Ausgabe 
29.8.1868
 
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sich demnächst ergeben, da dem Vernehmen nach die Verhaftung zweier Personen stattgefunden.

Preußen. Berlin. DemFrankf. J. wird von bier geschrieben: Durch Dr. Nitzsch's Tod hat unsere Universität einen großen Verlust erfahren. Als Vermittlungstheologe aus der Schleiermacher'schen Schule ist er unstreitig wohl der bedeutendste in Deuischland gewesen. Es kann nur noch die Frage aufgeworfen werden, ob er sich in seinem langen Leben mehr durch seine wissenschaftlichen Leistungen oder durch seinen Charakter ausgezeichnet hat, der an Reinheit, Uneigennützigkeit, Milde und Sanftmuth als eine seltene Erscheinung dasteht. Zu einer Zeit, als die Hengstenberg'sche Richtung, durch Stahl unter- stützt, die freie wissenschaftliche Bewegung an unserer Universität zu hemmen sich unterfing, war es Nitzsch's Unbefangenheit vorbehalten, auf dem Katheder ein bestimmtes Veto gegen die orthodoxen Zudringlichkeiten einzulegen; indeß es widerstand dem Wesen des milden Mannes jede laute Polemik, und so begnügte er sich, seinen theologischen Schülern das stete Studium der Philosophie ans Herz zu legen, damit sie sich von jeder Einseitig⸗ keit fern halten könnten.

DerStaatsanzeiger publizirt die neue Maß und Gewichts Ordnung. Wie die Kreuzzeitung meldet, wird die Einberufung des Landtags in der zweiten Hälfte des October er⸗ folgen, falls bis dahin die Budgetvorarbeiten beendet find.

Die Gerüchte von einem Rücktritte des Kriegsministers v. Roon, die wieder auftauchen, werden für niemals grundloser, als in diesem Augenblicke bezeichnet. Es sei richtig, daß General v. Roon, bevor er seine Urlaubsreise antrat, in Folge seines Halsleidens den Wunsch hatte, seinen Abschied zu nehmen; andererseits habe sich aber sein Gesundheitszustand völlig gekräftigt und ihm die Uebernahme seiner Geschäfte in solchem Um⸗ sange gestattet, daß sein Vertreter General von Podbielski einen längern Urlaub nehmen konnte.

Die Schriftstellerin Charlotte Birch⸗Pfeiffer ist am 25. d. im Alter von 68 Jahren plötzlich gestorben. Dr. Birch, der Gemahl der Verstor⸗ benen, ist ebenfalls lebensgefährlich erkrankt.

Durch Erlaß des Handelsministers sind, wie dieBerl. Reform meldet, sämmtliche königl. Eisenbahndirektionen davon in Kenntniß gesetzt, daß Natroncoaks(Braunkohlencoaks), welcher tin Nebenprodukt der Paraffinsabrikation ist, wegen seines Gehalts an metallischem Natrium und seiner in Folge dessen bedingten Neigung zur Selbstent⸗ zündung als ein zum Eisenbahn⸗Transport nicht zulässiges Product zu erachten ist.

DieProvinzial⸗Correspondenz theilt bei Besprechung der Fürsorge des Nordbundes für die Auswanderer mit, daß die Vertreter des nord⸗ deutschen Bundes zu Washington angewiesen seien, mit den Vereinigten Staaten über Anwendung gleichartiger Grundsätze für die Behandlung des Auswandererwesens in Unterhandlung zu treten und eine völkerrechtliche Gesetzgebung in dieser Beziehung herbeizuführen. Ein günstiger Erfolg dieser Verhandlungen stehe zu erwarten.

Aus Rheinpreußen. Wie dieElberf Ztg. mittheilt, haust die Cholera in einem kleinen Orte an der Ruhr unweit Essen so sehr, daß in kaum vier Wochen 38 solcher Sterbefälle vor⸗ gekommen sind.

Kassel. DieHess. Volksztg. macht zu der mehrsach mit Bestimmtheit gebrachten Nachricht, daß Trabert mit seiner Familie nach Wien über⸗ gesiedelt und dort in die Redaktion eines politischen Blattes eingetreten sei, folgende Bemerkung:Die Familie des Herrn Trabert hat zwar Hanau, nicht aber Hessen verlassen, und Trabert selbst weilt zwar gegenwärtig noch in Wien, ist aber dort in keiner Weise derart gebunden, daß seine Stellung zu unserer Zeitung, seine eifrige Mit⸗ arbeiterschaft an derselben im Geringsten beein⸗ uächtigt würde. Er bleibt uns, was er bisher war.

