beim Schluß des Zollparlaments von einem Geiste
beseelt sei, der sich hoch über die im Parlament zu Tag getretene Engherzigkeit erhebe. Das offiziöse Blatt fügt bei:„Diese Rede ist die erste offizielle Kundgebung, welche dem Geist der Prager Verträge vollkommen entspricht. Alle auf⸗ richtigen Friedensfreunde, alle wahrhaft politisch denkenden Köpfe müssen diese Rede billigen.“
— Dem Vernehmen nach wird Prinz Napoleon auf seiner bevorstehenden Reise über Stuttgart und München nach Wien gehen und auf dem Wege nach Konstantinopel Bukarest berühren. In Konstantinopel wird ihn seine Nacht erwarten, um Befehle für die weitere Reiseroute entgegen- zunehmen.
— Der„Armee⸗Moniteur“ veröffentlicht einen Bericht des Kriegsministers Niel vom 20. Mai, worin derselbe die Vortrefflichkeit der Cbassepot⸗ gewehre constatirt und sagt, ihre unvergleichlichen Eigenschaften sichern ihnen den ersten Rang unter den heute angewandten Kriegswaffen. Die Her- stellung derselben wird lebhaft fortgesetzt. Wie aus dem Berichte hervorgeht, ist nunmehr die gesammte französische Infanterie mit Chassepot⸗ gewehren versehen.
— Der„Moniteur“ meldet, daß am 25. d. der päpstliche Nuntius vom Kaiser und von der Kaiserin und der italienische Gesandte vom Kaiser empfangen worden ist. Herr Nigra überreichte Napoleon III. die Notification der Vermählung des Prinzen Humbert mit der Prinzessin Margarethe; was in der Audienz des päpstlichen Nuntius geschah, verschweigt das amtliche Blatt. Ein Gerücht will wissen, der Nuntius habe den Kaiser und zwar mit Erfolg von der Nothwendigkeit unterhalten, die Besetzung des Kirchenstaats durch französische Truppen auf unbestimmte Zeit zu verlängern.
— Nach Pariser Blättern wurde dem Grafen v. d. Goltz von den ausgewanderten, der Welfen⸗ legion angehörenden Hannoveranern eine Erklärung übergeben, welche 707 Unterschristen trägt. Die⸗ selben erklären, daß sie von der von König Wilhelm ihnen angebotenen Amnestie keinen Ge⸗ brauch machen wollen und daher den König bitten, daß er die Summen, welche seine Agenten zweck⸗ los dazu ausgeben, um sie zur Rückkehr in ihr Vaterland zu bestimmen, zur Erleichterung der Steuern, welche schwer auf ihren Landsleuten lasteten, verwenden möge.
Italien. Die piemontesische Zeitung schreibt: „Die Unzufriedenheit, welche sich seit einiger Zeit in verschiedenen Kreisen Siciliens kundgibt, hat neuerdings einen bedrohlicheren Charakter angenommen, namentlich da, wo die Eisenbahn⸗ bauten unterbrochen worden sind und darum viele Arbeiter entlassen werden mußten. Die Regierung dringt lebhaft in die calabrisch⸗siciliauische Eisen⸗ bahn ⸗Gesellschaft, die begonnenen Arbeiten aller Orten zu beschleunigen.“
Frankfurt. Wie gemeldet wird, konnten in Nieder⸗ rad zu Ostern keine Kinder in die Schule aufgenommen werden. Die untere Classe mußte diesmal wegfallen, weil es dort an den nothwendigen Lehrkräften fehlt. Früher waren fünf Lehrer an der Niederräder Schule thätig, jetzt nur noch drei. Früher zahlte der Staat Frankfurt die Lehrer, jetzt soll diese Ausgabe der Gemeinde zur Last fallen. Da nun aber die Steuern jetzt um Vieles ver⸗ mehrt sind, die Gemeinde Niederrad aber nicht zu den wohlhabendsten gehört, so wird die Schule und der Unterricht darunter leiden müssen.
