Ausgabe 
29.2.1868
 
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Rücksichten halten die Regierung ab, gegen König Georg ein Rechtsverfahren einzuleiten, welches die sosortige Beschlagnahme seines Vermögens involviren würde. Die Regierung wird eventuell vorziehen, den Gesetzgebungsweg zu beschreiten, um das Gesammtvermögen des Königs Georg für die Kosten der Ueberwachung und Abwehr, sowie aller Consequenzen des staatsgefährlichen Unternehmens Georg's und seiner Agenten haftbar zu machen.

In der neuesten Anciennetätslist der Kgl. Preußischen Armee und Marine, welche außer den aktiven Preußischen Offizieren, auch diejenigen der Thüringen'schen, des Oldenburg'schen und des Anbalt'schen Regiments umfaßt, sind nach dem Stande vom 1. November 1867 aufgeführt: 1 General⸗Feldmarschall(v. Wrangel), 1 General Feldzeugmeister(Prinz Karl von Preußen), 25 Generäle der Infanterie und der Cavallerie, 58 Generallieutenante, 88 Generalmajore, 228 Ober- sten, 187 Oberstlieutenants, 714 Majore, 2392 Hauptleute und Rittmeister, 6367 Premier- und Seconde⸗Lieutenants, zusammen 10,061 Offiziere. Von den Offizieren vom Obersten abwärts kommen auf Infanterie 6159, Cavallerie 1570, Artillerie 1659, Ingenieurcorps 390, Train 110. Die Marine hat zum Höchstcommandirenden den Admiral, Prinzen Adalbert von Preußen, 1 Contre- Admiral(General⸗Major), 5 Capitains zur See (Obersten), 15 Corvetten⸗Capitains(Oberstlieu⸗ tenante oder Majore), 34 Capitain-Lieutenants (Hauptmänner), 76 Lieutenants und Unter Lieutenants zur Set. Das See Bataillon und die See⸗Artillerie-Abtheilung zählen 40 Ofsiziere; die Marine daher im Ganzen 172 Offiziere.

Der Londoner International erzählt: Der preußische Botschafter in Paris, Graf v. d. Goltz hat dem König von Preußen nealich rundweg erklärt:Ich habe die feste Ueberzeugung, daß Frankreich einen Krieg will und zwar einen Krieg auf Leben und Tod gegen Preußen. Der Bot⸗ schafter habe hinzugefügt, Jeder, der eine andere Sprache führe, täusche entweder sich selbst oder wolle den König irre führen.

In Berlin ist eine ostpreußische Deputation eingetroffen, um den Ministern und Abgeordneten Aufschluß über die Zustände zu geben. Die Herren erklären, daß der Nothstand eine Höhe erreicht habe, die Niemand vorher für möglich gehalten habe. Fast kein Bauer vermöge noch

Zahlung zu leisten und selbst die großen Grund⸗

besitzer befänden sich in der ärgsten Verlegenheit. Loos und Ingstleute aber hungerten, da die Unterstützungen nicht mehr ausreichten und der Typhus wüthe mit jeder Woche schlimmer.

Abgeordnetenhaus. Bei der Berathung des Gesetzentwurfs über die fernere Geltung der Wahlverordnung von 1849 in den neuen Landes- theilen, nimmt das Haus den Commisfonsantrag an, wonach bis zum 1. April 1869 die bisherigen Bestimmungen des Wahlgesetzes in Kraft bleiben und eine weitere gesetzliche Regelung der Ange-

legenheit in der nächsten Session des Land- tags erfolgen soll. Der Regierungsco mmissär und der Minister des Innern erklären sich damit einverstanden.

Der Antrag des Referenten Windthorst, auf baldmöglichste gesetzliche Regelung der Stell vertretungskosten-Angelegenbeit und einstweilige Rückkehr zu dem bis 1863 in dieser Angelegen heit eingehaltenen Verfahren, wird mit großer Majorität angenommen. Der Justizminister erklärt: er werde sich niemals durch politische Rücksichten leiten lassen, falls die Regierung dem Antrage nicht beitrete.

Frankfurt. Bei der am 27. d. durch Regierungspräsident v. Diest vorgenommenen Vereidigung des ersten Bürgermeisters der Stadt Frankfurt, Dr. Mum m, hatte derselbe folgenden Eid zu leisten: Ich Daniel Heinrich Mumm schwöre zu Gott dem Allmächtigen und Allwissen⸗ den, Sr. königl. Majestät von Preußen, meinem allergnädigsten Herrn, in unterthäniger Treue gehorsam sein und alle mir vermöge meines Amtes obliegenden Pflichten nach meinem besten Wissen und Gewissen genau erfüllen, namentlich auch das Wohl der Stadtgemeinde Frankfurt a. M. nach allen meinen Kräften befördern, auch die Ver⸗ fassung gewissenhaft beobachten zu wollen, so wahr mir Gott helfe.

