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Post⸗Expedienten Heck in Nidda,
Deutsches Reich.
Darmstadt. Obersteuerrath Ottmar Göring wurde zum vortragenden Rath in dem Ministerium der Finanzen unter Verleihung des Charakters als Geh. Finanzrath ernannt und Oberzoll⸗In⸗ spector des Hauptzollamts Gießen Carl Müller zum Rath bei der Ober- Steuer- Direction mit dem Amtstitel als Obersteuerrath befördert.
— Der Bezirks⸗Postkassen-⸗Controleur Bötticher wurde zum Post-Inspector ernannt. Zu Post⸗ directoren sind ernannt worden: die Postmeister Brentano in Friedberg, Reiß in Bingen, Seitz in Lauterbach und Wimmer in Alzey. Zu Post⸗ Secretären sind ernannt worden: die Postverwalter v. Eyff in Grünberg, Kirschner in Butzbach, Aull in Oppenheim und Neeb in Alsfeld, sowie die Schröder in Heppenheim, Jordan in Osthofen und Krüger in Schlitz. Zu Post⸗ Amts- Assistenten wurden er— nannt: die Post⸗Expedienten Plier, Grützner, Lehmann, Malbrandt, Fellmann und Lang hier, Kunzendorf und Klein in Mainz, Dörk in Offen- bach, Nanz in Bingen, Karwatzki in Butzbach, Röhr und Illert in Oppenheim, Wiesner in Lauterbach, Graulich in Langen, Scheer in Michel stadt und Schneider in Bad- Nauheim. Dem Post⸗Expedienten Schmitt ist die bisher interi— mistisch verwaltete Büreaubeamtenstelle II. Klasse bei der Ober⸗Postdirection hier, unter gleichzeitiger Ernennung zum Büreau-Assistenten, definitiv über⸗ tragen worden. Der Kanzlist Blenkner bei der Ober⸗Postdirection hier ist definitiv angestellt worden. Der Post⸗Eleve Cellarius ist auf sen Nachsuchen entlassen worden. Der Postgehilse May in Pfung⸗ stadt ist gestorben.
Darmstadt. Auf Grund eines Gemeinde— rathsbeschlusses ist vom 1. Juli 1871 an das Schulgeld in den hiesigen Volksschulen aufgehoben. Mit dieser Maßregel fällt auch die bisher gemachte Unterscheidung zwischen Stadischulen und Frei— schulen weg.— Oberpostdirector Vahl, der gegen- wärtige Vorstand der hiesigen Oberposidirection, ist zum Oberpostdirector für Karlsruhe bestimmt.
— Am 9. d. rückte das 3. großherzoglich hessische Feldlazareth, welches zuletzt in Epinal ge⸗ standen, hier ein. Schon im August v. J. von unserer Division abcommandirt, wurde es haupt— sächlich bei den verschiedenen Belagerungen der nördlichen resp. nordöstlichen französischen Festungen verwendet, dann aber der gegen Bourkaki operi- renden Acmee zugetheilt, wo es an Mühen und Entbehrungen jeder Art nicht fehlte.
Mainz. Zu den masseahaften Pferde⸗Ver⸗ käufen der demobilistrten deutschen Armeen sind am Rhein seit einigen Tagen französische Unter- händler und Agenten der Regitrung eingetroffen. Die hessische Division veräußert gegen 4000 Pferde, meistens in den Gegenden, wo sie ausgehoben wurden, und, was ein nachahmenswerthes Ver— fahren ist, gegen Credit auf Bürgermeisterei⸗Zeug⸗ niß.(7) Die badische Division bringt 4200 Pferde zum Verkauf. Da viele Zuchtstuten unter dem Abgange sind, so hat die französische Regierung viel Chance.
Berlin. Wie die„B. B.-Zig“ hört, ist eine gleiche Nationaldotation, wie sie Karl Wilhelm erhält, auch der Familie Max Schneckenburger's, des Dichters der„Wacht am Rhein“, zugedacht. Die Wittwe Schneckenburger's wohnt gegenwärtig in Thalheim in Württemberg; von ihren beiden Söhnen Max und Ernst hat der ältere im ersten würtstembergischen Infanterie-Regimente den Feld zug gegen Frankreich mitgemacht.
— Aus Berlin wird der„Rhein. Ztg.“ ge— schrieben:„Das Ereigniß des Tages, daß 43 Of, siziere auf einmal sich adeln ließen, erregt einige Verwunderung; man hat kaum geglaubt, daß der Bürgerstand noch so massenhaft Mitglieder ent- hielte, die begierig sind, ihren Namen durch einen Sprachfehler zu entstellen.
