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daß eine nähere Untersuchung als zuverlässig herausgestellt habe, daß die Entwendung in Straß burg während der Ueberladens von einem Güter— wagen auf einen andern stattgefunden.
Ausland.
Oesterteich. Pest. Im gestrigen Minister⸗ rath wurde die Vereinigung von Pest und Ofen zu einer Hauptstadt beschlossen.
Frankreich. Paris. Man versichert, daß Jules Favre in Folge des Kammervotums, welches die Petitionen der Bischöfe an den Minister des Aeußern verweist, darauf beharre, sein Amt nieder— zulegen.
— In Joinville le Pont soll es zwischen der Bevölterung und den deutschen Truppen zu Rei- berejen gekommen sein, wobei angeblich mehrere Personen verwundet wären.
— Prinz Napoleon, welcher incognito nach Havre gekommen war, erhielt trotz Aufhebung der Verbannungs⸗Decrete, Weisung, sich auf's Schnellste wieder zu entfernen. Die Regierung erlaubt weder dem Kaiser noch der Kaiserin oder einem der beiden Prinzen den Aufenthalt in Frankreich.
— Das„Journal officiel“ veröffentlicht ein Decret des Kriegsministers, durch welches eine Commission zur Prüfung der Waffen und des Kriegsmaterials eingesetzt wird.
— Ueber die Behandlung der französischen Gefangenen in Deutschland ist von Seiten des auswärtigen Amtes auf Grund von Angaben zu— rückgekehrter Kriegsgefangener mehrfache Beschwerde geführt und sind dabei namentlich angebliche Vorkommnisse in Torgau und Dresden angezogen worden. Eine angestellte Untersuchung ergab be— reits den Ungrund dieser Beschwerden, doch hat auch die württembergische Regierung schon eine kleine Schrift in französischer Sprache erscheinen lassen, in welcher alle Verhältnisse der in württem⸗ bergischen Städten und Festungen internirten fran— zösischen Soldaten mit actenmäßiger und statisti⸗ scher Genauigkeit dargelegt worden sind. Diese Broschäre soll in Versailles namentlich unter Ab— geordneten mehrfach verbreitet werden. Es würde sich auch vielleicht empfehlen, den Rapport nun⸗ mehr dem Drucke zu übergeben, welchen im Januar d. J. der Großalmosenier der französischen Armee, Msgr. de Damas, nach seinem Besuche der in Deutschland befindlichen Kriegsgefangenen, zu dem er vom Fürsten Bismarck eigens autorisirt worden war, niedergeschrieben hat. Dieser Be— richt versichert u. A., daß in der größten Win- terkälte die in Posen Internirten sich ihm gegen⸗ über über nichts— als zu große Hitze in den Casematten beklagten.
— In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag kam ein Tranport von etwa 1000 Per- von Btest an, welche von einigen Soldaten es- cortirt waren. Es waren Leute, die bei der Einnahme von Paris gefangen genommen, nunmehr als wenig gravirt, in Freiheit gesetzt wurden.
