Schaden repariren.
Wann lark.
sehend, entdeckt worden sind, hat unsere Polizei auch in biesiger Stadt Hausuntersuchung vorge⸗ tommen, welche zu einem außerordentlichen Re- sultate führten. Verschiedene Personen sind in Folge dessen verhaftet und über Tausende von Chassepots mit Beschlag belegt worden. Es ist bereits festgestellt, daß diese Waffendiebstaͤhle von Bahnbeamten ausgegangen sind, welche die Ge⸗ wehre zu Spottpreisen an einen aus Aachen her⸗ tammenden Preußen verkauften. Derselbe ver⸗ packte sie unter Asßstenz eines Andern in Kisten, die als Spielwaaren declariit, nach Frankreich dersandt wurden, der erste Transport schon am 23. v. M. Die Polizei hat alle an diesem Ver- gehen betheiligte Personen verhaftet.
Bayern. München. In der Reichs- tathskammer wurde der Gesetzentwurf, betreffend den
kurzlich einige Angriffe auf vorgeschobene Posten des Feindes, welche aber zurückgewiesen wurden.
— Das„Offizielle Journal“ in Paris vom 28. Dezember enthält folgende Note: Der An⸗ griff des Feindes(Bombardement) wird nur den Muth der Pariser Bevölkerung erhöhen. Sie hat durch ihre Standhaftigkeit bewiesen, daß sie zu einem unbeugsamen Widerstande entschlossen ist. Sie wird sich den edlen Kraft— anstrengungen ihrer Vertheidiger durch ihre Ruhe und ihre Disciplin anschließen. Auf jedes Opfer zur Rettung des Vaterlandes gefaßt, kann sie durch keine Prüfung überrascht oder erschuͤttert werden. Der Minister des Innern per interim: Jules Favre.
— Aus Arras vom 4. Jan, liegt eine De⸗ pesche des General Faidherbe über die Kämpfe
gußerordentlichen Militärkredit von 41,020,000 fl., vom 2. und 3. vor, wonach die Nordarmee am ohne Debatte angenommen. 2. Jan. ihren Vormarsch weiter aufnahm und
Nürnberg. Der Nürnberger Anzeiger ist— sich in Achiet und Riancourt festsetzte. Der An- wie man hört, wegen eines Artikels über den griff auf Behagnies scheiterte jedoch. Am 3. Jan. Großherzog von Mecklenburg als Feldherrn— begann die Schlacht auf der ganzen Linie von
nit Beschlag belegt worden.
Würtemberg. Stuttgart. Der„St.- Anz.“ veröffentlicht die Anordnung des Ministers zur Anlegung der Wählerlisten behufs der Wahlen für den Reichstag.
Schweiz Bern. 4. folgender Beschluß gefaßt worden: Nachdem am 2. d. in Folge eines Gefechtes zwischen Croix und Abbevillers 188 Mann französische Truppen,
darunter 14 Offiziere, auf Schweizer Gebiet über⸗ getreten sind, hat der Bundesrath für deren In⸗
ternirung in Gemäßheit der Neutralitätsverord⸗ nung solgende Verfügungen getroffen: 1) Die Soldaten sind in die Kaserne zu Thun unter- zubringen, militärisch zu bewachen und angemessen zu beschäftigen. 2) Die Offiziere haben sich nach Luzern zu begeben, wo ibnen auf Verlangen in der Kaserne Wohnung angewiesen wird. Die selben haben sich auf Ehrenwort zu verpflichten, den Stadtbezirk nicht zu verlassen. Die Besoldung und Verpflegung ist wie folgt geregelt: Offiziere, wenn sie darauf Anspruch machen, Unterkunft in der Kaserne, Offizierstisch wie die schweizerischen Offiziere, täglich Besoldung 2 Fr. Unteroffiziere und Soldaten: Unterkunft in der Kaserne; obli⸗ gatorische Verköstigung nach Reglement, sägliche
1 Besoldung 25 Rp. nebst angemessener Zulage je
nach den Leistungen für Diejenigen, welche zu Arbeiten verwendet werden.
Frankreich. Bordeaux. Man meldet zuterm 31. Dez.: Die Bauern weigern sich viel- sach, die außerordentlichen Steuern und Kriegs- tontributionen zu bezahlen. Die durch den Unterhalt der mobilisirten Nationalgarde der Be⸗ tölkerung auferlegten Lasten erzeugen eine lebhafte Unzufriedenheit. Die Einlösung der fälligen Rentencoupons erscheint zweifelhaft.
