Ausgabe 
17.6.1871
 
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1871.

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Oberhessischer!

Samstag den 17. Juni.

nzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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In Langenhain ist ein Fall von Tollwuth vorgekommen und deßhalb das Einsperren aller Hunde daselbst verfügt worden.

Friedberg den 15. Juni 1871.

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Amtlicher Theil. ng.

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Betreffend: Die Matdildenftiftung für Oberhessen, insbesondere Verwendung der Mittel für 1871. Die Generalversammlung der Mathildenstiftung für Oberhessen hat beschlossen, für Kleinkinderschulen der Provinz, insbesondere zum

Besten der Lehrerinnen die Summe von 250 fl. zu verwenden. Indem man dies zur offentlichen Kenntniß bringt, werden die Vorstände

olcher Anstalten, welche bei der Vertheilung berücksichtigt zu werden wünschen, eingeladen, ihre Anmeldung, in welcher über Ausdehnung,

Mittel und Bedürfnisse der Austalt ausführliche Auskunft zu ertheilen wäre, bis zum 20. August d. J. hierher gelangen zu lassen.

Der Vorstand der Mathildenstiftung fur die Provinz Oberhessen.

Gießen den 10. Juni 1871.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Tera p p.

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Deutsches Reich.

Darmstadt. S. K. H. der Großherzog hat den General der Infanterie, Prinzen Alexander von Hessen zum General der Cavallerie ernannt.

Nach denHess. V. wären die künftigen Garnisonen der hessischen Regimenter und Corps jetzt definitiv festgestellt und würden dieselben in nächster Zeit wie folgt dislocirt sein: 1. Infan⸗ terie-Regiment, Stab des 3. Infanterie-Regiments, 1. Jäger-Bataillon, 2. Reiter⸗Regiment, Feldar⸗ tillerie, Pioniere und Train-Abtheilung in Darm⸗ stadt, resp. Bessungen. 2. Infanterie-Regiment (zwei Bataillone) in Gießen. 3. Infanterie Regiment 1. Bataillon in Worms, 2. Bataillon in Offenbach. 4. Insantcrie-Regiment und 2. Jäger Bataillon in Mainz. 1. Reiter⸗Regiment in Butz⸗ bach und Babenhausen.

* Friedberg. Zum Empfange unserer Truppen wird sich S. K. H. der Großherzog schon am 17. nach der Residenz Darmstadt be geben und dürfte dessen Rückkehr hierher erst in etwa 14 Tagen zu erwarten sein.

* Friedberg. Nach den von derDarmst. Ztg. gebrachten Dislocationen der hessischen Di- vision für den 18., 19., 20. und 21. Juni be⸗ findet sich der Divisionsstab am 18. zu Heppen⸗ heim, am 19. und 20. zu Seeheim und Jugenheim und am 21. zu Darmstadt. Die Truppen, welche sich am 18. noch theils zu Mannbeim, Worms, Weinheim, Lampertheim, Heppenheim u. d. a. O., am 19. in Bensheim, Jugenheim, Eberstadt, Pfungstadt 1c. befinden, rücken am 20. sämmtlich in die nächste Nähe Darmstadt's und werden am 21. theils in Darmstadt selbst und Bessungen, theils in Eberstadt, Pfungstadt, Griesheim u. s. w. einquartiert werden. Die von Mainz aus ver- breitete Nachricht, daß das 4. Inf. Regt. und 2. Jägerbataillon an dem Einzuge der Truppen

werden, besagen, ist es nunmehr bestimmt, daß unsere 4 Inf.⸗Regimenter fortbestehen bleiben und daß das 1. Jägerbataillon als solches gleichfalls eingehen und dem 1. Infanterieregiment als 3. Bataillon zu getheilt werden wird. Bei dieser Formation der Division würde die Neubildung von zwei neuen dritten Bataillonen für das 2. und 3. Regiment zu erwarten sein und dürfte dadurch vielleicht für Friedberg einige Hoffnungen für spätere Zu theilung einer Garnison wieder erstehen. Der gänzliche Verlust einer solchen wird leider in alle geschäftliche Verhältnisse unserer Stadt auf das Empfindlichste eingreifen und wäre wohl der här teste Schlag, der Friedberg's Geschäfte treffen könnte. Hoffen wir, daß diese Lebensfrage für Friedberg schließlich in einer uns günstigen Weise entschieden wird.

