Ausgabe 
2.8.1873
 
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vorgeschlagenen, meist von der Regierung gebilligten Modificationen angenommen. ö

e 230. Juli. Das Schulgesetz wurde bei der zweiten Abstimmung im Ganzen gegen die zwei ultram ontanen Stimmen angenommen. Der Präsi⸗ dent vertagte hierauf die Kammer auf unbe⸗ stimmte Zeit.

Berlin. Nach Pariser Nachrichten hat die deutsche Regierung dem spanischen Gesandten in Berlin versprochen, dem Capitän desFriedrich Karl in der Kürze die Rückerstattung derVigi⸗ lante an die spanischen Behörden anzubefehlen.

DerNat.-Ztg. wird aus Madrid vom 24. Juli über die Aufbringung derVigilante geschrieben:Ich habe Grund zu der Annahme, daß der Commandant auf eigene Faust gehandelt hat, ebe er die vom biesigen Gesandtschafesver⸗ weser(Grafen Saurma) erbetene Weisung er⸗ halten hat. Diese soll, in Gemäßheit einer In⸗ struction von Berlin, dahln gehen, zur dann gegen die von der spanischen Regierung als Pi⸗ raten erklärten Schiffe einzuschreiten, wenn sie deutsche Interessen verletzen.

Ein Zeichen für das Wachsen des deutschen Einflusses im Orient ist die aus Konstantinopel berichtete Thatsache, daß die Unterlassung der be⸗ absichtigten Intervention, der Pforte zwischen Atchin und Holland auf Betreiben des deutschen Gesandten erfolgt sei. Bu

Fulda. Das Project zur Gründung einer spetifisch katholischen Universität ist nunmehr defi⸗ nitiv aufgegeben. Die gesammelten Beiträge werden dem Bonifaziusvexein zufließen.

Kassel. Am 28. Juli wurde das neue Gesammt⸗Consistorium für den Regierungsbezirk Kassel durch den Unter Staatssecretär Sydow eingesetzt. 5 II

Coblenz. Die Staatsregierung scheint jetzt ernstlich gegen die Agitationen der Wanderver⸗ sammlungen des Mainzer Katholikenvereins vor- gehen zu wollen. Eine Verfügung des Cultus ministers Dr. Falk an den Oberpräsidenten der Rheinprovinz richtet an diesen die Aufforderung, die Bezirks⸗Regierungen zu veranlassen, die reichs feindlichen Bestrebungen des genannten Vereins streng zu überwachen und etwaigen Ausschreifungen desselben mit allen gesetzlichen Mitteln entgegenzu treten. Das Oberprässdium macht nun die Be⸗ zirksregierungen auf die Wanderversammlungen des genannten Vereins und das Auftreten der Geistlichen auf denselben aufmerksam und weist die Regierungen an, nöthigenfalls sofort die gericht⸗ liche Untersuchung gegen die geistlichen Theilnehmer einzuleiten und gegen dieselben auf Geund der betreffenden Bestimmungen der neuen Kirchenge⸗ setze vorzugehen.

Homburg. Der Kaiser traf am 31. Juli in Begleitung der Großherzogin von Baden hier ein. Dresden. DasDresdener Journal ver- öffentlicht folgendes aus Pillnitz vom 30. Juli datirte Bulletin:Obgleich die asthmatischen Zu⸗ stände Seiner Majestät des Königs in den letzten Wochen sich wesentlich gebessert hatten, ist im Zu⸗ sammenhange mit der großen Hitze seit dem 29. Abends eine bedenkenerregende Abnahme der Kräfte eingetreten. 5

München. Der König hat den Empfang der Deputation abgelehnt, welche die Bitte stellen wollte,daß der bayerische Bevollmächtigte im Bundesrath beauftragt würde, sich jeder weiteren Ausdehnung des Jesuitengesetzes im Bundesrathe zu widersetzen. Es wurde nun diese Petition, welche in der jüngst hier stattgefundenen Versammlung des Vereins deutscher Katholiken beschlossen wurde, an den König abgesandt..

Die letzten vor das Schwurgericht ver- wiesenen Dachauer-Bankbesitzer Lindner und Herb wurden am 29. Juli ebenfalls des betrügerischen Baykerotts schuldig erkannt und jeder zu zwei⸗ jähriger Zuchthausstrafe und fünfjährigem Verlust der Ehrenrechte verurtheilt.

Straßburg. Noch unter französischer Re⸗ gierung wurde eine Anzahl Strafgefangener aus dem Elsaß nach Cayenne zur Verbüßung ihrer Haft transportirt. Da dieselben während der Optionszeit nicht für Frankreich optirt hatten,

so weigerte sich die französische Regierung, die Gefangenen jetzt nach Verbüßung des Straf-

maßes zurück zu transporkiren, forderte vielmehr

ein Ueberfahrtsgeld von 500 Frs. auf den Kopf,

eine Summe, welche den Gefangenen nicht zur Verfügung stand. Es wäre also den armen El⸗

sässern nichts übrig geblieben, als in Cayenne zu bleiben und dort den Tod zu erwarten, hätte sich die deutsche Regierung nicht in's Mittel gelegt und den Transport der Unglücklichen bewerkstelligt. Am verflossenen Montag kamen 36 dieser Ge⸗ fangenen in Bollweiler an. i

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Ein in Barcelona stationirtes österreichisches Kriegsschiff har von hier die Ordre erhalten, sich nach Cadix zu begeben.

