Reichshaushaltsetat aufgeführt sind; zweitens, im übrigen nach der darüber durch den Reichs haus- haltsetat zu treffenden Bestimmung. Nach länge⸗ rer Debakte wird§ 2. nach dem Amendement Bodelschwingb mit großer Majorität angenommen; dagegen die Fortschrittspartei und einzelne National-
Liberale, u. A. Lasker und Braun.§. 3. wird
nach der Vorlage angenommen.
— In amtlichen Kreisen erwartet man, wie der„Augsb. Allg. Ztg.“ geschrieben wird, jetzt mit voller Sicherheit das nahe Ende der Verhand⸗ lungen, welche in Frankfurt a. M. im Anschluß an den deutsch⸗französischen Friedensvertrag gegen- wärtig geführt werden, und zwar um so mehr, als die bisherige auffällige Verzögerung in der Natur der noch unerledigten Punkte keine rechte
ündung batte.
N Dis„Prov. Corr.“ bemerkt bezüglich der Annabme der Convention Seitens des Reichs- tages: Nicht bloß die französische Regierung ist aufrichtig bemüht, die freundschaftlichen Beziehun- gen zwischen den beiden Nachbarstaaten in jeder Weise zu pflegen, sondern zumal nach dem jüngsten Abschluß der Convention hat sich die öffentliche Stimme Frankreichs zum großen Theil so befrie⸗ digt und anerkennend Deutschland gegenüber aus gesprochen, wie es vor mehreren Monaten kaum zu erwarten war. Jemebr die Gedanken des Hasses gegen Deutschland eine Milderung und Ableitung erfahren, desto mehr wird das franzö⸗ sische Volk erkennen, daß es die frühere Größe und den altbegründeten Ruhm unter den Völkern, den ihm Deutschland nicht rauben oder verküm⸗ mern will, seinerseits nicht durch Waffengewalt und blutige Rache, sondern durch den dauernden Wiederaufbau der inneren staatlichen Ordnung und durch Werke des Friedens und wahren Volks⸗ wobls wieder zu erreichen vermag.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bringt ein Com- munique, worin das Entgegenkommen Deutschlands gegenüber Frankreich als ein in den deutschen
Interessen und im freien Antrieb der einen dauer⸗
haften Frieden erstrebenden Reichsregierung be- gründetes hervorgehoben wird. Wenn das Pariser Blatt„Union“ von Ratöschlägen der europäischen Cabinette wissen will, so wird erwidert, daß Europa sich um Frankreich wenig kümmert und die Rathschläge anderer Cabinette, die übrigens nicht ertheilt sind, nur eine den Wünschen Frank⸗ reichs entgegengesetzte Wirkung erzielen würden. Die Verbreitung solcher Versionen, wie die der „Union“, sei wenig geeignet, friedliche Zustände befestigen zu helfen.
Berlin. Der„Reichs anzeiger“ gibt folgende Statistik des gegenwärtigen Reichstags. Der
Alterspräsident, welcher schon vor zwanzig Jahren,
1850, in Erfurt das Alterspräsidium führte, Abgeordneter v. Frankenberg⸗Ludwigsdorf, ist den 29. April 1785 geboren. Die Zahl der adligen Abgeordneten beträgt 141, unter denselben 11 Fürsten, Prinzen. Im Civil⸗Staatsdienst(auch einige Pensivnirte einbegriffen) zählt man 11 Ab⸗ geordnete. Gewesene Minister sind 14. Zu den Beamien kommen noch 21 Professoren und Lehrer, 3 protestantische Geistliche oder Theologen und 15 katholische Geistliche. Militéis ber verschie⸗ denen Grade, active und pensionirte wie frühere Militärs, sind 44.
— Nach einer Verfügung des Kriegsministe-
riums sollen den Einjährig⸗ Freiwilligen, welche während des Kriegszustandes verwundet oder er⸗ krankt sind und auf Invaliden⸗Beneficien Anspruch erheben, die Löhnungs⸗Competenzen vom Aufhören des Feld⸗Etats ab bis zur Invalidistrung resp. bis zur definitiven Entscheidung über ihre An⸗ sprüche, über den Etat gewährt bleiben.
Kiel. Als Nachfolger des nach Jena über⸗ gesiedelten Professors der Theologie Dr, Lipstus ist noch der Kieler Ztg. Prof. Nitzsch zu Gießen in Aussicht genommen.
Hamburg. Bei dem hiesigen Gerichte schwebt ein Proceß gegen zwei diebische Marketender. Die Gesammtsumme der Entfremdungen beträgt nach den in Frankreich angestellten Erhebungen 800,000 Francs, großentheils durch Plünderung in ver- lassenen Wohngebäuden erworben. Durch Franc⸗
mit Beschlag belegt worden.
