Ausgabe 
11.5.1872
 
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und des zuversichtlichen Entgegenkommens. Die kaiserliche Regierung werde in der Ablehnung des Papstes mit Bedauern ein Anzeichen erkennen, daß in Rom auf gegenseitige vertrauensvolle Beziehungen ein nicht gleich hober Werth gelegt werde.

Das vorgenannte Blatt meldet ferner, daß der Kaiser, voraussichtlich früher, als im letzten Jahr, eine Kur in Ems beginnen werde und be⸗ tätigt zugleich, daß Fürst Bismarck aus Gesund⸗ heitsrücksichten demnächst nach Erledigung der dringendsten Aufgaben der Reichsverwaltung einen mehrmonatlichen Urlaub anzutreten gedenke.

Am 6. d. Abends fand unter zahlreicher Betheiligung die feierliche Eröffnung der Hoch⸗ schule für Wissenschaft des Judenthums statt. Als Festredner traten Rabbiner Philippson, Geiger und Professor Lazarus auf

Hanau. Die biesige der von der Gemeinde

Zeitung meldet, daß Großauheim mit dem

Militärsiscus abgeschlossene Vertrag, der Verkauf von Gemeindeland(Wald) zur Erbauung einer

königlichen Pulverfabrik am 27. April vom Kriegs- ministerium genehmigt worden ist. Der ver!aufte Flächen raum beträgt 100 Hectare. Es erhält die Gemeinde 838 Thlr. pro Hettare und das auf dem Grundstück stehende Holz.

Zweibrücken. Wie die hiesige Zeitung be richtet, bat der katholische Pfarrer von Breitenbach in der Rheinpfalz die in der dortigen Simultan⸗ kirche aufgehängten Bilder des deutschen Kaisers, des Kronprinzen, Moltke's, Hartmann's und v. d. Tann's, sowie ein Verzeichniß der im Kriege aus der Gemeinde gefallenen Soldaten mit eigener Hand beseitigt. Das Bezirksamt Homburg, bei welchem die Gemeindeglieder sich beschwerten, ver- ordnete, daß die Bilder wieder an ihren Platz gebracht werden müßten.

Freiburg i. Br. Nach derFrbg. Ztg. ist laut brieflicher vorläufiger Mittheilung vom Centralcomite der Altkatholiken eine Delegirten- versammlung der altkatholischen Vereine für hiesige Stadt auf Sonntag den 26. Mai in Aussicht genommen. Man habe diese Stadt gewählt, weil das Oberland die meisten Vereine zu bilden schtine und deren Mitwirken zu den Landesbeschlüssen er⸗ leichtert werden soll.

Straßburg. DieStraßb. Ztg. bringt die aus allen Gauen des germanischen Mittel- Europas berstammenden, den Gründungstag der Universität feiernden telegraphischen Grüße voll ständig zum Abdrucke. Außer den Telegrammen des Kaisecs und des Reichskanzlers, welche die von hier entsendeten Begrüßungen beantworteten, sind nicht weniger als 101 Glückwunschedepeschen hier eingegangen, unter denen viejenige des Kron · prinzen oben an steht. Von diesen Telegrammen kommen 42 auf österreichische Städte, die übrigen vertheilen sich auf größere und kleinere Städte des deutschen Vaterlandes.(Aus dem Großzher⸗ zogtbum Hessen finden wir verzeschnet Büdingen, Festversammlung, und Friedberg, Freimaurer; loge daselbst.)

Das amtliche Blatt veröffentlicht folgende Danksagung des Rectorats der neugegründeten Universität:Von allen Seiten sind der Straß burger Universität zu ibrer Eröffnungsfeier die freundlichsten Grüße zugekommmen. Die Univer- sität spricht für diese Zeichen der Theilnahme ihren ianigsten Dank aus, und hofft, es werde iht gelingen, dazu beizutragen, daß die ihr ent gegengebrachten Wünsche ihre Erfüllung finden.

