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Dernburg. Für den sechsten Wahlkreis(Beus— beim, Erbach, Lindenfels, Neustadt) sind als Candidaten Rentier Martin und Heinr. v. Gagern bezeichnet. Für den siebenten Wahlkreis(Heppen⸗ heim, Worms, Wimpfen) candidirt Kreisrath Pfannebecker. Für den achten Wahlkreis(Bingen, Alzey) ist bisher nur Metz aufgetreten. Im neunten(Mainz) candidirt Dumont für die demo— kratische, Bamberger für die nationalliberale Partei. Die Conservativen dürften möglicher Weise Staats- procurator Dr. Bellue und die katholische Partei Domcapitular Dr. Moufang als Candidaten auf— stellen.
Berlin. Preußen wird die jetzt von Frank— reich durch freie Wablen anerkannte republikanische Regierung selbstverständlich bald anerkennen.— Mehrere Anzeichen bestätigen, daß boxaparkistische Agenten bei den französischen Kriegsgefangenen eine Agitation für ein Plebiseit zu organisiren versuchen.— Die orleanistische Partei der National— versammlung, gestützt auf die Aeußerungen eng— lischer Minister im Parlament und Englands diplomatische Action in Wien und Florenz, be— günstigt einen schleunigst zu berufenden Congreß zur Herabminderung des deutschen Friedens-Pro— grammes. Die nut für wenige Tage von Preußen bewilligte Verlängerung des Waffenstillandes be— weist, daß jede eurepäische Einmischung zurück— gewiesen wird.
— Wie die„Kreuzztg.“ hört, gilt es mit Rücksicht auf den Gang der Friedensverhandlungen noch für zweifelhaft, ob der Zusammentritt des Reichstages nicht auf kurze Zeit hinausgeschoben wird. Die„Kreuzztg.“ und die„Nordd. Allg. Ztg.“ erfahren, daß der Kaiser dem von dem Landtage beantragten Gesetzentwurf über die Ehe— schließung von Militärpersonen seine Zustimmung um so bereitwilliger ertheilt hat, als bisher zur Kenntniß gekommene Fälle von gesetzwidrigen Ehe— schließungen keinen Anlaz zur Versagung der nachträglichen Genehmigung darbieten.
— 20. Febr. Der Bundesratb des deutschen Reiches hielt heute seine erste Sitzung unter dem Vorsitz des Staatsministers Delbrück. Unter den Vorlagen befindet sich der Entwurf der berichtig— ten Verfassung des deutschen Reiches, der Gesetz— entwurf über die Verbindlichkeit zum Schadenersatz für Körperverletzungen bei Eisenbahnen, in Berg— werken ꝛc., der Abschluß des Abkommens mit Italien wegen der gegenseitigen Unterstützung von Hülfsbedürftigen, die anderweitige Feststellung der Matricularbeiträge pro 1869, die Feststellung der Wahlkreise der süddeutschen Staaten.
Dresden. Die Handels- kammern zu Dresden, Chemnitz, Plauen und Zittau protesticen gegen den Beschluß des Aus schusses des Handelstages auf unveränderte Wie— derherstellung des deutsch französischen Handels- vertrages, und verlangen, daß in den Friedens— bedingungen vielmehr für die französischen Tarif- Positionen Modifikationen anzustreben sind, welch den Interessen des deutschen Handels besser entsprechen.
München. Es wird von bier gemeldet, daß tionalversammlung.
sich der Minister des Auswärtigen Graf Bray im Auftrage des Königs, begleit't vom Legations⸗ rath Rudhardt, zu den Friedensverhandlungen nach Versailles begeben hat. Der Staatsrath
auswärtigen Ministeriums betraut worden. Aus Straubing in Bayern wird gemeldet,
Jägerkaserne internirten Kriegsgefangenen revol⸗ tirten. Die Wache schritt sofort ein und ver— stärkt durch das Depot des Ersatzbataillons wurden die Revoltirenden zur Ruhe gebracht. Leider wurde ein Gefreiter des 8. Jägerbataillons dabei durch einen Revolverschuß schwer verwundet. Untersuchung ist eingeleitet.
Aus Baden. Die Universität Freiburg will in einer ehrenden Anerkennung gegen den tapferen General v. Werder nicht zurückbleiben; ihre philo— sophische Fakultät hat ihm den Grad eines Ehreu- doctors verliehen. Die Benachrichtigung davon
Ehre mit großer Freude annehme. In diesen
Zudrange des Publikums statt. der neue Ministerpräsident, Graf Hohenwart, sein
glieder des Reichsraths und des Publikums mit Stillschweigen aufgenommen.
