nothwendig zu halten ist, könnte sich nach dem Maße der neuen Hilfsquellen anrelhen.
Nußland. Zeitungsberichte besagen, daß die Zustände in den Gegenden des russischen Polens unmittelbar an der preußischen Gränze noch entsetzlicher als in den Nothstandsbezirken Ostpreußens sind. Das Land macht bei einer Durchreise den Eindruck, als ob es nur von zer⸗ lumpten Bettlern bewohnt werde. Aus Mangel an Brod Getreide backen die Bauern allerlei Baumknospen und Wurzelwerk mit dem Mehl zusammen, so daß das Brod wie schwarzer Torf aussieht und selbst für einen nicht verwöhnten Gaumen fast ungenießbar ist. Die Gutsbesitzer leiden ebenso. Während in Preußen alle Orte mit einander wetteifern, der Noth zu steuern, geschieht in Rußland Nichts dafür.
Frankfurt. Die einzelnen Comites für den Früb⸗ jahrs⸗ Pferdemarkt sind in voller Thätigkeit. Der Markt wird in gewohnter Weise mit einer Prämiirung eroͤffnet und dauert drei Tage. Die Besiellungen von Stallungen sind schon massendaft eingelaufen. Unter den angemeldeten Pferden befinden sich viele feine Reit- und und Wagenpfecde. Nach den bis jetzt vorliegenden An⸗ meldungen darf man mit Gewißheit annehmen, daß der Frühjahrsmarkt von 1300 Pferden befahren sein wird.
Mainz. Großes Aussehen machen dahier die kürzlich an den Tag gekommenen, mit großer Keckbeit und Beharr— lichkeit ausgeführten Veruntreuungen einiger Ladenjungsern. Selbst am Sonntage wurden Haussuchungen und Ver— haftungen dahier vorgenommen und zwar in einigen bis jetzt eines guten Namens sich erfreuenden Familien. Die Veruntreuungen sollen dis auf 13 Jahre zurückgeben.
„% Raffinirter Diebstahl. Man schreibt der „Weser⸗Ztg.“ aus Köln vom 19. Jan.:„Soeben wurde hier folgender raffinirte und frech: Diebstahl ausgeführt. Als heute Vormittag der Eisenbahnzug von Verviers an⸗ gekommen war, wurden wie üblich die für Köln bestimmten Briefe und Packete in den bekannten Postbeuteln einem Postconducteur übergeben, welcher dieselben auf einem Postwagen nach dem Postburtau in der Glockengasse zu geleiten hat. Als der Conducteur nach diesem Burcau unterwegs begriffen ist, kommt ein in Postuniform als Wagenmeister gekleideter Mann in heftigster Eile dem Wagen nachgelaufen und holt diesen deim Museum wieder ein, hält ihn dort an und ruft dem Conducteur zu, er habe doch den verkehrten, nach Deutz bestimmten Leutel mit Werthpapieren mitgenommen, hier sei der richtige, man möge ihm den verkehrten dafür aushändigen, es sei große Eile vorhanden, da der Zug nicht länger mehr warte. Der Conducteur, über diese angebliche Verwechselung destürzt, händigt den verlangten Beutel aus und nimmt den angebotenen dafür in Empfang. Als er beim Post⸗ amte in der Slockengasse angekommen ist und der ihm üdergebene Beutel geöffnet wird, finden sich in demselben Lumpen und einige Gewichtstücke vor. Jetzt erst sieht der Tonducteur ein, daß er betrogen worden und erfährt nun aus den Postkarten zu seinem großen Schrecken, daß der abgegebene Polbeutel einen Inhalt von Sendungen im beclarirten Werthe von über 10,000 Thlr. gehabt hat.