Frankfurt. Am 20 d. M. ist Dr. S. Fr. Stiebel im 77. Lebensjahre gestorben. Derselbe hatte in seiner Jugend im Lützow'schen Freicorps gedient, wirkte viele Jahrzehnte als unermüdlicher tüchtiger Arzt in seiner Vaterstadt und hat auch in der Wissenschaft sich mancherlei Verdienste erworben.
Frankfurt. Dieser Tage traf ein Pole mit Frau und' drei Kindern hier ein und stieg in einem kleinen Hotel ab. Dort gab er an, mit seinem Weibe Mehreres in der Stadt besorgen zu müssen und entfernte sich mit derselben, ohne bis heute wiederzukehren. Die drei Kin⸗ der, welche kein Wort deulsch sprechen, fallen vorerst der Commune zu Last.
Darmstadt. Das Programm der vom landwirth⸗ schaftlichen Verein für die Provinz Starkenburg auf den 24. bis 27. September anberaumten Ausstellung ist er⸗ schienen. Landwirthschaftliche Producte, Handelsdünger und Maschinen werden von Bewohnern des ganzen Groß⸗ herzogthums zugelassen, Vieh jedoch nur von Landwirthen aus der Provinz Starkenburg. Betreffs Ausstellung käuf⸗ licher Düngemittel sollen übrigens an größere Etablisse⸗ ments in den Nachbarstaaten besondere Einladungen er⸗ gehen. Die Frist zur Anmeldung läuft am 1. August d. J. ab und hat solche nach den zur Disposition ge⸗ stellten Formularen zu erfolgen. Als Geldprämien wer⸗ den 2000 fl. in 80 Geldpreisen ausgeworfen. Producte des Ackerbaues oder der Viehzucht werden durch Medail⸗ len u. s. w. prämirt.
Biebrich. Bei der dahier stattgefundenen Verstei⸗ gerung der s. Z. nach Straßburg geflüchteten und vor Kurzem wieder hierher gesandten feinen Cabinet⸗Weine des Herzogs von Nassau wurden fabelhafte Preise erzielt. Von den zur Versteigerung gebrachten 62 Nummern 1865er und 8 Nummern 1862er Weinen wurde das beste Halb— stück 1805er vom Hause M. A. Wolff in Frankfurt a. M. zu 2405 fl. und das beste Halbstück 1862er von Marix in Eltville zu 5125 fl. gekauft.
München. Die schwurgerichtliche Verhandlung gegen den Grafen Gustav Chorinsky, welche am 17. Juni be⸗ ginnen sollte, muß wegen des Umstandes, daß die nöthigen massenhaften Vorarbeiten(es sollen mehr als 60 Zeugen vernommen werden) nicht rechtzeitig bewältigt werden konnten, auf einen späteren erst noch zu bestimmenden Termin verlegt werden.
Hannover. In der letzten Nummer des Anzeigers zum„Amtsbl. für Hann.“ erläßt das Amtsgericht Elze einen Steckbrief gegen den wegen Verdachts mehrerer Unterschlagungen in Untersuchung befindlichen, übrigens aber flüchtigen Kaufmann, zuletzt Kalkfabrikanten Moses Stern aus Elze, in welchem zum Schluß als„besonderes Kennzeichen“ Folgendes angegeben ist:„Das Aeußere desselben macht den Eindruck eines arabischen Häuptlings, mit Ausnahme seiner Beleibtheit, wodurch er zur äußeren Erscheinung eines Pascha hinneigt.“
Lüneburg. Ein entsetzliches Unglück ereignete sich am 3. d. Abends in einer auf dem Marktplatze auf⸗ gestellten Menagerie. In den Zwinger eines braunen Bären begaben sich der Besitzer nepst dessen 5—6jährigem Töchterchen, um Produktionen mit dem Thiere vorzu⸗ nehmen. Während der Vater schon einen anderen Käfig bestiegen hatte, befand sich das Töchterchen noch eine Weile allein bei dem Bären, um diesem, wie so oft, aus einer Düte Bonbons zu verabreichen. In dem Augen⸗ blicke, als das Mädchen eben die Düte öffnete, sprang die Bestie plötzlich auf dasselde los, packte das Kind mit der
Tatze bei der Kehle und in das Geficht und hätte dem Leben der Kleinen jedenfalls sofort ein Ende gemacht, wenn nicht der Besitzer, sowie dessen Frau in der fürch⸗ terlichsten Angsi in den Käfig geeilt wären und das Kind der Bestie entrissen hätten. Dem Kind ist ein großes Stück aus der Backe gerissen und soll leider wenig Aus⸗ sicht vorhanden sein, dasselbe am Leben zu erhalten. (Warum erlaubt die in vielen anderen Beziehungen so besorgte Polizei derartige lebensgefährliche Produktionen?)
