Beigeordneter, Ortsvorsteher und andere Freunde rationeller Landwirthschaft tragen zum segensreichen Gedeihen nach Käften bei. Moͤgen diese wenigen Zeilen anregend auf die detx. Leser wirken und im Anzeiger recht bald Nachrichten
über weitere Gründung von Ortsvereinen zu lesen sein. Darmstadt. Dem großherzoglichen Dirigenten der Oderrechnungskammer- Justiftcatur I. Abtheilung, Herrn Rechnungsrath Voltz, wurde am 19. d., aus Aulaß seines 50 jährigen Dienstjubiläums, von Seiner Königl. Hoheit dem Großherzoge das Ritterkreuz I. Classe des Philipps⸗ ordens verliehen. Die Beamten der genannten Abtheilung überreichten dem wackeren Beamten an seinem Ehrentage einen kostbaren Ring. Auch aus dem zahlreichen Kreise seiner Bekannten halte der Jubilar sich vielfacher Beweise der berzlichsten Theilnahme zu erfreuen.
Darmstadt. Der„D. Z.“ entnehmen wir folgende Mittheilung: Die Volkszählungen sind unstreitig die großartigste und wichligste statistische Operation, welche überhaupt von einem Staate unternommen werden kann; daß sie aber auch die kostspieligste und mühseligste statistische Erhebung sind, dazu liefert das jüngste Quartalheft der Zeitschrift des Königl. Preuß. statistischen Büreaus einen neuen Beleg. Für die Volkszählung vom 3. Dez. 1867 waren in der preußischen Monarchie 5,034,866 Formulare nöthig, zu welchen 548 Ballen oder 26,304,000 Bogen Schreibpapier mit einem Anschaffungspreis von 16,625 Thlr. verwendet wurden, Satz und Druck der Formulare kostete 4925 Thlr., deren Verpackung und Versendung 2150 Thlr., so daß also nur durch die Herstellung und Verschickung der Formulare zur Zählung der Staatskasse eine Belastung von 23,700 Thlr. entstand. Nun sind aber in Preußen, was wir ergänzend bemerken, zur Uebertragung der Er— gebnisse aus den einzelnen Zählungslisten auch„Zähl⸗ blättchen“ in Gebrauch“), von welchen, da für jede Person, gleichviel ob abwesend oder auwesend, ein Zählblättchen verwendet wird, mindestens 24 Millionen erforderlich werden, deren Kosten die vorstehende Berechnung nicht umfaßt. Hierzu kommen ferner der nicht zu unterschätzende Zeit— verlust der Bewohner, die Ausgaben der Gemeinden und die gleichfalls sehr bedeutenden Kosten für Prüfung, Con⸗
) Diese Zählblättchen(italienisch Cartolina) wurden seither in Italien mit dem besten Erfolg benutzt und ihre Zweckmäßigkeit auf dem statistischen Con⸗ gresse zu Florenz, namentlich von den Vertretern der Stadt Berlin und des Gr. Hessen(Obersteuer⸗ rath Fabricius), anerkannt. Auch das hiesige statistische Büreau hat dieselben adoptirt.
centrirung und Verössentlichung der Zählunggergebnisse. Im Hinblick auf diese Belastung und mit Rücksicht darauf, daß oft erst wenige Monate seit dem Abschluß der Arbeiten der vorhergehenden Zählung verflossen sind, und diese als⸗ bald wieder aufs neue bewältigt werden müssen, hat sich das Königl. preuß. statistische Büreau schon mehrmals und auch jetzt wieder gegen die dreijährige Periobicität der Volkszählungen ausgesprochen, welche nicht bloß das Büreau und seine Kräfte fast zu Grund richte, sondern auch der größte Gegner der Volkszähsungen selbst sei. Beides ohne Noth, wofür die letzte Volkozählung wahrscheinlich den posttiven Beweis liefern werde. Alle statistischen Behörden stimmen ohne Zweifel dieser Ansicht bei, und dürfte ver⸗ muthlich dem Zollparlament die Aufgabe zufallen, in dieser Angelegenheit sachgemäße Aenderung zu treffen.— In England, Belgien und der Schweiz zählt man alle zehn Jahre, in Oesterreich fand die letzte Volkszählung am 31. Oktober 1857 statt und wird erst im Dezember l. J. eine neue Zählung vorgenommen werden. Für die Zoll— vereinsstaaten möchte ein 5- oder 6jähriger Turnus voll- kommen genügen.
