mit Unsern kirchlichen Behörden und vorbehaltlich der Be⸗ gutachtung durch die außerordentliche Synode in Gemäß⸗ beit des§. 32 des Versassungs⸗ Entwurfs die Zahl und den Bereich der künftigen Dekanate bestimmt und unser Minislerium des Innern beauftragt, diese Eintheilung zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Zugleich haben Wir dasselbe angewiesen, in der nachstehend näher bezeichneten Weise die Bildung der Dekanats ⸗Synoden und die Wahl der Uns für das Amt eines Dekans resp. Vorsitz enden der Synode in Vorschlag zu bringenden drei Geislichen zu veranlassen. Es sind dabei die§§8. 33, 34, 35, 36, 37, 39, 40, 41, 42, 48, 46, 47 und 48 des Entwurfs der Kirchenversassung in Anwendung zu bringen, jedoch mit folgenden durch die Verhältnisse gebolenen Abweichungen: Bei den 88. 34, 46, 47. Die einzelnen Gemeinden sind erst dann berechtigt, sich in der Dekanals⸗Synode vertreten zu lassen, wenn in derselben der provisorische nach Maß⸗ gabe Unferes Edikis vom 8. Dezember 1870 gewählte Kirchenvorstand in seine Functionen eingewiesen worden ist. Hat diese Einweisung dis zum Termine für die Wahl der Uns für das Amt des Dekans in Vorschlag zu bringen⸗ den drei Geistlichen nicht stattgefunden, so bleibt die de, tteffende Gemeinde bei letzterer unvertreten. Bei 8. 37. Sowie die Kirchenvorstände vorerst nur auf unbestimmte Zeit gewählt sind, so können auch die Miiglieder der Dekanats⸗Synoden nur bis dahin gewählt werden, wo an die Stelle der provisorischen Zustände die definitiven treten. Bei§. 41, 42. Da vor der Hand ein Dekanatsausschuß nicht besteht, so tritt an die Stelle desselben der beireffende Dekan. Bei§. 48. Die fraglichen Taggebühren werden auf 2 fl. fesigesetzt. Bei§. 46, 47. Die gegenwärtigen Dekane führen ihr Amt gegenüber den jetzt zum Dek male gehörigen Gemeinden so lange fort, bis demnächst die neuen Dekane von Uns ernannt sind und der alsdann zu bestimmende Tag erschtenen ist, an welchem diese ihre Functionen in den alsdann ins Leben tretenden Dekanats⸗ dezirken zu übernehmen haben. Hieran triit nur eine vorübergehende Ausnahme ein, indem zur Wahl der füt das Amt des Dekans Uns in Vorschlag zu bringenden drei Geistlichen je die Vertreter derjenigen Gemeinden zu⸗ sammenberufen werden, welche demnächst das betreffende Dekanat bilden sollen. Die Einladung zu der fraglichen Versammlung gebt, wenn in dem Dekanats bezirk nur ein Dekan seinen Wohnsitz hat, von diesem, sonst von dem dienstältesten Dekan aus. Dieser hat auch die Leitung der Versammlung, soweit nicht die im§. 47 des Verfassungs⸗ Entwurfs näher bezeichnete Wahl in Betracht kommt. So lange es sich um letztere handelt, tritt er in Gemäßbeit der dort getroffenen Bestimmung die Leitung der Verhand⸗ lungen an das an Lebensjahren älieste Mitglied der Ver⸗ sammlung ab. Der Zeitpunkt, wo die Dekanats⸗Synoden zusammentreten sollen, um die Mitglieder der außeror⸗ dentlichen Landes⸗Synode zu wählen, wird besonders de⸗ kannt gegeben werden. Urkundlich Unserer eigenbändigen Unterschrift und beigedrückten Großherzoglichen Siegels. Darmstadt den 15. April 1872. (L. S.) Lud Wc. v. Bechtold.
II. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern, die Eintheilung der evangelischen Dekanate betreffend.
