Ausgabe 
31.10.1872
 
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berhessischer Anzeiger.

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Donnerstag den 31. October.

128.

4 Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblall.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Für die Monate November und Dezember kann auf denObechessischen Anzeiger bei der Verlags⸗Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden.

Amtlicher Theil.

Friedberg am 29. Oktober 1872.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unter Hinweisung auf§. 121 der Militär-Ersatz Instruktion beauftragen wir Sie dafür zu sorgen, daß die zum Dienst einberufenen Rekruten mit den in jenem 5. bemerkten Bekleidungsstäcken versehen sind und daß solche für die, welche sich diese Bekleidungsstücke nicht an⸗ schaffen können, auf Kosten der Gemeinde beschafft werden.

Ter a pp.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Das Großherzogliche Regie⸗ tungsblatt Nr. 47 enthält:

I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Erlassung einer neuen Arzneimitleltaxe für die Apolbeken des Großherzogthums Hessen betr.

II. Bekanntmachung Greßherzoglichen Ministeriums er Finanzen, den Verkehr zwischen dem Großherzogihum und den angrenzenden Vereinsstaaten mit sleuerpflichtigen Detränken betr.

III. Dienftnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Droßberzog haben allergnädigst geruht: am 15. August

em Diakonus zu Großen⸗Linden und evang. Pfarrer zu

Allendorf a. d. Lahn, im Dekanate Großen Linden, Friedrich DWelcker, die evang. Pfarrstelle zu Kirchberg, im Dekanate Bieten, zu übertragen.

IV. Dienstenthebung.

Darmstadt, 28. Oct. Die heutige Sitzung er zweiten Kammer war von kurzer Dauer. Zu- nächst wurde angezeigt, daß Oderst Scholl an

Stelle des verstorbenen Obersten Dornseiff mit der

Seitung der Abwickelungsgeschäfte des Kriegs- ministeriums betraut worden. Eine Vorlage der stegierung geht dahin, die Kosten eines auf dem Schlachtfeld von Gravelotte zu errichtenden Denk mals für die gefallenen Hessen auf die Staatscasse u übernehmen, bezw. 3500 fl. aus dem Eclöse

f er französischen Kriegebeute hierzu zu verwenden. Die von der Regierung geforderten 176,000 fl.

ür die Erbauung einer neuen Aula zu Gießen

4 wurde mit 34 gegen 4 Stimmen(Volbardt, C. J.

Dosmann, v. Wedekind und Wernher) verwilligt,

wohl Volhardt dieß als einen Eingriff in das gaubgetrecht der künftigen Kammer bezeichnete, eine

Ansicht, die nur von Metz unterstützt wurde. Der⸗ elbe griff die Regierung auch deßhalb an, daß

se den Ständen nur Verwilligungen ansinne,

Inst aber nichts thue. Einstimmig und ohne De⸗

aatte wurde die Vorlage wegen Rückersatzes der

ben Kreiekassen durch Unterstützung der Familien ier Landwehr und Reserve von 1870 71 er⸗

vachsenen Ausgaben durch die Staatskasse gut- leheißen.

die Mehrheit des Finanzausschusses zweiter

Tbammer beantragt, die Vorlage der Regierung in Betreff der Mainzer Stadt Erweiterung zu ge⸗

ehmigen, also den von der Festung abzutretenden Theil des Geländes der Stadt Mainz unentgeltlich

uu überlasser, ihr auch ein zu 3 Prozent ver⸗

sinslichee, in 47 Jahren rückzahlbares Darlehen n Millionen Gulden zu gewähren. Der Abg. Dumont will indeß noch viel weiter gehen. Er verlangt ein weit größeres Darlehen, fals die Berhällnisse der Staate schulden⸗Tilgungscasse es estatten, bis zu 4 Millionen Gulden, wogegen sch sowohl die Regierung wie der Ausschuß ent shieden ablehnend erklärt hat. Dem Schlusse des Landtags sieht man beätestens Milte November entgegen. Die Be iathungen über den Landtags- Abschied haben im

Unter den bei der zweiten Kammer einge⸗ Uceschten neuen Eingaben befindet sich auch ein An- trag des Abg. Wirth auf Errichtung eines besonderen Arbeiterzugs zwischen Darmstadt und Frankfurt a. M

Das großh. Ministerium des Innern hat die Kreisämter beauftragt, die Bürgermeister an- zuweisen, mit der Aufstellung der Liste der Ur- wähler zu den bevorstehenden Landtagswahlen unverzüglich zu beginnen. In der Einleitung des betreffenden Reseriptes ist bemerkt, es sei anzu nehmen, daß der den beiden Kammern vorgelegte Gesetzentwurf, die Zusammensetzung der beiden Kammern der Stände und die Wahl der Abge ordneten betreffend, in der Kürze mit den Ständen zur Verabschiedung gelangen und im Regierungs- blatt als Gesetz publiennt werde. Mit Rücksicht hierauf hielt man es für angemessen, schon jetzt mit den Vorbereitungen für die künftigen Wahlen zu beginnen.

