Ausgabe 
28.3.1868
 
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IV. Uebersicht det für das Jahr 1868 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bebürfnisse in den israclitischen Religionsgemeinden des Kreises Groß: Gerau..

V. Namensveränderung. Seine Königliche Hoheit der Großberzog haben allergnädigst gernht: om 7. März der abgeschiedenen Chefrau des G. A. Keppler(dermalen Bremser bei der Maln⸗Necar⸗Bahn) Ollie, geb. Horch, sowie deren Sohn Ludwig zu gestaiten, daß dieselben statt ihres bisberigen Familiennamens in Zukunft den Familien⸗ namen Horch führen. 2 5

VI. Diensinachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 11. Februar den Lehrer an der Königlich Bayerischen Veterinäranstalt zu Würzburg Joh. Georg Pflug zum ordentlichen Honorar⸗ Piosessos bei der medicinischen Fakultät der Landesuniver⸗ sunät für das Fach der Veierinär⸗ Heilkunde zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu berufen; am 22. Februar den Privaldocenten bei der medieinischen Fakullät der Landesuniversität Dr. Friedr. Birnbaum zum außerordentlichen Professor bei der genannten Fakultät, den Privatdocenten bei der mediein. Fakullät der Landes⸗ Universisät Dr. Feed. Kehrer zum außerordentl. Professor bei der genannten Fakultät und den Privatoocenten bei der juristischen Fakultät der Landes- Universilät Dr. Adolph Merkel zum außerorden lichen Professor bei der genannten Fakultät zu ernennen; am 29. Februar dem evangelischen Pfarrer zu Ober⸗Lais Wilhelm Scriba die erste evangel. Bfarrstelle zu Wimpfen und dem evang. Pfarrer zu Oebornhofen Heinrich Kolb die evang. Pfarrstelle zu Ensheim zu übertragen; am 1. März den seitherigen Obergärtner Sr. Großh. H. des Prinzen Ludwig Georg Diumann zum Hofgärtner zu ernennen; am 3. März dem Schullehrer an der zweiten evang. Schule zu Romrod Daniel Stein die evang. Schulstelle zu Brauerschwend, dem Schulamts ⸗Aspiranten Heinr. Keller aus Odernheim, die zweite kathol. Knabenschulsselle zu Kastel, dem Schulamts⸗Aspranten Friedr. Wegerich aus Lampertheim, die Gemeinde-Schulstelle zu Schimbs⸗ heim zu übertragen und den von dem Herrn Fürsten zu Yenburg und Büdingen in Büdingen auf die evang. Schulstelle zu Hain⸗ Gründau präsentirien Schulamts⸗ Aspiranten Hermann Berger aus Büches für diese Stelle zu bestätigen; am 7. März den Minislerial⸗ Sekretär 2. Klasse bei dem Ministerium der Finanzen Friedr. Hahn zum Ministerial⸗Sekretär 1. Klass: bei diesem Ministerium zu ernennen. f 3 8 5

VII. Dienstentlassungen. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 22. Februar den ordenilichen Professor in der theologischen Fakultät der Landes⸗Universität Dr Friedr. Wilh. Gaß auf sein Nachsuchen von seinem Dienste urd am 7. März den ordentlichen Prof ssor in der philosophischen Fakultät der Landes⸗Universität, inebesondere für das Fach der Forst⸗ wissenschaft, Dr. Gustav Heyer auf sein Nachsuchen von seinem Dienste zu entlassen.

24. März. II. Kammer.(Schluß.) K. J. Hoffmann erklärt sich nochmals für Staatsban; im Kriegsfall würde auch eine Privatgesellschaft in Verlegenheit gerathen; es sei keine Gewißheit dafür, daß keine Prioritäten ausgegeben würden. Stockhausen befürwortet, außer den zwei ober⸗ hessischen Bahnen, noch eine Verbindungsbahn zwischen Friedberg und Nidda. Heß spricht gegen Staatsban der oberhessischen Bahnen, da der Staat theverer bauen würde. v. Löw hält den Bau der oberhessischen Bahnen auf Staatskosten für vorthellhafter. Der Finanzminister hält seine früheren Behauptungen aufrecht und geht dabei von der Ansicht aus, daß die oberhessischen Bahnen vom Staat nicht mit 21 Millionen ge⸗ baut werden könnten und der Staat eine 5 pCt. Anleihe nicht wohl zu pari unterbringen könne. Goldmann stimmt mit schwerem Herzen für den Vertrag mit der Ludwigsbahn, da er heute noch die früher befürwortete Richtung der Oden⸗ waldbahn für mehr im Interesse des Landes liegend halte. Der Bau der oberhessischen Bahnen auf Staatskosten sei nicht möglich; um dem Land die nothwendigen Bahnen zu verschaffen, müsse man den freilich lästigen Erlanger'schen Vertrag genehmigen. Schäfer freut sich über das Zu⸗ standekommen der Worms⸗Bensheimer und Ried⸗ bahn. Hunsinger hält den Bau einer Bahn von Friedberg nach Nidda für sehr im Interesse Oberhessens und seiner Bahnen. Kempff freut sich, die vorliegenden Resultate ohne Aufgabe der Main⸗Neckar⸗Bahn erreicht zu haben und bittet, durch Aufgeben der indivuellen Ansichten das Zu⸗ standekommen der Verträge zu ermöglichen. Bam⸗ berger hält es für unmöglich, auf Staatskosten zu bauen, um die Gelder auf vortheilhaftere Weise zu schaffen, wie sich die Gelegenheit geboten. Wolle man der vberhessischen Gesellschaft nicht das Recht ver Prioritätenausgabe gestatten, so hieße vies, ihr das Bezahlen von Schulden ver⸗ weigern. Die Verträge scien zwar für den Staat nicht die besten, doch stimme er für deren Ge⸗