Die neue Eintheilung der Dekanate ist in Bezug auf die Orte des Kreises Friedberg folgende:
Dekanat Friedberg. Assenheim, Beienhetm, Bönstadt, Bruchenbrücken, Butzbach, Dorveim, Fauerbach, Friedberg, Hoch⸗Weisel, Langenbain, Münter, Nauheim. Nieder⸗Florstadt, Nieder ⸗ Rosbach, Nieder⸗Weisel, Ober⸗Ros bach, Ossenheim, Ostheim, Reichels⸗ heim, Steinfurth.
Zugetheilt sind dem Dekanate Gießen die Pfarreien Kirchgöns und Pohlgöns, dem Dekanate Büdingen die Pfarrei Staden, dem Dekanate Hungen: Gambach, Griedel, Melbach, Münzenberg, Södel, Trais⸗-Münzenberg. Wölfersheim, Wohnbach und dem Dekanate Rodheim die Pfartei Nieder⸗Wöllstadt.
Darmstadt. Nach den„Hess. Volksbl.“ ist aus einer soeben erschienenen amtlichen Zusammen⸗ stellung ersichtlich, daß sich die Opfer an Menschen⸗ leben während der Krieges in 1870/71 in den 10 größten Gemeinden des Großherzogthums Hessen, d. h. die Zahl der in denselben an ihren Wunden oder an Krankheiten verstorbenen deutschen Sol⸗ daten und französischen Kriegsgefangenen auf 1698 Mann belaufen. Hiervon erlagen Wunden 210, unter welchen in 63 Fällen Eiter vergiftung als nächste Todesursache angegeben ist, und an Krankheiten 1488 Mann. Durch Tophus allein wurden 632 Soldaten dahingerafft, der Ruhr erlagen 200, den Blattern 187, der Lungen- entzündung 154, der Lungentuberculose 86, sonstigen Krankheiten 229 Mann. Nach der Staatsange⸗ börigkeit fanden sich unter den verstorbenen Sol⸗ daten und Kriegsgefangenen 183 hessische, 421 sonstige deutsche Soldaten und 1094 Franzosen und Afrikaner.
Gießen. Wie hier verlautet, ist es der Re- gierung gelungen, unserer Universttät eine be deutende Lehrkraft zu erhalten. Herr Professor
Kehrer hat einen ehrenvollen Ruf nach Zürich
ausgeschlagen und wird das Direktorium der ge⸗ burtshülflichen Klinik hieselbst übernehmen.
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Berlin. Der Reichstag hat sich in seinen letzten Sitzungen mit Lesung des Gesetzentwurfs, betreffend den Reichsrechnungsbof, beschäftigt.
— Nach der letzten Notiz über die Ausprägung von Reichsgoldmünzen waren bis zum 6. April in Zwanzigmarkstücken 79,898,920 Mark ausge- prägt worden. Bis 13. April sind ferner in solchen Stücken geprägt, in Berlin 4,8 19,200 Mark, in Hannover 955,940 Mark, in Frankfurt a. M. 1,324,400 Mark, in München 1,168,800 Mark, in Stuttgart 431,000 Mark, in Karlsruhe 309,000 Mark und in Darmstadt 200.000 Mark, zusammen 9,208,400 Mark. Die Gesammtaus- prägung stellt sich daher auf 89,107,320 Mark.
— Hiesige Offiziöse fübren die verlängerte Abwesenheit des Grafen Arnim von seinem diplo⸗ matischen Posten auf seinen leidenden Gesundheits⸗ zustand zurück. Eine Pariser Meldung der„Times“ sucht die Ursache darin, daß die deuische Regie⸗ rung von Arnim's neulichem Aufenthalt in Rom für die kirchlichen Fragen Nutzen ziehen wolle, und fügt bei, Arnim werde auf der Rückkehr nach Paris auch München berühren und dort über jene Fragen Aufschlüsse ertheilen. Wieder Andere er⸗ klären sich die Zögerung Arnim's mit einer ge- wissen, trotz offizieller Ableugnung doch für that⸗ sächlich gehaltenen Spannung zwischen Berlin und Paris, insbesondere wegen der Hinausschiebung des Postvertrags.