Den ftechen Betrüger zu entdecken ist die hiesige Polizei
augenblicklich sehr thätig. Vorläufig ist auch der Post⸗ conducteur in Gewahrsam genemmen.“
„ Im Frankfurter Parlament saßen auf der äußersten Linken(Partei des Donnersbergs) brei durch innige Freundschaft und Gemeinsamkeit der politischen Ueber⸗ zeugungen verbundene Männer, Wilhelm Adolph von Trützschler aus Dresden, Ludwig Simon aus Trier und
Johann Nep. Berger aus Wien. Trützschler wurde am 24. Jannar 1849 zu Mannheim von den Preußen, die der jetzige König befehligte, erschossen; Simon lebt als Verbannter in Paris und darf trotz aller Amnestien noch beute nicht in sein Vaterland zurückkehren; Berger ist Minister des Kaisers Franz Joseph.
„, Die Staatsschulden Europas schätzt man, wie das„Br. Holsbl.“ mittheilt, auf 66 Milltarden, 13 Millionen und 11,000 Fres., deren Zinsen auf 2 Milliarden, 438 Millionen und 963,000 Fres. An der Schuld participiren: England mit 18,665,270,000 Fres, Frankreich mit 12 315,946,000 Fres., Oesterreich mit 7,078.0 28,000 Fres., Rußland mit 6,883, 280,000 Fres., Italien mit 5,288,000,000 Fr., Spanien mit 4,705, 370,000 Fres., Niederlande mit 2,100,387,000 Fres., Preußen mit 1,6 26,624,000 Fres., Deutschland mit 1,884,514,000 Fres., Türkei mit 1, 238,000,000 Fr., Portugal mit 1.069,852,000 Fres., Dänemark mit 747,737,000 Fres., Belgien mit 655,486,000 Fres., Griechenland mit 452,672,000 Fres., Schweden mit 419 225.000 Fres., Rom mit 336,891,000 Frcs., Norwegen mit 46,230,000 Fres.
„ Die neueste Nummer der„Gartenlaube“ enthält Folgendes:
Eine Mahnung, keine Bitte!
Vor fünfundfünfzig Jahren wand sich ganz Deutschland unter dem furchtbaren Druck der Napoleonischen Gewalt— herrschaft. Alle deulschen Fürsten beugten sich dem noch Ueber mächtigen und ihre Völker bluteten noch in seinen Schlachten, selbst als die Flammen von Moskau und die Wogen der Berezina eine neue Zeit verkündeten. Da wagten es zwei Männer und ein Volk, die Kette zu zerreißen, die sie an Frankteichs Joch festhielr: Mork und Stein und das Volk der Ostpreußen waren es, an deren helllodernder Begeisterung der Muth der übrigen deutschen Stämme sich entzündete; dort war die Geburtsstätte der Landwehr, des Volks in Waffen, dessen Treue und Tapferkeit das Vaterland den ersten kühnen Schritt zu seiner Befreiung verdankt.
Und beute, nach fünfundfünfzig Jahren, erliegen die Enkel jener Helden von 1813 der gemeinten Noth: dem Hunger!
Landsleute in Süd und Nord! das deutsche Herz schreckt weder Oesterreichs Schlagbaum zurück, noch kennt es eine Mainlinie, läßt es doch selbst durch das Meer sich keine Trennung gebieten, sondern folgt allezeit dem Rufe der Volksehre und Menschenliebe, die ihm Dankbarkeit zur Pflicht und Hülfe zur Schuldigkeit machen. Und in diesem Geiste bitten wir nicht, sondern ermahnen Alle, die sich Deutsche nennen, zu rascher That für die Reitung der ostpreußischen Brüder. Daß wir dies anscheinend so spät thun, entschuldigen unsere Freunde, welche wissen, daß Das, was sie heute lesen, schon vor drei Wochen, der kürzesten Herstellungsfrist der Gartenlaube, zum Druck abgegeben worden ist.
