Ausgabe 
28.3.1868
 
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ungen und über die Bundesschuldenwesen ⸗Ver⸗ waltung wurde eingebracht. Graf Biemarck wurde vom König zum ublichen Mitglied des Herrenhauses ernannt. Aus Königsberg meldet dieK. N. Ztg.:

Im vorigen Sommer nahm der jüdische Schnei-

termeister Abramson den kleinen zwölfjährigen zus Rußland bierhergekommenen Betteljungen birsch Schulzki in seine Familie auf und bewie sch im vollsten Maße als barmherziger Samari- ser. Er meldete den Knaben auch bei der Polizez in und glaubte somit Alles gethan zu haben, pas nöthig sei. Indeß hatte der Mann keine Uhnung, daß gerade dieser guten Handlung wegen ir angeklagt werden würde. Es besteht nämlich in Gesetz aus dem Jahre 1847, wonach die Genehmigung des Ministers des Innern innerhalb sechs Wochen eingeholt werden muß, einen aus⸗ lindischen Juden bei sich aufzunehmen. Die Strafe für Unterlassung dieser gesetzlichen Ver⸗ ürdnung ist sehr hart, da das Maß derselben von 20 bis 200 Thaler festgesetzt ist. Es mußte(7) sonach die Verurtheilung des in beschränkten Ver- jältnissen lebenden Abramson erfolgen, und wurde om Gerichtshof die niedrigste Strafe von 20 Thaler gegen ihn ausgespro chen. Württemberg. Ueber den Ausfall der Zollparlamentswahlen in Württemberg erfährt

nan, daß die national- liberale Partei eine empfind-

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iche Niederlage erlitten hat, indem keiner ihrer Candidaten durchgedrungen. Ein Gesammtresultat un Bezug auf die Parteistellung der Gewählten läßt sich noch nicht geben.

Baden. Nach Vollendung sämmtlicher engeren und Nachwahlen zum Zollparlament ergibt sich, saß S National-Liberale, 5 Klerikale und 1 Groß- scutscher zu Abgeordneten gewählt worden sind.

Oesterreich. Wien. Die ungarische Delegation nahm das Reichsbudget an. Der Präsident verkündet die königliche Sanction und spließt die Session mit Eljens auf den König. Die Reichsrathedelegation nahm übereinstimmend nit der ungarischen Delegation das Reichsbudget nit 100,357,190 fl., somit für Cisleithanien mit 10,250,033 fl. an. Reichskanzler v. Veust kündigt tie bereits erfolgte kaiserliche Sanction an und pricht den Dank des Kaisers aus, indem er hin⸗ ufügt, daß die Delegation der ausgeprägten Friedenspolitik der Regierung doppelten Halt und

einen Namen haben,

Nachdruck gegeben habe. Der Praͤsident schließt die Session mit einem Hoch auf den Kaiser.

DieN. fr. Pr. theilt die Grundzüge des neuen Wehrgesetzentwurfs mit. Danach soll allgemeine Wehrpflicht eingeführt werden und die Eintheilung der Kräfte der Staatswehr in Linie, Landwehr und Landsturm statlifinden. Die Linien- reservt wird nach preußischem Muster eingerichtet, die Linie untersteht dem Reichskriegsministerium und die Landwehr den beiderseitigen Ministerien ir Landesvertheidigung.

Dasselbe Blatt theilt mit, das französische Cabinet habe zu erkennen gegeben, es möchte dem nächst mit den Unterzeichnern der Verträge vom Jahre 1815 in Erwägung ziehen, ob und welche ge meinschaftlichen Schritte Angesichts der das polnische Königreich vernichtenden Acte einzuschlagen wären.

Aus der sehr interessanten, höchst wichtigen und ungemein erregten Debatte über das Ehegesetz im Herrenhause, deren Schlußresultat wir bereits brachten, wollen wir unsern Lesern, da der Raum dieses Blattes ein näheres Eingehen auf die Ver- handlungen nicht zuläßt, aus der Rede des Grafen Anton Auersperg(Anastasius Grün), eines der hervorragendsten Redner, wenigstens folgende Stelle mittheilen. Derselbe sagie u. A.:

Nach meiner Meinung leben wir seit den Jahren 1848 und 1849 principiell in einem conditutionellen Staate. Das damalige parlamentarische Leben ist nur unterbrochen worden durch das bekannte Jahrzehnt von 1851 bis 1861. Der Abschluß dieser Periode heißt Solserino. Und wieder ist, um den ererbten Uebelständen ein Ende zu machen, mit dem ersten Januar des Jahres 1861 das parlamen⸗ tarische Leben in Oesterreich feierlichst inaugurirt worden.