— Faidherbe hat nach dem übereilten Sieges⸗ telegramm an dit Regierung in Bordeaux einen Armeebefehl erlassen, der die Nothwendigkeit seines Rückzugs nach Arras und Douai folgender- maßen motivirt:„Diesmal wird Euch der Feind den Sieg bei Bapaume nicht streitig machen! Zhr habt Euch um das Vaterland trog der Härte der Jahreszeit wohl verdient gemacht. Es handelt sich jetzt nur um die Wiederaufnahme der Operationen. Ihr habt jetzt die Vervoll⸗ sändigung Eurer Munition und Eures Proviants zu besorgen.“
— Eine Mittheilung der Regierung, d. d. paris, 3. Jan., Abends, lautet:„Die Preußen bewerfen unsere Ostforts täglich im Durchschnitt mit 4000 Granatkugeln, jedoch ohne uns ernsten Schaden zuzufügen(7), da wir Nachts den Seit dem 27. Dez. haben wir 20 Todte und 200 Blessirte.“ Das offizielle Blatt vom 2. sagt:„Regierung und Bevölkerung perhorresciren dit Capitulation. Die Witterung ist jetzt milder. Die gesaumte Presse drängt zur Offensive.“
— Nach einer Mittheilung der Regierung t die Armee des Generat Chanzy jetzt 200,000 Die Artillerie machte zunächst
Im Bundesrath ist am Zerstörung Bapaume's auf dem Spiel
Neuem. General Faidherbe schreibt sich den Sieg zu. Gegen 6 Uhr sei der Kampf mit den Vor- posten in Bapaume entbrannt; da der Feind in den Häusern verschanzt war, verzichtete General Faidberbe auf den Angriff(72), weil dabei dit stand. Der General zog daher die vorgerückten Deta— chements zurück(1) und bezog Cantonnements zwischen Adinfer und Bopelles.
— Gambetta hat Bordeaux verlassen, um sich
zur Armee Chanzy's zu begeben. — Die Mittbeilungen der„Times“ über die Unterhaltung Washburne's und Favrc's bezüglich der Theilnahme an der Conferenz sind ungenau. Nach den letzten Pariser Mittheilungen erwartete Favre noch immer die Einladung Englands zur Theilnahme an der Conferenz.— Die Regierung hat die Blokade im Kanal für die Koblenzufuhr aufgeboben.— Ueber die Thatsachen in Betreff der Occupation Rouens ist eine Untersuchung an— geordnet worden.
Paris. Am Neujahrstage ist zur höheren Feier des Tages nicht Pferdefleisch, sondern ge— salzenes Rindfleisch ic. zur Vertheilung gekommen und zwar nach einer ministeriellen Ankündigung in folgenden Quantitäten: 104,000 Kilos sehr gutes conservirtes Ochsenfleisch anstatt Pferdefleisch; 52,000 Kil. getrocknete Bohnen; 52,000 Kil. Olivenöl; 52,000 Kil. grüner Kaffee und 52,000 Kil. Chocolade.
Lille, 5. Jan. Heute fand ein kleines Scharmützel bei Guise(Dep. Aisne, Arrond. Vervins, nordöstlich von St. Quentin) statt. Die Nordarmee hat bei Noyelles Cantonnements bezogen.
— Bei Guise fand ein Scharmützel statt. Die französische Armee zog sich auf Bogelles (südlich von Arras) zurück; in dem Tagesbefehle gesteht Faidherbe seinen Rückzug ein, behauptet jedoch wieder, daß er gesiegt dabe. Die Verluste Faidherbe's sollen sehr groß sein.
— Das Hauptquartier der französischen Nord— Armee befindet sich in Bopelles(nördlich von Ervillers). Die Verluste der Nord- Armee werden auf 4000 Mann geschätzt.
— Die Nordarmee ruht von ihren Märschen aus und hat Stellungen von Adinfer bis St. Leger mit dem Hauptquartier in Boileux ein— genommen. Die in den letzten Kämpfen ge— machten deutschen Kriegsgefangenen werden
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nach der Insel Oleron gebracht.
cirungen bis auf Schußweite von Cambrai aus. Nach dem amtlichen Bericht des Commandiren— den der zweiten Divislon der Nordarmee uber die Kämpfe am 2. und 3. Januar hätten die langsamen Maͤrsche verschuldet, daß am 2. d. zu wenig Truppen in den Kampf eingegriffen haben. Die neuen Regimenter zeigten Schwäche. Der General fordert eine Liste der Offiziere, die geflohen sind.
Havre, 6. Jau. Die Armee von Havre ist auf St. Romain de Colbofe(nordöstlich von Havre) zurückgegangen.
