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nicht vrovociren, aber, sofern dieselbe unausbleiblich] Aufgaben aufzählen, welche die Regierung zu lösen
sei, die Gemüther versöhnend darauf vorbereiten solle.
Straßburg. Von den Forts, schreibt man der„N. Fr. Pr.“ von hier, welche unsere Stadt zu einem Waffenplatze ersten Ranges machen werden, sind seit einiger Zeit mehrere rüstig in
Angriff genommen worden, so namentlich die beiden,
welche die sog. Hausberge krönen, ein ansehnlicher gestreckter Rücken, der ungefähr in der Linie zwischen Straßburg und Zabern liegt. Erst mit ihrer Vollendung wird mit der sehnlichst gewünschten Stadterweiterung begonnen werden können.
Ausland.
Schweiz. Bern. Die französische Regie- rung hat vom 1. Juli an die Paßvisa-Gebühren gegenüber der Schweiz aufgehoben. Unterhand⸗ lungen über die gänzliche Aufhebung der Paß⸗ Formalitäten sind eingeleitet.
Genf. Das Schiedsgericht hat in endgültiger Beschlußfassung am 28. Juni die indirecten An- sprüche und den Antrag Englands auf Vertagung verworfen. Amerika und England haben diese Entscheidung acceptirt. Die nächste Sitzung findet am 15. Juli statt.
Luxemburg. In der Deputirtenkammer wurde am 27. Juni der Eisenbahn Vertrag mit Deutschland einstimmig ohne erhebliche Debatte angenommen. Die Sesston wurde hierauf geschlossen.
Frankreich. Paris. Der Vertrag zwischen Frankreich und Deutschland ist durch Graf Remusat und Graf Arnim unterzeichnet worden. Die von Thiers gemachten Vorschläge sind in den Haupt: punkten acceptirt und nur einige leichte Modifi⸗ cationen in andern Punkten angebracht worden. Der Vertrag, welcher als äußerst günstig betrachtet wird, soll alsbald der Nationalversammlung unter- breitet werden.
— Thiers empfing die drei Delegirten des im Hinblick auf die Anleihe gebildeten Pariser Banquiers⸗Syndikats, die Herren Daru, Germain und Joubert. Er beruhigte die Delegirten darüber, daß die Anleihe näher bevorstände, als man all⸗ gemein glaube, und daß auch nicht, wie es hieß, ein großes Bankhaus bei der Betheiligung be⸗ sonders begünstigt werden solle. Nach dem„Siecle“ hätte er sogar erklärt, daß der ganze Betrag der Anleihe im Wege der öffentlichen Subscription erfordert werden soll; er werde, hätte er hinzu⸗ gefügt, künftigen Montag in der Lage sein, der National versammlung das Resultat der Unterhand⸗ lungen mit dem Berliner Cabinet mitzutheilen.
— Ein vierter Mitschuldiger jener grausigen Volksscene, welche in einer Januarnacht während der Belagerung in der Vorstadt Grenelle spielte und in der ein ehemaliger Polizei ⸗Sergeant des Kaiserreichs unter wüsten Mißhandlungen zum Tode befördert wurde, ist nachträglich entdeckt worden und vor seinen Richtern, demselben Assisen⸗ hofe, der gegen zwei Schriftsteller verhandelt hatte, erschienen; Sauvaglot, der sich dann auch unter der Commune durch zahlreiche Gewaltacte einen gefürchteten Namen gemacht hat, wurde, wie zuvor seine drei Complicen, zum Tode verurtheilt.
Versailles. Der mit dem deutschen Bot⸗ schafter, Grasen Arnim, vereinbarte Vertragsentwurf ist am 27. Juni von Berlin hier wieder einge langt. Die Unterzeichnung steht ganz nahe bevor. Sobald dieselbe erfolgt ist, gelangt der Vertrag zur Mittheilung an die Nationalversammlung.
Dänemark. Kopenhagen. Amtlicher Be⸗ kanntmachung zufolge wird Justizminister Krieger vom 1. Juli ab zum Finanzminister, Etatsrath Klein, Präsident des See- und Handelsgerichts, zum Justizminister ernannt.
Spanien. Madrid. In der Umgebung von Xerez haben sich Banden gebildet. Sie haben in der Stadt Barrikaden errichtet, welche aber von den Truppen genommen wurden. Die Cavalerie verfolgte die Insurgenten und machte 51 Gefangene. Die Bürgergarde von Puerto de Santa Maria machte gleichfalls Gefangene. Man erwartet demnächst die Veröffentlichung eines Mani⸗ festes der Regierung. Dasselbe wird die poli⸗ tischen, administrativen und volkswirthschaftlichen
sich zur Pflicht gemacht hat..
