dem Bischofe und seinem Anhange Aufrichtig⸗ keit und Wahrhaftigkeit mwangele. Der Schluß des Artikels der„Prov. Corr.“ lautet: „Der Bischof v. Ketteler, wie die deutschen Bi⸗ schöfe überhaupt, können nur wünschen, daß die Acten über das Concil und ihr Verhalten zu demselben möglichst bald geschlossen werden könnten; denn wo man dieselben auch aufschlagen möge, überall findet man nur unwiderlegliche Zeugnisse von der traurigen Rolle, welche sie dort gespielt haben, unwiderlegliche Zeugnisse von der klaren Voraussicht der hereinbrechenden Gefabren und Wirren, aber zugleich von der Schwäche und dem Mangel an Muth, dem Unheil zu wehren.“ Man sieht die Sprache der Gegner wird immer gereizter, die gegenseitige Stellung täglich schwieriger.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ meldet, daß der Kaiser in einer Sonntags stattgehabten Audienz dem Präsidenten des Herrenhauses und dem Grafen Brühl gegenüber, sowie in einem Briefe an einen der höchsten Hofbeamten, welcher Herrenhausmit⸗ glied ist, aufs Bestimmteste die Nothwendigkeit des
Zustandekommens der Kreisordnung betont habe.
Die Vorlage sei mit seiner vollsten Zustimmung
eingebracht worden und es werde Alles an deren Durchführung gesetzt werden.— Nach der„Spen. Ztg.“ hat sich der Kaiser gegen Graf Brühl etwa folgendermaßen geäußert: Er habe erfahren, daß Graf Brühl sehr eifrig gegen die Reform wirke; obgleich der Kaiser während seiner Regierung nie⸗ mals Jemanden veranlaßte, gegen seine Ueber zeugung zu stimmen, wolle er doch hervorheben, daß er die Eulenburg'sche Vorlage, welche seine Unterschrift trage, auch als seine Vorlage betrachte. Ihre Durchführung sei unbedingt nothwendig; wenn die Vorlage abgelehnt werde, nehme Graf Eulenburg vielleicht seinen Abschied. Man sole nicht glauben, daß Graf Eulenburg einen Nach- folger erhalten könne, welcher der Opposition des Herrenhauses näher stebe. Der neue Minister werde dieselbe Politik einhalten müssen, wie sein Vorgänger, und die Mission erhalten, die Kreis- ordnung durchzuführen.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ begeichnet das Gerücht von der Vorlegung eines Gesetzentwurfs betreffs der Einführung der facultativen Civilehe als irrthümlich. In Regierungskreisen sei von einer Aenderung in der Absicht der Regierung nichts bekannt, vielmehr gelte es als zuverlässig, daß der commissarisch vorbereitete und vom Cultus⸗ minister ausgearbeitete Entwurf entschieden auf Einführung der obligatorischen Civilehe gerichtet sei.
— Die belgische Regierung soll anläßlich der bedauerlichen Vorfälle in Lüttich aus völlig freiem Antriebe Veranlassung genommen haben, sowohl in Brüssel als auch hier Schritte zu thun, um ihr lebdaftes Bedauern und ihr entschiedenes Miß⸗ fallen an diesen Vorgängen an den Tag zu legen.
— In Folge der colossal hinaufgeschraubten Miethpreise hat die Zahl der Studirenden an der hiesigen Universität abermals um die enorme Ziffer von 700, also nicht weniger als um 28 pCt. gegen das verflossene Semester abgenommen. So ist es schon in den letzten Jahren von Semester zu Semester gegangen. Alle Celebritäten, die man den kleinen Universitäten ent- und nach Berlin gefübrt hat, sind nicht im Stande gewesen, dieser . Abnahme der Studirenden Einhalt zu thun.
München. In der am 27. d. stattgefun⸗ denen Delegirten⸗Versammlung der bayerischen Alikatholiken waren 121 Mitglieder zugegen. Den Antrag auf Beantwortung der Denkschrift der deutschen Bischöfe beantwortete Prof. Friedrich dahin, daß dies durch die Kölner theologische Commission bereits geschꝛhen sei. Die Veröffent- lichung dieser Antwort würde demnächst erfolgen. Hierauf wurde der Statuten ⸗ Entwurf für den bayerischen Landesverein durchberathen,
Baden. Wie man vernimmt, ist der ab⸗ schlägige Bescheid auf die von hier ausgegangene Petition um Verlängerung des Spiels bereits eingetroffen.