München. Der englische Sir Howard, wurde abberufen und zugleich d englische Gesandtschaft in München vollständig aufgehoben. Auch die belgische Gesandtschaft da⸗ hier soll aufgehoben werden.
Stadt München erstatteten Berichte über die durck die Truppenempfangssfeierlichkeiten vom 16. Juli erwachsenden Kosten belaufen sich dieselben nach Abzug der Einnahmen für Tribünenplätze und des Werthes der vorhandenen Decorationsgegen⸗ stände auf 101,871 fl. 39 kr. Un m
Stuttgart. General v. Stülpnagel ist hier angekommen, um das Commando des 13. Armee⸗ corps zu übernehmen. J 15
Straßburg. Wie die„Karlsr. Ztg.“ ver- nimmt, ist das gegenwärtige in Elsaß, Lolhringen bestehende Regierungsprovisorium seinem Ende nahe und hat man in nächster Zeit einer Verkündigung der neuen definitiven Verwaltungsorganisation ent- gegenzusehen. Auch für das gesammte Reichsland wird eine allgemeine Volkszählung in aller Kürze beabfichtigt.— Bücher für die niedergebraunte Bibliothek erfolgen noch immer sehr reichlich. Als
Ersatz für die verbraunte Bibliothek war der Stadt,.
Straßburg schon die Summe von 250,000 Franken zugesprochen, die Munieipalität macht aber auf mehr als das Doppelte Anspruch. Es soll deß⸗ halb eine sachverständige unparteiische Abschätzungs⸗ Commission ernannt werden.
Metz. Der Jahrestag der Besetzung von Metz durch die deutschen Truppen hat nach der „Metzer Zeitung“ zu einer kleinen Demonstration Anlaß gegeben. An verschiedenen Straßenecken und öffentlichen Gebäuden waren nämlich in der betreffenden Nacht in französischer Sprache gsechrie- bene Zettel angeklebt worden, die ungefähr folgen den Inhalt hatten:„Französische Bürger! Es ist heute ein Jahr, daß unsere alte Stadt Metz durch den Verrath eines Elenden den nordischen Barbaren ausgeliefert wurde. Uns bleibt Trauer um die für ihr Vaterland Gefallenen. Laßt uns dieselben ehren und den einzigen Ge danken in unseren Herzen hegen, sie zu rächen und uns zu befreien.“ N Ausland.
Oesterteich. Wien, Baron v. Kellersperg, welcher mit der Neubildung des Cabinets beauf- tragt ist, arbeitet gegenwärtig ein Programm aus, welches er dem Kaiser zur Genehmigung vorlegen wird. Die Frage, wer in das neue Cabinet ein- tritt, werde erst nach der Annahme des Pro— ace durch den Kaiser zur Erledigung kommen, Schweiz. Bern. Der Bundesrath ge⸗ nehmigte die Statuten der Gotthardsbahngesell— schaft unter Vorbehalt der in den bezüglichen Beschlüssen des Bundes enthaltenen Bestimmungen.
Frankreich Paris. Das„Journal officiel“ veröffentlicht eine Note, welche sagt: Die Regierung kann nicht gestatten, daß man Frank- reich durch Gerüchte beunruhigt, denen zufolge die Armee schlecht untergebracht, schlecht genährt und Krankheiten ausgesetzt wäre. Das amtliche Blatt dementirt diese Gerüchte entschieden und weist ihre Grundlosigkeit durch detaillirte An- gaben über die Nahrungsmittel der Soldaten, welche gesund und reichlich seien, sowie über ihren Gesundheitsstand, welcher ausgezeichnet sei, nach. Nur ein Drittel der Armee von Paris sei in Baracken untergebracht, nach Art der preußischen Armee, aber die Baracken seien geheizt und alle Vorkehrungen für die Bequemlichkeit und den Unterricht der Soldaten wären getroffen. Der Präsident der Republik und der Kriegsminister begäben sich fast täglich nach dem Lager, um sich zu vergewissern, ob die in dieser Richtung ergangenen Befehle ausgeführt würden. Das„Jolltnal offi⸗ ciel“ schließt: Die Regierung wird, wenn man sie dazu zwingt, von den aus den Bestimmungen
tir-urs 18800 b 0 Frs. Ende März 5. den Räubern wieder abgenommen und den' Elgen⸗ thümer, einem bei Jorcs in der Nähe von Paris] die Nation auf eine begüterten Vicomte, zurückgestellt; der Rest mit 300,000 Frs. ist hier bei den Verbrechern selbst
Gesandse dahier,
— Nach dem den Gemeindebevollmächtigten der
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Italien.