Darmstadt. Bahningenieur Hochgesandt hat einen einjährigen Urlaub erhalten, um den ihm übertragenen Bau der Riedbahn zu leiten. Seinen Dieust versehen in so lange Inspector v. Fabert dahier und Bahningenieur Geßner in Frankfurt. Im Griesheimer Wald werden bereits auf dem im Bahnkörper fallenden Terrain die Tannen gefällt. Bis Gernsheim soll die Bahn noch vor Ablauf des Jahres befahren werden.
Wetzlar. Vergangene Nacht stürzte dahier in der Gewandtgasse ein altes Wohngebäude zusammen. Es war bewohnt von drei der ärmsten Klasse angehörenden Familien, bestehend aus 14 Personen, wovon ein neun— jähriger Knabe todt, die übrigen theilweise schwer ver— wundet aus den Trümmern hervorgezogen wurden.
Mainz. Der dießjährige Carneval war im Vergleich zu sonstigen Jahren ein äußerst einfacher und fstiller, keine öffentlichen Aufzüge belebten die Straßen und boten den Zuschauern keine interessante Schauspiele; einzelne Masken, größtentheils Kinder, bewegten sich in den Gassen. Der Jahrmarkt eam Montag in der Fruchthalle war nach dem Programm ausgeführt, aber sonst im Vergleich gegen früher schwach besucht. Die Bälle im Theater waren leb⸗ hafter frequentirt, ebenso die Frequenz der Weinwirth⸗ schaften und Restaurationen in der Nähe des Gutenbergs— platzes. Excesse fielen außer unbedeutenden kleinen Prügeleien keine vor. Uebrigens war auch die Witterung die drei Fastnachtstage über wenig günstig.
Worms. Ueber die kurz gemeldete Branblegung in der neu eingerichteten Caserne melbet die„Worms. Zig.“ Folgendes: Am letzten Freitag war unsere Stabt in Gefahr, von einer Feuersbrunst heimgesucht zu werben, wenn nicht ein glücklicher Zufall noch zu rechter Zeit dieselbe verhindert hätte. Der erhöhte Dienststand unseres Militärs veranlaßte die Herrichtung einer dritten Caserne, zu welchem Zweck man den sogenannten Domspeicher, ein großes Gebäude mit 3 Stockwerken, verwendete. Am Freitag waren die oberen Stockwerke bereits mit Soldaten belegt, während das Erogeschoß unbesetzt war. In dem letzteren befand sich aber eine große Anzahl Strohsäcke haufenweise zusammengesetzt. Als nun Nachmittags der Dienst einige Milttärpersonen in diese Localitäten führte, gewahrten sie untrügliche Spuren eines noch im glimmenden Zustande befindlichen Feuers. Augenblickliche Nachsuchungen führien bald zur Entdeckung desselben sowie zu der Gewißheit, daß die Hand irgend eines Frevlers brennenden Zunder, mehrere Schächtelchen mit Streichfeuerzeug und sonstige leicht entzündbare Stoffe in die Mitte der aufgehäu ten Strohsäcke gelegt hatte, um durch die Entzündung der⸗ selben das Gebäude in Brand zu stecken. Leider ist es, soviel wir wissen, nicht gelungen, den Urheber dieser Frevelthat zu ermitteln.
