1 Aunthallet t i be
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schmackhaste Speisen und frische Getränke verfügt. Auch ein ausgezeichnetes Glas Bier von Sick in Speyer wird daselbst verzapft. Hier oben befindet sich in einem Zim⸗ merchen eine vollständige Miniatur Druckerei, welche die nothigen Drucksachen liefert. Für Alles ist gesorgt in diesem prächtigen Bau, welcher auch einen großen Gas— apparat und einen vollständigen Löschapparat besitzt. Alles ist elegant eingerichtet und wohl durchdacht. Eine feine, überall hin wahrnehmbare Hand leitet und ordnet das schön gegliederte und sinnreiche Ganze.
Mainz. Die noch im hiesigen Lazareth sich befin⸗ denden 3 kranken Franzosen werden kommenden Monlag in's Hospital nach Straßburg verbracht. Im Ganzen wurden von den Franzosen hier 975 beerdigt und fand die letzte Beerdigung am 11. d. M. stait.
Schaffhausen. Vor einigen Tagen hat am Rhein— fall von Schaffhausen ein beklagenswerther Unfall staltge— funden. Eine russische Dame, die, wie man allgemein sagt, eine sehr geübte und kühne Schwimmerin sein soll, beging die Tollkühnheit, oberhalb des Falles aus dem Be— reich der sicheren Badehäuser hinaus zu schwimmen. Sie wurde von dem reißenden Strom fortgerissen und ver— schwand in dem brausenden Gischt des Falls. Es war keine Möglichkeit, sie zu retten; sie wurde als Leiche unterbalb herausgezogen.
Tübingen. Die Witiwe des Dichters Ludwig Uhland hat die reiche Büchersammlung ihres verewigten Gatten
in der Art der Universität zum Geschenk gemacht, daß sie ihr gestattete alle Werke auszuwählen, welche für die Ein⸗ verleibung in die Universitätsbibliothek geeignet erschienen. In Folge der vorgenommenen Verzeichnung und Aus- scheidung hat die Universitätsbibliothek etwa die Hälfte der genannten Sammlung, ungefähr 1750 Bände und Bändchen, erworben.
Aus Manila wird vom 25. Mai über die Bildung eines neuen Vulcans berichtet: Was man längst mit bangen Abhnungen voraussah— den Ausbruch eines Vul— cans— hat sich jetzt in einer so traurigen, wie unerwar⸗ teten Weise mit der Bildung eines ganz neuen Vulcans bestätigt. Die Insel sollte der Schauplatz dieses furcht— baren Ereignisses werden. Die Insel Camiguim war nach und nach vom größten Theile ihrer Bewohner verlassen worden, obwohl eine Flucht überall auf den umliegenden Inseln ihre Gefahren bot, denn jeder Distrikt wurde in letzterer Zeit mehr oder weniger von Erschütterungen heimgesucht. Da endlich ließ sich am 1. Mai, Abends 5 Uhr, aus einem beim Dorfe Catarman aussteigenden Berge donnerähnliches Getöse vernehmen, das, von ein⸗ zelnen heftigen Stößen, wie Kanonenschüssen, unterbrochen, die Luft weithin erschütterte und stets an Kraft zunahm, bis denn schließlich mit lautem Gekrach sich der Boden spaltete und den empörten Elementen einen Ausweg von 1500 Fuß öffnete. Rauch und Asche, Erde und Steine wurden ausgeworfen und weit und weiter liegende Ort—
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schaften damit überdeckt. Dann trat eine längere Pause ein, doch nur, um ber entfesselten Natur Zeit zu größerm Ausbruche zu lassen. Dieser erfolgte bald darauf, um 7 Uhr, bei Einbruch der Nacht und begrub leider bei einem Feuerregen an 200 Menschen, die aus Neugierde sich schnell um den Krater versammelt hatten. Bis zum Augenblicke des Berichts hatte man 50 Leichen hervorge⸗ zogen. Merkwürdig ist, daß dem gewaltigen Vorfalle keine meteorologischen Anzeichen vorangingen, wodurch das Volk noch hätte an die neue Gefahr gemahnt werden können, die für den Augenblick wenigstens ganz unvermuthet er⸗ folgte. Dec Krater hatte bei der besagten Länge von ca. 1500 Fuß eine Breite von 150 und eine Tiefe von
27 Fuß.
Lokalgewerbverein zu Friedberg.
Samstag den 29. l. M. soll eine Sitzung abgehalten werden, wozu man außer den Vereinsgliedern auch die übrigen Gewerbtreibenden einladet, weil ein Vortrag über das neue Maaß- und Gewichtssystem der einzige Gegen⸗ stand der Tagesordnung ist.
Friedberg den 25. Juli 1871.