— Die Plaͤne zur Erweiterung der Festungs⸗ werke von Köln-Deutz sollen, wie glaubwürdig verlautet, in Kurzem ihcer definitiven Feststellung entgegengehen.
— Die„N. A. 3.“ schreibt: Die nöthige Pflege, welche der Fücst⸗Kanzler seiner Gesundheit
zu widmen hat, gestattet es nicht, die mehreren
tausend Privatschreiben, welche nach Varzin ge⸗—
richtet werden, zu lesen und zu beantworten. Breslau. Die Betheiligung am Journa—
listentag war eine sehr zahlreiche. Die Begrüßungs⸗
rede des Stadtverordnetenvorstandes Lent wurde von Sonnemann beantwortet. Sonnemann wurde zum Vorsitzenden ernannt. Ein Entwurf Bieder⸗ mann's über die Grundlagen eines Preßgesetzes für das deutsche Reich wurde nach mehrstündiger Berathung mit wenigen Modificationen ange— nommen.
Köln. Der„Köln. Ztg.“ wird aus London gemeldet, daß die Verhandlungen, durch welche das Briesporto von 4 auf 3 Groschen herabgesetzt wird, dem Abschluß nahe sind.
Ems. Kaiser Wilhelm ist am 9. d. um 8 Uhr Abends hier angekommen. Eine unabseh— bare Volksmenge erwartett ihn auf dem Bahnhof und bereitete ihm einen enthusiastischen Empfang. Die Stadt ist prachtvoll decorirt. Die abendliche Illumination der Stadt war brillant, die bengalische Beleuchtung der Berge aber geradezu feenhaft und einzig in ihrer Art.
Frankfurt,. Kaiser Wilhelm traf am 9. d. in der Frühe hier mit einem Extrazug ein und hielt vor den Bahnhöfen eine Parade-Inspection der neuen Garnison(81. Inf.-Regt.) ab. Er sprach mit den einzelnen Mannschaften, die mit dem eisernen Kreuz decorirt waren, und belobte dieselben. Auch fuhr der Kaiser in die Stadt, über die Zeil, wo er mit Hochrufen begrüßt wurde. Nach eiwa zwei Stunden setzte er die Reise nach Wiesbaden und Ems fort.
Wiesbaden. Die Generalversammlung der Taunusbahn lehnte es mit 412 gegen 1 Stimme ab, auf die Regierungs vorlage wegen Ankaufs der Bahn einzugeben. Sodann wurde dem Ver— waltungsrathe eine Commission beigegeben, um in weitere Verhandlungen in dieser Frage mit der Regierung einzutreten.
München. Von den durch den deutschen Kaiser gestifteten Kriegsdenkmünzen ist bereits eine große Anzahl hier eingetroffen und unter die Mannschaften vertheilt worden. Die Stadt München hat in der k. Münze dahier 3000 Stück Ehrenthaler zu 2 fl. 45 kr. und 10,000 Stück Ehrenthaler zu 1 fl. 45 kr. für die bei'm Einzuge betheiligten Unteroffiziere und Mannschaften prägen lassen.
— General Freiherr v. d. Tann ist mit seinem Staab hier angekommen und am Bahnhof von der Generalität und Deputationen des Offi⸗ ziercorps und der Gemeindecollegien mit den beiden Bürgermeistern an der Spitze feierlich empfangen worden.
Karlsruhe. General v. d. Tann ist mit seinem Stab auf der Rücklehr nach Bayern hier durchgekommen. Am Bahnhofe wurde er von General von Werder und Geh. Mohl, bad. Ge— sandten in München, empfangen und in die Re— stauratien geleitet, wo ein Souper eingenommen wurde. General von Werder toastirte auf das bayr. I. Armeecorps und seinen ruhmreichen Führer, und General v. d. Tann auf das XIV. Armee— corps und dessen ausgezeichneten Oberbefehlshaber. Schon nach etwa/ Stunden ging der Zug wieder weiter. Beim Einsteigen wurde dem„Helden von Orleans“ aus dem Publikum ein Hoch aus- gebracht, in welches alle Anwesenden jubelnd ein— stimmten und das fortdauerte, bis der Zug sich in Bewegung setzte.
Straßburg. Der Kaiser von Rußland nebst Gemahlin, sowie der Großherzog von Baden sind incognito hier eingetroffen und haben die Festungswerke, den zerschossenen Stadttheil und den Münster besichtigt.
Ausland.