Wien. Nach dem publicirten Erkenntniß des Ober⸗ gerichts im Proceß Ebergenyi ist das gegen die An⸗ geklagte gefällte Strafurtheil lediglich bestätigt worden.
Aargau. Der„Schweizerbote“ berichtet aus den aargauischen Regierungsverhandlungen: Die Liquidations⸗ Commission der Jugendwehr von Frankfurt a. M. hat, nachdem die Jugendwehr der politischen Verhältnisse wegen sich aufgelöst, die ihr angehörigen Bewaffnungs⸗ und Ausrüstungsgegenstände als ein Zeichen dankbarer Erinne⸗ rung an genossene Freundschaft der Militär⸗Direction als Geschenk für den Canton übermittelt. Diese Waffen und Ausrüstungsgegenstände werden nun dem Cadettencorps der Gemeinde Aargau, deren specielle Gastsreundschaft die Frankfurter Jugendwehr bei ihrem Besuch im Jahre 1863 genossen, und von welchem sie auch zur Erinnerung an diesen Besuch eine Fahne erhalten, zum Geschenk gemacht.
4˙ Drittes deutsches Bun desschießen. Das Festprogramm wurde in nachfolgenden allgemeinen Um⸗ rissen definitiv festgesetzt: 24. und 25. Juli festlicher Empfang der corporativ ankommenden Gäste an den betreffenden Stationsplätzen; Abends gesellige Vereinigung an den noch näher zu bestimmenden Orten. 26. Juli, Festzug. Ausstellung 7 Uhr Früh auf der Ringstraße vom Park bis zum Burgring; Abmarsch des Zuges Schlag 9 Uhr Früh durch die Burg, über den Kohlmarkt, Graben, auf den Stephansplatz. Daselbst Begrüßung der Festgäste Namens der Stadt Wien durch den Bürgermeister und Gemeinderath, feierliche Uebergabe der Bundesfahne an den Bürgermeister, sodann Fortsetzung des Zuges durch die Rothenthurmstraße über die Aspern⸗ brücke durch die Jägerzeile zum Praterstern und von da durch die Hauptallee des Praters auf den Festplaßz.— Um 2 Uhr Bankett in der Festhalle. Nachmittags gesellige Unterhaltung, Abends Musikproduktion und großes Feuer⸗ werk.— Montag den 27. Juli: 6 Uhr Früh beginnt das Schießen und wird täglich innerhalb der schießordnungs⸗ mäßigen Zeit forigesetzt. Täglich findet Mittags halb 1 Uhr das Festbankekt statt.— Montag den 27. Juli Abends Fest⸗ Liedertafel des Niederösterreichischen Sänger⸗ bundes in der Festhalle.— An den weileren Festtagen täglich Abends Musikproduktion, Feuerwerk, Ball in den hiezu hergerichteten Räumlichkeiten. Ferner werden an den noch erst näher zu bestimmenden Tagen Festausflüge auf den Kahlenberg, in die Dreher'sche Brauerei in Schwechat und auf den Semmering veranstaltet werden und an verschiedenen Abenden Festvorstellungen in mehreren hiesigen Theatern.— Am letzten Festtage feierliche Ber⸗ theilung der Haupt⸗ und Ehrenpreise.