Der Vorstand. Re u ß.
UAeber Werth und Uutzen des Annoncirens.
a Bei der Ueberfluthung des Publikums mit Neuigkeiten ist für jeden Einzelnen die Veröffentlichung seiner Leistungen eine unabweisbare Nothwendigkeit geworden. Sie kann bewirkt werden durch Anzeigen in den öffentlichen Blättern, Inserate, durch besondere Bekanntmachungen, Prospecte, Maueranschläge und Placate.
5 Vor allen Mitteln der Veröffentlichung verdient die Anzeige, Inserat den Vorzug, weil es das mindest kosispieligste ist und seinen Zweck am sichersten
erreicht insoferne zum Annonciren nur das geeignete Blatt gewählt wird, vor Allem aber ein Blatt, das wirklich einen ausgedehnten Leserkreis hat und nicht eine fingirte
große Auflage nur auf der Stirne trägt.
Allerdings steht der Nutzen der Anzeige im genauesten Verhältnisse zu dem Werthe der angezeigten Gegenstände; denn find diese schlecht, so verführen sie den Käufer
nur einmal, sind sie gut, so ist der Erfolg ganz unberechenbar. von Freund zu Freund, von Bekannischaft zu Bekanntischa
ft.
In diesem Falle schafft die Anzeige eine Kundschaft und regt überdies die mündliche Empfehlung an
Der Zweck der Anzeige kann nur der sein, den Verbraucher aufmerksam zu machen; denselben zu fesseln, ist die Aufgabe der Waare selbst. Der wesentliche
Inhalt der Anzeige ist deshalb die Firma des Verkäufers, die dem Auge des Publikums nicht oft genug vorgeführt werden kann.
So wenig der Verkäufer
sein Verkaufsschild nur einen Tag lang aushängt und dann einzieht, so wenig sollte derselbe unterlassen, seine Firma so oftals möglich anzuzeigen, denn die Anzeige sucht den Köufer in seiner Behausung auf, die Firma muß den Käufer selbst auf der Straße suchen. In keinem Lande der Welt ist der Handel und Verkehr so blühend, als in den nordamerikanischen Staaten und England und man nehme nur eine der dortigen größeren Zeitungen oder jedes andere Bekanntmachungsmittel in die Hand, und man wird finden, daß man dort den Nutzen der Inserate mehr zu schätzen weiß als bei uns. Was von den Kaufleuten, Fabrikanten und Gewerbtreibenden, gilt von allen anderen Geschäftsleuten, und namentlich von den„Rhedern, den Dampfschifffahrts⸗ und Eisenbahngesellschaften, von Auswanderungsbureau's; Bade-Anstalten und Heilquellen; Bildungs- und Erziehungs-Anstalten; Gewerbs- und Handelsschulen; Heilanstalten
und Heilmitteln; Hotels und Gasthöfen u. s. w.“
Die Anzeige ist mit einem Worte eine Verpflanzung der Firma aus der engen Straße der kleinen Stadt auf den Markt der Welt und vor das Auge der geschäfts⸗ treibenden Menge, und danach mag Jeder bemessen, ob und welchen Erfolg für den gesammten Geschäftsverkehr des Einzelnen eine selche veränderte Weise der Ankündigung
haben könne und haben müsse.
Das Gesagte genügt, um nicht im Zweifel zu sein
über Werth und Nutzen des Annoneirens.
Oesfentliche Aufforderung. 1883 Nachdem der Gastwirtbh Konrad Hofmann II. von Schwalbeim zur Abwendung des Concursprozesses über sein Vermögen um Zusammenberufung seiner Gläubiger zum Zwecke des Abschlusses eines Stundungs⸗ oder Nachlaß⸗ Vertrags gebeten hat, werden die Gläu— biger desselben zur Anmeidung ihrer Forderungen und zum Versuche der Güte auf
Montag den 14. August d. J., Morgens peäcis 8 Uhr, unter dem Rechtsnachtheile bierher vorgeladen, daß die ausbleibenden oder nicht gehörig vertretenen Gläubiger als den Beschlüssen der Mehrheit der erschienenen Gläu— biger beigetreten angesehen und, falls ein Arran⸗ gement zu Stande kommt, mit etwaigen Einwendungen gegen die Angabe dee Schuldners über die Größe ihrer Forderungen ausgeschlessen würden. Bad⸗ Nauheim am 15. Juli 1871. Großberzogliches Landgericht Bad Nauheim. Ulrich, Schnittspahn, Landrichter. Landgerichts Assessor.
Versteigerungs⸗ Anzeige.