— Die Stiftungsurkunde der Universität Straß ⸗ burg nebst den dazu gehörigen Gesetzen sind vom Kaiser am 28. April vollzogen worden. In Ersterer heißt es:„Wir begründen diese Hochschule, die aus Elsaß und Lothringen so viele hochgelehrte Lehrer empfing und diesen Ländern, wie der Welt, Männer, tüchtig in allen Zweigen der Wissenschaft, zurück⸗ gegeben hat, von Neuem, auf daß an ihr im Dienste der Wahrheit die Wissenschaft gepflegt, die Jugend gelehrt und so der Boden bereitet werde, worauf mit geistiger Erkenntniß wahrhafte Gottesfurcht und Hingebung für Gemeinwesen ge⸗ deihen.“ Die in Straßburg bisher bestehenden Fakultäten werden aufgehoben und alle Rechte derselben auf die neue Hochschule übertragen, deren obere Leitung und Aussicht dem Reichskanzler zusteht.
— Der Reichskanzler erwiderte in der Com mission auf die Anfrage Lesse's zum Etat des auswärtigen Amtes, ob Seitens der Bundesregie · rungen bei der Erwerbung des Pafastes Cassarelli in Rom die Gründung einer Akademie für deutsche Künstler beabsichtigt werde, daß dies bisher nicht gescheben sei, daß aber falls der Reichstag den Wunsch ausspreche, die Bundesregierungen gerne die Angelegenheit einer sorgfältigen Erwägung unterziehen würden. Der Reichskanzler bemerkt noch, daß Seitens der preußischen Regierung die Frage der Errichtung einer Kunstakademie in Rom schon längere Zeit ins Auge gefaßt, die Verwirk lichung des Planes aber an Geldmangel gescheitert sei,
Königsberg. Wie es heißt, soll nun auch mit der Erbauung von sieben festen Forts um die Festung Königsberg herum vorgegangen werden, Wie hochgestellte Persönlichkeiten geäußert haben sollen, wird schon im künftigen, Jahre damit be⸗ gonnen werden.
München. Die Landtagssession ist durch den. Prinzen Luitpold geschlessen worden.
Ausland.
Frankreich. Paris. Die biesigen Blätter veröffentlichen folgende Note:„Der König Ludwig
von Bayern hat der Wittwe des französischen
Architekten Dennuheck, welcher während des Krieges im Vintenner Walde von einem bayerischen Sol- dalen getödtet wurde, eine Unterstützung von 3500 Francs zu Theil werden lassen.“ Der Soldat, welcher den Architekten ermordete und, be⸗ raubte, wurde bekanntlich von den Geschworenen in Rheinbayern zum Tode verurtheilt. Der Soldat verübte seine That nach dem Friedensschluß. Großbritannien. London. Die„Times“ veröffentlicht folgendes Telegramm aus Philadelphia vom 25, v. M.:„Es ist eine große Wahrschein⸗ lichkeit vorhanden, daß die amerikanische Regierung die indirecten Ansprüche schließlich aufgeben wird,
wenn auch noch ein weiterer diplomatischer Depeschen⸗
Stillstand gekommen,
wechsel der Zurückziehung vorausgehen wird. Die heutigen Nachrichten aus Washington sagen, daß neutrale Mächte in zukünftigen Kriegen nicht für indirecte Verluste verantwortlich gemacht werden können. Fast jede amerikanische Zeitun von Ein · fluß spricht sich jetzt dar Zarbelburß der indi⸗ tecten Ansprüche aus.“ J 8 — 4155 Telegramm der„Times“ aus Philadelphia zufolge wurde General Schenck in⸗ struirt, Lord Granville anzuzeigen, daß Amerika, salls England von vornherein gegen das Princip der Erhebung inditecter Schadenansprüche sich entscheide, solchen Beschlüssen beistimmen wolle. Das Schiedsgericht werde die indirecten Ansprüche solchenfalls nicht discutiren. Amerikas Gegenschrift bleibe unverändert, obschon das obige Arrangement die indirtcten Ansprüche unwirksam mache. Es heiße, daß England den Vorschlag annehmen werde. Italien. Neapel. Die Nachrichten über den Vesuvausbruch, welcher als der hestigste dieses Jahr- hunderts bezeichnet wird, lauten: Seit dem 28. April früh fällt Aschenregen. Der Himmel ist dunkel. Ein unterirdisches Getöse ist weithin vernehmbar.— 10 Uhr Morgens: Der Aschenregen, welcher seit beute früh die Luft verfinsterte, läßt nach. Der
