Ausgabe 
30.1.1868
 
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Deutschland war es Frankfurt, wo das eigent lde Zeitungswesen seinen Ursprung nahm. Im . Jahrhundert, zur Zeit der Türkenkriege, halte nedig seineSchriftliche Notizen über die Be enheiten des Krieges, und von einer Silber-

Gazetta, für welche dieselben verkauft warden, baben verschiedene Sprachen das Wort firZeitung erhalten. Dieses, das deutsche Bort, ist abzuleiten vonTeiding, d. b. Tag⸗ dug, Tagverbandlung, und nur mißverständlich 0Zeit angelehnt. Holland hatte Bülletine ir seine Gesandten, das Welthaus Fugger in

gsburg, deßgleichen für seine Correspondenzen. Epäter begannen die Almanache Uebersichten über de Weltbegebenbeiten zu bringen leine solche tebersicht wurde oft Postreiter genannt), noch äter seit 1612 batte man Aviso's, Relationen her Zeitungen, die numerirt, aber nicht periodisch escheinend die Weltbegebenheiten brachten. Frank- ert erreichte die Priorität mit den eigentlichen zeitungen. Als Ursache erscheinen das blü⸗ Inde Buchdruckerwesen und der ausgebreitete kuchhandel, die bedeutenden Messen und die tinstige Lage Frankfurts als Mittelpunkt des zostverkehrs. Die milde Censur der Reichsstädte förderte den Ausschwung. 1615 erhielt E. Emmel vm Rath die Bewilligung zur Herausgabe einer nuen Zeitung, des jetzt noch bestehenden Frankf. wurnals. 1616 wurde die Postzeitung gegründet. die ältesten Nummern davon, die auf der Stadt- bliothek aufbewahrt werden, sind von 1658. Deder Annoncen noch Lokalnotizen finden sich urin. Spät erst wird der Druck genannt, erst m 19. Jahrhundert der Redakteur. Die Post⸗ itung trug oft Sprüche an der Spitze. So B. 1680:Ich eile durch die Welt und einge neue Mähr, so wahrhaft als ich kann, on Ost und Westen her. Die Nachrichten, ge jetzt die öffentlichen Anzeigeblätter bringen, rurden früher von der Kanzel bekannt gemacht, ungern die Geistlichen es thaten. So kam es wr, daß, als einmal eine Magd in der Fahrgasse

münze,

blätter; die Postzeitung kostete 4 fl., das Journal 3 fl. 30 kr. 1796 wurde ein Redakteur, dessen Blatt die Nachricht gebracht hatte, General Wurmser habe die Franzosen geschlagen, bei Nacht aus dem Bette geholt, auf die Wache geführt und sollte, trotzdem er sich darauf berief, der französische Sekretär habe seinvu oder bon darunter geschrieben, nach Mantua gebracht werden, um sich von der Falschheit der Nachricht selbst zu überzeugen. Zum Glück füc ibn bestätigte sich die Meldung dennoch.

Für die Nothleidenden in Ostpreußen sind weiter eingegangen:

Achte Liste:

Bei Director Steinberger: Aus Münzenberg, ge⸗ sammelt durch Herin Lehrer Köhler von 23 dortigen Ein⸗ wohnern zusammen nach Abzug von kr. Porto 13 fl. 50, von Herrn Apotheker Görtz 2 fl. In Summa 15 fl. 50. Im Ganzen bis jetzt eingegangen:

709 fl. 359 kr.

Besten Dank sagend, bitten wir um weitere Gaben.

Friedberg, den 29. Januar 1868.

Im Auftrag des Hülfsvereins-Vorstandes Steinberger.

Bei der Unterzeichneten gingen zu den in voriger Nummer bescheinigten Gaben weiter ein: Von Revterförster Kirchner in Ziegenberg 2 fl. 30, bei Spazierentragen eines Naußdeimer Katzenjammers weiblichen Geschlechtes ge sammelt 45, durch Pfarrer Heßler in Assenheim von Frl. Friedrich das. 30, von Herrn Pfarrer Becker in Bruchen⸗ drücken 3 fl 30, von Lehrer Loos in Södel 1 fl. 20 und durch denselben in der ersten Schule daselbst gesammelt 2 fl. 41. Zusammen 11 fl. 16 kr. In Summa bis jetzt bei uns eingegangen: 388 fl. 22 kr.

Mit berzlichstem Dank bittet um weilere Gaben

Die Expedition des Anzeiger für Oberhessen.