Berlin, 14. Juni. Reichstag. Bezüglich der Petitionen des Vorstandes des Vereins der mittelrheinischen Fabrikanten zu Mainz und des bleibenden Ausschusses des deutschen Handelstages zu Berlin, betreffend die Errichtung eines Reichs- verkehrs-Ministeriums, wird der Commissionsantrag angenommen, nach welchem die Petitionen dem Reichskanzler mit der Aufforderung zur Berück sichtigung überwiesen werden, das durch den Be schluß des norddeutschen Reichstags beantragte Gesetz über das Eisenbahnwesen, insbesondere behufs Herstellung geeigneter Organe für die Aus- übung der dem Reiche zustehenden Befugnisse, schleunigst vorzulegen. Bezüglich des Antrages des Kieler Comite's für den Bau eines Nord- Ostseekanals, der Reichstag möge seinen gewichtigen Einfluß geltend machen, um den deutschen Regie rungen den Bau anzurathen, beantragt die Com mission, die Petition an den Reichskanzler zur Kenntnißnahme und Erwägung zu überweisen. Fürst Bismarck erklärt, er könne versichern, daß namentlich die preußische Regierung Zeit und Mittel

in Darmstadt nicht theilnehmen, sondern direct den Canalisationsprojecten widmen werde, da er nach Mainz befördert werden sollten, wird durch anerkennen müsse, daß das Vaterland nicht auf die Dislotations Bestimmungen widerlegt, nach der Höhe der Verkehrsverhältnisse stehe, welche

welchen diese Truppentheile sich am 20. und 21. un Griesheim und Bessungen u. s. w. befinden

werden. Wie dieHess. V. melden, war in dieser genommen.

seine Mittel und seine Stellung ihm zugewiesen. Der Antrag der Commission wurde hierauf an Ee folgt alsdann die zweite Be-

Angelegenheit ein höherer Beamter von Mainz in rathung des Gesetzentwurfs betreffend die Ge Darmstadt, welcher hauptsächlich geltend machte, währung von Beihilfen an die Angehörigen der

daß Mainz bereits in colossalstem Maße mit Ein- Reserve und Landwehr.

Auf die Anfrage Dern

quartierung bedacht sei und die Instandsetzung der burgs erklärte Fürst Bismarck, die verbündeten zur Aufnahme der Truppen bestimmten Kasernen Regierungen seien damit einverstanden, daß über die Verwendung der denselben zur Verfügung ge

noch einige Tage erfordert.

Friedberg. organisation unserer Division betreffenden Nach-

richten, welche von zuverlässiger Seite bestätigt erfolgen werbe. D

Wie die neuesten, die Re- stellten Gelder innerhalb der verfassungsmäßigen

Vorschriften in jedem Lande eine Rechnungslegung er Gesetzentwurf wird einstimmig

angenommen. Zwcite Berathung des Dotationsge⸗ setzes. Die Commission beantragt eine Modification, nach welcher außer an die deutschen Heerführer auch an die deutschen Staatsmänner, welche bei dem natio⸗ nalen Erfolge des Krieges in hervorragender Weise mitgewirkt haben, Dotationen verliehen werden sollen. Der Berichterstatter, Abgeordneter v. Bennigsen, erklärt, die Commission habe sich über vier Kategorien zu Dotirender schlüssig ge⸗ macht, nämlich: 1) Heerführer selbständig operiren⸗ der Armeen, welche siegreiche Schlachten geschlagen haben; 2) Männer, welche ohne Führung selbstän⸗ diger Armeen in wichtigen Kriegsmomenten er⸗ folgreich eingegriffen; 3) Männer, welche als Chefs des Generalstabes der ganzen Armeen oder der einzelnen Heere mitwirkten und 4) Männer, denen man die Organisation und Befestigung der natio⸗ nalen Heereskraft in hervorragender Weise ver danke. Vom Reichskanzler sei bierbei ganz ab gesehen. Lenthe ist principiell gegen die Vorlage, weil man den Militarismus nicht stärken dürfe und er nicht Geld bewilligen wolle, ohne zu wissen für wen. Der Redner theilt im Verlaufe seiner Rede mit, der Reichskanzler habe gestern in der Commission erklärt, daß er außer den höchslen Chargen dem Kaiser 15 Männer als zu Dotirende vorschlagen werde. Der Gesetzentwurf mit der Modification nach dem Antrage der Commission wird hierauf mit 175 gegen 51 Stimmen angenommen, drei Abgeordnete enthielten sich der Abstimmung,

15. Juni. Der Reichstag hat in seiner heutigen Sitzung das Gesetz, betreffend die Ge⸗ währung von Beihülfen an die Reserve und Land wehr, sowie das Dotationsgesetz in dritter Be rathung definitiv genehmigt. Fürst Bismarck verlas hierauf eine kaiserliche Botschaft, der zufolge der Schluß des Reichstags heute Nachmittag um

3 Uhr durch den Kaiser erfolgt. Der Präsident gibt noch eine Uebersicht über die Arbeiten der Session, worauf der Alters-

präsident Frankenberg dem Präsidenten den Dank des Hauses für seine umsichtige Leitung der Ver⸗ handlungen ausspricht. Der Präsident dankt und schließt mit einem Hoch auf den Kaiser, in welches die Versammlung dreimal begeistert einstimmt. Die Feier des Reichstagsschlusses fand um 3 Uhr Nachmittags im Weißen Saale des Schlosses statt. Der Kaiser verlas die Thronrede bedeckten Hauptes. Ein Passus derselben, welcher Elsaß⸗ Lothringen betrifft, wurde von Beifall begrüßt. Nach der Verlesung der Thronrede erklärte der Reichskanzler die Session für geschlossen, worauf sich der Kaiser unter dem dreimaligen Hoch der Versammlung zurückzog. 9