Die jüngste Zeit war nur allzu reich an deutschem Unglück, und wie alle öffentlichen Organe, hat auch die Gartenlaube die Pochherzigkeit ihrer Leser stark in Anspruch genommen; wo aber die Noth so laut und eine solche Noth ruft, wäre jede Entschuldigung, daß wir den Jam⸗ mertuf weiter tragen, Sünde.
Unser Opferstock ist bereit; Gott lenke die Herzen und Hände! Die Redaktion der Gartenlaube
Telegraphischer Bericht.
Mittetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.
Das Hamburger Pestbampfschiff„Hammonia“, Capt. Ehlers, welches von New⸗York am 14. Januar abging, ist nach einer ausgezeichnet schnellen glücklichen Reise von 10 Tagen 2 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmlen Passaglere und Posten gelandet,
Dasselbe bringt 76 Passagiere 1200 Tons Ladung 4 58 Briessäcke.
Das Hamburger Postdampfschiff„Bavaria“, Capt.
Meier, welches am 31. Dezember von Hamburg via
Southampton abging, ist nach einer schnellen glückliche n ö
Reise von 20 Tagen wohlbehalten in New-Orleans angekommen.
2 Die unvollkommene Bereitung und
Reinigung des Gases.
Friedberg. Es ist in diesen Blättern mehrfach gerügt worden, daß das Leuchtgas der hiesigen Gasfabrik in keiner Weise, weder in Bezug auf Leuchtkraft noch auf seine sonstige Reinheit, den bescheidensten Anforderungen der Consumenten entspreche und es ist in der That auffallend, daß von keiner Seite, weder von der Fabrik selbst, noch von Seiten der Stadtbehörde eine dauernde Abhülfe geschaffen wird. Es unter⸗
liegt keinem Zweifel, daß das Gas unvollständig 4
gereinigt wird; es bleiben hierdurch Gase, namenk⸗ lich Kohlensäure, Schwefelammonium und Schwefel ⸗ wasserstoff dem verbrennenden Leuchtgas beigemischt und beeinträchtigen ebensowohl die Leuchtkraft auf Kosten der Consumenten, so wie ste auch die Luft
der beleuchteten Räume verderben und verpesten.
Für die Gesundheit ganz besonders nachtheilig ist es, wenn schwefelhaltige Gase mit ausströmen; diese verbrennen nämlich bei Luftzutritt unter Bildung von schwefliger Säure, welche die Augen und Athmungsorgane belästigt und reizt und besonders für Brustschwache höchst empfindlich ist; es ist dies dasselbe Gas, welches sich beim An- zünden der Schwefelhölzer bildet und gewiß hat Jeder schon hierbei die Erfahrung gemacht, wie unangenehm es ist, wenn das sich entwickelnde schwefligsaure Gas in Augen oder Lunge kommt,
Dies Gas ist es, welches in den letzten Wochen dem hiesigen Leuchtgas in nicht unbedeutender Menge beigemischt ist, obgleich es sich durch einigermaßen aufmerksame und sachverständige Reinigung(entweder durch öftere Erneuerung des Waschwassers oder frischt Füllung der trockenen Reiniger) sehr leicht vermeiden läßt.
Im Interesse der biesigen Einwohnerschaft halten wir es deshalb für durchaus geboten, daß von den vorgesetzten Behörden strengstens für die Folge darauf zu sehen sei, daß diesem Uebelstand abgeholfen werde. Der Preis des Gases ist zuden so hoch, daß man recht gut ein reines Gas ver⸗ langen kann.
Gelingt es dem Vorstand der Gasanstalt nicht, das Gas vollkommen zu reinigen, so befrage er sich bei Chemikern oder sonstigen Technikern, damit die Fabrikation je nach den verarbeiteten Kohlen it. zweckentsprechend abgeändert werde.
O Zur Geschichte des Zeitungswesens.
Der„Frankf. Stenograph. Ztg.“ entnehmen wir darüber nachstehende Notizen: Im Zeitungs⸗
unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt.
wesen ging Deutschland dem Auslande voran, und
Die Packetboote nach Amerika. Von Dr. Curtman.