In Frankfurt fand am 22. d. eine Ver⸗ sammlung von evangelischen Pfarrvicaren und Pfarroerwaltern unseres Landes statt. Dieselben beschlessen eine Adresse an Se. Königl. Hoheit den Großherzog durch eine Commission ausarbeiten zu lassen, in der um eine Ausbesserung ibres Ge⸗

im Falle der Verheirathung und um Hemmung der Bevorzugung einzelner Vicare durch die früh- zeitige Anstellung von Seiten der Patronatsherrn.

Berlin, 28, Oct. Das Abgeordnetenhaus erledigte die General- und Specialdiecussion des Gesetzentwurfes, betreffend die Abstellung der auf den Forsten der Provinz Hannover haftenden Be rechtigungen und die Theilung der gemeinschaft⸗ lichen Forsten dieser Provinz. Nachdem die einzelnen Paragraphen angenommen waren, wurde das ganze Gesetz mit einem die Bestimmungen des§. 11 (Die Genossenschaften betressend) auedehnenden Amendement angenommen. Sodann wurde fast rebattenlos- der Gesetzentwurf betreffs der Ab- änderung, resp. Ergänzung des hannover'schen

Gesetzee über die Aufhebung des Weiderechts an⸗

genommen, deßgleichen der Gesetzentwurf bezüglich der Aufhebung, resp. Ablösung der Abdcckereirechte,

Im Herrenhause dauert die Special⸗Dis⸗ cussion über die Krtieordnungs Vorlage sort und gelangte man am 28. d. bis zu§. 54. Nach dem Ergebniß der bisherigen Verhandlungen ist keine Hoffnung vorhanden, daß das Gesetz zu Stande kommen wird, da das Herrenhaus die Fassung des Gesetzes, wie es aus den Berathungen des anderen Hauses hervorgegangen, in seinen wesentlichsten Bestimmungen paragraphenweise ver- wirst und durch die Anträge seiner Commisston ersetzt.

Das Herrenhaus setzte am 29. d. die Be rathung der Kreisordnung sort und nahm die Paragraphen 53 bis 82 nach den Commissions-

anträgen an, obschon die Minister des Innern und des Handels sich wiederholt gegen dieselben erklärten. Die Amendements Baumstarck's, welche der Fassung des Abgeordnetenbauses entsprachen, wurden mit demselben Stimmen Ergebniß wie am 28. abgelebnt.

Wie aus Paris bekannt wird, hat Herr v. Rémusat die deutsche Note beantwortet, welche die Einführung des Paßzwanges bei dem Eintritt nach Deutschland über die französische Grenze mit⸗ theilte. Der Minister bestreitet die Richtigkeit der Motivirung der deutschen Maßregel, da von Frank- reich der Paßzwang auch an den Grenzen Italiens, Spaniens und der Schweiz nicht aufgehoben worden sei.

DerVoss. Ztg. zufolge ist der nassau⸗ ische Abgeordnete Petri, welcher kürzlich ins Haus eingetreten, das erste altkatholische Mitglied des Landtages und hat sich der Fraclion der Fortschrit'spartei angeschlossen.

Der auch in diesen Blättern erwähnte, gegen die Fuldaer Denkschrift der Bischöfe ge⸗ richtete Artikel derProv. Corresp. hat in der Germania, dem bekannten ultramontanen Blatte, eine sehr gereizte und scharfe Erwiederung des

baltes gebeten werden soll, sowie um Gestattung Bischofs Ketteler hervorgerufen, mit welcher des Eintrittes der Vicare in die Pfarrwittwenkasse bewiesen werden soll, daß die Ausführungen der

Prov. Corr. und die dem deutschen Episcopat wegen seiner Haltung vor, bei und nach dem Concil gemachten Vorwurfe falsch und un wahr seien. Der Schluß des v. Ketteler'schen Artikels mag hier Platz finden, da er sehr verständlich zeigt, welche Stellung die Bischöse der Reichsregierung gegenüber eingenommen haben. Es heißt dort; Die jetzt enistandenen Wirren kommen nicht von den Beschlüssen des Coneils, nicht von dem Auf- treten der Centrumssraction, nicht von der Hand⸗ lung irgend eines Katholiken. Das sind nur Deckmäntel und Vorwände. Sie wären einge- treten, wenn auch nie ein Coneil gehalten worden wäre. Sie kommen vielmehr von dem vollendeten Systemwechsel in Preußen, sie kommen von dem Willen eines ein- zigen Mannes mit seinem Alles mit sich fortreißenden Einflusse. Sie kommen daher, vaß Alles Das, was die preußischen Könige, die preußischen Staatsmänner, die gesammte preu⸗ fische conservative und christliche Partei seit zwanzig Jahren bezüglich der Ordnung der kirchlichen Ver⸗ bältnisse für recht und qut gehalten, plötzlich über Bord geworfen und dagegen der Liberalismus, welchen alle diese Factoren bisher als verderblich erkannt haben, zur Herrschaft erhoben werden soll. DieProv.- Corr. tritt nun in einer neuen Entgegnung den Auslassungen des Bischofs aufs Entschiedenste entgegen und sucht durch Citate aus früheren Schriststücken, namentlich aus den Zeiten des Concils, den Beweis zu liefern, daß gerade

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