Oesterreich. Wien. Der„Allgem. Ztg.“ schreibt man von hier: Sicherem Vernehmen nach stehen Seitens der preußischen Regitrung in kürzester Frist sehr bedeutsame Entschließungen in Bezug auf ihre Stellung zum Unfehlbarkeitsdogma oder vielmehr zu den aus diesem Dogma für das staatliche Leben zu ziehenden praktischen Conse⸗
quenzen bevor. Gerüchtweise aber verlautet, daß das Berliner Cabinet zunächst mit Wien einen vertraulichen Ideen Austausch über die Frage an- geregt hat, inwiefern es etwa angezeigt erscheinen könne, einer augenscheinlich für alle Regierungen gemeinsamen Gefahr gegenüber sich im Grundsatz über die Mittel einer gemeinsamen Abwehr der selben zu verständigen.
— Die„Neue freie Presse“ veröffentlicht den Wortlaut des von Thiers dem Papste kürzlich ge⸗ sandten Schreibens. In demselben wird dem Papste, falls er sein Project, sich nach Frankreich zu begeben, ausführe, ein glänzender Empfang in Aussicht gestellt, sodann dargelegt, wie Frankreich im Interesse der Sache der Ordnung, wie die äbrigen Mächte, die Einigung Italiens habe acceptiren müssen, und die Besorgniß ausge“ sprochen, daß das Prestige des religiösen Cha- rakters des Papstes, falls derselbe den Vatican verließe, eine Verminderung erfahren möchte. Thiers verweist ferner auf die hierdurch zwischen Frankreich und Italien entstehenden Schwierig- keiten und hebt hervor, daß der Papst in Fran? reich nur unter dem allgemeinen Gesetze stehen und dort niemals jene durch die italienische Re- gierung ihm garantirte Stellung würde einnehmen können. Thiers spricht schließzlich die Bereitwillig⸗ keit Frankreichs aus, eine Vermittlung zwischen dem Papste und dem Könige von Italien zu versuchen.
Frankreich. Paris. Nach officiellen Aufstellungen erhebt sich die Zahl der Personen, welche in Folge der Excesse der Commune geistes- krank wurden, auf circa 500. Die Opfer sind zum größten Theile Mütter, Frauen, Schwestern, Bräute, denen gewaltsam der Gegenstand ihrer Neigung entrissen worden war. Viele Männer, die gegen das Militärgesetz Widerstand leisteten, wurden der Föderirtenarmee einverleibt und dann auf die Punkte gestellt, welche die meiste Gefahr boten. Die Wenigsten derselben sind zurückgekehrt.
— Die Baseler„Grenzpost“ meldet von hier: Der Kaiser. Napoleon verläßt Chislehurst, um sich am Genfer See niederzulassen, wo er eine Domäne ankauft. Die Kaiserin besucht mit ihrer Nichte, dem Fräulein Alba, vorher Spanien.
— Anläßlich des jüngsten Manifestes des Grafen Chambord haben zahlreiche legitimistische Provinzialblätter eine Erklärung veröffentlicht, in welcher das Festhalten an der Tricolore betont wird. Diese Erklärung soll von hervorragenden legitimistischen Mitgliedern der Nationalversamm⸗ lung ausgehen und vom„Club des Reservoires“ (von der Rechten) principiell gebilligt worden sein. Der„Agence Havae“ zufolge betrachtet sich die legitimistische Fraction der Nationalversamm⸗ lung in Folge dieses Zwischenfalls für aufgelöst. Die Mitglieder derselben würden sich der Partei der gemäßigten Republikaner oder den Orllanisten anschließen.
— Es heißt, der Finanzminister werde in den nächsten Tagen die erste halbe Milllarde der Kriegsentschädigung ergänzen, worauf die deutschen Truppen die Departements Eure, Somme und Seine inférieure räumen würden.
— Die„Liberté“ meldet:„Etwa 1500 Frauens⸗ personen sind soeben an Bord der Nerefde nach Cayenne eingeschifft worden. Schon neulich waren 2500 auf den Dampfern Ceres und Amazone von Toulon abgegangen. Viele von diesen Frauen schienen äußerst niedergeschlagenz mehrere versachten sich zu tödten.“ Die„Vérité“ dringt in die Re⸗ gierung um nähere Aufklärungen über diese ebenso unglaublich klingende als pesitive Meldung.
Versailles. Die Nationalversammlung hat mit 483 gegen 5 Stimmen die neuen Steuern auf Zucker, Kaffee, Thee, Alkohol, Tabak und Cacao angenommen.
— Die Zahl der Deutschen. welche hier früher etablirt waren und zurückgekommen sind, ist nicht sehr bedeutend. Viele derselben sind nur hieher gekommen, um ihre Geschäfte zu ordnen und dann wieder abzureisen. Unter den letzteren befindet sich auch der Graveur auf Edelsteine Otto, ein wirklicher Künstler in seinem Fach. Derselbe hat sich jetzt in Berlin etablirt. Mehrere deutsche
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