Allein es wurde nach Verlauf weniger Jahre und ohne

irgend einen Anlaß septembrisirt durch die Sistirungs⸗ männer. Der Abschluß dieser Periode heißt Koͤniggrätz. Wir sind nun neuerdings in einer mit Hoffnung begrüßten Zeit des wiedererwachten Verfassungslebeng. Man sieht aus den angeführten Beispielen, daß jeder Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht des österreichischen Volkes sich in furchtbarer Steigerung gerächt hat. Sollte das jetzige parlamentarische und constitutionelle Leben wieder eine neue Unterbrechung erfahren, sollte ein neuer Eingriff in das Selbsibestimmungsrecht der österreichischen Völker er⸗ folgen, sollten Staatsmänner, die in den früheren Unglücks⸗ perioden das Staatsruder führten, nochmals den Muth haben, das Wagniß zu bestehen, und nochmals in diese Rechte hemmend und beschränkend einzugreifen, dann würde der Abschluß dieser Periode voraussichtlich wohl den auszusprechen meine Seele schaudert.(Große Bewegung.) Die entsetzliche Gefahr, daß ein solches Ereigniß dennoch eintreten könne, so fügrie der Rebner weiter aus, birgt allein das Concordat, dieses Bollwerk gegen die Culturbestrebungen des Jahrhunderts,

gegen uaser geistiges Leben. Und er rief denen, welche darauf pochen, daß das Conco-dat j ein unlösbarer Ver⸗ trag, das Ehegesetz aber, welches gegen den Artikel 10 desselben bie geistliche Ehegerichtsbarkeit aufhebe und die Nothcivilehe einführe, ein Bruch dieses Vertrags sei, ins Gedächtnig, daß diesem Vertrag ein viel älterer Vertrag eutgegenstehe:nämlich das Manifest bei dem Regierungs⸗ antritte des jetzt regierenden Kaisers, und darin kommen die Worte vor:Auf den Grundlagen der wahren Frei⸗ heit, auf den Grundlagen der Geeichberechtigung aller Völker Oesterreichs und der Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetze, sowie der Theilnahme der Volksvertretung an ber Gesetzgebung wird das Vaterland neu erstehen. Fest entschlossen den Glanz der Krone ungetrübt zu er⸗ halten, aber bereit, unsere Rechte mit den Vertretern des Volkes zu theilen. Der Nedner fuhr fort: Ich behaupte, angesichts dieses Minifestes war keine Regierung zu jenem Vertragsabschluß berechtigt, und jener Vertrag, der da abgeschlossen wurde, ist in meinen Augen null und nichtig.(Eroße Bewegung im Hause. Bravo!

Bravo!) 5 Frankreich. Paris. Wie es heißt, ist

bald eine neue kaiserliche Kundgebung, eine Art von Proclamation, zu erwarten. Dieselbe soll sich mit der äugeren Politik befassen. In diesem Actenstücke würde die vollständige Räumung Roms für den Fall in Aussicht gestellt, daß die zwischen Italien und Frankreich Betreffs des Kirchenstaates abgeschlossene oder abzuschließende neue Ueberein⸗

[kunft die Garantie Preußens und der übri gen

Mächte erhalten werde, und zugleich ein partielle Entwaffnung beantragt. In welcher Form diese Kundgebung erscheinen wird, ist noch nicht gesagt. Zugleich versichert man, daß der gesetzgebende Körper auf einen Monat vertagt, und die neue Anleihe erst im Monat Juni aufgelegt werden soll.

Frankfurt. Allenthalben gewahrt man umfang⸗ reiche Zurüstungen zu unserem Frübjahrs⸗ Pferdemarkt. Dank den Bemühungen des Comite's wird es gemäß gegebener Zusagen an dem Besuch ausländischer Käufer (Frankreich uno England) nicht fehlen. Obschon der Mannheimer Markt diesmal vor dem hiesigen, ja fast mit demselben zusammenfällt, so haben sich doch viele Händler enischlossen, nur den hiesigen Markt zu besuchen, da sie wohl wissen, daß am hiesigen Platze nur Absatz für sie dann möglich ist, wenn den Käufern große, nicht vorher schon durchgemusterte Waare vorgeführt werden kann. Die Anmeldungen sind, wie bei der Größe und Wichtigkeit des hiesigen Marktes nicht anders zu erwarten, sehr reichlich eingelaufen; bis heute beläust sich die Zahl derselben auf 1200 Pferde.

Darmstadt. Am 5. April l. J. wird Herr Oberst⸗ jägermeister v. Dörnberg, ein, besonders durch seine vorzüglichen gesellschaftlichen Eigeuschaften und durch sein leutseliges Wesen, sowie seine humanen Bestrebungen in allen Schichten der Bevölkerung hochgeehrter Mann, seine diamantene Hochzeit feiern.

Bekanntmachung.

726 Die mit Ablauf des Jahres 1867 außer Gebrauch trtretenen Preußischen Postfreimarken und Franco⸗ Couverts können nur noch bis Ende des Monate März c. an die Post Anstalten zurückgegeben werden. Berlin den 22. März 1868. General-Post⸗Amt von Philtpsborn.

Holz⸗Versteigerung.

