Ausgabe 
24.6.1871
 
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Samstag den 24. Juni.

M 73.

berhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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Die Expedition.

Deutsches Reich.

Darmstadt Das Großberzogliche Regie- rungsblatt Nr. 20 enthält:

I. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern, die Ergebnisse der Verwaltung des Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke betreffend. Die Einnahmen be⸗ 80 4 1677 4 3 fl. 24½ ke., die Aus gaben 26, 2 t. as Capitalvermögen belä 157,702 f. p ögen beläuft sich auf

II. Uebersicht der für das Jahr 1871 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der istaelitischen Religionsgemeinden des Kreises Büdingen.

III. Uebersicht ker für das Jahr 1871 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbebürfnisse in den Gemeinden des Kreises Lindenfels.

IV. Bekanntmachung Gr. Kreisamts Büdingen, die Erhebung einer nachträglichen Umlage in der israelitischen Religionsgemeinde zu Bindsachsen für 1871 betreffend. V. Abwesenßeitserklärungen. Durch Urtheil Gr. Be⸗ zirksgerichts Mainz vom 17. Mai 1871 ist Johann Georg Tohl, Müller und Mehlhändter aus Mainz, definitiv für nowesend erklärt worden; durch Urtheil Gr. Bezirksgerichtes

Mainz 1. Section vom 31. Mai 1871 ist zur Constatitung

zer Abwesenheit des Adam Solms, früher Leineweber ind Ackersmann in Nackenheim wohnhaft gewesen, dermalen ohne bekannten Wohn- und Aufenthaltsort, die im Art. 116 des B.eG.⸗B. vorgeschriebene Zeugenvernehmung ver ordnet worden; durch Urtheil Gr. Bezirksgerichts Mainz zom 10. Juni 1871 ist Philipp Freitag aus Wörrstad! efinitiv für abwesend erklärt worden.

VI. Dienstnachrichen. Seine Königliche Hoheit der Sroßberzog haben allergnädigst geruth: am 1. Juni den don sämmtlichen Rledesel Freiherrn zu Eisenbach auf die erste evangelische Pfarrstelle zu Schotten, im Dekanate Schotlen, präsentirten evangelischen Pfarrer zu Frischborn, m Dekanate Lauterbach, Bernhard Kullmann, für diese Stelle zu bestätigen.

Darmstadt. Durch Allerhöchstes Deeret dom 28. v. M. wurde der Staatsanwaltssubstitut dei dem Bezirksstrafgerichte Michelstadt Ludwig

Purgold zum Staatsanwaltssubstituten bei dem

Bezirksstrafgerichte Gießen ernannt. Mittelst Aller- höchster Entschließung vom 9. l. M. haben S. K. H. der Großherzog zu ernennen geruht: den Gerichts accessisten Dr. Karl Zimmermann aus Darmstadt zum Ministerialsecretär dritter Classe bei dem Mi⸗ nisterium der Justiz, den Gerichtsaccessisten Eduard Scriba aus Nieder-Beerbach zum Hofgerichts ecretär bei dem Hofgerichte der Provinz Starken kurg, den Gerichtsaccessisten August Haller aus Bilbel zum Staatsanwaltssubstituten bei dem Bezirksstrafgerichte Michelstadt; sodann: den Land berichts-Assessor Karl Bonhard zu Lorsch zum Landgerichts⸗Assessor in Michelstadt, den Gerichts- ectessisten Dr. Gideon Frhrn. Dael von Köth Wanscheid aus Sörgenloch zum Landgerichts- Assessor in Lorsch, den Bezirksstrafgerichtssecretär Wilhelm Stammler zu Gießen zum Landgerichts- Assessor in Lauterbach, den Gerichts Accessisten Dr. Friedrich Möbius aus Bönstadt zum Bezirks- srafgerichtssecretär in Gießen, den Landgerichts Assessor Karl Langermann zu Vilbel zum Land- herichts-Assessor in Friedberg, den Gerichtsaccessisten Dr. Albrecht Weiß aus Gießen zum Landgerichts- Ussessor in Grünberg, den Landgerichts Assessor in Pension Georg Muhl zu Gießen zum Landgerichts

Assessor in Vilbel, den Landgerichts⸗Assessor Theodor Schulz zu Gernsheim zum Landgerichts⸗Assessor in Darmstadt, den Gerichts-Accessisten Dr. Karl Arnold aus Darmstadt zum Landgerichts-Assessor in Gernsheim, den Landgerichts-Assessor Karl Rühl zu Offenbach zum Landgerichts Assessor in Groß Umstadt, den Gerichtsaccessisten Adolph Baur aus Darmstadt zum Landgerichts-Affessor in Offen- bach und den Gerichtsaccessisten Ernst Löwer aus Darmstadt zum Bezirksstrafgerichts Seeretär in Michelstadt.

