Ausgabe 
17.1.1871
 
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Die erste Sitzung der Conserenz findet am 17. Januar um 1 Uhr statt.

Der Stand. verlangt eine Intervention Englands in dem deutsch⸗französischen Streit.

Italien. Konstantinopel. Die Be⸗ hauptung derTimes, die Pforte sei zu directen Unterhandlungen mit Rußland geneigt, wird von unterrichteter Seite dementirt. Alle Fragen bleiben der Entscheidung der Conferenz vorbehalten.

Frankfurt. Wie stark die Correspondenz der Fami⸗ lien mit ihren im Felde stehenden Angehörigen ist, kann man daraus ermessen, daß dieser Tage ein großer zwei⸗ spänniger Leiter wagen mit Briesballen für die Armee vor Paris auf die Eisenbahn gefahren wurde. Wie wir vernehmen, sollen die noch auf deutschem Gebiete gelegenen Feldschlächtereien nach Elsaß und Lothringen verlegt werden.

Frankfurt. Dieser Tage wurde eine Anzahl deut⸗ scher Soldaten hier durch auf die Festung zur Verbüßung einer sechsmonatlichen Freiheitsstrafe verbracht, da sie in Feindesland es mit dem Mein und Dein der Stiefel und Hemden ihrer Quartiergeber nicht genau genommen haben sollen. In sämmllichen Maschinenwerkstätten der hie⸗ sigen Eisendahnen ist das Arbeiterpersonal erheblich ver⸗ mehrt, um alle Reparaturen an den durch den übermäßig flarken Gebrauch defecten Maschinen und Waggons schnell vollenden zu können. Wie man vernimmt, wurden in

der hiesigen Felbschlächterei große Unkerschleife entdeckt,] gesagt und gezeigt wird, hren und sehen andere mit, welche zur Verhaftung von vier Meßgerburschen führten.] bilden sich darüber eine Vorslellung und entwickeln in sich

Kassel. Mal schall Bazaine in Kassel hat sein jüngstes Kind, mit dem ihm seine Frau beschenkte, auf franzssischer Erde taufen lassen. Er hat nach Frankreich geschickt und sich von dort einige Körbe Erde holen lassen.

Eingesandt.

Herr Frilsch hat nun in Gemeinschaft mit den Institutsvorsteherinnen Fräulein Werner den früher in diesem Blatte angekündigten Unterrichtskursus im Klavier⸗ spiel am 11. d. begonnen. Wir können von diesem An⸗ fange nur das Besse berichten. Die vorkommenden Ver⸗ anschaulichungsmiitel zum Verständniß von Klaviatur, Notensystem, Noten, Tonleitern, Intervallen u. s. w. sind wirklich vortrefflich geeignet, die Klavierschüler auf die leichteste Art mit den aufgezählten und all den für's felavierspielen nothwendigen Begriffen vertraut zu machen. Hierdurch und durch die freundliche, milde und doch frische Art des Unterrichts überhaupt versteht es Herr Friisch die Schüler zu spannender Aufmerksamkeit zu bringen. Und beim Klavierspielen selber, was in der ersten Stunde auch vorkam, wollte es ein Schüler dem andern in rich⸗ tiger Handhaltung und gutem Anschlag, was Herr Friisch zuerst zeigte und übte, zuvorthun. Davon haben wir uns nun durch den Besuch der Unterrichtsstunde wiederholt über⸗ zeugt, daß die Methode des Herrn Friisch, wobei mehrere Schüler gleichzeitig unterrichtet werden, sich vollkommen bewähren und guten Erfolg haben wird. Was einem Schüler

