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der 1. Art.⸗Insp. und Versetzung in das Groß herzogliche Artillerie-Corps, zum Hauptmann be⸗ fördert. Straßer, Prem.⸗Lieut. von der 5. Art. Brigade unter Beförderung zum Hauptmann in das Großherz. Artillerie- Corps versetzt. Viessel, Hauptmann dom Groß h. Art.⸗Corps, zum Batterie- resp. Compagnie ⸗Chef ernannt. Rabn, Großh. Sec.⸗Lieut., vom 1. Jan. c. ab in den Verband der preuß. Armee, und zwar als Sec.⸗Lieut. mit seinem Patent vom 25. August 1870, unter Be- lassung im 2. Großh. Inf. Regt.(Großherzog) Nr. 116 aufgenommen. Dr. Düsterberg, Stabs⸗ und Bataillons⸗Arzt vom Füstlier⸗Bat. 2. Westf. Inf.⸗Regts. Nr. 15(Prinz Friedrich der Nieder- lande), zum Ober- Stabs- und Regiments Arzt des 1. Großh. Inf.(Leibgarde-) Regts. Nr. 115, Dr. Daniel, Stabs- und Bataillons Arzt vom 2. Bat. 2. Hess. Inf.-Regts. Nr. 82, zum Ober Stabsarzt bei dem Commando des Großherzog⸗ lichen Artillerie-Corps ernannt.
— Am 28. März begann die 2. Kammer mit der Berathung über den Hauptvoranschlag der Staatsausgaben für 1872 und setzte dieselbe in den darauffolgenden Sitzungen der vorigen Woche fort.
Die Forderungen der Regierung wurben zum großen Theile ohne bemerkenswerthe Debatte an⸗ genommen, doch beschloß die Kammer mehrere nicht unbedeutende Modificationen der begehrten Summen. Bei der Rubrik„Oberconsistorium“ hatte Freiherr Löw-Ziegenberg beantragt eintreten⸗ den Falls die Stelle eines geistlichen Raths mit einem Lutheraner zu besetzen, wogetzen sich Mini⸗ sterialrath v. Lehmann in ziemlich scharfer Weise aussprach und ausführte, daß die Berufung von Anhängern einer extremen Richtung in diese Be⸗ hörde nur deren Wirksamkeit stören werde. In diesem Sinne äußecten sich gleichfalls die Abgeord⸗ neten Kritzler, Curtman und Kraft. Bei der Ab⸗ stimmung erklärten sich außer dem Antragsteller nur noch 2 Abgeordnete des grundherrlichen Adels (v. Rievesel und v. Günderode) für den Antrag.
Berlin. Der„Staatsanzeiger“ enthält einen Erlaß des Cultusministers, d. d. 29. Februar, worin es heißt: Das Gebict des höheren Unter richtswesens hat von den kirchlichen Bewegungen det Gegenwart nicht unberührt bleiben können. Die verschiedenen für die Schulverwaltung da— durch angeregten Fragen werden ihre definitise Erledigung erst durch das beabsichtigte Unterrichts- gesetz finden. Hinsichtlich des Religionsunterrichts ist jedoch zur Vermtidung drückender Uebelstände schon jetzt eine der bestehenden Vorschriften ge- boten. Der Minister bestimmt demgemäß: In öffentlichen höheren Lehranstalten ist hinfort eine Dispensation vom Religions unterrichte zulässig, sofern ein genügender Ersatz dafür nachgewiesen wird. Betreffende Gesuche sind an das Provinzial Schulcollegium oder die Regierung zu richten. Ditse Behörden befinden darüber, ob der nachge— wiesene Ersatz genügend ist. An der Zugehörigkeit der religibsen Unterweisung zur gesammten Auf- gabe höherer Lehranstalten, sowie an dem Lehrziel des Religions- Unterrichtes derselben wird durch vorstehende Bestimmungen nichts geändert.
— Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ bemerkt zu dem neuesten Briefe des Cardinal Staatssecretärs Antonelli an den Straßburger Bischof: Das Schreiben ändere nichts an der Sachlage. Beide Theile seien darüber einig, daß der Vertrag gelöst sei. In Rom scheine nur neue Uebereinkunft gewünscht zu werden. Wünsche seien jedoch keine Rechtsquellen. Die Regierung werde die betreffenden Verhältnisse im Wege der Gesetz— gebung ordnen. Die Gesetzgebung werde eine wohlwollende sein und den Wünschen der Kirche möglichst entsprechen.
— Der Bundesraih hat beschlossen, für das römisch⸗germanische Central-Museum in Mainz, welches Sammlungen aus der vorchristlich⸗germa nischen Zeit umfaßt, einen jährlichen Zuschuß von 3000 Thaler an Stelle der bisher gewährten 1200 Thlr. aus der Reichskasse zu gewähren.
München! Am 28, Febr. feierte der Nestor der katholischen Theologie, Prof. Döllinger, seinen 73. Geburtstag. Van allen Seiten, ja aus allen
und Verehrer. Die meist en Mitglied er des bie · sigen diplomatischen Corps brachten ihm ihre Huldigungen persönlich dar. Im näubsten April. feiert Döllinger sein Priestersecundiz, d. h. er ist
dann 50 Jahre Priester.
Stuttgart. General Werder, von Tausenden am Bahnhof jubelnd begrüßt, ist hier angekommen und im„Hotel Marquardt“ abgestiegen, Er hielt vom Fenster desselben eine Anrede an die Volks- menge und brachte Hochs auf den König und das Volk von Würtemberg aus.
Karlsruhe. Die Abgeordnetenkammer hat den Gesetzentwurf über die Erhebung der Stempel gebühren durch Stempelmarken in der zweiten Lesung einstimmig angenommen.
— In der Abgeordnetenkammer wurde von, verschiedenen Abgeordneten eingebracht: 1) ein Antrag auf Uiferfuchung der im Lande bestehenden weiblichen Lehr⸗ und Erziebungsinstitute mit klöster⸗ lichen Einrichtungen, sowie aller in den verschie⸗ densten Formen entstandenen klosterartigen Anstalten und Einrichtungen; 2) ein Zusatz- Antrag zum Elementarunterrichtsgesetz, nach welchem den Mit— gliedern eines religiösen Ordens oder einer soge; nannten religiösen Brüderschaft jede öffentliche Lehrwirksamkett im Großherzogthum untersagt ist; 3) tine Interpellation, die Stellung der Regie-
rung zum Altkatholizismus und den neugebildeten
altkatholischen Gemeinden, sowie den obligatorischen Religionsunterricht in den Schulen betreffend.
Straßburg. Die„Straßb. Ztg.“ theilt mit, daß unverzüglich eine Landescommission in Straßburg und an andern Orten Localcomite's behufs Betheiligung des Reichslandes an der Wiener Weltausstellung zusammentreten werden.
Ausland.
Oesterreich. Wien. Ein Erlaß des Cultus- ministers verordnete, daß sämmtliche Acte der Altkatholiken und die Handlungen ihrer Priester keine staatliche Gültigkeit haben sollen.
Frankreich. Paris. Am 28. Februar haben der deutsche Botschafter Graß von Arnim und der französische Finanzminister, Pouyer⸗ Quertier, eine Zusag⸗ Convention unterzeichnet,
welche den stipulirten Zahlungsmodus der vierten
Halbmilliarde der Kriegscontribution dahin regelt, daß gegen 5 pCt. Disconto die fälligen 410 Mil- lionen am 6. März bezahlt werden.