— Man versichert, daß der König die Auf- lösung der Cortes unterzeichnet habe und das amtliche Blatt das betreffende Decret am 3. Juli veröffentlichen werde. a
Italien. Rom. Von bier wird berichtet, daß der Papst auf seine eigenen Kosten dem Papst Gregor VII. in Salerno ein Monument errichten läßt. Der Architekt Innocenti ist bereits nach Salerno gereist, um dort die nöthigen Vorarbeiten zu veranlassen. Indem Pius IX. dem Andenken des Papstes, vor dem ein deutscher Kaiser barfuß im härenen Büßergewande um Gnade gefleht hat, ein Monument errichten läßt, gibt er Antwort auf das feste Wort Bismarck's, daß das heutige Deutsch⸗ land nicht nach Canossa gehen werde.
Amerika. Port⸗au-⸗Printe. Die Re⸗ gierung von Haiti concentrirt Truppen bei Kap Haiti, da sie einen neuen Angriff von San Domingo aus befürchtet. Wie es heißt, wird die Regierung Baez den Krieg erklären, da man ihn für den Urheber des Angriffs auf das Gebiet von Haiti hält.
Caratas. Die Revolution ist zu Ende. Salazar wurde nach seiner Niederlage vom General Colina verfolgt und gefangen genommen, Vor ein Kriegsgericht von 23 Offizieren gestellt, würde er dazu verurtheilt, am 17. Juni in Gegenwart der gesammten Armee erschossen zu werden.
Gießen. Am 26. Juni Nachts gegen 12 Uhr wurde ein Mann aus Rodheim vor der Stadt, jenseits der Lahn⸗ brücke, von einigen Burschen verwundet und selbst dann noch zum wiederholtenmale gräßlich geschlagen, als er bereits längere Zeit betäubt im Chausseegraben gelegen hatte. Zum Schluß nahmen sie ihm das Geld ab und theilten es unter sich.— Anderen Tages früh hat die Polizei die Thäter— drei Ziegelbrenner aus Climbach und Beuern— ermittelt, verhaftet und das gestohlene Geld bis zum letzten Heller wieder herbeigeschafft.
Gießen. Montag den 1. Juli, Vormittags 9 Uhr, nahmen die Sitzungen des Schwurgerichts vom 3, Quartal l. J. ihren Anfang und werden während derselben nach: bemerkte Anklagen zur Verhandlung beziehungsweise Ab⸗ urtheilung kommen: Den 1. Juli, Vormittags 9 Uhr, gegen Marie Schäfer von Gardbenteich, wegen Diebstahls; Ver theidiger: Großherzoglicher Hofgerichtsadvocat Weidig. Denselben, Nachmittags 3 Uhr, gegen Johannes Noll VI. von Schwarz, wegen Diebstabls; Vertheidiger: Großh. Hofger.⸗Adv. Dr. Gulfleisch. Den 2. Juli, Vorm. 8 Uhr, gegen Curt Hohmeier von Rainrod, wegen Diebstahls; Ver⸗ iheidiger: Großh. Hofger.⸗Adv. Dr. Dittmar. Denselben Nachmittags 3 Uhr, gegen Johannes Groß IV. von Lehn⸗ heim, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg; Ver— theidiger! Großh. Hofger.⸗Adv. Dr. Reatz. Den 3. Juli, Vormittags 8 Uhr, gegen Johannes Schmitz von Flitiard, wohnhaft in Gießen, wegen Diebstahls; Vertheidiger: Hofger.⸗Adr. Lauer. Denselben, Vormittags 11 Ubr, gegen Ludwig Döringer von Wieseck, wegen Diebstahls; Vertheidiger: Großh. Hofger.⸗Adv. Thorwart. Den 4. Juli, Vormittags 8 Uhr, gegen Wilhelm Zinßer, Postexpeditions⸗ gehülfe zu Kirtorf, wegen Verbrechens im Amte; Ver⸗ theidiger: Großb. Hofger.⸗Adv. Dr. Muhl.