Versailles, 22. Juli. Sitzung der Nationalversammlung. Berathung der Petitionen, betteffend die weltliche Macht des Papstes. Thiers bedauerte die Auswerfung der vorliegenden Frage und sagte, er werde seine früheren Ansichten da⸗ rüber nicht verleugnen, er bemerke jedoch, daß die gegenwärtigen Ansichten auch in Frankreich zur Geltung kämen. Die bedauerlichen Lehren des Nationalitätsprincips hätten Frankreich von seiner traditionellen Politik der Erhaltung des europäi⸗ schen Gleichgewichts abgelenkt und Frankreich in das jüngste Unglück gestürzt. Vergeblich habe er früher darauf aufmerksam gemacht, daß die italienische Einheit die deutsche Einheit zur Folge haben würde, nunmehr, da Italien eine starke europäische Macht geworden, entstünde die Frage, was zu thun sei. Die französische Diplomatie dürfte nichts thun, was einen Krieg zur Folge haben könnte. Italien sei von ganz Europa unterstützt, die französische Politik auf Erhaltung des Friedens gerichtet. „Bemühen wir uns, die Armee zu reorganistren und den ihr eigenthümlichen Eigenschaften die Dis cirlin, den Unterricht und die Uebung hinzu- zufügen, nicht mit Hinblick auf einen Krieg, son⸗ dern aus Vorsicht, um Frankreich seinen hohen
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Rang in der Welt zu bewahren.“ Frankreich babe gegen den Papst Pflichten zu erfüllen, Thiers habe keinen Brief an den Papst geschrieben, ihm auch keine Rathschläge zu ertheilen. Frankreich stehe dem Papste jederzeit offen. Die durch das Concordat geschaffenen Beziehungen erheischten die Unabhängigkeit des Papstes. Thiers wolle vor Allem die Politik und die Interessen Frankreichs nicht compromittiren, werde jedoch sein Möglichstes thun, um die Unabhängigkeit des Papstes zu ver⸗ theidigen. Bischof Dupanloup unterstützte die Forderungen der Petitionen von demselben Ge— sichtspunkte aus wie Thiers. Gambetta lobt die Festigkeit und Aufrichtigkeit der Auseinandersetzungen des Chefs der Executivgewalt und erklärt sich hier— mit einverstanden. Nach einer erregten Debatte wurde der von Gambetta unterstützte Antrag des Deputirten Barthes auf Uebergang zur Tagesord⸗ nung mit 403 gegen 262 Stimmen verworfen und die Ueberweisung der Petitionen an den Minister des Aeußern angenommen.
Belgien. Brüssel. Die„Indeépendance“ schreibt aus Paris:„Die Demission Favre's ist höchst wahrscheinlich; derselbe votirte für die Marcel⸗Barth'sche Tagesordnung, während Thiers dagegen stimmte.“
Großbritannien. London. Wie es heißt, wird Disraeli am 31. d. M. im Unter- hause ein directes Mißtrauensvotum gegen die Regierung beantragen. In parlamentarischen Kreisen gilt die Ablehnung des Mißtrauensvotums Seitens des Unterhauses für zweifellos, dagegen dürfte das Oberhaus die Resolution des Herzogs v. Richmond annehmen.— Der Kronprinz des deutschen Reiches ist in Osborne eingetroffen.—
— Die neueste Ueberlandpost bringt beun— ruhigende Nachrichten aus China. In Folge feindseliger Kundgebungen in Hankow hat der englische Admiral einige Kanonenboote zum Schutz der fremden Kolonie dahin gesandt. Die dortige eingeborene Bevölkerung ist durch Maueranschläge, welche zur Wiederholung der Tientsin-Massacre auffordern, in hohem Grade aufgeregt, und man besorgt in Honkong den Ausbruch einer blutigen Erhebung.
— Die preußische Regierung hat neuerdings durch den englischen Gesandten in Berlin dem Gouverneur von Helgoland ihre dankende Aner— kennung für die stricte Wahrung der Neutralität, sowie für die bei vielen Gelegenheiten gezeigte Freundlichkeit gegen deutsche Kriegsschiffe ausge— sprochen.
Italien. Turin. Die Eröffnung der Mont⸗Cenisbahn wurde bis November verschoben. — Behufs der Krönung Victor Emanuel's als ersten Konigs von Italien hat sich hier ein Comite gebildet.— Der Kronprinz Humbert wird außer dem spanischen Hofe noch die Höfe von Berlin, Wien und London besuchen.
Spanien. Madrid. Zufolge einer Mel⸗ dung der„Agence Havas“ ist die brabsichtigte Zusammensetzung des neuen Ministeriums an der Weigerung Arostegto's, das Portefeuille der Fi⸗ nanzen zu übernehmen, gescheitert. Da nun zu ⸗ folge des„Impartial Trempe“ die Uebernahme des Finanzministeriums noch von verschiedenen Anderen verweigert wurde, so verzichtete Minister Serrano auf die Bildung eines neuen.