Metz. General b. Bühler nebst Stab ist hier eingetroffen um an Ort und Stelle die Forti⸗ fick tionsbauprojekte zu peüfen und endgültig fest⸗ zustellen. Vorige Woche geschah bereits der erste Spatenstich an dem Westfort von St. Quentin. Welche Rührigkeit überhaupt in der Fortification herrscht, erhellt daraus, daß zu diesem Zwecke jetzt alle 14 Tage 80,000 Thlr. verausgabt werden.

Ausland.

Schweiz. Bern. Nach der vorliegenden Rechnung des Militär-Departements betragen die Grenzbesetzungekosten in den Jahren 1870 und 1871 rie Summe von Fr. 10,818,793. 42, davon kommen in Abzug Fr. 2,556,002. 68 an Rückvergü⸗

tung aus Vorräthen, bleiben also Fr. 8, 262,790. 74, wozu noch Fr. 583,958. 97 Kosten des Finanz⸗ departements zu rechnen sind. Demnach ist der Nettobetrag sämmtlicher Kosten Fr. 8,846,749. 71. Auch ein Pesten von Fr. 2930. 54 für Inter- nirung deutscher Mannschaften figurirt mit auf der Rechnung.

Frankreich. Parise. DieUnion be⸗ stätigt, daß die Carlisten bei Oroquieta durch Moriones überrascht worden seien und 700 Ge fangene verloren hätten. Die Affaire sei aber keineswegs entscheidend. Don Carlos sammele seine Streitkräfte wieder in den Bergen.

DasJoarnal officicl fährt fort, die Entscheidungen der Untersuchungscommission über die Capitulationen zu geben. Der Commandant von Toul, Hauptmann Huck, wird getadelt, weil er die Stadt übergeben, ehe noch eine Bresche geschossen war, und weil er das Artilleriematerial, Pulver und Munition, nicht vernichtet und die Schußwaffen nicht dienstunfähig gemacht hatte. Gleichzeitig aber wird er von der Commission gelobt, weil er den Widerstand trotz des wieder- holten Ansuchens des Gemeinderaths und trotz der sehr vortheilhaften Vorschläge des Feindes sortgesetzt hat. Ueber die Capitulation von Laon erklart die Commission, daß der Tod des Com- mandanten, General Thérémine d'Hame, jede weitere Beurtheilung dieser Uebergabe unnöthig erscheinen lasse; dennoch erscheint es bedauerlich, daß der Platz übergeben worden sei, ehe der General die Kanonen vernageln, die vorhandenen zwei Millionen Patronen zerstören und die 40,000 Kilogrammt Pulver in die Magazine verschließen ließ. Das Urtheil, betreffend die Uebergabe der Stadt Soissons, wird schließlich dahin resumirt, daß der Platzcommandant, Oberst⸗ lieutenant v. Nous, die vollkommenste Unfähigkeit und eine große Schwäche an den Tag gelegt hat, und daß es dem Conseil ungteignet scheint, daß derselbe noch fernerhin ein Commando bekleide. DasJournal ofsiciel meldet ferner, daß am Morgen des 5. Mai die erste Ladung von Deportirten, 250 an der Zahl, auf der FregatteDanas die Jusel Aix verlassen hat.

Versailles, 7. Mai. Nationalversammlung. Der Kriegsminister General Cissey bringt einen Gesetzentwurf ein, betreffend die Zusammensetzung des Kriegsgerichtes, welches Bazaine aburtheilen soll. Die Dringlichkeit wird hierfür erklärt.