Der Papst soll auf die Bitte der Exkönigin Isabella ein Rusdschreiben an die spanischen Bischöfe versprochen haben, um sie vom Carlismus abzu⸗ bringen, wenn die Königin sich mit ihrem Gemahl versöhne. Brüssel wurde als Versöhnungsort ge⸗ wählt. In die Geheimnisse der königlichen Familie Eingeweihte sind von der Exfolglosigkeit aller dies. bezüglichen Schritte überzeugt, weil der König in einigen Tagen die Königin wegen Rückzahlung einer Rentenschald von ca. 30,000 Duros vor Pariser Gerichten zu belangen beabsichtigt. Der König will aus Rache gegen die Königin einen Scandal hervorrufen, um so die Rückkehr der⸗ selben auf den Thron zu verhindern. Eine nette Familie!

Der Schah von Persien ist am 30. Juli in Pentzing eingetroffen, von wo ihn der Kaiser nach erfolgter Begrüßung nach Laxenburg begleitete. Dorsselbst wurde der Schah von dem Kronprinzen,

den Erzherzogen, Ministern und Spitzen der Civil

und Militärbehörden empfangen. Eine Ehren⸗ compagnie war aufgestellt worden und machte Honneur, während eine Musikcapelle die persische Nationalhymne spielte. f N

Schtveiz. Bern. Behufs Abschluß eines Vertrages über die Errichtung einer deutschen Zollstätte auf dem Centralbahnhof zu Basel findet demnächst eine Conferenz statt, wobei Deuischland durch den General-Zolldirector Mebes und den Steuerdirector Fabricius(Straßburg), die Schweiz durch den Oberzoll Director Feiß(Bern) und den Zolldirector Fehr(Basel) vertreten sein wird. Gleich dem Nationalrath beschloß der Ständerath mit 26 gegen 14 Stimmen unter Namensaufruf die Abweisung der drei Recurse gegen Mermillod's Ausweisung.

Frankreich. Paris. Der deutsche Kaiser hat an Herrn v. St. Vallier ein Schreiben ge⸗ richtet, um ihm für die deutschen Soldaten, welche vom Sonnenstich getroffen wurden, in Sedan zu Theil gewordene Pflege zu danken. f

Am 6. October beginnt der Prozeß Ba⸗ zaine vor dem Kriegsgericht, das unter dem Vorsitz des Herzogs v. Aumale im Schloß von Com- pidgne tagen wird. Es sind von dem Ankläger allein nahezu 300 Zeugen vorgeladen, der Mar⸗ schall dürfte wohl 150 Zeugen berufen. General Pourcet vertritt die Klage. Der 530 Octapseiten starke Bericht ist vom General Rivisre versaßt. Der Vertheidiger Bazaine's ist bekanntlich der be⸗ rühmte Assisen⸗Advokat Lachaud, dessen befonderes Talent bisher in der großen Fähigkeit bestand, die bürgerlichen Geschworenen zu Thränen zu rühren. Er wird diesmal seine Specialität auf Militär⸗Personen anwenden müssen, deren Weich⸗ herzigkeit nicht so leicht zu treffen ist. Nach dem Rappel soll die Abschrift der Actenstücke, die Lachaud zur Einsicht erhielt, dem Marschall 14,009 Frs. gekostet haben.

Der Kriegsminister du Barrail beschäftigt sich angelegentlich mit der Durchführung des von der Kammer votirten Gesetzes über die Heeres organisation, zunächst sollen probeweise zwei Armeecorps nach dem neuen Gesetze formirt werden. Dem Prinzen Napoleon wurde vertraulich be⸗ deutet, daß die Regierung die Wiederverleihung des Generalrangs nicht bewilligen könne.

DerAgence Havas wird aus Madrid vom 30. Juli gemeldet: Die Insurrection von

und Verschönerungs⸗Vereins ein Concert statt, das wohl

Sevilla ist vollständig unterdrückt. Die i truppen halten die ganze Gegend besetzt. 6 herrscht große Enk g gegen die enten welche mehrere Positionen, bevor sie sie verließen in Brand gesteckt haben. Die Stadt Almerig hat den ersten An eines Insurgentensch zurückgewiesen. 1 Holland. Haag. Wie derK. geschrieben wird, soll das Blokade Atschin aus 10 Schiffen mit 64 Kanonen be stehen, während später noch fünf Schiffe hinz

soll aus 6 Bataillonen zu 1250 Mann bestehen, Gerüchtweise beträgt der Verlust der Atschinesen 1700 Mann. f

Amsterdam. Am 30. Juni hat dahie jansenistische Bischofswahl stattgefunden, de det schon lange Jahre hindurch vunbesetzte H lemer Stuhl wieder besetzt werde.