Frankfurt ist um ein Kleinod ärmer geworden. In der hiesigen Familie W. wurde nämlich der Briefwechsel, welchen Altmeister Göthe einstmals mit einem Gliede derselben, das er als„Suleika“ verherrlichte, aufbewahrt, dabei war aber bestimmt, daß der Inhalt der Briefe bis zu einem gewissen Zeitpunkie nicht veröffentlicht werden dürfe. Durch den Tod der Frau Sch. wurde nun diese Bestimmung hinfällig. Da trat die Familie zusammen, um über das Schicksal der Briefe zu entscheiden: die Einen wollten aus Prüderie, weil die Briefe sehr zärtlich sein sollen, dieselben vernichten; die Andern wollten dieselben in der Stadtbibliothek deponiren; die Dritten endlich setzten es durch, daß man sich des Verkaufs halber an einen hiesigen Buchhändler wandte. Dieser hat nun die Manuscripte einem Leipziger Buchhändler angeboten und solche für 5000 Thlr. verkauft. Frankfurt ist dadurch um eine Perle ärmer geworden.
Darmstadt. Am 27. d. stand ein kaum 15jähriges Mädchen Anna Maria Werner von Klein⸗Krotzenburg wegen Moceversuchs vor dem hiesigen Beziiksstrafgericht. Die im Wesentlichen eingeräumte Anklage ging dahin, daß die Beschuldigte, eine äußenst beschränkie. jedoch keines⸗ wegs unzurechnungsfähige Pecson, ein sechsjähriges Mäd⸗ chen aus Zorn darüber, weil dasselbe sie beleidigt haben soll, in den Main getragen, und die Absicht, es zu er läuten, durch verschiedene, beharrlich wiederholte Versuche bethäligt habe. Das Kind wurde nut durch einen glück⸗ lichen Zufall vor dem Tod in den Wellen durch einen Fuhrmann gerettet. Die Staatsanwaltschaft beantragte wegen versuchten Mordes eine Gefängnißstrafe von sechs Jahren. Der Gerichtshof sand die Angeklagte indeß nur des Versuchs des Tooschlags schuldig und erkannte auf 1 Jahr 8 Monate Gesängniß, gegen welches Urtheil die Staatsbehörde sosort Berufung einlegte.— Ueber unserer Stadt entluden sich am 27. Juni nicht weniger als 4 Ge⸗ witler, theilweise von Hagelschlag begleitet.
Erbach. Bei dem am 24. d. M. in 1 ab⸗ gehaltenen Forstgerichte ergaben die Besprechungen, daß am verflossenen Samstage Oberförster von Kienle mil 2 Förstern im Wirthshause zu Brehmhof ein verdächtiges, seinen Namen falsch angebendes Subject packte, binden und auf das Landgericht Höchst abgehen ließ, eh en in dem Ueberlieferten ein steckbrieflich verfolgtes Subjetl von Kinbach, Kreis Neustadt, constatirte. e wurden bei Höchst 2 Stromer aufgefangen, und bürfle anzunehmen sein, daß diese drei hinter Schloß und Riegel Sitzenden dieselben Kerls sind, welche verflossenen Freitag Nacht in Hengmantel, Kreis Neustadt, einbrechen wollten, durch einen Schuß aus dem Nachbarhause verscheucht wurden.— Hiermit wären wohl die 3 letzten Verdächtigen, welche nach Angabe der Polizei noch fehlten, unschädlich gemacht, denn sämmtliches sonstige Forsipersonal gab dit festen Versicherungen, daß nirgends verdächtige Leute zu sehen wären; auch das Gericht ist mit seinen Resultaten zufrieden, und wollen wir hoffen, daß das Publikum in Bälde genügende Aufschlüsse erhalten kann.— Es tit nun an alle Odenwälder die große Verpflichtung heran, endlich einmal die gehabte Angst zu übermannen, damit unsere bisherige Sicherheit, die einmal durch Ansammeln schlechter Subjecte so gröblich geslört war, zurückkehre, Ganz besonders muß aber erwartet werden, daß die Re⸗ volver und Pistolen zu Hause bleiben. Ganz besonders muß aber auch hervorgehoben werden, daß jene Schreckensartikel in auswärtigen Blättern ein Ende nehmen, und das reisende Publikum von dem neu eröffneten Odenwalde forlan nicht abgeschreckt werde. 