nehmigung. v. Dalwigk verwahrt sich dagegen,

als habe sich die Regierung von jeher gegen die Bahnbautengestemmt. Der Finanzminister theilt der Kammer ein während der Sitzung ein⸗ gelaufenes Schreiben mit, worin sich ein Frank⸗ furter Unternehmer erbietet, die oberhessischen Bahnen zu günstigeren Bedingungen wie Erlanger zu bauen.(Aufregung.) Von Seiten der Regie- rung wird jedoch gewarnt, auf ein solches Nach- gebot Rücksicht zu nehmen. Edinger ist für Genehmigung der beiden Verträge, obwohl er fest überzeugt ist, daß mit der Ludwigsbahn, sowie mit Erlanger, weit günstigere Bedingungen hätten erzielt werden können. Volhard spricht für Verwerfung beider Verträge und Staatsbau. George theilt eine Eingabe vieler Binger Bür⸗ ger mit, worin dieselben Verwendung dafür ver⸗ langen, daß bei dem Bau der Bingen Alzeyer Bahn durch fehlerhaste Bahnanlage nicht das Interesse ihrer Stadt gefährdet werde. Breidert bittet, um endlich einmal zum Schluß zu gelangen, den Vertrag mit der Ludwigsbahn ohne weitere Modificationen zu genehmigen, indem sonst nur Verschleppungen herbeigeführt würden. Wirth, der früher für die Odenwaldbahn von Dieburg aus gestimmt, erklärt sich jetzt für die Linie Darmstadt⸗Reinheim, da sich inzwischen die Ver⸗ hältnisse geändert und namentlich die Main⸗Neckar⸗ bahn erhalten bliebe. In diesem Sinne spricht auch Keil, der für den südlichen Odenwald Eisenbahnen verlangt. Er stimme fur Genehmi⸗ gung der Verträge, man müsse eben einmal Bahnen bauen, um zu sehen, ob es Schulden gebe oder nicht, was am Ende doch ganz einerlei sei.(Heiterkeit.) Wegen vorgerückter Zeit wird die Weiterberathung auf den andern Tag ver⸗ schoben.

25. März. Die zweite Kammer fuhr heute mit der Berathung der Eisenbahnvorlagen fort. Metz spricht für Bau durch eine Gesell⸗ schaft, da nach Lage der Dinge und der katego⸗ rischen Erklärung der Regierung Staatsbau un- möglich sei. Wie die Verhältnisse eben liegea, könne er nicht anders, als die Verträge genehmi⸗ gen, wenn sie auch, wie er glaube, dem Laud sehr schwere und große Opfer auferlegen würden. Sodann empfiehlt derselbe noch die Berührung von Wöllstein mit Wärme, ebenso das industrielle fleißige Schlitz. Wadsack stimmt mit der Mehr⸗ heit des Ausschusses und legt der Regierung die Berücksichtigung von Schlitz dringend ans Herz. Von Seiten des Min istertisches wird erklärt, daß die Regierung sich über die einzelnen Rich- tungen die freie Entschließung vorbehalte, aber alle hier geäußerten Wünsche prüfen wolle. Sol⸗ dan dankt der Regierung und dem Ausschuß im Namen Oberhessens und tritt für die Interessen der Stadt Schlitz ein. v. Jungenfeld fordert die Einmündung der Worms ⸗Bergsträßer Bahn bei Heppenheim und Verhandlungen mit der Lud⸗ wigsbahn behufs Anschluß an die Fulda⸗Bebraer, baierische eventuell badische Staatsbahn. Der Finanzminister bittet, den letzten Gegenstand der Zukunft zu überlassen. Dernburg stimmt mit schwerem Herzen für die abgeschlossenen Verträge, obwohl die darin enthaltenen Zinsgarantien sehr bedeutend seien, und gebe vorerst seinen Plan, eine Bahn durch das Gersprenzthal zu führen, auf. Fink spricht für Genehmigung der Verträge, da es sich darum handle, rasch zu bauen. Die Vorschläge der Ludwigsbahn könne er nur billigen. Auf eine deßfallsige Anfrage erklärt Ministerial⸗ rath Schleiermacher, daß man die Handhabe der soliden Ausführung der Bahnen besitze. Hallwachs hält die Genehmigung der Verträge für ein Gebot der zwingenden Nothwendigkeit und deßhalb müsse man den Muth haben, auch die schwere Verantwortlichkeit zu übernehmen. v. Gagern ist für Genehmigung der Verträge und wünscht noch besondere Berücksichtigung von Stlters und Ortenberg. Kraft hat an den Verträgen gar viel auszusetzen, stimmt ihnen aber dennoch bei, zumal er auf eine bessere Zukunft unseres Landes vertraut, da der bewaffnete Friede nicht forthestehen könne. Dumont ist der Ansicht, daß an den von der Ludwigs ⸗Eisenbahn⸗Gesell⸗