Was menschliche Kraft in Verbindung mit Thieren und mit Na- schinen aller Art vermochte, das ist jetzt alles weit überboten durch den Dampf, welchen der Engländer Watt der menschlichen Einsicht dienstbar machte. Schon Jahrhunderte lang ist Amerika entdeckt, und wurde von Goldsuchern und Handelsleuten besucht und durchforscht. Allein man brauchte Monate und Wochen nur um an die Küste zu gelangen. Bon Bequemlichkeit der Reisenden war gar nicht die Rede. Man war froh, wenn man mit dem Leben davon kam. Das besserte sich zwar in der neueren Zeit, aber es wurde doch noch als ein Wunder betrachtet, als ein nordamerikanisches Schiff einmal in 4 Wochen den Ocean durch⸗ schnitten hatte. Denn Dampfschiffe für die Fahrt zu verwenden, bielt man für unthunlich, weil man das Fahrzeug zu schwer mit Kohlen beladen müßte. In der nenesten Zeit hat man auch dieses Hemmniß überwunden, theils dadurch, daß man Segelausstattung mit Dampfkrast verbindet, theils daß man leichteres Brennmaterial anwendet als gewöhn⸗ liche Steinkohlen. So ist es denn dahin gekommen, daß ein Packetboot neuester Bauart und Aus rüstung in 11 Tagen von Europa nach Amerika und in ebenso viel Zeit zurückfährt. Nehmen wir als Beispiel das eiserne Dampf-Paketboot Cimbria, welches die Fahrten von Hamburg aus macht. Es ist ein eisernes Dampfschiff, zugleich mit Segeln versehen,
von 3000 Tonnen Gehalt(Tonne 2000 Pfund) und von 2500 Pferde⸗ Das Schiff ist schlank gebaut, 330 Fuß lang, 40 breit, mit einem
kraft.
Tiefgang von 24 Fuf; die regelmäßige Geschwindigkeit desselben beträgt 14 Kneten in der Stunde(4 Knoten eine Meile). Bei einer seiner Fahrten hatte die erste Cafüte 68, die zweite 120 Passagiere, das Zwischendeck 600 Die Zahl der Osstziere betrug 4, ebenso viele In⸗ genieure, 1 Arzt und 1 Apotheker; die bedienende Mannschaft belief sich auf 120 Mann. In den Cajüten waren zahlreiche Verzierungen, Bilder mit vergoldeten Rahmen und dergleichen. Die Schlafzimmer hatten alle Bequenlichkeiten wie in großen Gasthöfen. Auch die zweite Cajüte war mit reichlichen Bequemlichkeiten versehen. Ein besonderes Rauchzimmer war vorbehalten, daneben eine Apotheke. Zu der Verköstigung kam auch täglich frisches Brod. Doch konnten nur wenige Gebrauch von all diesem Luxus machen, weil die Seekrankheit sie unfähig dazu machte. Denn die Fahrt war vorbei, ehe man sich ganz an das Schaukeln gewöhnt hatte. Diesem ähnlich ist jetzt eine große Anzahl Paketboote ausgerüstet.
Einige Worte über Empfehlungsbriefe.
Um die Mitglieder des New⸗Norker deutschen Handelsstandes vor mannigfachen Unannehmlichkeiten und Verlegenheiten zu wahren, richtet die„New⸗Jorker Handels⸗Zeitung“ an ihre auswärtigen Leser eine drin⸗ zende Bitte:„Mehr als zuvor scheint man in neuester Zeit in Deutsch⸗ land sich der ungerathenen Söhne durch Aussendung nach New ⸗ Vork zu entledigen und die unglücklichen Väter oder sonstigen Verwandten, wenn sie nicht selbst Freunde oder Bekannte hier haben, an welche sie ihre
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