Straßburg. Mit Bezug auf deu an der französischen Grenze wieder eingeführten Paß zwang
schreibt dit„El. Cortesp.“: Die mit dem 1, Novem⸗
ber eintretende Nothwendigkeit, daß Franzosen, welche die deutsche Grenze überschreiten wollen, sich eines von einer deutschen Gesandtschaft visirten Passes bedienen müssen, wird für die Angehörigen von Elsaß Lothringen keine Belästigung mit sich bringen, da für diese, wenn sie aus Frankreich nach Deutschland übertreten wollen, der in irgend beliebiger Weise zu führende Nachweis ihrer Eigenschaft als Elsaß Lothringer genügen wird, um umgehinderten Zulaß in ihre Heimath zu sinden. Eine ebensolche rücksichtsvolle Behandlung wird den übrigen Deutschen, sowie den Angehörigen anderer Nationen, welche einen speziellen Paß⸗ zwang gegenüber den Deutschen nicht üben, zu Theil werden.
Ausland.
Schweiz Das bis jetzt bekannt gewordene Resultat der Wahlen zum Nationalrath ist der Wiederaufnahme der Bundes verfassungs⸗Revision günstig. 5
Frankreich. Die Zahlungen des franzö ⸗ sischen Staatsschatzes für die deutsche Kriegscontri⸗ bution geschehen, wie die„Temps“ vernimmt, von vierzehn zu vierzehn Tagen in Posten von 100 Mil⸗ lionen in Wechseln; der Finanzminister soll in
diesem Augenblick nahezu 500 Millionen in Tratten.
für diesen Zweck in seinem Portefeuille haben.
— Am 26 Oct. waren es 191 Jahre, daß die siegreichen Truppen Ludwig XIV. in Straß⸗ burg einzogen. Aus Anlaß dieses Jahrestages wurde in der Notre-Dame Kirche zu Paris eine Messe gelesen, welcher, wie der„Courrier de France“ meldet, viele in Paris weilende Elsässer beiwohnten.
— Das Evenement meldet:„Ein Statistiker hat die Geduld gehabt, eine Zählung vorzunehmen, welche ergibt, daß die Zahl der Minister, welche Frankreich von 1830— 1872 hatte, 579, sage: fünfhundertneunundsiebenzig, betrug. In Ermange⸗ lung der Qualität ist jedenfalls die Quantität bedeutend.“
— Die„Agence Havas“ meldet: Ein Brief des Ministers des Aeußeren, Grafen Rémusat, anläßlich der Frage, ob Elsässer und Lothringer, welche für die französische Nationalität optirt und ihr Domicil nach Frankreich verlegt haben, die Eigenschaft als Franzosen verlieren, wenn sie für einen Augenblick nach Elsaß⸗ Lothringen zurück- kehren, sagt: Ich wüßte nicht, daß die deutsche Regierung eine solche Auffassung zur Richtschnur ihres Verfahrens gemacht hätte. Diejenigen, welche in regelrechter Weise optirt haben, behalten immer die Eigenschaft als Franzosen, nur können ste sich, wenn sie nach Elsaß⸗Lothringen zurück kehren, ohne sich den Vorschriften der deutschen Behörden zu fügen, mehr oder weniger ernsten Unannehmlichkeiten aussetzen.
Italien. Ober- und Mittel⸗Italien sind in einem ganz unerhörten Maße von Ueberschwem⸗ mungen heimgesucht. Täglich, ja stündlich, treffen neue Unglücks botschaften ein. Der Po hat in Rea in der Lombardei den Damm durchbrochen und kamen 13 Personen in seinen Fluthen um. Auch in Casella-Landi hat er den Damm durch⸗ brochen und das Land überschwemmt.