Sachsen. Leipzig. Der zehnte deutsche Genossenschaftstag wurde von dem Vorsitzenden, Hrn. Nizza, eröffnet. Schulze⸗Deligzsch erläuterte den Jahresbericht und hob namentlich die Schwie

rigkeiten hervor, welche sich der Entfaltung der Rohstoff⸗Associationen entgegenstellen. Im Ganzen bestehen zur Zeit 1707 Erwerbsgenossenschaften. Vertreten waren 23 Verbände und 91 Vereine durch 160 Abgeordnete, der oberhess. Verband durch Hrn. Hanstein von Gießen. Die Tages⸗ ordnung betraf einen Antrag des sächsischen Ver- bandes auf jährliche Prüfung der Vereinsactiven und Aufnahme des Resultats dieser Prüfung in den jährlichen Rechenschaftsbericht, welcher durch motivirte Tagesordnung erledigt wurde, und einen Antrag des Pfälzer Vereins bezüglich besonderer Vorsichtsmaßregeln beim Contocorrentverkehr, dem im Allgemeinen beigetreten wurde. Andere An- träge berührten die gegenseitige provisionsfreie Einlösung der Wechsel unter den Vereinen und die Sorge für die Ansammlung von Reservefonds der Credit und Vorschußgenossenschaften. Den interessantesten Theil der Verhandlungen bildete der Vortrag Schulze⸗Delitzsch's über den Stand der Gesetzgebung hinsichtlich der privatrechtlichen Stellung der Genossenschaften. Die nächste Versammlung wird in Neustadt a. d. Hardt stattfinden.

Weimar. DieWeim. Ztg. berichtet, daß dort die Ruhr⸗ Epidemie ausgebrochen und daß 700 Personen bis jetzt erkrankt, von diesen aber nur 25(meist Kinder und Greise) der Krankheit erlegen sind. Demnach erscheine die Epidemie als verhältnißmäßig gutartig; choleraartige Er⸗ scheinungen seien bis jetzt nicht beobachtet worden,

Bayern. München. DieCorrespondenz Hoffmann meldet: Der König hat 5000 fl. zur Gründung einer Erziebungs-Anstalt für krüppel⸗ hafte Mädchen dem Cultusministerium verabfolgen lassen, und beabsichtigt, die Villa Ludwigshöhe, dem Prinzen Ludwig Ferdinand gehörig, für die Civilliste zu erwerben.

DieRNeuesten Nachrichten bezeichnen das von Karleruhe aus verbreitete Telegramm über die süddeutsche Militärconvention als durchaus unbegründet. Der 15. September sei als Tag des Zusammtretens der Conferinz gar nicht fest⸗ gesetzt gewesen

Anläßlich des Ausbruchs der Rinderpest in der italienischen Provinz Udine hat das Ministerium des Innern angeordnet, daß bezüglich des Transportes von Vieh, frischen Häuten ic. aus Italien nach und durch Bayern die über die Viehseuche erlassenen gesetzlichen Bestimmungen bis auf Weiteres in Wirksamkeit treten sollen.

Der Kaiser von Oesterreich soll sich in der Unterredung, welche er mit dem Fürsten Hohenlohe auf seiner Durchreise dahier gehabt, äußerst schmeichelhaft und befriedigt über die Art und Weise ausgesprochen haben, in welcher der letztere die äußeren Angelegenheiten Bayerns zu leiten und auf die Politik Süddeutschlands ein⸗ zuwirken bemüht ist.

Oesterreich. DieDebatte schreibt: Eine Freimaurerloge soll in Innsbruck errichtet werden. Man theilt hierüber Folgendes mit: Freimaurerlogen bestanden bekanntlich unter dem Kaiser Joseph an mehreren Orten Tyrols: zu Innsbruck, Bozen und auch zu Brixen. Wie das Innsbrucker Tageblatt meldet, wurde bereits an die Neuerrichtung derselben gedacht. Bei dem Kampfe, den man in Tyrol gegen den Blödsinn mittelalterlicher Fanatiker zu führen hat, könnte sie jedenfalls nützen. An der Genehmigung des Ministeriums, das auch dem Jesuitismus den Weg frei läßt, zweifeln wir um so weniger, da jetzt dasgleiche Recht für Alle nicht bloß auf dem Papier stehen darf.

In ungarischen Blättern wird behauptet, der bayerische Ministerpräsident Fürst Hohenlohe habe im Auftrage des Königs von Preußen dem Kaiser von Oesterreich bestimmte Vorschläge zu einer Verständigung über die deutsche und die orientalische Frage gemacht, und zwar sei von preußischer Seite jetzt bedeutend mehr geboten worden, als zur Zeit des Luxemburger Confliktes, wo Graf Tauffkirchen die bekannten Propositionen machte; diesmal sei nicht blos die Garantie der deutschen, sondern auch aller anderen Territorien der habsburg⸗lothringen'schen Monarchie offerirt worden.

