— Der schon im Jahre 1853 zwischen Amerika und England enistandene Streit über den Besitz der an der Nordwestküste des amerikanischen Fest⸗ landes gelegenen Inselgruppe, von denen die größte San- Juan heißt, ist nun durch die Entscheidung des zum Schiedsrichter erwäblten deutschen Kaisers zu Gunsten der vereinigten Staaten erledigt, und so auch diese Streitigkeit zwischen beiden Mächten beseitigt.
Gumbinnen. Wie amtlich hierher gemeldet wird, ist in Warschau und Umgegend die Rinder- pest ausgebrochen.
Frankfurt a. M. Unser neugewählter Ver- treter im Abgeordneten hause, Herr Flinsch, ist der Fortschrittspartei beigetreten.
Regensburg. Die auf das Recht der Standesherren gegründete Beschwerde des Jesuiten- paters Grafen Fugger gegen dessen Ausweisung wurde durch Entschließung der Kreisregierung ab⸗ gewiesen.
Ausland.
Oesterreich. Die„Wiener Zig.“ bringt ein kaiserliches Decret, wonach sämmtliche Land- tage auf den 5. November einberufen werden.
In Ofen sind fünf Cholerafälle mit tödtlichem Ausgang vorgekommen.
Schweiz. Bischof Marilley von Freiburg zeigt der Genfer Regierung an, er verzichte auf die Functionen und den Titel eines Bischofs von Genf.
Frankreich. Das dritte Kriegsgericht ver⸗ urtheilte den Commune Offizier Heari Roussel, welcher in den Tagen vom Mai 1871 einen un- schuldigen Bürger, Namens Langlet, auf grausame Art zum Tode gebracht und die Leiche dann aus- geplündert, auch an der Brandlegung in der Mairie des 4. Arrondissements Theil genommen hatte, zum Tode.
— Nach dem Pariser„Siecle“ beschränken sich die klerikalen Auswanderungen aus Elsaß⸗ Lothringen auf drei protestantische Pfarrer und einen Rabbiner. Ueberhaupt ist neuestens die fran⸗ zösische Presse auf den elsässischen Klerus nicht mehr gut zu sprechen. Sie behauptet, für Geld lasse sich derselbe zu Allem brauchen.
— Die Räumung der Departements Marne und Haute⸗Marne hat begonnen und wird allge- meiner. Heute Abend oder morgen, heißt es in Depeschen vom 23. d. M., verläßt ein Regiment preußischer Cavalerie Reims und bezieht Garnison zu Commercy(Vosges). Die Räumung ist bis jetzt ohne Zwischenfälle vor sich gegangen; die Bevölkerung zeigt ein ruhiges, würdiges Betragen, keinerlei Manifestation ist vorgekommen. Schon ist Chalons von der Anwesenheit des fremden Mili⸗ tärs befreit; ein Bataillon preußischer Infanterie verließ die Stadt am 23. d. früh. Die Ambu⸗ lanzen, Postbüreaux, Bagage, kurz der ganze
Verwaltungs dienst der deutschen Truppen hat die
beiden Departements verlassen.
Großbritannien. Der Anfangs November in Europa von Australien erwartete Postdampfer
„Massilia“ bringt 240,000 L. in Gold. Amerika.
Juan- Frage.
stelle und beständig den Vereinigten Staaten Ver legenheiten bereite, lieber selbst auf die Gefah
eines Krieges der Sache sofort ein Ende machen
müsse. Ebenso spricht sich auch die„Newyor World“ aus.
Die Zeitungen besprechen den Schiedsspruch des deulschen Kaisers in der San Die„Tribune“ erkennt den Ge— rechtigkeitssinn des Kaisers an und die„Times“ bezeichnet die Entscheidung als den Sieg der amerilanischen Nation und der Verwaltung Grant's.