den Willen und Vorsatz zur richtigen Ausführung und während ein Schüler spielt, lesen andere die Noten. Und die Hauptsache i die Erweckung des Lustens und Eifers vei den Schülern, und dies geschieht in hohem Grade. Wir hegen die Hoffnung, daß das Klavierspielen unter der Jugend Friedbergs und wohl auch der Umgegend durch Herrn Friisch und seine mit den Fräulein Werner errichtete Musikschule viel Freunde gewinnen wird. Wün⸗ schenswerth ist aber, daß man diese Sache durch rege Thell⸗ nayme unterstützt. Daß Herr Fritsch, der Meister seiner unft, jetzt hier ist, ist eine Folge des Kriegs mit Frank⸗ reich; außerdem aber hat ibn die Liebe zu seiner Vater⸗ stadt bewogen hier zu bleiben. Wir bemerken zum Schlusse, daß wir Vorstehendes namentlich im Interesse der Sache und der Klavierunterricht-Suchenden geschrieben haben. Es können, wie wir hören, jetzt noch Schüler in den be⸗ gonnenen Unterrichtskursus eintreten.

Ne u e st e 8.

Darmstadt, 15. Jan. Das 2. hessische Reiter⸗Regiment und das 2. Infanterie⸗Regiment waren vorgestern im Gefecht bei Briare. Der Gesammtverlust beträgt 50 Mann, darunter Masor v. d. Hoop todt, Lieutenant Weimar verwundet.

2 0

Holzversteigerung. 111 Freitag den 20. d. Mis., Vormittags 10 Uhr, kommen in dem Gräflich Leiningen'schen Walddisteikte Lieder bei Ilbenstad: nachssehende Dolzsortimente zur offentlichen Versteigerung an die Meistbietenden:

33 Stecken Buchen⸗Scheitholz,

2 Etichen⸗ Scheitholz,

1 Buchen- Prügelholz,

1 Eichen⸗Prügelbolz, 19 Buchen⸗Stockbolz,

2 Eichen⸗Stockholz,

1100 Stück Buchen Wellen,

200 Eichen⸗Wellen, 100 Erlen⸗Wellen, 700 Dorn⸗Wellen.

2 Eichenstlämme don 40 und 53 Fuß Länge und 12 bis 15 Zoll mittlerem Durchmesser, 3 Buchen Stämme von 25 bie 40 Fuß Länge und 15 bis 30 Zoll mittlerem Durchmesser, und 3 Buchen⸗Stöcke, zu Kummethölzern geeignet. Gegen genügende Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. September d. J. gestattet. Schloß Ilbenstedt, 9. Januar 1871. Gräflich Leiningen'sche Rentei Biera u.

Hofraitheverkauf.

123 Der Unterzeichnete bead sichtigt seine in Rödgen belegene Hofralthe mit Schmiedewerkftätte und Schmiede hanb werks inventar öffentlich zu verkaufen oder auch zu verpachten. In dieser Hofraithe wird auch eine Gast⸗ wirihschaft betrieben und kann das dazu gehörige In⸗ ventar ebenfalls abgegeben werden.

August Reimer in Rödgen.

Holz-Versteigerung in den Oberförsterei

136 Mittwoch den 25. d. M. werden im District Merloh nachfolgende Holzsertimente versteigert:

A. Brennholz. Scheitholz. Prügelholz. Stockholz. Reis holz. Holzart. ee. Buchen 275 57 Cl. 53 82 228 * 1 7 5 Eichen 2 Nadelholz: 141 in Schichten von 20 307 Länge, 171

dis zu 20 Länge, zu Baumpfählen ꝛc. geeignet.

B. Bau-, Werk. und Nutzholz. 8 Eichen⸗Stämme von12 Durchmesser und 20-707 Länge mit 318 Cubikfuß, 9 Nadel⸗Stämme von 6 15½½ Durchmesser und 20-35 Länge mit 241 Cub ikfuß, d 20 Buchen⸗Stämme von 14 30 Durchmesser und 5 45 Länge mit 984 Cubikfuß. Bei den Buchen finden sich mehrere Trummen zu Hackklötzen geeignet. Das Holz fitzt in der Näbe von Langd, etwa eine Stunde von der Eisenbahnstation Hungen. Anfang der Versteigerung Morgens präcis Uhr. Zusammenkunft im Holzschlag bet den erflen Holznummern. Eichelsdorf am 9. Januar 1871. Affekte Eichelsdorf e yer.