— Das„Journal officiel“ veröffentlicht die Ernennung Fournier's zum Gesandten Frankreichs bei der italienischen Regierung
— Eine ofsicielle Note dementirt die Gerüchte betreffs der Emission einer sofortigen Anleihe und erklärt, daß vor Juli keine Anleihe aufgenommen wird.— Btrichte aus den südlichen Departements bestätigen die Nachrichten von der fortschreitenden Beruhigung der Bevölkerung.
— Die„Gazette de France“ versichert, daß der Prinz v. Joinville und der Herzog v. Aumale wieder in ihre früheren Grade, Ersterer als Vice⸗ Admiral und Letzterer als Divisioasgeneral einge setzt worden seien.
— Durch das Uebereinkommen, welches zwischen dem Finanzminister Pouyer⸗Quertier und dem Grafen Arnim wegen Antizipirung der Zahlung der vierten halben Milliarde in Versailles zu Stande gekommen, gewinnt Frankreich an Zinsen etwa 2½ Millionen Francs.— Die Berichte, welche Herr Thiers täglich über die bonaparti⸗ stischen Umtriebe erhält, constatiren, daß der An⸗ hang des Exkaisers fortwährend zunimmt, und daß ein großer Theil der Arbeiter und der kleinen Bourgeosie jetzt für denselben sind. Auch in der Armee soll diesen Berichten zufolge die Zahl seiner Anhänger ganz bedeutend zugenommen haben.
Großbritannien. London. Lord Gran⸗ ville hat dem Oberhause, Gladstone dem Unter— hause angezeigt, daß, als die Königin nach dem Buckingham Palaste zurückkehrte, ein junger 18jähriger Mensch an den Wagen trat und eine Pistole auf die Königin richtete, der Schuß jedoch versagte. Der Verbrecher sei verhaftet worden. Derselbe habe Schriftstücke besessen, welche die
Ländern kamen dit Glückwünsche seiner Freunde
Freilassung gewisser fenischer Gefangenen bezweckten. — Der Name des jungen Menschen, welcher
das Attentat gegen die Königin v, ist O'Cotnor. Die Pistole, welche derselb führte, ist alter Construction und war nicht geladen.(I!) O' Cotnor erklärt, daß er bereits bei dem Dank⸗ feste versucht habe, der Königin zu nahen
Italien. Rom. Ueber die Audienz des Prinzen Friedrich Karl bei dem Papste wird noch berichtet. Prinz Friedrich Karl war in Uniform und unterhielt sich mit dem Papste ohne Zeugen Schon hieraus ist abzunehmen, was von den da und dort gemachten Mittheilungen über den In- halt des Gespräches zu halten ist. Der Prinz wußte, wie sein Erscheinen daran erinnern mußte, daß die zwei Schwerter des h. Stubles bei Königsgrätz und Sedan zerbrachen, doch seine Haltung verrieth deshalb nichts Peinliches, um so weniger, da ihn Pius IX. beim Eintreten mit der freundlichen Bemerkung empfing, es sei doch schön, daß er sich des Gefangenen erinnert. Der Prinz freute sich über das gute Ausseben desselben in so hohem Alter, was Pius als eine besondere göttliche Gnade gelten ließ.