— Der„Newyork Herald“ versichert, die eng- lische Regierung suche das Urtheil des deutschen Kaisers in der San Juan Affaire zu„modisi⸗ tiren“. Der„Herald“ erklärt, daß man, so lange die Anwesenheit einer„fremden Nation auf unserem Boden“ eine Beleidigung für die Republik dar—
Frage und über ihre zweckmäßigste Lösung vorausschicken. Wir wollen nicht versäumen, auf diese Versammlung auf⸗ me⸗klam zu machen und den Besuch derselben dringend anzurathen. Die Besprechung des angegebenen Themas muß eine Anzahl von Fragen hervorrufen, die tief in das Leben der Familie und der Gesellschaft eingreisen und deren Erbrierung keinen geistig erregbaren Menschen un⸗ interessirt lassen kann. Erwähnt sei 3. B. die Frage: Hat der Staat das Recht, die freie Verfügung der Eltern über die Kräfte ihrer Kinder zu beschräunken? Kann er insbesondere den Armen zwingen durch Anwendung von Gewalt, seine Kinder in eine Schule zu schicken, deren Einrichtung, Lehrer, Unterrichlsgegenstände ihm unter Umständen in der Seele zuwider sind? Es hat einer sehr langen Zeit bedurft, und es hat ein hartnäckiger Wider- stand erst überwunden werden müssen, ehe in Deutschland die allgemeine Schulpflicht bis zum 14. Jayr obligatorisch gemacht und der Schulbesuch bis zu diesem Lebensabschnitt allgemein erzwungen und der Volkssiite eingepflanzt werden konnte. Soll jetzt nun der Schulzwang noch weiter ausgedehnt werden? Soll man den Armen durch Anwendung von Strafen nöthigen, daß er auf einen Theil der Arbeite zeit bei seinen Kindern verzichtet und dieselben noch weitere 3 Jahre in die Schule schickt? Läßt sich andererseiis die Wohlthat eines über die Confirmation binaus fortgesetzten Unterrichts über diejenigen Classen unseres Volkes, welche desselben am meisten bedürftig wäten, ausbreiten, ohne daß Zwang und Strafe ange— wandt wird? Was empfiehlt sich am meisten in Friedberg; Den Unterricht in der Fortbildungsschule allen anzubieten und abzuwacten, ob sie von diesem Anerbieten Gebrauch machen, oder alle Knaben, welche mit dem 14. Lebens. jahr aus der Schule entlassen werden, zwangsweise dazu anzuhalten, daß sie noch 2— 3 Jahre die Fortbildungs⸗ schule besuchen? Man wolle bedenken, daß es nach den Reichsgesetzen nur eines Gemeinderathsbeschlusses bedarf, um den Besuch einer bestehenden Fortbildungsschule obli— gatorisch zu machen. ür die meisten Familien hiesiger Stadt von entscheidender Bedeutung ist? Manche Fragen, die mit dieser Hauptfrige
daß in Friedberg unverhälinißmäßig wenig Knaben nach ihrer Couft mation überhaupt noch Unterricht genießen? Daran knüpft sich wieder sofort eine ganze Reihe anderer Fragen. Z. B. Wie erklärt sich eine so auff illende Er⸗ scheinung in einer Stadt, wo seit vielen Decennien für Bildungszwicke mehr geihan worden ist, als in anderen Städten? Ist die Ursache zu suchen in der Gleichgilligkeil der Eltern oder in dem Egoismus der Lehrherrn oder in der Zuchtlosigkeit der Jugend? Werden die Lehrberrn so viel Einsicht haben, daß sie die Bestrebungen, ihren Lehr⸗ lingen weiter Unterricht zu verschaffen, durch Freigebung von Zeit unterstützen? Werden die Eltern ihre Söyne zum Schulbesuch anhalten? Ju welche Zeit wird der Unterricht am besten verlegt?— Doch genug der Beispiele. Das Gesagte wird genügen, um zu zeigen, daß die Besprechung des Themas von der Fortbildungsschule Fragen der Dis⸗ cussion aussetzen wird, welche die Interessen von vielen ark anrühren. Möchlen Diejenigen, die es angeht, kommen, um zu hören und zugleich um zu reden! Nicht nur das eine oder das andere, sondern beides zusammen wäre sebr erwünscht.
» Asseuheim. Am Freitag brannte die Müller Koch'sche seyr ausgedehnte Hoftaithe bis auf das Wohn⸗ haus wieder.
Offenbach. An dem die Offenbach⸗Hanauer Bahn um unsere Stadt herumleitenden Dammgürtel wird rüstig gearbeitet, und dürfte derselbe noch vor Winter in seinen wesent ichen Theilen vollendet werden.
Vom Rheine. Der pfälzer Industrie ist ein großer Triumph geworden. Der Guß der großen Glocke für den Kölner Dom ist nämlich an den Meister A. Hamm in Frankenthal vergeben worden. Die Glocke wird 500 Centner wiegen und die größte in Europa sein.
Heilbroun. Das„Heilbr. Tagdl.“ bringt das nach⸗ stehende Musterinserat: Man sucht eine einfache Mittags- kost in einem guten Haus gegen gute Bezahlung. Dabei wäre es auch angenehm, wenn man erwünschtensalls Knaben der Familie bei Erlernung und Ausarbeitung ihrer Gymnasiglaufgaben, besonders in den Sprachen erleichternde Hilfe leisten und am Wachsthum der vereinten Kräfte in schristlicher Disciplin beim Verkehr föederlich sein könnte. Wer? sagt die Redaction.