Für Glaser

125 empfehle ich Ta felglas in allen Farben, Spiegel⸗

Futter⸗(Häcksel⸗» Schneid⸗Maschinen,

63 wovon ich monatlich 400 Stück versende,

können jetzt wieder sofort geliefert werden.

Preise und Abbildungen werden auf Verlangen franco zugesandt.

Heinrich Lanz in Mannheim.

Jagd-Verpachtung zu Staden.

134 Donnerstag den 26. Januar 1871, Vormittags 11 Uor, soll auf hiesigem Ratbhause die der Gemeinde Staden zustebende Jagd, elrca 1250 Morgen Feld, auf 6 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden. Staden den 14. Januar 1871. Großherzogliche Bürgermeisteret Staden Dau ch.

FJaselvieh⸗Versteigerung. 133 Mittwoch den 18. d. M., Nachmittags 2 Uhr, wird auf blesigem Bürgermeisterel⸗Büreau ein der Ge⸗ meinde gehöriger, zum Schlachten gut geeigneter Fasel⸗ ochs, sowie ein für die fernere Zucht zu schwer gewor⸗ dener Faseleber an die Meistbietenden versteigert.

Ockstadt den 14. Januar 1871.

Großherzogliche Bürgermeisterel Ockstadt Gröninger.

9 Versteigerung.

135 Mitwoch den 18. Januar, wird in der Wohnung des Herten Joh. Huber I. zu Steinfurt

1 fehlerfreies Zugpferd von dunkelbrauner Farde,

Stute, 8 Jahr alt, welches ein⸗ und zweispännig

gelernt; 4 gut gehaltene Kühe, wovon 2 trächtig;

circa 8090 Malter gelbe Kartoffeln, bester Qualität:;

ein Transport Dickwurz und Stroh; 23 noch ganz

brauchbare Pferdetgeschirre; 1 noch ganz brauchbarer

zweispänniger Wagen; 1 Brennereietnrichtung und

noch mehrere Haus- und Oeconomie⸗Geräthschaften öffentlich meifbietend versteigert.

Auf Verlangen wird gegen genügende Bürgschaft Credit bewilligt.

Steinfurt den 14. Januar 1871.

Dle Erben.

Ein Faselochs,

Jahr alt, Rothscheck, steht zu verkausen bei Johannes Marloff. Melbach.

Eine Dogge,

130 Männchen, 4 Jahre alt, gelb, mit gespaltener Nase, sehr gut dressirt, ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bl.

Braunkohlenklein,

43 als Brennmaterial zum Vermischen mit Steln⸗

114

Ein Kanapee

118 it billig zu verkaufen bei J. Stotz.

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Schlitten,

zum eln und zwesspännig Fahren, hat zu verkaufen Chr. Wagner, Wagnermeister,

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Bad Nauheim.

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3000 bis 4000 fl.

137 werden gegen doppelte Sicherheit für Anfangs März d. J. zu leihen gesucht. Das Nähere ist bei der Exped. d. Bl. zu erfragen. 121

Ein Lehrling

132 kann eintreten bei Schlossermeister Karl Gräff in Assenheim. 1

Corseten& Crinoline

73 äußerst billig bei K. Friedrich neben der Post.

Eine Chaise

2675 steht zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl.

Todesanzeige und Panksagung.

131 Dem Allmächtigen hat es gefallen unseren geliebten Galten, Vater und Schwiegervater Hartmann Ehrhardt

in ein besseres Jenseits abzurufen. Indem wir um stille Theilnahme bitten, sagen wir zugleich allen Denjenigen, welche den Verflorbenen zur letzten Ruhestätte geletteten, unsern innigsten Dank.

Friedberg den 13. Januar 1871.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangclische Gemeinde.

Mittwoch den 18. Januar, Abends 5 Uhr, ö in der Burgkirche: Betflunde mit Ansprache von Herrn Diakonus Mepet.

Verantw. Redact.: Hermann Schiwpff.

Dru und Verlag von Bindernagel& Schiff.

Lampenschirme, Cylinder, Petroleum