„% Der Wiederaufbau des Frankfurter Doms. Der Wiederaufbau des im vorigen Sommer
durch Brand beschädigten Kaiserdomes in Frankfurt a. M. wird leichter sein, als man zu hoffen wagte. Die Sach⸗ verständigen haben nach eingehender Untersuchung erklärt, daß die Abtragung des alten Gemäuers nicht nothwen⸗ dig sei, der Ausbau etwa 140,000 fl. kosten werde; 100,000 fl. find schon disponibel.
„„Nach einem Bericht der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger betrugen im Jahre 1867 die Schifsbrüche insgesammt 128, wovon auf die Nordsee 66, auf die Ostsee 62 fallen. 706 Personen sind nachweislich davon betroffen, 615 gerettet worden, 81 um das Leben ge⸗ kommen. Von den Schiffen waren 61 Küstenfahrer, 66 Seeschiffe, 1 Dampfboot.
Sitzung des Lokalgewerbpereins zu Friedberg den 29. Februar, Abends 8 Uhr.
Tagesordnung: Wahl des Vorstandes und des Aus⸗ schusses Der Vorstand.
Versteigerung von Arbeiten und Lieferungen.
491 Mittwoch den 4. März l. J., Nachmittags 3 Uhr, follen in dem Gemeindehause zu Osthe im nachfolgende Arbeiten und Lieferungen unter den vor der Ver⸗ fleigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen wersteigert und in Accord gegeben werden, nämlich:
Apotheker Bergmann's
Eispommade 2167 aus Paris, rühmlichst bekannt, die Haare zu kräuseln, sowie deren Ausfallen und
Ergrauen zu verhindern, empfiehlt à Flac. 18, 27 und 36 kr. Ph. Dan. Kümmich.
Emser Pastillen
22 seit einer Reihe von Jahren unter Leitung der Königlichen Brunnen verwaltung aus den Salzen des Emser Mineralwassers bereitet, bekannt durch ihre vor⸗ züglichen Wirkungen gegen Hals und Brust⸗ leiden, wie gegen Mag enschwäche find stets vor⸗
rätbig in Zriedberg bei Prr. Hofapolbeker C. Wahl,
1 veranschlagt zu 105 10. M. 3 t ein 33 1 3 S 1 — 7 le Pastiulen rden 1 1 5 5 2 Gebände Versteigerung. 7 8 werden nur inetikettirten Schachteln Steinbrecherarbeit zu Mauersteinen aus Kalk 483 Freitag den 6. März, Vormittags 10 Ubr, sellen! Königliche Jtunntusttwaltung zu Bad Ems. und Sandfleinbrüchen 27— in der Burg zu Södel zwei von Eichenholz erbaute Steinbrecherarbeit zu Basalt⸗Chausstedecksteinen 40— Biehställe auf den Abbruch öffentlich an den Meist⸗ S822 Steinbelfuhr 80—] bietenden versteigert werden. Militär and u E * Lieferung von* 7— Nidda den 27. Februar 1868. 4 94— Weigel. 484 zu 48 Fr., 1 fl. 1 fl. 18 kr. empfleblt a una 11 2 3 Mauerdeckelsteinen 2—[1 2. Gonder. 1 4 Universal-Magen-Ciaueur,. r d Sie inklopferarbeit 88— 105 das einfachse und sicherste Mittel gegen Magen K u r ˖ 0 f f E 1 *. 1 Buß bach am 28. Februar 1868. leiden aller Art von Franz Metternich in Main; a Ait Der Bezirks- B sseb empfiehlt in Flaschen d 24 kr., 45 kr. und fl. 1. 24 kr. 303 verkauft per Malter und Gescheid 1 en zir auaufseber 8 n 8 n Bur f Ph. Dan. Kümmich in Friedberg. H. Schmidt in der Usagasse. — Desterreiche statt. Dieser Tag wird auch für die Zukunft ein Gedenktag Folgende Stelle aus der Festpredigt sei hier wörtlich wiedergegeben: bleiben nicht für die Bielitzer Gemeinde allein und alle, die mit ihr]„Vergessen wir es nicht, daß die Intelligenz das Fundament des modernen 4 Pleiches Interesse haben,* hat für das österreichische Schulwesen Staates ist. Auf diesem erbaut sich der Wohlstand des Volkes, die Ehre, „*. überhaupt Bedeutung.