In Karlsruhe machte ein junger dort studierender Russe den Versuch, sich zuerst durch Erschießen sodann durch Niederlegen auf die Schienen der Rheiabahn zu tödten. Das Erschießen scheiterte, weil die Pistole nicht losging, die Tödtung mittelst der Eisenbahn gelang auch nicht, da der Unglückliche nur am Fuß und am Kopf Verletzungen erlitt.
Berlin. Einer unserer bedeutendsten Aerzte lenkt die Aufmerksamkeit auf die Thalsache, daß es kein wink sameres Mul zu Verbreitung ansteckender Krank eiten gibt, als das Cisculiren des vielen schmutzigen, kelbaft riechenden Papierge des. Et empfiehlt die Annahme eines Gesetzes, wonach Justilute, denen die Aus jabe von Pupier⸗
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Friedberg. Dem Vernehmen nach wird de
hiesige Bildungsverein nächsten Dienstag den 29. d. öff ni⸗
im Henn'schen(Walzischen) Lok il seine erste liche Versammlung abhalten. Gegenstand der Besprechun wird die Frage wegen Errichtung von Fortbildungssch le bilden. Herr Seminatlehrer Soldan wird der Be'prechun
ein kurzes Referat über den gegenwärtigen Stand dieser[dem Verkeyt zu entziehen.
geld gestatt t ist, ihre zerrissenen, mit Krank eitsnoff in⸗ flcirten Noten einzuziehen und durch neue Noun zu er⸗ stzen haben. Ebenso nötihig sei es ferner, Papiergeld, das im Besitz von Personen ist, welche an anfteckenden 9 Krankheiten leiden oder gelitten haben, oder welche aus u Octen kommen, an denen epidemische Krankheiten herr y schin, en weder zu deͤsinftciren oder umzulauschen und
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Läßt sich leugnen, daß diese Frage J
Berlin. Der von Schulze Delitzsch herausgegebene Jabresbericht über die auf Selbsihilfe gegründeten deutschen Erwerbs- und Wirihschafts⸗Genossenschoften für 18
241½ Mill. Thlr. gewährten, ein eigenes Vermögen von mehr als 17 Mill. Thlr. besaßen und beinahe 59 Mill. Thlr.
Stalispk der Vorschußvereine wird nunmehr im 13. Jahre gesübrt; die Tabelle für 1859 ergab erst 80 Vereine mit 18,676 Mitgliedern und über 4 Mill. Thlr. Vorschüssen bei 276,846 Thlr. eigenem Vermögen.
Genf. ahmenswerthe Einrichtung auf der französischen Ostbahn berichtet das„Genfer Journal“:„Seit einigen Tagen erhalten die Rlisenden auf dieser Linie eine Karte folgen⸗ den Inhalts: Da die Expreß⸗ und Postzüge auf dem Bahndofe zu Vesoul nur kurze Zeit anhalten, werden die Herren Reisenden, welche dort zu speisen oder zu früh⸗ flücken wünschen, davon in Kenntniß gesetzt, daß sie im Bahnbofsbuffet warme in Körben enthaltene Miihlzeiten zum Preise von 3 Fr. ober 3 Fr. 50 Cis. einschließlich einer halben Flasche Bordeaux vorräthig finden. Mahlzeiten bestehen aus drei Schüsseln, einer halben Flasche Wein, Brod und Dessert. Die Körbe werden in Vesoul den Reisenden übergeben und von diesen in Port
den nach Basel gebenden Zug zurückgeliefert.. von Vesoul nach diesen beiden Stationen dauert 30 Mi⸗ nuten, so daß die Reisenden begeum Zeit haben, ihr Mahl im Waggon einzunehmen.“
Frankreich errichtete das er zur Benutzung der Regierung) im Jahre 1464. England entstand das erste 1581 d 10 n New⸗Poik wurde das erste 1719 erbaut; die Stadt datte 1789 72 Postämier und heute besitzt sie deren 28,973.— Nach einer Zusammenstellung beträgt die Ge⸗
In
zusammenhängen, berühren nicht weniger nahe. Es muß sämmtlänge der auf der Erde mit Ende 1871 im Betriebe bei Elöclerunz des im Eingang genannten Themas siehenden Eisenbahnen ungefähr 197,000 Kilometer. Ihre z. B. diese Frage zur Sprache kommen: ist es wahr, Baukosten belaufen sich auf 15 Milliarden Tolr., so daß