Amerika Newyork. In Wassington explodirte das im Arsenal befindliche Pulver- magazin, wodurch eine Feuersbrunst entstand.
Der Schaden wird auf eine Million Dollars ge⸗ schätzt. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen.
Friedberg. Seit Anfang der Woche wurde in unseren Feldern mit dem Schneiden der Frucht begonnen und zwar mit der Gerste, während Korn noch 8 bis 14 Tage zu seiner vollständigen Reife bedürfen wird.
Friedberg. In Frankfurter Blättern wird ge⸗ meldet, daß sich in einem Gasthofe daselbst ein junger Mann aus Friedberg mit Cyankali vergiftet habe. Nach einem hinterlassenen Briefe an seinen Bruder soll der⸗ selbe ein Opfer des Hazaroͤspiels sein. Mit Bezug auf diese Mittheilung dürste bemerkt werden, daß der Betref⸗ fende nicht aus Friedberg gebürtig, wohl aber als Ge⸗ hülfe in einem hiesigen Geschäfte placirt war. 72
Homburg. Kürzlich wurde dahier auf Requisition
der Anschuldigung verhaftet, einer Dame im Eisenbah coupee zwischen Darmstadt und Frankf rt a. M. ihr eine beträchtliche Geldsumme enthaltendes Portemmonai ent⸗ 0 wendet zu haben und ist berselbe heute nach Frankfurt abgeliefert worden. 3 Nidda. Die Papierfabrik des Herrn Hammerschmibt zu Ober⸗Schmitten ist am 23. d. abgebrannt. Der Schaden soll ein sehr bedeutender sein.* J. Fraukfurt. Unter allen den zahlreichen und merkwürdigen Thieren, welche die Sammlung des Zoolo⸗ gischen Gartens in Frankfurt a. M. umfaßt, hat vielleicht noch niemals eines in ähnlicher Weise die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich gezogen wie die beiden Chimpansen. Gehört diese Affenart an und für sich schon zu dem Sel⸗ tensten, was ein zoologischer Garten zu bieten vermag, da das Einfangen solcher Thiere in den afrikanischen Wilb⸗
großen Schwierigkeiten verbunden sind, so darf es geradezu als ein höchst merkwürdiger Glücksfall bezeichnet werden, daß es gelungen ist, zwei Exemplare dieser Gattung fast gleichzeing von verschiedenen Seiten zu erlangen. Bisher fand sich diese Art nur sehr vereinzelt in den größten Thiergärten Europas vor und nur in London und Ham⸗ burg gab sich bisweilen Gelegenheit, zwei Chimpansen auf einmal zu sehen.
Zusammenleben betrachten kann. Und das Thun und Treiben dieset von den Naturforschern mit Recht als „Waldmenschen“ bezeichneten Affen ist in der That in höchstem Grade merkwürdig, denn jede Bewegung, jede Miene bekundet die nahe Verwandschaft mit den Menschen. In besonders auffälliger Weise tritt dieses hervor, wenn sie ihre Nahrung mit Löffeln zu sich nehmen, sich die Zähne stochern oder am Abend sich zum Schlafen in eine wollene Decke einhüllen. Es sollte Niemand versäumen sich diese merkmürdigen Thiere anzusehen und gewiß bietet der am Sonntag den 30. Juli stattfindende außerordent⸗ liche 12. Tag vielen hiezu eine willkommne Gelegenheit. Auch verschiedene andere Thiere sind in neuerer Zeit ein⸗ getroffen, unter denen wir namentlsch ein paar ostindische Kronlauben hervorheben. Diese prächtigen Vögel sind wirkliche Tauben, obwohl sie einen Haushahn an Größe übertreffen und haben ihre Benennung von der zierlichen Federkrone, welche Ihre Küpfe ziert.