Preußen soll am 26. d. M. stattfinden. verlautet hat sich ein Syndikat wegen Uebernahme der Kriegskosten⸗Entschädigung gebildet. „Patrie“ zufolge macht die Friedensfrage große Fortschritte.— Nach dem Abschluß des Friedens soll zer Nationalversammlung ein Gesetzentwurf betreffs Bildung einer provisorischen Armee, welche aus den Classen 1871 beständen, vorgelegt werden. Ein anderer Gesetzentwurf würde die Entlassung der jetzigen Armee und die Neuorganisirung des Heeres anordnen.— Die Mehrzahl der Journale bespricht die Wahl Thiers äußerst günstig. Trochu und Gewerbe. soll demnächst nach Bordeaux abreisen, um seinen Sitz in der Nationalversammlung einzunehmen.
zug der deutschen Truppen am 26. Februar statt⸗ finden werde; sie fordern die Bevölkerung auf, sich nicht in den Straßen, sich bewegen wird Fenster auf dem Boulevard Malesherbes zu hohen Preisen vermiethet.
welcher er erklärt, daß er, obwohl erschreckt durch die schmerzliche vom Lande ihm auferlegte Auf— gabe, dieselbe annehme mit dem Gehorsam und 27 e N der Hingebung und Liebe, deren das Land um Daxenberg ist mit der interimistischen Leitung des so mehr benöthige, als es unglücklich sei, unglück. licher als es in irgend einer Epoche seiner Ge⸗ schichte daß dort am 16. d. Abends die 300 in der„Frankteich bleibt immer groß, jung und reich an Hülfs quellen; es wird immer ein beständiges Denkmal Thiers bemerkte weiter, daß er die neuen Minister nur mit Rücksicht auf die öffentliche deren sie genössen, auf Befähigung ernannt habe. dringend nöthig, Frieden muthig zu führen; derselbe dürfe nur angenommen werden, wenn er ehrenvoll sei. Thiers verlangt den Beistand der Versammlung zur Wahrung der Interessen des Landes. Favre beantragt die Ernennung einer Commission hat der General dahin beantwortet, daß er f pe 15 Mitgliedern, welche sofort nach Paris
Tagen wird das geschmackvoll gedruckte Diplom dem General eingehändigt werden. Denkmal hält man im Oberlande fest, und es ist in der Zusanmenkunft der Gemeindevorstände in Freiburg Allem nach dessen Ausführung beschlossen worden.
Schweiz Bern. General Röder übergab das Schreiben des Kalsers Wilhelm, in welchem dieser dem Bundesrathe die Annahme der Kaiser— würde anzeigt.
— Die Bourbaki'sche Armee hat der Schweiz zu- letzt noch eine Bescheerung gebracht, die vielleicht mit weit größerer Besorgniß betrachtet wird, als 85,000 Internirte: die Rinderpest ist an der waadtlän— disch⸗neuenburgischen Grenze ausgebrochen. Die Krankheit wurde eingeschleppt durch das der Armee nachgeführte Vieh. In Pontarlier fällt das Vieh zu Hunderten. Strenge Vorsichtsmaßregeln sind getroffen.
— Was die internirten Franzosen betrifft, so hat sich der Gesundheitszustand derselben wesentlich verschlimmert. Von überall her kommen Berichte, daß die Lazarethe überfüllt sind. Meist find es Typhus, Lungen- und Blatternkranke, die den Aerzten zu schaffen geben. Die geringern Fuß- leiden sind gehoben. Bis jetzt sind uns 60 Todes- fälle von Internirten bekannt geworden.
Genf. Sämmtliche hier internirte Franzosen, 1200 an der Zahl, sind wegen der Schwierig- keiten, welche sich der Ueberwachung entgegenstellten, unter Bedeckung per Eisenbahn zur Internirung nach der östlichen Schweiz abgeführt worden.
Oesterreich. Wien. Am 22. d. fand die Wiedereröffnung des Reichsraths unter großem Die Rede, worin
Programm entwickelte, wurde Seitens der Mit-
Frankreich. Paris Der Einzug der
Wie Der
— Fast alle Journale glauben, daß der Ein-
durch welche der Zug „zu zeigen. Trotzdem werden
Bordeaux, 19. Febr. Sitzung der Na-
Thiers hält eine Rede, in
gewesen.„Aber“, sagt der Redner,
der Energie und Humanität sein.“ Achtung, ihren Charakter und ihre Et erklärt es für die Verhandlungen über den
Jules
Auch an dem
den Personen, welche die Unterhandlungen führen, stehen soll. Die Verhandlungen würden det Commisston zur Berichterstattung an die National- versammlung mitgetheilt werden. Jules Fapre's auf Einsetzung einer Commission von 15 Mitgliedern zur Beihülfe bei den Frie⸗ densverhandlungen wird angenommen und die Mitglieder der Conmission wurden ernannt. Thiers fordert wiederholt zur Suspendirung der Sitzungen auf, damit die Friedensverhandlungen nicht durch Anträge von schädlichem Einflusse be⸗ einträchtigt werden. Germain bringt einen An⸗ trag auf Eröffnung eines Credits von 100 Mill. zur Deckung der Kriegskosten ein.