Johann Rinkel, welcher am 2. Mai 1826 ge⸗ boren und am 15. Juni 1850 zum Priester ge. weiht wurde. Die Consecration desselben soll durch den Bischof von Deventer gleichzeitig mit der Consecration des allkatholischen Bischoss Reinkens vollzogen werden. 5

Spauien. Madrid. Comite in Valencia hat mit General Salmeron Unterhandlungen angeknüpft. Die Truppen haben die wichtigsten Punkte Sevilla's eingenommen. daß Don Carlos in Caiza angekommen ist. Er rechte der baskischen Provinzen beschwor.

Türkei. Konstantinopel, Wie man derN. Fr. Pr. telegraphirt, bestellte die Re⸗ gierung bei Krupp 500 Kanonen verschiedenen Kalibers. 1 a

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Aus Stadt und Land.

Von Nauheim aus wurde dasselbe ebenfalls beobachtel,

Ein gleiches Meteer von gelber Färdung und Größe einer Kanonenkugel wurde am 31. Juli Abends 9 Ubr bemerkt. Bei dem Gewitter am Nachmittag des 29. Juli theilte sich die elektrische Entladung in mehrere Ströme, was wir erst jetzt in Erfahrung brachten. Der⸗ selbe Blitz schlug im Rathhause, im Werner'schen Instilute im Seminar, sowie im Löw'schen Hause in der Burg ein Außer im Seminar richtete er jedoch nur durch wegschlagen einiger Ziegel unbedeutenden Schaden an. Es wäre inte⸗ ressant, noch weitere derartige Beobachtungen zu erfahren und biiten wir um gefl. Mittheilungen, die wir gerne veröffentlichen werden.

Bad⸗Nauheim. Im Concertsaale des neuen Kur⸗ haufes fand am 25. Julf zum Besten der Kasse des Kur⸗

zu den bervorragendsten an derartigen Kurplätzen gerechne werben kann. Unie gefälliger Mikwirkung der Kurkapele unter Leitung des Herrn Directors Neumann, des Musil⸗ vereines aus Friedberg unter Leilung des Seminarlehrets,

Ida Bloch(Schülerin Liszus) aue Frankfurt a. M., dann mehrerer Dilettanten, Frau von Moers und Frl.

und Lina Werner, gelang es dem verehrlichen Comits. das reichhaltige Programm wie folgt zu besetzen: Eröffnet wurde das Concert mit der Ouverture zur OperFrei⸗

vom Kapellmeister Herrn Neumann mit bewährter Tüchtig, keit durchgeführt wurde. Dieser folgten die vorzüglichen Leistungen des Königl. Concertmeisters Herrn Fabian Rebseld aus Berlin, und der Frl. Ida Bloch aus Frank

ausgezeichnet wurden. Demnächst waren die Vorträge der und Piano) besonders hervorzuheben, und folgte jeder Nummer allgemeiner Beifall. Der Friedberger Musik

verein hat unter Leitung des Herrn Schmidt Mendels sohn'sche und Schumann'sche Chöre zur vorzüglichen Auf

Auerkennung zollen. Dem verehrlichen Comité, welchel

Gesch Hader voi]

stoßen werden. Die zweite Expedition nach Atschin

Dieselbe fiel auf den bisherigen Pfarrer von Krommenie, Caspar

Das Insurgen ken

Bapyonne. Carlistische Nachrichten melden,,

machte zu Guernica Halt, wo er die alten Ge

Friedberg. Am 30. Juli Abends kurz vor 9 Uhr zog ein prächliges Meteor von Südost nach Nordwest Dasselbe war intensiv weiß leuchtend mit blauem Strahlen kranze und hinterließ eine lange funkensprühende Bahn.

Es erleuchtete die ganze Gegend fast bis zur Tage 00

Herrn Schmidt, der bedeutenden Künstler, Herrn Fabiar Rehfeld, Königl. Concertmeisters aus Berlin und Frl. a

von Moers, Frl. Zimmer und den Damen Frl. ame

schütz von C. M. v. Weber, welches große Musikstück

furt a. M., welche Künstler durch wiederholte Hervortuf

Damen, Frau und Frl. von Moers(Klavier), Frl. Zimmer (Gesang) und Frl. Amalie und Lina Werner(Violine

führung gebracht und müssen wir dem einheitlichen Zu jommenwuken. sowie dem zarten Vorirag, unscre beson den

die schwierige Aufgabe, ein so reichhaltiges Programm zu besetzen, in so würdiger Weise gelöst hat, sagen wir unseren

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besten Dank. Der Saal war auf das Prächtigste ge⸗

Puklikums; überhaupt war der Abend ein genußreichtt

Erinnerung bleiben.

schmückt und versammelte die Elite des Nauheimer Bade,

zu nennen und wird gewiß noch lange in angenehme