1892 Freitag den 28. Juli d. J., Vormittags 10 Ubr, werden in hiesigem Rathhause nachstehend verzeichnete Schreibmalerialien, als: f 5
60 Stück Federkasten, 30 Dutzend Schreibhefte, 6 Groß
Blelfedern, sowie eine Partie Zeichen- und Schreibpapier, oͤffentlich meifibietend gegen Baarzablung versteigert.
Friedberg den 24. Juli 18717. i
Jichorriogliche⸗ Ortsgericht Friedberg. ß ou ear.
Holz- und Streulaub-Versteigerung. 1886 Frellag den 28. d. M., Morgens 8 Uhr, werden im Gemeindewald Nleder⸗Rosbach 40 Haufen Streulaub, sowse nachstehende Holzsortimente öffentlich meistbie tend verfleigert: i
/ Stecken Eichen⸗Prügelbolz,
7 5„ Stockholz,
30 Stuck„ Wellen,
17 10 Fichten! N
1 Eichen Stamm von 30 Cubikfuß enthaltend.
Oie Zusammenkunft ist am Pflanzgarten an der
asserdöll. . en den 25. Juli 1871.
Groh berzogliche eee Niedet⸗Rosbach. 175%.
Holz- Versteigerung. 1883 Die am 19. d. M. im biesigen Gemeindewalde abgehaltene Holzversteigerung ist genehmigt und der erste Abfahrtag auf Freitag den 28. d. M. festgesetzt worden. Ober⸗Mörlen den 25. Juli 1871. Großherzogliche Bürgermeisteret Ober-Mörlen. eig een
— X—* Holz-Versteigerung. 1887 Dienstag den 1. August d. J., Vormittags 9 Ubr, sollen in dem Freiherrlich v. Rotbschild'schen Walde „Altenberg“ 7050 Stück Eichen-Schälwellen öffentlich
meiftbietend versteigert werden. Okardben den 25. Juli 1871. Fretherrlicher Revierförster ö Hilgenreiner.
1869 100 Maurer- und Steinhauer⸗ Gesellen werden deim Bau einer neuen Brücke bei Wabern zum Lohn von 1 bis 1% Thaler pro Tag gesucht von
Bad⸗Nauheim. E. Aletter, Bauunternehmer.
1860 In meinem neu erbauten Hause vor der Stadt ist der obere Stock mit Zugebör und Hausgarten zu vermtethen und kann bis Ende September bezogen werden.
Fr. Rodaug.
Bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Nauheim ist vorrätbig
Neuster
Taschen-Fahrplan.
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für die Mittel Rheingegend, Hessen, Nossan, Frankfurt, Rhein⸗Preußen.
Nützlich für die, welche Singvögel balten: Unterricht für Liebhaber der
Kanarienvögel,
wie dieselben zum Nutzen und Vergnügen in und außer
der Hecke am zweckmäßigsten debandelt werden müssen.
Vebst Anweisung Nachtigallen, Stieglitze, Hänf⸗
linge, Zeisige, Dompfaffen, Amseln und Stagare
zu fangen, zu zähmen und zu unterrichten. 6. verb. Aufl. Preis 36 kr.
Dieses nützliche Buch entbält nicht nur, wie 1) Sing⸗ vögel zu füttern, sondern auch 2) zu zieden, zu unterrichten und auszustopfen sind.
Vorrätbig bei Bindernagel 8 Schimpff in Friedberg und Bad Nauheim. 1896
Unter jacke und Unterhosen
zu verschiedenen Preisen bei K. Friedrich neden der Post in Friedderg.
Die Gartenlaube.
Nr. 29.
Inbalt: Ich weiß. Aus dem poetischen Nachlasse des Freiherrn Carl von Fircks.— Die stumme Signora. Eine Erinnerung aus der Mappe eines ehemaligen Leip⸗ ziger Studenten. Von Karl Wartendurg.— Wieder unter dem Lindendaum. Gedicht von Hermann Oelschläger. Mit Illustration. Für die Gartenlaube compontrt von B. Woltze in Weimar.— Aus der Ge⸗ schlchte eines alten Pfarrhauses. Von Pfarrer Ferdinand Lucius.(Schlub.)— Erinnerungen aus dem betligen Kriege. Nr. 8. Aus den Aufzeichnungen einer Pflege⸗ rin. I. Von F. K.— Aus den Tagen des Berliner Jubels Mit Abbildung: Auf dem Pariser Platz in Berlin am 16. Juni 1871.— Nach der Natur aufgenommen von unserem Feldmaler F. W. Heine.— Blätter und Biültben: Von der entsetzlichen Ueder⸗ schwemmung in Tachau im Egerer Kreis.— Ein Post⸗ engel.— Damen Gasthäuser.— Ein alter Vater sucht seinen Sohn.— Kleiner Briefkasten.
1802