Bayern. München. Die Nachrichten aus Nizza über das Befinden des Königs Ludwig J. lauten immer bedenklicher. Derselbe hat bereits die Sterbesakramente empfangen.

Oesterreich. Wien. Die confesstonelle Commission des Herrenhauses hat den Gesetz Entwurf in der Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen, wonach die Bestimmungen des bürgerlichen Gesetzbuches wieder hergestellt werden und die Noth-Civilehe eingeführt werden soll.

In dem Unterhause brachte der Minister⸗ Präsident eine Vorlage der Regierung über die Aufhebung des Staatsraths ein und ver Justiz Minister legte Gesetzentwürfe über Disziplinar⸗

behandlung und Beeidigung der richterlichen Beamten vor. Wie die Abendausgabe des Wiener

Fremdenblattes meldet, verordnet eine kaiserliche Entschließung vom 18. Februar, daß mit Ende März namhafte Reducirungen bei allen Truppen gattungen eintreten sollen.

Holland. Am 25. d. M. hat die Eröffnung der Generalstaaten durch den Minister des Innern stattgefunden, welcher in der Eröffnungsrede sagte: die Regierung trete vertrauensvoll vor die Kam- mern; die vorige zweite Kammer habe in einer schwierigen, glücklicherweise der Vergangenheit angehörenden Epoche die auswärtige Amtsführung mit geringer Majorität mißbilligt, die Räthe der Krone seien jedoch innigst überzeugt, daß gerade die mißbilligte auswärtige Amtsführung dem In- teresse des Landes entsprochen hätte. Die neue Kammer, in welcher ein Fünftel aus neuen Mit⸗

gliedern besteht, möge die Eintracht mit den Staatsgewalten aufrecht erhalten, um die Session zu einer fruchtbringenden zu machen, und dabei zweierlei im Auge behalten: die Liebe zum König und die Sorgfalt für das Volk.

Großbritannien. London. Im Unter⸗ hause hat Stanley den Rücktritt Derby's aus Gesundheitsrücksichten angekündigt. Die Abdan⸗ kung ist von der Königin angenommen und Disraeli damit beauftragt, ein Kabinet zu bilden. Das Haus wurde auf Freitag vertagt.

L der Minister für Indien, Northcote, er⸗ hielt einen Brief Napiers vom 6. d. M., wonach Major Grant, der mit Briefen und Geschenken an den Prinzen Kaffai geschickt war, feierlich von demselben empfangen wurde. Der Prinz, beim Empfang von 2000 Häuptlingen und einer großen Volksmenge umgeben, schien den Engländern günstig gesinnt. Die Frauen zu Adona begrüßten die Abgesandten freundlich bei ihrer Ankunft, so daß keine Verwicklungen mit dem Prinzen befürchtet werden.

Italien. Florenz. Der Bankdirektor Wendelsiadt aus Darmstadt hat hier ein vom preußischen Gesandten, Graf Usedom, unterstütztes Memoire überreicht, um die Zinszahlung der livornesischen Obligationen in Silber durchzusetzen.

Amerika. Ein Telegramm aus Washington meldet: Das Repräsentantenhaus ernannte ein Comite von zwei Mitgliedern, um Johnson förm⸗ lich vor den Schranken des Senats anzuklagen, Ein Comite von sieben Mitgliedern hat die An⸗ klageartikel gegen Johnson vorzubereiten. Der⸗ selbe sandte dem Senate die Ernennung Thomas Ewings als Kriegssekretär zu und eine Botschaft, welche anführt, daß die Absetzung Stantons keine Verletzung der Aemterbesetzungsbill sei. Er wünscht, daß die Verfassungsmäßigkeit dieser Bill vor dem obersten Gerichtshof bewiesen werde.