— Die Gründung eines Lehrerseminars, wie es die Würde, die Macht des Staates. Und sorgen wir nicht für die In— eam das in Bielitz sein und den besten Anstalten des Auslandes würdig an telligenz der künftigen Geschlechter, indem wir Lehrerbildungsanstalten wal, der Seite stehen soll, war nach der bisher geltenden Schulgesetzgebung errichten 7 Sorgt die hohe kaiserliche Regierung nicht für die Intelligenz 1 1 ö Desterreichs eine reine Unmöglichkeit. Das beweisen die vielen Hinder-[des Staates, indem sie Genehmigung zur Errichtung derselben ertheilt? Aber + nisse und Schwierigkeiten, die dem Inslebentreten desselben in den Weg mehr noch! Die hohe Regierung mußte um die Genehmigung zur Errichtung 1050 gelegt wurden. Hieß es doch noch am 20. Februar 1866 in der unserer Anstalt zu ertheilen, die veraltete österreichische Schulgesetzgebung durch⸗ 2 9207 ministeriellen Erledigung der Eingabe des Bielitzer Presbiteriums über brechen, in deren Rahmen unsere Lehrpläne nicht paßten und sie hat es gethan; 0— die äußere und innere Einrichtung der beabsichtigten Lehrerbildungsan- sie hat auch in dieser Beziehung den Beweis geliefert, daß sie Ernst machen * stalt:„Kein eigener Seminardirektor, keine Seminarübungsschule, keine] wollte, mit der Erfüllung jener Bedingungen, von denen die Woblfahrt 1 1 Anthropologie und Logik, keine Einführung in die Literatur der Mutter- des österreichischen Volkes und die glückliche Zukunft des österreichischen * sprache, kein Violinspiel; und ob die Geschichte, Geographie, Natur- Staates abhängig ist. Die Intelligenz hat einen berrlichen Sieg gefeiert 0, 10 geschichte, Physik, Chemie, ferner das Clavier- und Orgelspiel und die[über veraltete Systeme und verkommene Traditionen, und Se. Mafestät 10 Harmonielehre als Unterrichtsgegenstände beibehalten werden sollten, mußte[ der Kaiser selbst war es, der durch seine Allerhöchste Namensfertigung ihr erst eingehend erwogen werden.“ zu diesem Sieg verholfen hat. Heil Oesterreich! rufen die Freunde Oester— Man kann sich denken, daß die Freude groß war, als am 10. August reichs im Auslande, und wer ist ein österreichischer Patriot unter uns v. J. auf die fortgesetzten Bemühungen und Anstrengungen der Biclitzer[und wollte Angesichts dieser herrlichen Thatsachen nicht rufen: Heil bre. Gemeinde hin, der von derselben ursprünglich eingereichte Lehrplan bestäungt[Oesterreich! Heil dem Kaiser, der durch solche Thaten, durch solche b und die Erlaubniß zur Eröffnung der Anstalt gegeben wurde. Nur die[ Geistessiege die vielen Demüthigungen, die wir erlebt haben, die alten Veränderung in dem konstitutionellen Leben Oesterreichs überhaupt konnte] bösen Scharten in würdigerer Weise auszuwetzen versteht, als es die Macht in dieser Zwischenzeit einen solchen Abstand bewirken, und das ist es eben,[der Waffen vermöchte auf blutgetränkten Feldern.“ rc. ann was die Feier des 9. Dezembers zu einer allgemeineren machte. ua