auf einen Kilometer Bahnlänge im Dulchschnitt 76,266 Tyaler Baukosten entfallen. Auf Europa enffallen 97,660 Kilom. mit einem Baukapital von 8 003,185 666 Thlin. London. Dem Durbamer Gefängniß ist ein Frauen- zimmer, Namens Maiy Ann Colton, übergeben worden, das im Lanfe der Verhandlungen wohl des ganzen Landes, wenn nicht ganz uf lenken wird. Dem Anscheine nach hat man es mit einer Giftmischerin zu tbun, die ihr Geschäft im Großen betrieb und an Fürchierlichkeit ihren italienischen und sranzösischen Colleginnen längst vergangener Zeiten Angeklagt ist diese Furie vorläufig nur ei 5 Stiessohn verübten Mordes. Aber der Staatssecretär hat bereits Befehle zur Ausgrabung noch dreier Leichen gegeben, nachdem bereits zwei andere ausgegraben worden waren und man Gift in ihren Eingeweiden gefunden halte. Und selbst diese sechs Leichen schrinen nicht die einzigen Opfer der Verbrecherin zu sein. Die drei Leichen, 0 des Staatssecreiärs ausgegraben werden sollen, sind die ihres Gemahls Friedrich Cotion, der vor einem Jahre elwa starb, seines Sobnes Friedrich Coulon, der im Alter von 10 Jabren im März starb und ihres eigenen 14 Monate allen Kindes, das ebenfalls im März starb. Das Frauen, zimmer war viermal verheirathel, darunter einmal unter einem angenommenen Namen. Die beiden ersten und der vierte Gatte sind sobt, der dritte jedoch soll leben. Es ist nachg wiesen, daß die Gefangene Reiten sich Gift zu verschaffen im Stande war, an den verschiedenen Orten, wo die Angeklagte die Todesfälle unter den Personen die mit ihr ihrer Nähe weilten, überaus zahlreich gewesen sind. N darf sich Glück wünschen, daß das Ungeheuer, das etst 30 Jihte alt ist und es demnach noch weit in dem fürchter⸗ lichen Tieiben bätte bringen können, sicher aufbewahrt ist
In New Vork hat ein Cpemik.t in Jolge genauer chemucher Untersuchungen herausgerechnet, daß der jähr⸗ uch in N'w⸗ Pork veikauften Milch ca. 40 Millionen Quart Wusser zugesetzt weiden. Man bezahlt diese 40 Millionen Quat Wasset mit 4 Millionen Dollars (10 Cenis pro Quart) also mit 12,000 Doll.
und daß
oder in
Verloosung. Freiburger 1 Serienziebung vom 181 469 568 695 1346 1497 1957 2422 2451 2509 3168 3289 3678 3971 3996 4199 4524 4612 462 4742 478 5682 969 6074 6077 6115 6255 6262 6502 6610 6723 6794 7994. Die Prämienziebung findet am 15. Norember statt. ö Kurhessische 40 lication des Regierungs-
15. October 1872. Serie 60 162
Thlr.⸗Loose. Nach einer Pub⸗ Piäsidit zu Kassel ist in der 37. Prämien⸗Ziehung vom 1. Juli 1872 nicht, wie damals amilich bekannt gemacht, der Prämienschein Nr. 159,445, sondern der Prämienschein Ne. 159945 mit 100 Thlr. ausgeloost worden
—
M., 27. Okiober. Börsenwoche Die Börse war die Woche über schäftsverk br konnte indeß ch die Speculation sich des zahlreich
D Fraukfurt a. vom 21.—26. Oktober. ziemlich fest gestimmt; der Ge keine große Ausdehnung gewinnen, da si abwartend verhiel?, ja eher geneigt ist,
weist den stetigen Fortgang der genossenschaftlichen Be⸗ wegung durch unwiderlegliche Zahlen nach. Die Zahl der Vocschußvereine, welche ihre Abichlüsse für dies statistische Werk sandten, ist auf 777(2059 bekannten Vereinen) ge⸗ stiegen, die 1871 340,336 Mitgl. zählten und an Vorschüssen
auf Credit entnommene Gelder hatten. Diese ganz spezielle
Uleber eine für alle Eisenbahnen höchs nach⸗
Diese 5
d'Alalier an den nach Paris gehenden und in Luze an Die Fahrt
sie Postam'(freilich fürerst „in Deutschland 164k. 5
die Aufmerksamkeit Europas auf sich
Nichts nachgibt. nes' an ihrem
die auf Befehl
bei veischiedenen Gelegen? lagte gelebt hat, Man
den Tag.
—
5⸗Francs Cantonal⸗An leite i 1616 1628 1826 1944 3 5003 5513 5631
aufgenommenen Materials angesichis des bevorslehenden
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2 — S —