Amerika. Nach tiner vom Schatzamte ver⸗ öffentlichten Nachweisung hat sich die Staatsschuld in den letzten 3 Jahren jährlich um 100 Millionen Dollars vermindert.
Friedberg. Dieser Taze wurde zu Ober⸗ Wöll act ein Minn benoffen, welcher mit an geblich Zähnichmerz stillenden Muteln hausirend umherzog. Wegen unvefugiem Handel mit Aczneiwaaren von Gensdarm Grauling zur Haft und Anzeige gebracht, ergab sich duich technische Unterfuchungen, daß die von ihm mii gedruckten Gebrauchs inweisungen zum Beikzuf angebotene Mix ur zum großen Theil concentuirten Aether, vermischt mu eweis Nelken⸗ oder Zimmlöl, enthielt, der in seimer Anwendung gefährlich, d. 9h. detäubend, wie Chloroform, wirkt. Der Angeschuligte, Anton Noll von Güte vei Covlenz, wurde mii orti Tanzen Haft bestraft. Aus seinen Papieren ergab sich, daß der Quacksalber nicht unbedeutende Gelchäste gemschi bat wenn er auch momenian mitlello wat und bleib nur zu verwundern, daß es immer no Wute gibt, welche si von solchen Geheimmitelverkäufern um ihr gutes Gelo bringen lassen, öfter allerdings wertl⸗ lose und unge äocliche Mise! iyeuer einkaufen, bäh ffiger
aber solche erhalten, welche in ihrer Anwendung der Ge⸗ sundheit u bedingt nachthellig sein müssen. 5
„Friedberg. Das gegenwärtig bereits in seinem 18. Jahrgange erscheinende„Organ der Taubstummen⸗ und Blinden- Anstalten für Deutschland“, herausgegeben von Dr. L. Chr. Matthias, Director des Taubstummen⸗ Instituts zu Friedberg, bringt in seiner neuesten Nummer den nachstehenden, sehr beachtenswerthen Artikel: Mit Heizung der einer und andererseits, je gesundhestsgefährlicher eine Ueberhelzung
je weniger Bedacht meistens die Schullokalitäten gehandhabt wird,
derselben ist, besonders wenn sie überfüllt und nicht ge⸗
hoͤrig ventilirt sind, um so weniger können wir es uns
bei beginnendem Winter versagen, aus einem größeren Aufsatze von Karl Feuerschein im„Pionier“:„Der rothe Ofen“ Folgendes hierherzusetzen:„In den 60er Jahren hatte Hr Dr. Carret in Chambery einige Winter hindurch in mehreren Ortschaften epidemische Krank heitserscheinungen beobachtet, welche dem Bilde der
heutigen chronischen Kohlenoxyd- Erkrankung entsprechen,*
In einem Dorfe von 1400 Einw. verfielen dieser winter⸗ lichen Epidemie 80 Personen, von denen 29 starben,
Diese Krankheit trat nur in solchen Stuben
auf, in denen gußeiserne Oefen rothglühend zu brennen pflegten, während die ausschlleßlich durch Kamine geheizten Häuser verschont blieben. Als man im Lyceum zu Chambery, welches bis dahin stets einen guten Gesundheitszustand nachgewiesen, an Stelle der offenen Kamine gußeiserne Röhren eingeführt hatte, er— krankten gleichzeitig 60 Schüler an denselben Symptomen und starben deren sechs. Die Epidemie hörte auf, sobald man die gußeisernen Oefen mit Kachelöfen vertauscht hatte. Auf Dr. Carrets Veranlassung schlossen 14 Per⸗
sonen sich in ein Zimmer ein, welches mit einem glühend
gußeisernen Ofen geheizt war. Es dauerte keine Viertel⸗ stunde, als sich bei allen die Symptome der Kohlen⸗ oxyd⸗ Vergiftung, Hitze und Schwindel im Kopf, Pul⸗ siren der Schläfadern, Nasenbluten, Zittern, Brechneigung u. s. w. einstellten. Um sich von der Giftwirkung des dem Ofen entweichenden Kohlenoxyds noch bestummter zu überzeugen, sperrte Dr. Carret in ein durch einen gußeisernen Ofen geheiztes Zimmer ein Kaninchen, zwel Tauben und einen Zeisig. Schon nach einer halben Stunde lagen die Tauben und das Kaninchen betäubt am Boden, der Zeisig war gestorben, ebenso eine Ratte, die sich in das Zimmer eingeschlichen hatte“.—„Ein Glühen des Ofens erzeugt aus drei verschiedenen Quellen das berüchtigte Kohlenoxydgas: 1. verbrennen alle Staub⸗ theilchen an glühenden Eisenflächen zu Kohlenoxyd,