— Zu Ministern wurden ernannt: Dufaure (Justiz), Jules Favre(Aeuß eres), Picard (Inneres), Jules Simon(Unterricht), Lambrecht (Handel), Leflo(Krieg), Pothuan(Marine) und de Larcey(Arbeiten). Der designirte Finanz⸗ minister ist noch nicht in Bordeaux eingetroffen, kann daher noch nicht genannt werden. Thiers hat kein Ressortministerium übernommen, um mehr Zeit für die allgemeine Geschäftsleitung zu haben.
— 19. Febr Die Rational-Versaumlung wählte in die Commission zur Mitwirkung an den Friedensver handlungen: Benoist d'Azy, de Limaprac, Pierrot de Seilligny, Victor Lefranc, Laurence, de Lesperut, St. Marc-Girardin, Bar— thelemy St. Hilaire, Aurelles de Paladines, La Roncière le Rourrp, Vatbie, Vitet und Saisset. (Zwei Namen fehlen.) Diese Commission soll die Vermittlerin zwischen den Unterhändlern und der Nationalversammlung sein.— Picard und Jules Favre sind heute Abend nach Paris abgereist. — 20. Febr. Die gewählte Specialcommisston für die Friedensverhandlungen reist übermorgen nach Paris ab. In der Nationalversammlung ward die neue Ministerliste mit Beifall begrüßt. Das Finanzportefeuille ist Buffet übertragen.
— Die hier angekommenen Prinzen von Orleans sind auf Bitten ihrer Freunde wieder abgereist, ohne auf ihrer Zulassung in die National- versammlung zu bestehen.— Die„Gazette de France“ gibt folgende Ernennungen als positiv an: der Herzog von Noailles zum Gesandlen in St. Petersburg, Herr de Remusat in Wien, der Herzog von Broglie in London.
— Die Zahl derjenigen Journale, welche fordern, daß die gesetzgebende Gewalt ihren Sitz außerhalb Paris habe, ist im Zunebmen.
— Die„Liberte“ theilt mit, daß Etienne Arago mit einer Mission bei der italienischen Regierung beauftragt sei, die auf die am Krieg theilnehmenden Italiener und auf die nizzardische Frage Bezug habe.— Aus Nizza werden erneute zahlreiche Demonstrationen gemeldet. Das Volk rief: Nizza soll frei sein! Hinaus mit den Franzosen! Dieppe. Das„Journal von Rouen“ sagt, bei der Besprechung, die Jules Favre mit Bismarck gehabt, habe Letzterer zugegeben, daß nur die— jenigen Contributionen wirklich eingetrieben werden dürfen, welche vor dem Waffenstillstande aufgelegt worden seien; so hoffe denn Dieppe, sein Geld zurückbezahlt zu bekommen.
Der„Semaphore de Marseille“ bringt Näheres über den Aufstand in der Provinz Con- stantine. Am 26. und 27. Januar machte ein starkes Corps Araber den Versuch, die Stadt Suk- Arras zu nehmen, doch wurde die Stadt am 28. durch eine französische fliegende Colonne be⸗ freit. Aber ein halbes Hundert Meiereien wurde geplündert und in Brand gesteckt und ein Dutzend Colonisten getödtet. Die Fregatte„Provence“ wurde eilends von Algier mit Verstärkungen nach Bona geschickt.
Nizza. Der Präfect hat solgende Verfügung erlassen: 1) Die Garibaldi'schen Freiwilligen,
welche vom Kriegsschauplatz zurückkehren, haben
auf dem Bahnhof von Antibes ihre Gewehre und
sonstigen Waffen abzulegen; 2) der Aufenthalt in Nizza ist ihnen untersagt. unmittelbar durch das Departement nach der Grenze begeben.
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Belgien. Brüssel. Die„Independance
belge“ gehen und im beständigen Zusammenhange mit! dem Versailler Hauptquartier, daß sofern die fran
glaubt auf Grund von Nachrichten aus
Der Antrag
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1377 Antag Adtrein Wema 158 8 ellen
358 * Wald
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