Himmel fängt an, sich aufzuklären.— Nachmittags 5
2 Uhr. Die Lavaströme sind jetzt vollständig zum Das unterirdische Getöse hat nachgelassen.— 6 Uhr Abends. Der Himmel hat sich von Neuem verdunkelt. Der Aschenregen hat wieder begonnen. Derselbe streckt sich bis Caserta bin. 5 a — 29. April, 2½ Uhr Nachmittags. Der Vesup zeigt unter Blitzen und Erderschütterungen electrische Erscheinungen, welche Enisezen in der Bevölkerung verbreiten. Hier fällt Sandregen. In Massa und Somma regnet es Lavaschlacken, — Die hiesigen Zeitungen bringen über die durch den Auebruch des Vesuvs verursachten Zer- störungen nähere Nachrichten, Nach denselben ist es bis jetzt unmöglich, die Zahl der Getödteten genau sestzustellen. In den dem Vesuv nahe ge legenen Ortschaften hat die Verwüstung sehr große Dimensionen angenommen. Der Lavastrom änderte, verschiedene Male seine Richtung. In einigen. Theilen des Ortes S. Sebastiano soll die Lava eine Höhe von 6 Metres erreicht haben. Die Asche sowie brennende Schlacken sind bis Salerno und Scafati geflogen. An letzigenanntem Orte waren die Militärbebörden genöihigt, die Pulper- bortäthe unter Wasset zu setzen, um eine Explosion zu verhüten. Selens der Civil- und Militärbe⸗ hörden wurde große Thätigkeit entfaltet, um Hülfe zu leisten und die Ordnung aufrecht zu erhalten. Im ganzen Lause des a unmöglich, den Vesuv, welcher in eine dicke Rauch⸗ wolke gehüllt war, von hier aus wahrzunehmen. Der König bat sich nach S. Sebastiano begeben. Spanien Madrid. Offizielle Nachrichten vom 28. April melden eine Abnahme der Insur⸗ rection. Mehrere Banden sind geschlagen und andere unterworfen. Marschall Serrano ist in Toledo angekommen. — Vom 29. April wird gemeldet: Die Car- listen erlitten mehrere Niederlagen. Aus der Provinz Saragossa wurden sie vertrieben.
Gießen. Am 27. April wurde dabier die vierte e Generalversammlung der Oberhessischen Aug bahn⸗Gesellschaft abgehalien, worin die egi 8 Jahresberichtes und des Ausschußderichles über die Be⸗ sriebsrechnung von 1871, welche einen kleinen Ueberschuß (9000 fl.) über die Betriebskosten ergeben hat, sodann 110 Neuwahl des Rechnungsprüfungsausschusses stattfand 00 als Haupigegenstand der Beschluß gefaßt wurde, die 106 jectirten neuen Bahnstrecken Gelnhausen⸗Partenstein, 0 Alsfeld⸗ Hersfeld auszuführen. Der Verwaltungsra 0 wurde ermächtigt, die Concessionen hierüber nachzusuche und behufs Ausfübrung des Baues alle nöthigen Maß regeln zu ergreifen. Die Geldmintel sollen befimöglichs durch Ausgabe neuer Oberhessischer Eisenbahnactien(Lil. 0 beschafft werden, welche an dem Ertrag der alten Strecke und an der Stagtsgarantie für die ursprünglich emitirten Actien nicht participiren, dagegen den Ertrag der Fu Strecken ausschließlich zu genießen baben, und wovon 15 Theil höchssens bis zur Hälste als Priorilätsactien emittir
werden kann.* J. Frankfurt. Vielleicht noch niemals bal der
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