Der zweite österreichische Lehrertag hat seine Verhandlungen eröffnet. Mehr als 1200 Theilnehmer sind erschienen und ist auch bereits ein Begrüßungstelegramm vom geselligen Lehrer⸗ verein in Berlin eingetroffen, daß zugleich eine Einladung an die österreichischen Lehrer zum Be⸗ suche des deutschen Lehrertages in Berlin enthält. Zur Besprechung gelangen als Hauptthemata: 1) Was ist die Volksschule ihrem Begriffe nach? Worin besteht ihr Zweck und welches sind dem⸗ nächst ihre Aufgaben? 2) Wie verhalten sich die verschiedenen Seiten der Schulwirksamkeit: Unter⸗ richt, Disciplin und Gestaltung des gemeinschaft⸗ lichen Lebens in und außer der Schule(als Feste, Wanderungen, Spiele u. s. w.) zu einander? 3) Welches sind die nothwendigen Lehrgegenstände der Volksschule und welches sind die Hauptgrund⸗ sätze für einen zweckentsprechenden Unterricht?

Schweiz. Bern. Ein desperater Eng⸗ länder näherte sich in Luzern in zudringlicher Weise Personen aus dem Gefolge der Königin und machte endlich einen Versuch, in die von derselben bewohnten Appartements einzudringen. Der Unglückliche, der ohne Subsistenzmittel war, wurde der englischen Gesandtschaft zur Heimbe⸗ förderung nach England übergeben. Die Gazette de France machte aus diesem Vorfall ein Attentat.

Am 1. September treten der schweizerisch⸗ deutsche und der schweizerisch⸗österreichische Post⸗ vertrag in Kraft. Die Ratificationsurkunden des ersteren wurden am 26. d. ausgewechselt.

Frankreich. Paris. DerMoniteur sagt:Marschall Vaillant wies in seiner Rede, welche er am Montag in Dijon hielt, darauf hin, daß die überreiche Ernte des Landes um so werthvoller sei, als sie mit den beruhigendsten Verhältnissen des Landes zusammenfalle. Der Kaiser habe erst kürzlich gesagt, daß der Frieden nicht gestört werden solle, daß Alles darauf hin⸗ deute, daß derselbe ein dauernder sein werde. Ja, Ueberfluß mitten im Frieden, aber in einem Frieden, der dem Patriotismus keine Opfer auf⸗ erlegt, das ist in zwei Worten die Situation unseres Landes.

Wie es heißt, hat der Unterrichtsminister, Herr Duruy, in der Absicht, die Erinnerung an den unangenehmen Zwischenfall bei der Preisver⸗ theilung in der Sorbonne zu ver wischen, die Ver⸗ fügung getroffen, daß dem jungen Cavaignac und seinem Freunde Genets der Besuch des Lyceums Charlemagne wieder gestattet ist

ImFigaro liest man wieder von neuen Wundern des Chassepot. Ueber die Art der Verletzungen, welche die Geschosse des Chassepot verursachen, hat man neulich merkwürdige Versuche zu Lyon an todten Pferden angestellt. Die Oeffnung, durch welche die Kugel in den Körper eindringt, ist verschwindend klein. Der Bleikegel dreht sich aber im Innern in immer weiteren Kreisen und bildet beim Austritt eine zwei Faust breit klaffende Wunde. Das heißt man: Humane Kriegführung!

Die internationale Zuckerconferenz hat eine Abänderung des Vertrages von 1864 beschlossen, wodurch vorläufig der Eingangszoll in Frankreich um ungefähr 2 Fr. ermäßigt wird.

Großbritannien. London. Vom Cap bringt der City ⸗Artikel derTimes Nachrichten über die durch den Afrikareisenden Karl Mauch entdeckten Boldfelder. Die Expedition, welche in der Stärke von 60 bis 70 Mann im März nach dem Orte der Entdeckung aufgebrochen war, hatte inzwischen nichts von sich hören lassen, aber der Brief eines Missionärs, vom 10. Mai, erklärt, alle seien eifrig an der Arbeit und so geblendet von der noch unerreichten Reichhaltigkeit der Adern, daß sie statt sich an Alluxial⸗Ansammlungen zu machen, mit Hämmern und Sprengen die etwa einen Zoll breiten Quarzadern an der Nähe der Oberfläche bearbeiteten. DieTimes hält es

indessen für räthlich, weitere ossizielle Nachrichten abzuwarten.

Sonnabend und Sonntag wüthete ein heftiger Sturm, welcher zu Land und Wasser große Zerstörungen angerichtet hat.

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