% Ein weiblicher Kaspar Hauser. In dem Dorfe Heinzendorf bei Neusalz in Schlesien fiel es bei dem Bauer Eigner längst der Magd auf, daß sich die Hausfrau nach dem Essen mit einem Theil desselben entfernte. Ein⸗ mal allein, von Unruhe gequält, spürte sie dem Gange nach und kam an ein festes Gewölbe, in das sie sich den Eingang zu verschaffen wußte. Hier fand sie einen Ort voller Koh und eine Kiste, aus der ihr ein Grunzen ent⸗ gegentönte. In dieser Kiste war ein weibliches Wesen— die Stieftochter der Eigner.— Diese Tochter war seit 19 Jahren verschwunden und der Vergessenheit anheim⸗ gefallen. Als ganz verkrüppelt ist sie dem hiesigen Johan⸗ niter⸗Krankenhause übergeben. Der Grund zu dieser gräßlichen Behandlung soll in der Absicht liegen, das auf dem Gute ruhende Erbtheil dieses unglücklichen Wesens ihr zu entwenden.
Morgen. Die Untersaat⸗Grundüngung ist die am wenigsten gebräuch⸗ liche Gründüngungsart und für leichten und kleefähigen Boden nicht
anzuwenden.
Die Brach-Gründüngung besteht in der Bestellung der Brache mit einer Gründüngungspflanze und ist die älteste Art der Grün⸗ düngung. Sie paßt aber nicht fur Böden, welche mit einer gewöhn⸗ 9
zu können;
Menge Kohlensäure und Ammoniak aus der Atmosphäre aufnehmen
3) billig im Ankaufe ihres Saatgutes sind; 4) welche viel pflanzennährende Stoffe besitzen.
Unter allen Pflanzen dürften sich wohl am besten hierzu die ülsenfrüchte oder Leguminosen eignen wie Erbsen, Lupinen, Acker⸗
lichen Düngung eine mäßige Ernte zu erzeugen vermögen, weil sie bohnen, Wicken; auch der Klee wäre vorzüglich, wenn er nicht zu
durch den Ausfall einer Ernte zu kostspielig wird. Am besten eignen sich zur Brach⸗Gründüngung wohl Lupinen und Buchweizen, welche man Ende Mai oder Anfangs Juni aussät. oder noch früher so bald die Pflanzen in vollem Wachsthume stehen
und zu blühen beginnen, müssen dieselben
Sollten sie zu üppig stehen, so mäht man sie ab, breitet sie aus und
pflügt sie unter.
Bei der Stoppel-Gründüngung endlich werden die Getreidestoppeln oder die Stoppeln von Oelgewächsen und Hülsen⸗ früchten umgeackert und mit Samen von Gründüngungspflanzen besät. Zu ihr empfehlen sich alle schnellwüchsigen, blattreichen Pflanzen, und kann dann in günstigem Klima noch Winterfrucht, in weniger
günstigem aber Sommerfrucht auf sie folgen.
Zur Gründüngung eignen sich alle Pflanzen, welche 1) rasch wachsen und somit das Feld nicht zu lange einnehmen; 2) einen großen Blattreichthum besitzen um eine recht große
Mitte August
untergepflügt werden.
Bodenarten wohl
30 bis 50 Etr.
gesät 50 bis 70 Etr.
lange stehen müßte bis man ihn umpflügen kann. Ferner Spörgel, Raps, Röbsen, Buchweizen.
Für leichten, armen Sandboden ist eine Gründüngung mit Lupinen ganz vorzüglich, sie liefert, wenn die Lupinen in die Brache gesät werden im grünen Zustande 120 bis 140 Ctr. pro Normalmorgen.
Der Spörgel ist für Sandboden und alle leichten
die beste Gründüngungspflanze. Er wächst
schnell, kann also in die Stoppeln gesät werden und gibt dann
Die Erbsen eignen sich für Mittelboden und strengen Thon⸗ boden und geben einen Ertrag von 70 bis 90 Ctr.
Die Wicken werden hauptsächlich auf feuchtem, schwerem Thonboden als Gründungung angewandt und liefern in die Stoppeln
Der Raps und Rübsen passen hauptsächlich fur schweren
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— und mit bis 120