die
über den Belagerungszustand ihr entstehenden Voll. machten Gebrauch machen, um zu verbülh aß
so ernste Angelegenheit getäuscht werde. —— die corsischen Blätter verö e chreiben des Prinzen Napoleon, wori 112
be über die seinetwegen getroffenen Vorsi regeln, sowie 10105 A ihn Ferry gehindert habe, das Haus seiner Väter zu betreter Es heißt, daß Ferry einen Brief von Thiers er— halten hat, worin der Präsident der Republik ihn, zu dem Erfolge seiner Mission beglückwünscht und abberuft.“ 655* 5% 0 — Der„Sidele“ kündigt an, daß die Gnaden commission, deren langes Schweigen so vielfach commentirt worden, sich am 10. November ver⸗ sammels werde. Das Blatt glaubt f sen, daß sich die Commission zuerst mit de en. gesuch Ferrs's zu beschäftigen gedenke. — Der Finanzminister hat während seines Aufenthaltes in Berlin die Begnadigung von 128 in Deutschland gehaltenen Franzosen nachge⸗ sucht. 90 derselben wurden in der That begnadigt, die anderen werden nach Maßgabe der einzelnen Fälle aus der Haft entlassen werden. 1 — Der„Ordre“ veröffentlicht ein Schreiben des Prinzen Napoleon an seine Wähler, in welchem derselbe erklärt, daß nur der Appell an das Volk die Krisis zu beenden vermöge; inzwischen rathe er, die Befehle der provisorischen Regierung zu beachten, über drei Fragen abzustimmen, nämlich ob Frank reich die Republik, die Monarchie unter den Bourbonen oder die Dynastie unter den Bona⸗ partes wolle.* In Corsica sind die Bonapartisten bei der Wahl des Präsidenten des Generalraths in der
Minorität geblieben.
Rom. Auch von hier aus kommen jetzt diplomatische Enthüllungen. Die „Perseveranza“ bringt nämlich eine Reihe von Documenten, welche viel Aufsehen erregen. Sie
enthält Briefe von Napoleon III., von Victor Emanuel und dem Kaiser Wilhelm in Bezug auf den Krieg vom Jahre 1866; der zweite ist eine telegraphische Correspondenz zwischen dem Kaiser Napoleon und dem König von Italien betreffs der römischen Frage. 5
Türkei. Konstantinopel. Der hier
eingetroffene päpstliche Gesandte Francki hat Kon⸗ stantinopel wieder verlassen, weil die Pforte Ver⸗ handlungen mit dem Papste über die Stellung der christlichen Unterthanen ablehnte unter Be- rufung darauf, daß sie sich in die religiösen An⸗ gelegenheiten derselben nicht mische, aber die äußere Stellung derselben und die Hoheitsrechte sich selbst vorbehalte. Die Mission des Gesandten ist daher als gescheitert zu betrachten. N Asien. Daß die Hungersnoth in Persien noch keineswegs vorüber, beweist folgende aus einem Privatbriefe des dortigen britischen Minister⸗ präsidenten, aus Bushire, 23. Sept., veröffentlichte Stelle:„Gott weiß, wie die Armen durch den Winter kommen sollen; die Leute scheinen hier ausgemergelter als je. Vor dem Residenzschafts⸗ gebäube warten des Morgens wenigstens 2500 Arm- selige auf unsexe wohlthätigen Spenden. Vor zwei Tagen haben sie im Gedränge zwei Frauen factisch zu Tode gedrückt. Die in den Straßen umher⸗ liegenden Säuglinge und Kinder sind kaum als menschliche Wesen zu erkennen.“
Amerika. Aus Chicago, 20. Oct., wird gemeldet: Die Geschäste werden in der denkbar schnellsten Weise wieder aufgenommen; viele solide Gebäude in dem eingeäscherten Distrikt sind bereits im Bau begriffen, sowie eine große Anzahl pro- visorische Häuser. Der ganze Brand ⸗Distrikt ist brlebt mit Arbeitern und jeder Geschäftszweig ist in voller Activität. Die Wasserwerke sind in vollständigen Betrieb, alle Theile der Stadt sind reichlich mit Wasser versehen.
Frankfurt. Die Fusion der Frankfurter Vereins- kasse mit der deutschen Vereinsbank ist Seitens der beiref⸗ fenden Dir sctionen soweit gediehen, daß die Actionäre beider Gesellschaften in einer, auf den November einbe⸗
Bei dem künftigen Plebiscit habe man
können in zwei Theile getheilt werden; der erste
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