«Friedberg. Nachdem die Ernennung bes seitherigen zweiten Beigeordneten, Herrn Foucar, zum Bürger⸗ meister der Stadt bekannt geworden war, beeilte sich die hiesige Feuerwehr, demselben am Abend des 26. d. eine Fackelserenade zu bringen. Auf ein dem neu ernannten Bürgermeister ausgebrachtes Hoch dankte derselbe in wenigen freundlichen Worten für die ihm zu Theil gewordene Ehre und versicherte das Wohl der Stadt und der Bürger nach Kräften wahren zu wollen. Der Zug bewegte sich hierauf vor die Wohnung des Herrn Regierungsrath Trapp und des Herrn Beigeordneten Wahl, um auch diese beiden Herren freundlichst zu begrühen. Um 11 Uhr bes⸗ selben Abend brachte auch der Gesangverein Liederkranz Herrn Foucar noch ein Ständchen.

.. Ockstadt. Wenn nicht alle Anzeichen f hat der gute, keim fähige Samen, den Hr. Dr. Henkel⸗ mann als landw. Wanderlehrer in einzelne Gemeinden unseres Kreises trug, wenig fruchtbaren Boden gefunden. Nirgends vernimmt man was von den viel empfohlenen landw. Kränzchen und Fortbildungsschulen. Außer Ockstadt ist uns bis jetzt keine Gemeinde bekannt. Hier aber ist seit dem 8. Februar'd. J. ein landw. Ortsverein im Wachsen, der hoffentlich auch gesunde Blüthen und reichliche Früchte tragen und sich in einer neuen Pflanzung, einer For tbildungsschule, veredeln wird. Gr. Bürgermesster und

Die Ankunft der Zugvögel. Von Dr. Enrtman.

Der Zeitraum, innerhalb dessen die Zugvögel von ihrer Wanderung in wärmere Gegenden wieder in ihrer Sommerheimath eintreffen, ändert sich nach den Arten und außerdem nach der Witterung ab. Die Dauer dieser Periode der Wiederkunft ist etwa 3 Monate, nämlich von der Mitte des Februars bis zur Mitte des Mais. Und zwar hat die jedes⸗ malige Witterung auf die frühe erscheinenden Vögel bei Weitem mehr Einfluß als auf die spät kommenden. So beginnt die Lerche ihren Gesang manchmal erst zu Anfang des März, während der Kuckuck ziemlich sicher seinen Ruf in den letzten Tagen dee April ertönen läßt. Das kommt daher, weil der Kuckuck und seines Gleichen ihre Reise stationsweise ein⸗ richten. Darum wird er 20 Tage vor unsrer Gegend in Griechenland und 20 Tage nachher in Danzig bemerkt. Auch nach dem Thermometer hat man gesehen und gefunden, daß die Schwalben bei 9g Grad Wärme anzukommen pflegen. Damit hat man ihre Ankunft in Paris auf den 13. April bestimmt, in Brüssel auf den 16., in Leipzig auf den 18., in Königsberg auf den 30. In Irkutzk in Sibirien sollen die Schwalben hiernach am 15. Mai, in Ocholsk in Kamtschatka(wenn es dort deren überhaupt gibt) am 2. Juni erscheinen. Doch sind gerade die Schwalben am wenigsten regelmäßig. Woher auch das Sprüchwort: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Es gibt auch örtliche Verzögerungen für die

Zugvögel z. B. im Wege liegende Gebirge, welche sie lieber umfliegen,

als überfliegen. Auch will man beobachtet haben, daß die Männchen einige Tage früher eintreffen ale die Weibchen.

Die erste Gruppe der bei uns ankommenden Zugvögel, also dle Frühlingsboten, welche die Feldlerche anführt, bilden außer ihr: die Bachstelze(weiße), der Staar, die Singdrossel, dann die Schnepfe (Oculi). In der zweiten Periode folgen die Meisen, Finken, Rothkehlchen, der Zaunkönig, das Goldhähnchen, welche jedoch noch wenitz auf fliegende Insekten rechnen. Der Storch kommt nur ausnahmsweise schon um Petritag, oft erst in der zweiten Hälfte des März. In der ersten Woche des April pflegt das Rothschwänzchen einzuziehen, bald nachher die Gras⸗ mücken, die Nohrammern und auch die Holztaube. Nun bemerkt man auch den Wendehals, endlich die Nachtigall. Jetzt nähert sich der April seinem Ende, und mit dem Rufe des Kuckucks beginnt die dritte Periode, die der belaubten Bäume. Da hören wir den Pirol(Goldamsel), das Schwarzköpschen, die Heckengrasmücke, die Wachtel, aber auch den Neuntödter.

des ersten evangelischen Schullehrer⸗ eminars in Oesterreich.

Mitgetheilt von J. Wahl. Am 9. Dezember v. J. fand in Bielitz die Eröffnung des ersten

Die Kreide

evangelischen Schulle rer- Seminars in den deutsch⸗slavischen Kronländern

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