Amerika. Newyork. Es verlantet, daß in Betreff der Alabama- Angelegenheit die Antwort der Unionsregierung auf die englische Note die Andeutung enthalte, Amerika werde nicht erstaanen, im Falle das Schiedsgericht die indirecten Schaden ansprüche der Union als ungerecht und unzulässtig erklären sollte. 0 f
Washington. Der Senat hat mit 55 gegen 5 Stimmen die Resolution Sumner's auf Ein⸗ leitung einer Untersuchung wegen der während, des Krieges an Frankreich verkauften Waffen an“ genommen. Das Repräsentantenhaus hat bereits, tine auf diese Angelegenheit bezügliche Commission eingesetzt. f
S. Melbach. Vorigen Millwoch hielt das land⸗ wirthschaftliche Kränzchen der Orte Melbach, Södel und Wölfersheim im Saale des Gastwirths Schneider zu Södel seine dritte Virsammlung ab. Die Betheiligung war eine ungemein zahlreiche. Als Gäste waren zur großen Freude der Vereinsmitglieder Herr Dr. Vogel und Herr Kreisassessor Haas eingetroffen. Sie trugen durch ihre ebenso klaren und verständlichen, als reich⸗ halngen und darum mit großem Beifall aufgenommenen Vorträge, sowie durch ihre lebhafte Theilnahme an der Discussion nicht wenig zur Klätung der Begriffe und somit zur Erreichung der schönen Resultate des Kränz⸗ chens bei. An der Spitze der Tagesordnung stand die Errichtung eines Vorschuß⸗ und CEreditvereins fär die Orte Melbach, Södel und Wölfersheim. Bedeutung und Zweck desselben legie Herr Leörer Hahn von Södel in einem erschöpsenden Vortrag dar. Nachdem in der hierauf eröffneten Discuffion die Wichtigkeit dieses In⸗ nitutes und die Vortheile, welche es dem Landwirthe biete, von allen Seiten bel uchtet worden waren, schriit man sofort zur previssrischen Gründung des Vereins und trat der bei weitem größte Theil der Anwesenden dem⸗ selben bei. Die endgültige Feststellung der Stamten erfolgt bei der nächsten Versammlung. Hiermit im Zu⸗ sammenhang wurde die Frage wegen Excichtung eines Consumvereins für gedachte drei Orie erörtert. He. Kreisassessor Haas und Herr Dr. Vogel riethen davon
ab, einen besonderen Verein zu gründen, indem sie über⸗
zeugend nachwiesen, wie viel vortheilhafter es sei, sich dem in Friedberg errichteten Consumverein anzuschliegen, denn„je größer der Verein, desto größer die Bestellungen, desto vesser und billiger auch die Waare.“ Dieser Vor⸗ schlag wurde allseits angenommen und meldeten sich eine große Anzahl der Milglieder zum Eintriit in den Fried⸗ berger Consum- Verein. Von nicht geringerem Interesse war die zweise Frage der Tagesordnung: Die Tief ⸗ cultur, d. h. tieferes Ackern, als es seither üblich war. Sie wurde eingeleitet durch einen ausführlichen Vortrag des Herrn Oeconomen Philipp Keil von Melbach. Die Ansichten über diesen Gegenstaud stimmten im Wesent⸗ lichen überein und kam man zu folgendem Ergebniß, das Erfahrung und Wissenschaft bestätigen:„Es ist ein unabweisbares Bedürfniß einer rationellen Landwirth⸗ schaft, mit Vorsicht und allmälig zur Tiefcultur überzugehen.“— Unter der gespanntesten Aufmerksamkeit Aller schwanden die Abenoͤstunden unvermerkt dahin und mußte von der Behandlung der dritten Frage der Tages- ordnung:„Die Saalkartoffeln“, für dießmal abgeseh en werden. Herr Dr. Vogel sprach sich schließlich sehr a n⸗ erkennend über den Verlauf des Kränzcheus und die rege Theilnahme der Mitglieder aus, hob dann weiter in beredten Worten die hohe Bedeutung derartiger Vereine für den rationellen Betrieb der Landwirthschaft hervor und wünschte endlich dem Vereine bestes Gedeihen. Der Dank der Versammlung wurde den Gästen in all eits kräftigst unterstützten Toasten ausgesprochen. Die nächste Versammlung findet Mittwoch den 13. in Melbach stast.
Frankfurt. Ueber die entsetzliche Katastrophe in der Judengasse bringen die hiesigen Blätter folgenden Bericht: Elwa 20 Menuten nach sechs Uhr fiel von einem in der Mitte der Judengasse gelegenen Hause ein Stück Mauer
Hiesell Abbru einge nicht i gehökt demsel vergebl Die A sett, 9 Todt Das einer
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Nach Uhr erneut! Atbeit Scha