Darmstadt, 22. Juni. Von Seiten des kommandirenden Generals des IX. Armeecorps Generals der Infanterie von Manstein Exc. ist folgender Corps-Befehl d. d. Mainz den 15. Juni an die Großherzogliche(25.) Division gerichtet worden: Soldaten der Großherzoglich Hessischen(25.) Di⸗ vision! Ihr scheidet mit dem heutigen Tage aus dem Verbande des 9. Armee-⸗Corps und kehrt an Ruhm und Ehren reich in Eure Heimath zurück. Das Vertrauen, welches ich in Euch setzte, als Ihr vor 11 Monaten unter meine Befehle gestellt und mit der 18. Division vereint den feindlichen Boden betratet, habt Ihr grrechtfertigt; ich danke Euch dafür. Die Reihe Eurer Ehrentage brauche ich nicht aufzuführen. Ihr werdet sie im Ge daächtniß bewahren und dürfet dies mit dem Be wußtsein, daß Jeder von Euch seine Schuldigkeit gethan und seinen Antheil hat an den Erfolgen dieses denkwürdigen Feldzuges. Lasset aber auch die Erinnerung an die Waffenbrüderschaft mit dem 9. Corps nicht schwinden. Indem ich nunmehr den Herren Offizieren, Beamten wie den Mann- schaften meinen herzlichen Abschieds⸗Gruß entbiete, hege ich die lebhaftesten Wünsche für das dauernde Wohlergehen Aller! Meine Sympathien für die Großherzoglich Hessische Division werden stets lebendig bleiben. So lebt denn wohl, Gott mit Euch! gez. von Manstein.

Sodann ist aus dem Stabsquartier Seeheim, 20. Juni 1871 folgender Divisions⸗Befehl an die Division ergangen: Soldaten der mobilen Armee! Nach einem ruhmvollen Feldzug der deutschen Armeen, an welchem die Großberzogliche Division den thätigsten Antheil genommen hat, wird uns am morgenden Tag die Gnade zu Theil, vor Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog, der bereits am 3. März d. J. Euch Seine Allerhöchste Zufriedenheit in gnädigster Weise ausgesprochen hat, zu erscheinen. Es gereicht mir zur besonderen Genugthuung, unserem Landes- und Kriegsherrn Seine Division nach einem in der Geschichte ewig denkwürdigen Feldzug als Augenzeuge Eurer Thaten vorführen zu können. In den nächsten Tagen werdet Ihr theilweise in friedlichen Geschäften an den heimathlichen Heerd zurückkehren; ich ergreife daher heute die Gelegenheit, sämmtlichen Offizieren und Mannschaften der mobilen Division meinen Dank für die Opferfreudigkeit zu sagen, welche

zum Gelingen unserer Erfolge wesentlich beitrug, sowie für das Vertrauen, das mir in den schwie⸗ rigsten Verhaltnissen entgegengebracht wurde. Ich freue mich, Euch Allen meine Anerkennung über die Mannszucht aussprechen zu können, die Ihr während des eilfmonatlichen Feldzugs beobachtet. Ihr habt Euch des deutschen Namens in jeder Beziehung würdig gezeigt. Das ganze Vaterland, welches in Folge der jüngsten Thaten zu früher nicht gekannter Einigkeit und Stärke gelangte, erkennt mit Dankbarkeit Eure Leistungen an. Die siegreichen Schlachten und Gefechte, die Strapatzen der Märsche und Bivouaks haben empfindliche Lücken in unsere Reihen gerissen. Wir wollen derer stets mit Liebe gedenken, die dem Vaterlande ihre Gesundheit und ihr Leben geopfert haben. Ich erwarte, daß wenn Ihr bei erneuttr gefahr⸗ voller Lage des Vaterlandes wieder zum Kampfe aufgerufen werdet, Ihr mit derselben Freudigkeit und Zuversicht Euren Fahnen folgt, wie dieß in dem vergangenen Feldzug der Fall war. Ludwig, Prinz von Hessen.

Ueber den Siegeseinzug unserer Truppen am 21. Juni berichten Darmstädter Blätter Folgendes: So war endlich der langersehnte Ein zugstag unserer Division, der 21. Juni, heran⸗ gekommen. Obwohl der Himmel fortwährend mit trüben Wolken bedeckt war und von Zeit zu Zeit einzelne Regenschauer niederfielen, füllten sich bereits frühzeitig die festlich geschmückten Straßen mit Fremden, die auf allen möglichen Verkehrsmitteln aus nah und fern herbeigeeilt waren und deren Zahl auf mindestens 50,000 geschätzt werden muß. Das Treiben in den Straßen war ein ungemein lebhaftes und bewegtes, in der Altstadt z. B. war das Durchpassiren eine harte Anstrengung und oft kaum möglich. In den Straßen, welche die Ein⸗ ziehenden zu passiren hatten, wie hauptsächlich Rhein- und Neckarstraße, wo die Schaulustigen mitunter auf Bäumen, ja selbst den Dächern Platz genommen, war lange vor der fesigesetzten Zeit des Einzugs die Menschenmenge so riesig herangewachsen, daß es der energischsten An- strengungen bedurfte, um nur einigermaßen die Bahn freizuhalten. Dem ausgegebenen Programm gemäß passirten die Truppen, welche in einem weiten Umkreis um Darmstadt in Cantonirungen lagen, zuerst um 10 Uhr auf dem Exercierplatz vor dem Großherzog, dem Prinzen Karl und Gemahlin, dem Prinzen Alexander und Gemahlin, der Prinzessin Alice und Kindern, Revne und traten darauf um/ 11 Uhr unter dem Geläute sämmtlicher Glocken den Einmarsch in die Stadt durch den Triumphbogen am Neckarthor an. Hier hatten sich die Ehrendamen, der Stadtvorstand, sowie die dazu eingeladenen Vertreter der Presse versammelt. Als die Spitze der Colonnen, die Feldgendarmerie, in der Ferne sichtbar wurde, erscholl ein nicht endenwollendes, vieltausend⸗