsere Waffen. Macht, was ihr wollt.“ Das ganze Auditorium, auch Bazaine, vergießt Thränen. General Desvaux constatirte, daß die Garde ihre Fahnen zerstört habe, die Generale Lapasset und Laveaucoupet hatten gleich falls ihre Fahnen verbrenven lassen.
— 29. Nov. General Laveaucoupet erklärt, daß er den ihm ertheilten Befehl, die Fahnen nach dem Arsenal zu schaffen, nicht ausgeführt habe, weil ihm dies schimpflich erschienen sei. Unwillig habe er vielmehr befohlen, den Fahnen die mili⸗ tärischen Ehren zu erweisen und sie sodann zu verbrennen. Er habe nicht gewollt, daß diese Fahnen, welche dem Ruhm gehört hatten, in das Arsenal geschickt würden, wie ein altes Pferd auf den Schindanger. Die Ausfage des Generals bringt eine lebhafte Erregung hervor. Derselbe wird bei seinem Abtritt mit Beifallsrufen begrüßt. General Jeannigros ließ die Fahnen des ersten Zouaven Regiments in Stücke schneiden und unter die Soldaten vertheilen. General Lapasset ließ ebenfalls seine Fahnen verbrennen. Derselbe er⸗ zählte, daß er an der Spitze seiner 5000 Mann habe ausrücken wollen, Bazaine ihm aber gesagt habe, daß man keinen unbesonnenen Streich machen dürfe und auf persönliche Projecte verzichten müsse. Die Zeugenaussagen werden am Montag ab- schließen und das Requisitorium sodann beginnen. Spanien. Madrid. Auf Verlangen der Admirale der englischen, französischen und italie⸗ nischen Geschwader hat der Obercommandeur der Belagerungsarmee vor Cartegena am 29. Nov. einen Waffenstillstand von Mitternacht bis 4 Uhr Morgens zur Evacnation der Stadt von Frauen, Greisen und Kindern bewilligt. Am 28. Nov. Abends dauerte das Bombardement fort, das Feuer der Insurgenten war minder lebhaft, als des Morgens, aber anhaltend. Eingeschlagene Pro- jectile haben Feuersbrünste in der Stadt verur⸗ sacht. Es heißt, mehrere Häuser seien geplündert worden. geforderter neuer Waffenstillstand wurde von dem Obercommandeur abgeschlagen, welcher den Nach- theil der Waffenstillstände für die Angriffsoperation und den Vortheil derselben für die Insurgenten
von Munition und Lebensmitteln benutzen.
und die noch am Leben befindlichen Gefangenen
gemischten Tribunal entschieden, im Verneinung falle die weitere Frage betreffs der an die Familie der Erschossenen und anderweitig zu leistendes Entschädigung dem Schiedsspruche einer Groß macht unterworfen werden. e
Ein von dem italienischen Geschwaderchef
erwog, welche letzteren dieselben zur Anschaffung
— Das Ministerium hat beschlossen zur Bei legung des Virginius-⸗Conflictes den„Virginius“
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Palma. Vor Cartagena wird das Bom bardement fortgesetzt; dasselbe hat bereits groß Zerstörungen in der Stadt angerichtet. Die Be lagerer antworteten lebhaft. l ö Italien. Rom. Kammersitzung vom 28. Not Das Exposé des Finanzministers beziffert dal Defieit pro 1874 auf 130 Millionen, die außer ordentlichen Ausgaben auf 118 Millionen, wovos 50 Millionen für den Bau von Staats- Eisen bahnen. Die Regierung vertraut, so beißt ah weiter, der Erhaltung des Friedens, und wil sonach die Ausrüstungen weder beschleunigen, not terre die Jahres Ausgabe um 20 Millionen erhöhen Zur Deckung des Deficits beantragt das Exposf Reform der Steuern, aber keine neuen Steuern und ein Uebereinkommen über Besteuerung einas d. 1 durch das Syndicat von 6 Emissions⸗Banken aus. p. zugebenden Milliarde Papiergeld unter gleichzeitigenspichste Verbot alles anderen Papiergeldes. srpogli. Donaufürstenthümer. Bukarest. Dissssen üt Kammer wurde am 27. mit einer Thronrede er Fal öffnet, in welcher der Fürst die guten Beziehungel]) M zum Ausland constatirt, des ihm zu Theil ge werdenen zu vorkommenden Empfanges am öster reichischen Kaiserhofe, sowie des guten Erfolges da rumänischen Ausstellung erwähnt und schließlic Gesetzvorlagen angekündigt. Unter letzteren sinl solche betreffs einer Abänderung des Straf-Gesetz buchs und Errichtung einer Escompte-Bank. Serbien. Kragujewacz. Der Für hat am 27. Novbr. die Skupschtina(Kammes mit einer Thronrede eröffnet, in welcher er zu nähe hervorhebt, daß er auf seiner Peise von düstitref Kaiser von Oesterreich und von dem Präsidentf 4 der französischen Republik ausgezeichnet und heiz lich empfangen worden sei, und dann auf 91h 0. Haltung der Regierung Serbiens gegenüber iam Pforte und den Garantie- Mächten eingeht. E sagt, dieselbe sei von dem Wunsche beseelt, dere] wohlwollende Unterstützung zu erwerben. Dis Skupschtina wählte Karabiberovits zum Präsidentn Amerika. Washington. Die spanisth“ Regierung hat alle Forderungen der nor dame. kanischen Regierung bewilligt und wird auch di 100 amerikanische Flagge im Hafen von Santiage e feierlichst salutiren. Die Vorbereitungen zul 8 Kampsbereitschaft der amerikanischen Marine dautt! kt fort, für den Fall, daß die spanische Regierung 0 vielleicht unfähig ist, die Bedingungen zu erfüllen. 0* — Den Madrider Meldungen gegenüber wf* 9 rersichert, die„Virginius“⸗ Affaire sei keinenfal 2 endgültig geschlichtet. Es verlaute, die von del ehm
Regierung für erforderlich gehaltenen Erklärungel a Spaniens seien noch nicht eingetroffen, trotzdem n. wird die vorher bedenkliche Situation als ewe g. günstiger angesehen. Die hier verbreiteten Nutz
richten, daß der amerikanische Gesandte in Spanick rag. General Sickles, Madrid verlassen, und daß dit tubanischen Behörden den„Virginius“ eigen mächtig in den Grund gebohrt haben, bestätige 60 sich nicht.
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Aus Stadt und Land.
eine Eingabe an Königliche Bahn zu Kassel wegen 8 Abends 10 U. 50 M. abgehenden Courierzuges beschlosse' und ist solche in wohl m gangen. Es ist zu hoffen, thaten des fraglichen späten in ähnlicher Weise vorgehen.
Raubanfälle kamen in letzterer Zeit daselbst vor. 24. wurde bei bellem Tage auf offener Landstraße in dei Nähe von Bieber ein Schuhmacher von Seligenstadt, zur Ablieferung von Waaren nach Offendach ging, un einem Strolche, der eine Strecke Weges friedlich mit in
marschirte, rücklings angefallen, am Kopfe gefährlich nir
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Nationale“ schreibt: Der„Vicomte v. Gontaut⸗ Biron hat einen Beweis großer patriotischer Auf—
auszuliefern. Die Frage, ob der„Virginius“ als gute Prise zu betrachten sei, soll vor einem
0 wundet, seines Geldes(bessehend in 2 fl. 30 kr.), seil 0 Waaren, seines Ueberziehers und seiner Stiefel bera
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