2. wird die Kohlensäure der Luft durch glübendes Eisen
zu Kohlenoxyd redueirt, 3 dringt das Kohlenoxyd der Ofenfeuerung(was sonst durch den Kamin verfliegt) durch glühende Eisenwände hindurch.“„Also: man fliehe die glühenden Oefen, denn sie sind so gefährlich für den Menschen, wie ein tropfenweise einge⸗ nommenes Gift.“
Frankfurt. Vom 1. November d. J. an kommen die neuen Telegraphen⸗Freimarken in Gebrauch, welche die neue Bezeichnung„Telegraphie des Deutschen Reichs“ und die Werlh bezeichnung„Groschen“ in schwarzem, stat dem bisherigen weißen Ueberdruck erbalten haben, Die alten Freimarken können bis zum Schlusse des Jahtes umgetauscht werden. 5
Frankfurt. In hiesigen Blättern liest man: In Bornheim befreundet man sich immer mehr mit dem Gedanken eines Aufgebens in Frankjurt und verspricht sich davon für den Handel und die Industrie des Ortes lehr viel. Wenn ein deßfausiger Vertrag zu Stande kommt, so werden unsere neuen Mitbürger nicht mit leeten Händen in das städtische Gemeinwesen einzieben, denn der Werth ihres Gemeinde⸗Eigenthums beziffert sich auf citeg zwei Millonen.
Offenbach. Am Sonntag Mittag versuchte eine Frau sich bei Oberrad unier den daherkommenden Eisen⸗ bahnzug zu werfen. Ihr Vorbaben wurde indeß noch techtzritig beineikt und es gelang, ehe die Locomo live sie ersassen konnte, sie von der Böschung des Eisenbahn⸗ dammes herabzuziehen.
Wiesbaden. Der Bürgerausschuß hit mit allen gegen 5 Summen beschlossen, das Cioil Hospital in bet Nähe des Kochbrunnens mit seinem ganzen Mobiliar⸗ und Immobilar⸗Vermögen im Werihe von ewa 150 000 Thle⸗ als E.genthum der Stadt zu übernehmen, damit dasselbe niedergelegt und die Umgebung des Ko porunnens erweitert und verschͤnert werde mit der Vespfladtung, daß die Staet ein neues, den Bedürfnissen eu prechendes Kranken⸗ daus mit einem Badhause exbaut, in welchem nicht mur mitiellose, sondenn auch zihlungssähige Kranke Aufnahme finden töanen.
Königsberg. Kürzlich traf hier mit der Bahn ein 9 9 jäprger Mann mit seimer 97jäbligen Frau und einer 71jabrigen Tochter ein, der zur silbernen Hochzeit seines als Steulerbeamier in Schl, sien augestellien jängsten Soyues reife. Wer die Rüftigkeit dieses meikwütdigen Pages sah, welches schon vor länger als zebn Jahren seine Dig⸗ mantoochzeit gefeiert hat, mußte sie höchtnens für Sieben⸗ ziger hallen.
Lüttich. Ueber die schon berichteten Beschimpfungen deutscher Soldaten gelegentlich der hier stauigehabien Ein, weihung eines Denkmals für die im viesigen Hospital ihren Wunden erlegenen deulschen Krieger wurd der „Spen. 34.“ geschrieben: Das Fest napm einen schönen erhebenden Verlauf; eine pieußische und eine bay rische Tepuia don, J eier Oifizire, balken sich elngestell! und von Aachen die Miltzä musik des 28. Regiments, 48 Mann stalk. Der deunche Gesandte halle wegen der Hoftrauer
abgesagt, dagegen hielt der deuische Consul in nuch auf
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