Dijon. Dem„Progres des Saone und Loire“ zufolge ist der Delegirte des Kriegeministers, Herr Serre, am 2. d., Abends in Dijon einge⸗ troffen. Nachmittags trafen 8— 10,000 Mann Truppen ein. Sie defilirten unter großem Zulauf der Bevölkerung vor dem General Cremer.
— Aus Besangon wird vom 4. d. ge⸗ meldet:„Gestern wurde Baume von preußischen Truppen angegriffen. Die Nationalgarde und die Mobilgarden von Tarne und Garonne leisteten wacker Widerstand. Sie hatten ihre Positionen auf den bewaldeten Höhen von Boussenotte genommen. Der Kampf dauerte mehrere Stunden und wurden den Preußen empfindliche Verluste beigebracht. Der Feind zog sich nach Rougemont zurück. Auf dem Wege dahin wurden mehrere Requisitionen ge⸗ macht. In Verne vier Ochsen, Heu, Hafer und Stroh, Brod und Wein; in Romain Fr. 5500; es konnten jedoch nur Fr. 1150 aufgebracht werden. Ebenso wurde in Aute⸗ chaux requirirt. Der Stadt Baume wurde ein zweiter Besuch versprochen. Eine andere preußische Colonne sandte nach Clerval, einer offenen Stadt, einige Granaten. Fünf bis sechs Häuser wurden beschädigt. Die Bewohner antworteten mit Flintenschüssen.
Belgien. Brüssel. Bis jetzt sind keine
weiteren Nachrichten über den Kampf am 3. Jan. bei Bapaume hier angekommen; doch trafen 1500 französischkt Verwundete in Lille ein.— Die Preußen rückten in Rocrop ein. Als die Be⸗ satzung die Capitulation von Mezieres erfuhr, gab sie den Widerstand auf und zog sich nach Givet zurück. Die Preußen marschiren auf Vireux, in der Absicht, sich der Eisenbahn in den Ardennen zu bemächtigen. Die„Independance“ meldet: Pariser Correspondenzen bestätigen, daß sich Klagen gegen die Langsamkeit Trochu's erheben, die man als Unthätigkeit bezeichnet. Diese Klagen finden so— gar Ausdruck in den Berathungen der Mitglieder der Regierung. Viele Journale schreiben lebhaft für energische Operationen. Volksmanifestationen werden befürchtet. Trochu, glaubt man, werde gestürzt, wenn er nicht bald handle.
— Das„Echo du Parlament“ meldet, daß Mezieres zu Dreiviertheilen durch das Bom⸗ bardement zerstört ist.
Großbritannien. London. Die„Times“ spricht sich für die Entsendung von Thiers zur Conferenz aus, da Favre es für seine Pflicht halte, Paris nicht zu verlassen. England wünscht, Frankreich auf der Conferenz vertreten zu sehen. Wenn England die Republik Frankreich als solche noch nicht anerkannt habe, so sei dies deßhalb unterlassen worden, weil die Republik offiziell noch nicht existire, sondern nur eine Regierung der nationalen Vertheidigung.
— Der„Globe“ hört aus guter Quelle, daß die Waffenausfuhr nach Frankreich in immer höherem Grade andauert. Der nicht verheimlichte Transport betrug von Anfang September bis Ende Dezember 1870 nahezu 120,000 Gewehre; außerdem gingen große Quantitäten unter der Bezeichnung„Eisenwaaren“ von England nach Frankreich ab.
— Der„Times“ wird von Berlin telegraphirt: Die französische Regierung ist wieder unschlüssig, ob sie die Conferenz beschicken soll. Da sie für
sich selber auswärtige Intervention nöthig hat, so ist sie ebenso wenig geneigt, England vor den Kopf zu stoßen, als sich in der Conferenz gegen
— Die Deutschen dehnen ihre Recognos- Rußland zu erklären.
—„Daily News“ erklären den Depeschen- wechsel zwischen Odo Russell und dem Grasen Bismarck in Betreff der Versenkung englischer Schiffe, von welchem die französischen Blätter schreiben, für erdichtet. Die englische Regierung erhielt nur eine Depesche des Grafen Bismarck, in welcher derselbe sein Bedauern ausdrückt und Uuntersuchung, eventuell Schadenersatz, verspricht.
Italien. Florenz. Cadorna erbielt für die Londoner Conferenz dieselben Instruktionen, wie die Gesandten Englands und Oesterreichs.
— Die Vertreter aller auswaͤrtlgen Machte er⸗