5 Bechtheim. Innerhalb der letzten 8 Tage wurden in den Gemaikungen Bechiheim nicht weniger als 82,000 Mäuse und cuca. 600 Kornhamster abgeliefert und dafür aus der Gemeindekasse ungefähr 700 fl. ver⸗ ausgabt. a e Nassau. Das am 25. Juni versammelt gewesene Fesicomiie zur Enthüllung des Stein-Denkmals hal auf Vocschlag des Gemeinderaths mit Stimmen⸗Einhellig⸗ keit beschlossen, ein zweitägiges Fest in glanzvollster Weise zu veranstalten, insbesondere auf Kosten der Stadt auf „dem Furt“ eine Festhalle für circa 500 Personen zu er⸗ bauen, Bau-, resp. Verschönerungs⸗-, Wohnungs- und Ordnungs⸗Comites zu bilden, alle Mitglieder„des Comites zur Errichtung eines National- Denkmals für den Frei⸗ herrn v. Stein“ als Gäste der Stadt einzuladen und sonstige erforderliche Einladungen ergehen zu lassen, die Musikcapelle des Pioniercorps in Coblenz zu engagiren, Ehrenpforten zu errichten, am ersten Festabend einen Zug durch die illuminirte Stadt und ein Feuerwerk auszuführen und die Stadt zu beflaggen. ö
Orleans. Ein fürchterliches Eisenbahnunglück er⸗ eignete sich am 19. Juni auf der Eisenbahnlinie von Orleans. Als der Zug von Bordeaux um sechs Uhr Morgens in Juvisy eintraf, stieß er quer auf einen im Bahnhof manöorirenden Wagentrain. Der Stoß war fürchterlich. Die Locomotive, der Tender und die ersten Waggons würden über den Waarenzug hinausgeschleudert. Um das Unglück vollständig zu machen, verbreitete sich das Feuer der Maschiene und iheilte sich den Wagen mii, Es war ein gräßliches Schauspiel; man hörte das Ge⸗ schrei der Personen, die nicht auf der Stelle getödtet worden waren. Die Flammen waren so heftig, daß es nicht mögllich war, den Leuten Hilfe zu bringen. Kurz darauf war Alles, Reisende und Wagen, verkohlt. Die Zahl der Verwundeten mag sich auf 20 bis 30 belaufen, die der Todten kennt man vis zur Stunde noch nicht genau, doch sind wenigstens fünf Personen verbrannt. Die nur leicht beschädigten Passagiere wurden von dem Lyoner Zuge aufgenommen und kamen um 8 Uhr in Paris an.
Amerika. Wie es beim Bostoner sogenannten in ter⸗ national⸗musikalischen Friedens⸗Jubiläum um die Musik steht, ist aus einem Kabeltelegramm zu ersehen, welches die wichtige Mittheilung macht, daß in der Jubiläumshalle ein großer Ball slattfand, an welchem 27,000 Personen Theil nahmen und bei welchem Walzer⸗ Strauß den Takislock schwang. Die Amerikaner haben übrigens für diesen Spectakel einen neuen Namen ge⸗ junden, sie nennen ihn:„das Bostoner musikalische(7) Erdbeben.“ f
In New. Nork hat dieser Tage eine Hochzeit statt⸗ gefunden, der eine eigenthümliche Liebesgeschichte vorher⸗ ging. Ein Kaufmann in der Amity Street daselbst, Namens Bischof, hatie eine reizende Tochler von 17 Jahren, Ida, und einen Cleik, Namens John Brown 24 Jahre alt. Die jungen Leute liebten sich und letzten Winter hielt Brown dei Ida's Vater um ihre Hand an. Der wohl⸗ habende Kaufmann wies den Bewerber höhnisch ab und sagie dabei, da er wußte, daß Brown kaum mehr als 200 Dollars von seinem Gehalte erspart halte, vor mehreren Zeugen:„Ich gebe Ihnen meine Tochter nur, wenn Sie im Stande sind, sie mu Gold aufzuwägen.“ Brown griff diese Idee auf und verlangte die Zusage schriftlich. In einer ubermüthigen Laune und in der Ueberzeugung, daß der Cleuk nümals so viel Gold zusammenbringen werde, wurde die schriftliche Zusicherung gegeben, von Bischof un) zwei Zeugen unteiferligt, und kaum halte Brown sie in der Tasche, so reiste er nach Callsornien ab, um Goldgräber zu werden. Mehrere Monate lang erwab er sehr wenig, aber er blieb in steter Cortespondenz mit Ida, und ver⸗ sicherte dieser allen Eenstes, er werde nicht ruhen, bis er im Stande sei, sie mit Gold aufzuwiegen. Das Mädchen ließ sich insgeheim abwiegen und sendete ihm die Ziffer ihres Gewichtes. Das gleiche Gewicht in Gold hätte an 36,000 Dollars belragen. Plötzlich machte Brown einen Goldfund im Werthe von 20,000 Dollars und gewann einige Tage darauf 3000 Dollars im Spiele. Nachdem
er von dem letzteren Betrage wieder 2000 Dollars verloren,
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