Italien. Rom. DasGiornale di Roma sagt: Der Papst hatte anfänglich zu der Ernennung des Cardinals Hohenlohe zum deutschen Bot schafter bei der Curie seine Zustimmung geg ben, dieselbe jedoch sräter zurückgezogen.

t. Aus der Wetterau. Durch die fortwährende Steigerung der Löhne, sowie durch den von Jahr zu Jahr größer werdenden Mangel an Arbeitskräften und an Kapital sind die Vodenpreise allgemein im Rückgang begrissen und die heutige Landwirthschaßt ist in eine schwere Calamität geralhen, welcher nur durch Verbteitung beruflicher Bildung unter det bäuerlichen Bevölkerung entgegen gewirkt werden kiun. In richtiger Würdigung dieser Ver hältnisse hal denn auch der lanewicihschafttiche Verein für Oberhessen seiher für Unterrichiszwecke bedeutende Summen aufge⸗ wendet; er hat nicht allein eine große Anzahl von Lehrern auf seine Kosten an dem landwirihschafllichen Lehrcursus in Darmstadt Theil nehmen lassen, um sie zur Leitung von Fortbildungsschulen, Casiuos ꝛc, zu besäyigen, sondern auch den Fortbildungeunterricht prämirt und im Herbst 1871 die Ackerbauschule zu Friedberg ins Leben gerufen. Dieses hohe Interesse für bessere Baldung der bäuerlichen Bevölkerung hat ser neuerdaigs wieder dadurch bethätigt, daß sein Ausschuß in der Sitzung vom 1. Mai zu Gießen jüc die Errichtung einer Ackerbauschule zu Alefeld einen jährlichen Beitrag von 800 fl. verwilligie. Wenn auch vorerst diese Schule nur für einen Cursus eingerichtet werden sell, indem man glaubie unterstellen zu dürfen, daß diejenigen jungen Leute, welche gesonnen seien, an einem oberen Cursus Theil zu nehmen, in der Ackerbau schule zu Friedberg hierzu passende Gelegenheit fänden, so

darf doch nicht daran gezweifelt werden, daß die projectirte Ansta l in Alsfeld für die dortige Gegend sehr segenszeich wirken kann, wenn namentlich, wie zu erwarten ist, die Lectionepläne beider Anstalten in engen Zusammenhang gebracht werden. Für Friedberg wird sich aber die Nolb⸗ wendigkeit ergeben, die Schule neben tüchtigen Lehekläften mit allen Lehrmitleln aufs reichlichste zu versehen und tbr ein Local zu überweisen, das in jeder Beziehung zweckentsprechend ist. Nur unter diesen Verhällnissen darf man sich der Hoffnung hingeben,

daß die Friedberger Ackerbauschu e einen Anziehungspunkt für die ganze Provinz bilden werde. Daß dies der Stad!

nicht gleichgültig sein kann, bebarf keines näheren Nach⸗ welses. Bei nur 50 Schülern wird immerhin ein Kapital von 10-12 Tausend Gulden umgeschlagen. Durch die Ackerbauschule gibts Verbindungen nach Außen; Fremde, Eltern und sonstige Angehörige besuchen die Stadt, land⸗ wirthschaftliche Versammlungen werden gehalten, kurz, es gibt Verkehr! Sollte da der Stadtvorstand sich nicht veranlaßt finden, für ein passendes Local zu sorgen? Möge er rasch zugreifen, damit es

nicht heiße:Es ist zu spät!

Frankfurt. Der Bau der Brücke an der Neuen Mainzerstraße schreitet rüssig vorwärts und scheint dieselbe früher als die bei Hanau gleichzeitig in Angriff genommene Brucke fertig zu werden. Bei den Fundamentirungsar⸗ veiten des ersten Strompfeilers stieß man auf eine ge⸗ wichlige Felsplatte, welche nun mit Dynamitpatronen in Stücke zersprengt wird. Das Fundament der einzelnen Pfeiler kommt durchschnittlich 10 Fuß unter dem Wasser⸗ piegel zu liegen.

Freiburg i. Br. Für das dahier zu Ehren des 14. Armeccotps zu errichtende Sieges denkmal sind bis jetzt 18 Modelle, darunter von Berlin, Dresden, München, Rom ꝛc., eingegangen und werden noch weitere zu erwarten sein. In der dazu geschmackvoll bergerichteten Sängerhalle findet demnächst eine Ausstellung dieser Modelle statt.