* Offenbach. Ueber die Anlage der Offenbach⸗Hanauer Eisenbahn ist die letzte Bestimmung erfolgt, und wird dieselbe nicht, wie früher beabsichtigt, bei Oberrad in die Offenbach⸗Sachsenhäuser Bahn einmünden, sondern an Oberrad vorüberfahren und ihren Weg nach Sachsenhausen durch die ehemalige Schmitz'sche Eisengießerei nehmen und ihr Ende an der Mörfelder Landstraße erreichen, wo der Hauptbahnhof errichtet wird. Der Bahnbau wird nach sachkundiger Berechnung kostspielig. Bei Offenbach wird der Bahnhof seine Stelle nicht, wie noch in letzter Zeit projectirt, hinter dem Tulpenhof, sondern nächst dem Ho⸗ spital an der Darmstädter Landstraße erhalten, und soll nach Vollendung der neuen Bahn die jetzt von hier nach Sachsenhausen resp. Frankfurt führende Bahn gänzlich cassirt werden. Darmstadt. Hiesige Blätter erzählen, am Montag, als Kaiser Wilhelm auf seiner Rückreise nach Ems den hiesigen Bahnhof passirte, habe sich auch ein blutjunger ampulirter preußischer Lieutenant in einem Fayrstuhl auf den Perron rollen lassen, um seinen Kriegsherrn zu be⸗ grüßen, welch' Letzterer, als er des Verwundeten ansichtig wurde, denselben an den Waggon fahren ließ, ihm die Hand reichte und sich während der Zeit des Aufenthaltes auf's Freundlichste mit demselben unterhielt. Als der Zug sich unter dem Hurrahrufen der Anwesenden wieder in Bewegung setzte und der noch sehr leidende Offizier unter großen Anstrengungen sich ein wenig aufzurichten versuchte, um dem Kaiser die Honneurs zu machen, drohle ihm derselbe mit dem Finger, indem er ihn aufforderte, sich ja recht zu schonen. Worms. Ueber den schon mehr erwähnten schwim · menden Circus des Amerikaners Lent zu Mannheim. welcher dieser Tage im Schlepptau eines Remorqueurs dahier angekommen ist und am Krahnen beigelegt hat, gibt die „W. 3.“ solgende nähere Beschreibung: Das Schiff hat 87 Meter Linge, 28 Meter Breite und nur 10 Zoll Tief⸗ bang. Dieser Wasserpalast, welcher schon vou Nußen im⸗ ponirt, gewährt in seinem Innern einen wirklich großar⸗ tigen und prachtvollen Anblick. Unten in der Mitte des colossalen Baues liegt die sehr geräumige Reitbahn, welche nach vorn zu den Pferdeställen führt; nach der Langen⸗ seite rechts und links aufsteigend, schließen sich in langen Reihen und überaus praktischer Eintheilung die verschie⸗ denen für 2000 Zuschauer berechneten Sitz- und Stehplätze an, während in zwei quer durchlaufenden und übereinander liegenden Reihen die Logenplätze hübsch angebracht sind. Eine fürstliche Loge überragt nach hinten stolz die übrigen Plätze und ihr entgegengesetzt befindet sich das Orchester. Die Wappen und Farben der Uferstaaten und Uferstädte des Rheins sind sinnreich angebracht, und alle Zugänge sind so breit und bequem angelegt, daß ein sehr rasches Entleeren des Circus stattfinden kann. Ein ständiges Circus⸗Orchester unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Badewitz spielt während der Vorstellungen, welche dem Publikum nicht uur Proben in der höheren Reitkunst und Pferdedressur ablegen, sondern auch in der Gymnastik Vorzügliches zeigen. Bei der Pause halten wir Gelegen⸗ heit, der sehr eleganten oberen Restauration einen kurzen Besuch abzustatten. Von hier an die Brüstung der obersten Plätze vortreiend, hat man einen wahrhaft wundervollen Ausblick auf den ganzen Circusraum.
des Frankfurter Polizei-Präsidiums ein Engländer unter
Raume befindet sich eine zweite Restauraston, welche über
Es entsteht für den Beschauer ein wesentlich anderes Bild, wenn er anstalt eines einsamen und dadurch gelangweilten Thieres zwei solche in ihrem
nissen und der Transport nach Europa mit ungemein
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