schast zu erbauenden Bahnen nichts verloren gehen werde. Was den Vertrag Erlanger betreffe, so werde er unter allen Umständen darauf bestehen, daß die Ausgabe von Prioritäten nicht bewilligt werde; der Antrag, daß die Vorlagen als ein untrennbares Ganzes aufzufassen seien, erscheine ihm durch provinzielles Interesse hervorgerufen. v. Dalwigk weist den Vorwurf zurück, als habe sich die Regierung von provinziellen Rücksichten leiten lassen; ihre Stellung zu der vorliegenden Frage entspreche dem Gebot der höchsten Billig- keit für das arme Oberhessen. Der Finanz⸗ minister spricht die Zuversicht aus, daß die Bahnen, wenn auch nicht gleich im Anfang, so doch nach einigen Jahren rentiren würden und glaubt die Mittel zu den nothwendig werdenden Zuschüssen darin zu finden, daß vom Jahr 1876 ab die Dotation der Staatsschuldentilgungskasse vermindert werden kann, weil bis zu jenem Termin die 50 fl. Loose zurückbezahlt sind. Backs er⸗ klärt sich für die Vorlage der Regierung und spricht für die Interessen von Bensheim; ein Gleiches geschieht auch von Zimmer für die von Laubach und Schotten. Wernher: Gegen⸗ über den Vortheilen, welche Bahnen im Odenwald und Vogelsberg der dortigen Industrie brächten, sei die Frage, ob jene Bahnen auch rentabel würden, in zweite Linie zu stellen. Die Kammer möge ihre Schuldigkeit thun und das Weitere der Zukunft überlassen. Zentgraf spricht noch gegen die Garantieen. Es wird nunmehr zur Abstimmung geschritten und zunächst der Vertrag mit der Ludwigsbahn mit 40 gegen 6 Stimmen genehmigt. Der Antrag des Abg. Deruburg wegen Erbauung einer Bahn von Reinheim nach Reichelsheim und das Gesuch der Gemeinde Beer⸗ felden werden verworfen, Der mit Erlanger ab⸗ geschlossen? Vertrag wird mit allen gegen sechs Stimmen genehmigt, dagegen die Anträge der Minorität, wonach Zinsen und Tilgung der Prioritäten von dem Bruttogewinn nicht abge⸗ zogen werden sollen, und die Staatsgarantie er⸗ lischt, sobald 5 Jahre lang die Meile der Bahn 50,000 fl. eingetragen, mit allen gegen 6 resp. 9 Stimmen verworfen. Auch die Bedingung, daß jene Bewilligungen nur bei dem Zustande⸗ kommen aller Bahnen Gültigkeit haben sollen, wurde angenommen. Zum Schlusse erklärte Volhard, daß er gegen beide Verträge gestimmt habe, er wünsche, daß seine Befürchtungen sich als unbegründet erweisen möchten.

Wie dieHess. Edsztg. meldet, fand am 24. d. die erste Prüfung für einjährige Freiwillige, wozu sich etwa 70 junge Leute eingefunden hatten, vor Herrn Gymnasial⸗ Direktor Dr. Boßler statt. Dem Vernehmen nach bestanden nur zwölf die Prüfung.

Oberstabsarzt Dr. Weyland im I. Inf. Rgt. ist auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner lange und gut geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt worden.

Die nach Berlin zusammenberufenen Schul⸗ männer(von bier war Oberstudienrath Wagner dort) haben sich über eine gleichmäßige Organi⸗ sation der höheren Lehranstalten in den Ländern des norddeutschen Bundes geeinigt und wird es vom nächsten Semester an auch bei uns eine Aenderung geben. Es tritt Eintheilung und Be⸗ nennung der Gymnasien nach preußischem System, sowie eine Modisizirung des Lehrplanes ein.

Gießen. Nach der soeben erschienenen Be⸗ kanntmachung der Vorlesungen auf der großher⸗ zoglichen Landes⸗Universität im Sommer ⸗Semester 1868 nehmen dieselben am 20. April d. J. ihren Anfang. Beginn der Immatriculation am 16. April.

Preußen. Berlin, 25. März. Reichstag. In der heute stattgefundenen dritten Plenarsitzung wird die Präsidentenwahl vorgenommen. Von 171 Mitgliedern stimmten 158 für Simson, wel⸗ cher die Wahl dankend annimmt. Zum ersten und zweiten Vicepräsidenten wurden der Herzog v. Ujest und Bennigsen gewählt, die beide eben⸗ falls angenommen haben. Die Gesetzentwürfe

über die Aufhebung der polizeilichen Ehebeschrän⸗

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