18 Den 2., 6. und 7. April l. J., sollen im Nock⸗ sädter Markwalde, Distrikt Forstwald, Lückenkopf und Zuchwald, nachfolgende Holzsorten zur öffentlichen Ver⸗ seigerung kommen: 16 Stecken Buchen Scheitholz 1. Klasse, wober auch Hainbuchen,

474 Stecken Buchen⸗Scheltholz II. Klasse,

290 4 Prügelbolz,

200 4 Stoctholz,

4680 Stück Buchen⸗Wellen,

175 CEichen⸗Wellen,

75 Kiefern ⸗Wellen.

Oie Zusammenkunft findet statt Vormittags ½9 Uhr und zwar am ersten Tag an der Steinkaute im Forst⸗ wald, am zweiten Tag auf dem Rodenbacher Weg am dückenkopf und am dritten Tag am Pflanzgarten im Buchwald.

Zugleich wird bekannt gemacht, daß die Versteigerung ies Bau- und Werkholzes vom 16. März genehmigt und ger erste Fahrtag auf Montag den 30. d. Mts. fest⸗ ürsetzt worden ist.

Nleder-⸗Mocksadt am 25. März 1868.

Der Maikmeister: Reuther.

Linsen!

Erbsen und Bohnen

in gut kochender Waare bei

W'öäFertsch.

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Holz ⸗Versteigerung.

734 Freitag den 3. Aprit l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in dem biesigen Gemeindewald folgende Holzsortimente: 19 Stecken Buchen⸗ Scheitholz, 8 N5 9 Prügel holz, 23 Eichen 2 680 Buchen⸗Stockbolz, 6 Eichen 1 6425 Buchen Wellen, 1850 Eichen⸗ 1200 Fichten⸗ 10 Fuß lang, 200% Bünn⸗ æ 10 1 2000 Aspen 1 5 12 Stämme Eichen ⸗Wertholz, von 6 bis 10 Zoll

Durchmesser und 30 dis 48 Fuß Länge, 3 Stämme Buchen Werkhbolz, von 16 Zoll Durch- misser und 22 bis 35 Fuß Länge,

17 Stangen Eichen. Werkgolz, von 5 Zoll Durch⸗ messer und 20 Zuß Länge,

30 Stangen Buchen ⸗Werkbolz, von 5 Zoll Durch messer und 20 Fuß Länge,

350 Stangen Eichen, von 2 bis 3 Zoll Durch; messer und 25 Zuß Länge,

400 Stangen Buchen, von 2 Zoll Durchmesser und 25 Fuß Länge,

30 Stangen Fichten, von 2 die 3 Zoll Durch⸗ messer und 20 bis 32 Fuß Länge,

öffentlich meistbletend versteigert werden.

Bönstadt den 26. März 1868 Großperzogliche Bürgermeisterel Bönstadt Ce er Arbeits Versteigerung. 717 Dienstag den 31. März, Vormittags 10 Uhr, soll auf dem Gemeindehaus zu Wohnbach für 600 fl. Planirarbeit an dem Vietnalweg von Wohnbach nach Münzenberg öffentlich versteigert werden.

Auch wirb das Brechen von Chausfirsteinen in den

Wohnbacher Steinbrüchen einer offentlichen Verstei gerung ausgeseßzt. Gambach am 25. März 1868. Schneider, Bezirks⸗Bauaufseber.

Holz ⸗Versteigerung. 733 Nachbezeichgete Holzsortmente sollen im 6 Gemeindewalde zur Versteigerung kommen: Montag den 30. d. M. in verschiedenen Distrikten: 2 Stecken Nadel Scheitholz,

177 Prageldolz, 39 2 Stockbolz 2690 Stück Reiserbolz, 246 Nadel ⸗Bauftämme, 2653 Cudikfuß baltend, von 15 dis 60 Fuß Länge und dis 8 Zoll Durchmesser, 138 Nadel- Stangen, 687 Cubiksuß baltend, von

15 bis 45 Fuß Länge. Die Zusammenkuuft ist im Disirikt Wang in der Nähe des Hofes Hasselßeck. Dienstag den 31. d. M. im Distrikte Birkenspitz 1 Stecken Eichen⸗Scheitholz,

3 Birken Eichen Prügelpolz, 13½ Nadel Prügelbelz. 60* Eichen Stockbolz, 31% RNadel⸗ 1800 Stück Buchen⸗Wellen

15641 Buken- Eichen Wellen, 13350 Nadel- und Weichdolz Wellen 385 Dorn Wellen, 34 Eichen⸗Bauftämme, 367 Cudikfuß haltend, 10 Nadel- 48* 8 17 Nadel-Stangen, 46 Cubikfuß haltend,

5090 Gebund Ginstern. Dte Versteigetung beginnt jedesmal Morgens 9 Uhr. Zahlungstermin bis zum 9. November l. J Ober Mörlen den 26. März 1868. Gtoßberzogliche Bürgermeisteret Ober Mörlen e

232 Der rühmlichst bekannte D. Nephuth's Universal-Balsam, eganaee Pausmüttet

bei allen Wunden, als Schnitt, Slich⸗, Haus, Brand- und Frostwunden, Frosibeulen, Quetschungen, Geschwüre, Ausschiag, Umlauf Schwäten, aufgesprungenen Händen und Lippen ze. ist siets vorrächig à Büchechen 18 kr. bei Jean Huber in Friedberg und bei Ph. Jac. Weiß in Nad Nauheim.