Die Illustrirte Dorfzeitung

des Lahrer Hinkenden Boten für 1868, Erstes Heft, welches so eben in neuer Auflage erschien, liegt uns vor und bietet einen reichen, sowohl unterhaltenden als auch belehrenden Inhalt. An Erzählungen finden wir zunächst eine Kriminalgeschichte von Temme,Das Kreuz, mit wahrbaft künstlertschen Illustrationen. Es schließt sich daran eine edenso spannende wie glänzend geschrie bene größere Novelle,Laura oder das lebende Vermächt⸗

en Halstuch verloren hatte, der Pfarrer dies mlt den Worten bekannt machte:Wer es gefunden

niß, von Gustav Hocker. Die Ausstattung dieses ächten Famillenblattes ißt ausgezeichnet, und die außerordentliche

lat, soll es behalten, warum gibt die Schlamp Verbreitung aus Inhalt und Ausstattung leicht zu erklären.

ncht acht. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erschienen

Tausende von Heften gehen allmonatlich über das Meer und wo in Dautschland der Kalender des Labrer Hinkenden Boten Aufnahme gefunden har(nach einer

wn den Hauptzeitungen wöchentlich 4 Quart geschäftlichen Mittheilung des Verlegers in einer halben

Million und 15,000 Exemplaren) bahin ist ihm auch die Illustrirte Dorfzeitung gcsolgt.

Die Expebltion dieses Blattes empfängt monallsch ein Hest und ist bereit, die erschienenen Heste zur Ansicht vor zulegen und Bestellungen anzunehmen. Preis monatlich nur 12 kr.

(D. 3.) Die heilsame Wirkung des Honigs war schon den Alten bekannt. Schon Aeschylus erzählt uns von ber guten Wirkung des Honigs bei Husten un? allen katarrhalischen Anfällen. Hufcland nennt den ge⸗ reinigten Honig das köstlichste Medikament aus dem Thierreich und sagt:Der Honig ist der unentbehrlichste Hausarzt jeder desorgten Mutter und der Universalarzt gegen viele Krankheiten. Allein für sich und in größeren oder öfteren Gaben genossen, wirkt jedoch der Honig zu sehr anregend ober überreizend, auch selbst in ganz ge⸗ läutertem Zustande. Ungeachtet dessen, hatte es doch bis auf die neuste Zeit Niemand versucht, dieses vorzügliche Naturerzeugniß in leicht zu applicirender und nicht über⸗ reizender Beschaffenbeit dem Publikum darzureichen, bis vor einer Reihe von Jahren Herr L. W. Egers in Breslau auf diese glückliche Idee kam. Er griff zum Honig, läuterte ihn von allen ungehörigen Beimischungen auf das Rationellste, vermischte ihn mit verschiedenen vegetabilischen Stoffen, unter diesen auch mit den Extractiv⸗Stossen der Fenchelpflanze und gelangte so im Jahre 1859 zu der Erfindung tines heilsamen und an⸗ genehmen Mittels, dem ex zu Folge seiner Haupibestand⸗ thelle die Bezeichnung:Schlesischer Fenchel⸗Honig⸗ Extract beilegte. Da hierdurch einem allgemein ge fühlten Bebürfniß, ein Radikal⸗Hausmittel gegen Husten, Heiserkeit, Katarrh, Verschleimung ꝛc. zu besitzen, genügt wurde, so konnte es nicht ausbleiben, daß ihm bald von Nah und Fern Aufträge darauf zugingen. Wir enthalten uns jeder weiteren Lobeserhebung di ses Fabrikats, da es durch seine heilbringenden Wirkungen und den Weltruf, welchen es bereits erworben, genügend für sich selbst

spricht. Nur darauf wollen wir aufmerksam machen, daß auch in die Bereitung dieses allgemein bekannten

Schlesischen Fenchel⸗Honig⸗Extracts) von L. W. Eger s in Breslau die lukrative Spekulation ihre pfuschende Hand sireckt, und aufmerksam gemacht durch dessen weltver⸗ breiteten Absatz es Einzelne gewagt haben, eine stümper⸗ hafte Nachahmung mit dem prunkvollen Aushängeschild: Eigene Erfindung auf marktschreierischer Weise anzubteten. Wir halten es für unsere Pflicht, das Publikum vor derartigen Nachpfuschungen ernstlich zu warnen. Man wolle sehr genau darauf achten, daß jede Flasche des ächten Schlesischen Fenchel⸗Ponig⸗Extracts die eingebrannte Firma von L. W. Egers in Breslau trage, sowie mit seinem Siegel und auf dem Etiquette mit seinem Facsimile versehen sein muß.

(Alle geehrten Zeitungs⸗Redaktionen werden gebeten dieses Reserat im Interesse des Pudlikums in ihre Spalten aufzunehmen.)

e) Die aulorisirte Niederlage des Schlesischen Fenchel⸗ Honig⸗Extracis von L. W. Eger s in Breslau is

nur dei Jos. Hoffmann in Friedberg. 225

Faselochs⸗ Versteigerung. 20 Freitag den 31. d. N., Vormittags 11 Uhr, soll t dem Gemeindehaus ein der Gemeinde gehöriger, zn Schlachten geeigneter Faselochs öffent ich meist · drtend versteigert werden.

Nleder⸗Florstadt am 27. Jannat 1868.

Großherzogliche Bürgermeißeret Nleder⸗Florstadt NN Oer Beigeordnete Schaubach.

Ein braver kräftiger Jursche

24 wird zu zwel Pferden gesucht. Näßderes zu er ngen bel der Exper. d. Bl. unter Nr. 224.