Aus Bayern mehren sich die Nachrichten von Bier⸗ krawallen. Wie in Würzburg kam es auch vor Kuczem in Dillingen wegen Erhöbung der Bierpreise zu Krawallen, die so große Dimensionen annahmen, daß das Militär einschreiten mußte. Auch in Nürnberg wollten die Brauer ausschlagen, unterließen dies jedoch Angesichts zes Unwillens, welchen schon die Ankündigung dieser Maßregel in allen Kreisen hervorgerufen hatte.

Köln. TerK. 3. geht von General Goeben aus Bacharach folgendes Schreiben zu: Der geehrten Redaction

zeehre ich mich, Angesichis der auch in dieKöln. Zeilung

aufgenommenen kleinen Erzählung über meine intimen Beziehungen zu dem General Faid berbe ganz ergebenst mitzutteilen, daß ich zu meinem Bedauern bisher nicht die Eyre gehabt habe, die persönliche Bekanntschaft dieses Generals zu machen. Die Freundschaft in Spanien, die Besuche iu Amiens beide sind gleicher Maßen Phan⸗ lasie⸗Gebilde.

B. Friedberg.(Jubiläumsfeier in Büdingen. Schluß.) Nun galt es aber, auch den landschaftlichen Reizen der nächsten Umgebung des Feststädtchens den schuldigen Tribut der Be⸗ wunderung zu zollen und hatte der fürstliche Patron der Anstalt, dem bezüglichen Wunsche Aller freund lich entgegenkommend, für den nächsten Tag(2. Mai) zu einer Waldpartie in den benachbarten Thier- garten eingeladen. Felsenklüften desWildensteins, zu dessen Füßen das Städtlein mit seinen wohlerhaltenen Mauern und Thürmen, seinem alten Fürstenschlosse, daran die lieblichen Parkanlagen desHain weithin sich ausdehnen, durcheilt von klarem Bache, friedlich lagert und dem gegenüber an den steilen Hängen desPfaffenwaldes die Traube reift, bewegte sich in der Morgenstunde der bunte Zug der Fest⸗ genossen, Männlein und Fräulein, voran Hornisten, die an den Krümmungen des Weges mit frischen Fanfaren und Jagdliedern das Echo des Thales weckten, fröhlich waldeinwärts dem Bestimmungs⸗ orte zu. Unter dem hohen Blätterdache des maien⸗ grünen Buchwaldes, am Ufer des Thiergarten⸗ Weihers, dessen beflaggtes Schifflein manche der Besucher über die glatte Fläche trug, blieb die festliche Schaar bei schäumendem Pokale, kräftigem Imbiß, Musik, Spiel, Gesang und launigen Vor- trägen Einzelner hier einige Stunden lang heiter im Grünen vereint, erfreut überdies durch die Gegenwart der sämmtlichen hohen Angehörigen des fürstlichen Hofes. Manches bemooste Haupt sagte nach der Rückkehr in's Städtlein diesem und dem Festtreiben wehmüthig Valet; die junge Welt dagegen gedachte selbstverständlich nicht zu scheiden,

Vorüber an den malcrischen

ohne den dargereichten Becher der Freuden bis

zur Neige geleert zu haben und dazu gehörte denn noch der Besuch des, für denselben Abend zum würdigen Beschlusse des Ganzen in Aussicht ge⸗ nommenen, Festballes. Gleich allen anderen programmmäßigen, wie extemporirten, Festlichkeiten der herrlichen Maitage verlief derselbe bei der animirtesten Stimmung der noch immer sehr zahl⸗ reichen Theilnehmer heiter und ungetrübt in den Räumen der Festhalle und bewegte sich daselbst die Menge der in den glänzendsten Toiletten strahlenden einbeimischen und fremden Schönen

mit ihren Tänzern unermüdlich beim Schmettern der Trompeten und Schalle der Geigen im munteten Reigen, bis der helle Tag verwundert zu den Mii dem obligaten

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