Bei G. G. Lange in Darmstadt

fich. 80. gey 54 kr.

ist wohl

ist erschienen und in der Buchhandlung von

Bindernagel& Schimpff in Friedberg zu haben:

Supp, Gemüs und Aeisch.

Ein Kochbuch für bürgerliche Haushaltungen oder leicht verständliche Anweisung alle Arten von Speisen und Backwerk billig und gut zuzubereiten. Nebst ernem 11 Anhang vom Einmachen der Früchte. 14. unveränderte Auflage mit 1 Stahl⸗ 5 Dasselbe fein geb. in englische Leinwand 1 fl. 12 kr. Der Verkauf von 66,000 Ezemplaren seit kurzer Zeit der beste Beweis seiner anerkannten Brauchbarkeit.

Vaugenichtse adressiren können, geben Handelssirm u Verbindung stehen, um Empfehlungsbriefe an hittsteller, ganz besonders, wenn ditse in guten

ure Empfodlenen keine petunlären Opfer fordern oder befürchten lassen, ud wohl in den meisten Fällen Ursache einer leichtfertigen Gewährung salcher Bitte, und so kommen denn mit fast jedem Dampfer aus Deutsch⸗ lund neben vielen achtbaren jungen Männern, auch manche hier an, die rit einem kleineren oder größeren Accreditiv an hiesige Häuser auch warme, Ser unverdiente Empfehlungen präsentiren. Ist man so glücklich, solchen Kurschen eine Stelle zu verschaffen, so erntet man gewöhnlich in kürzester zeit Schimpf und Schande; gelingt es nicht, den Empfohlenen zu placiren, e hat dieser in der Regel das erhobene Geld schnell durchgebracht, und jeht man sich gelegentlich nach ihm um, so findet man ihn, wenn ihn Schwindeleien nicht schon in ein Gefängniß geführt haben, oft zänzlich

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urlommen in irtzend einer verrufenen Spelun

Hospital. Ist man nun auch durch bittert Erfahrungen hier bereits so wrsichtig geworden, daß ohne Garantie für den guten Charakter des mpfohlenen diesem der Familienkreis verschlossen bleibt, so sind doch,

betunfärt Opfer gar nicht gerechnet, die Una

enug, um alle Empfehlungen, wenn sie nicht von erprebten Freunden ausgestellt sind, mit Mißtrauen entgegen zu nehmen. Anteresse unserer deutschen Kaufleute, wie zum Besten braver junger Leute, ue New-Nork zum Domicil wählen, an unsere fremden Leser die dringende Sitte, Empfeblungsbriese nur solchen Leuten auszustellen, von deren red⸗

en, die mit New Nork . Rücksichten gegen die

Verhältuissen sind, für zugestehen,

ke oder auch in einem

unehmlichkeiten zahlreich Es ergeht nun im gehalten in der Stadl.

bekommen zu Alzey, seine

lichem Charakter sie vollständig überzeugt sind, und damit ibren hiesigen Freunden Verdruß und Verlegenheiten zu ersparen. daß mancher junge Mann, der sich durch irgend einen Fehltritt oder durch leichtsinnigen Lebenswandel drüben unmöglich gemacht dat, bier ein nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft werden kann, solchen Leuten ist jedoch mit Empfehlungen wenig oder gar nicht gedient; mit möglichst geringen Geldmitteln versehen, auf sich selbst angewiesen, werden sie bald gezwungen, sich mittels körperlicher Arbeit zu ernähren, und das ist für leichtsinnige Personen der sicherste Weg zu einer achtbaren Stellung.

r. Alte Geschichten, so heiter zu lesen.

1624 den 19. Februar hat ein Juden Metzgers Sohn, Juwen, genannt zum Garten wohnend, in die wollen reiten; dieweil aber das Wasser mit Eis gangen, ist ein Eisschelgen kommen und wieder das Pferd gestoßen, daß es umgefallen. und der Jud ersaufen müssen, das Pferd aber davon kommen. gesucht, aber nicht finden können. Bis nach 8 Tagen hat ein Soldat fischen wollen bei Fauerbach und hat den Juden alda gefunden. Soldaten zwei Thaler gegeben.

Den 25. Febr. auf Matthiastag baben die Jungen aus der lateinischen Schule in die Kirche in der Burg gehen wollen, aber die Soldaten haben es ihn verwehret. Endlich ist M. Johann Patibenius zum Rittmeister gangen, da bat er es erlaube. nachdem sie 1 Stunde vor der Burg gestanden baben. Es ist auch ein Begrabniß gewesen und ist wieder zurück gangen. Die Ursach ist gewesen: es hat ein Leutinant bier gelegen, der sein Quartier

Wir wollen gern

Man hat den Juden

Da hat des Juden Vater dem

Man hat auch die Thore zu

Frau aber noch eine Weile bier gelassen, endlich soll die

Frau auch nach Alzey, so will sie Niemand binführen(fahren) derowegen haben sie die Thore nicht aufgethan, so lang bis man sie binweggeführt hat.

(Prodatum ost.)