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hiesigen Handarbeitergenossenschaft der Beschluß der k. Polizeidirektion mitgetheilt worden, nach welchem sie am Tragen ihrer dunkelblauen fran ⸗ zösischen Mützen, wenn an denselben jede zweite Farbe nebst Abzeichen vermieden wird, für die Folge nicht behindert werden sollen. Ebenso ist ihnen das Tragen der blauen Bluse oder des braunen Kalmuckrockes unter der gleichen Voraus · setzung gestattet, an das Forttragen der blauen Bluse und des braunen Rockes aber noch die Bedingung geknüpft worden, daß darauf bellfarbige Metallknöpfe nicht angebracht sein dürfen.
1 Aus Thüringen erhält das Ur J.“ eine Correspondenz, die auf die dauernde Ver⸗ minderung des Militärbudgets durch Einführung zweijähriger Dienstzeit als einzig probates Mittel gegen chronisch zu werden drohende Defieits im preuß. Staatshaushalt hinweis't. Diese mache das Vaterland nicht weniger mächtig, mache es aber reicher und stärker. König Wilhelm hat seinen Willen gegen die preußische Volksvertretung mit der Armeereorganisation durchgesetzt, und die Erfolge von 1866 haben seine Gegner verstummen gemacht; beute würde er durch freiwilligen Verzicht auf Zjährige Dienstzeit eine moralische Eroberung in Deutschland machen, welche die Bedeutung von einer ganzen Armee überwöge.
Bayern. Wie von hier berichtet wird, ist dem Dichter Emanuel Geibel ein aus der könig⸗ lichen Cabinetskasse seit etwa 23 Jahren bezogener Gehalt, welchen ihm König Max II. bewilligt hatte, durch Cabinetsordre des Königs entzogen worden und zwar in Folge des Gedichtes, das Geibel dem König von Preußen bei seinem jüngsten Einzug in Hamburg zu widmen sich veranlaßt sah.
Aus Würtemberg wird der„A P.-Z.“ gemeldet:„Letzter Tage erhielt der Bischof von Rottenburg ein Schreiben des Papstes, worin ihm die. Mittheilung gemacht wird, daß die be⸗ kannte„Denunciation“ als unbegründet erfunden und daher ad acta gelegt worden sei.“
Baden. Karlsruhe. Die„Karlsr. 3 erklärt eine Mittheilung des„Freib. katholischen Kirchenbl.“, von Kailsruhe aus sei an das Or⸗ dinariat der Antrag auf Abschaffung der kath. Feiertage gestellt worden, für unwahr.
Oesterreich. Wien. Das Abgeordneten. haus berieth einen vom confessionellen Ausschuß eingebrachten Gesetzentwurf, betreffend die Ehe zwischen Angehörigen verschiedener christlicher Con⸗ sessionen. Die Clerikalen sprachen lebhaft gegen Annahme des Gesetzes. Das Abgeordnetenhaus nahm, in Folge einer Rede des Justizministers Herbst, das Gesetz nur theilweise an, und zwar insoweit durch dasselbe die jetzt bestehende Rechts⸗ unglejchheit in Behandlung der Akatholiken bei Mischehen beseitigt wird.
— Obgleich vor einigen Tagen die officiöse „Wiener Abendpest“ jede Besprechung der nord⸗ schleswig'schen Frage zwischen dem Reichskanzler
und dem französischen Botschafter in Abrede stellte,
so spricht sich doch heute ein hervorragendes Organ des Hrx. v. gierung werde wohlthun, wenn sie die gesetzlichen Vertretet von ganz Schleswig einberufe, um die Ausicht derselben über die Ausführung des Prager Friedens in Bezug auf die nördlicher. Districte des Landes zu vernehmen. chweiz. Bern. Kaiser Napoleon hat endlich auch 20,000 Fr. für die armen Wasser⸗ beschädißten gesteuert. Man knüpft hie und da kritische B merkungen daran. Man sagt, Er, der in kritischen Zeiten unser Gastrecht genossen und den wir sülltzen selbst auf die Gefahr eines Kriegs, hätte rascher geben sollen und mehr geben können. Man thut Unrecht daran. 20,000 Fr. ist eine dankenswerthe Gabe, und was die Ver ⸗ spätung bettifft, so kann sie einem Mann nicht verübelt werden, dem zu den gewöhnlichen Sorgen gegenwärtig noch das Unglück mit der spanischen Allianz den Kopf warm macht. — Der Schweizer Consul in Valparaiso hat dem Bundesrath angezeigt, daß die Regierung von Chili mit dem Hamburger Hause Godefroy
eust vahin aus, die preußische Re⸗
40 Dollars und für jedes Kind unter 12 Jahren 20 Dollars Unterstützung zahlt. Es soll dieß namentlich zur Deckung der Reisekosten dienen. Der Consul warnt aber für den Augenblick vor der Auswanderung, weil der zur Ansiedelung an⸗ gewiesene, sehr fruchtbare Landstrich an kriegs⸗ und raublustige Indianer gränze, welche eben wieder in Feindschaft mit Chili stehen. Frankreich. Paris. Die„France“ sagt: „Es gibt extreme Köpfe, welche den Krieg als das einzige Mittel bezeichnen, eine Situation wiederherzustellen, deren Gleichgewicht durch die Ereignisse gefälscht worden ist. Wir fragen uns. welche Lösung der Krieg für die Fragen herbei⸗ führen könnte, die sich den einzelnen Völkern Europas nahe legen. Frankreich strebt offenbar darnach, bei sich in der Verbindung der Demo— kratie und der Gewalt eine starke und dauernde Regierung zu begründen und zu befestigen. Würde diese große Aufgabe nicht nach dem Krieg übrig bleiben, wie zuvor? In Deutschland würde der Krieg je nach seinem Erfolge das Werk Preußens befestigen oder zerbrechen; aber würde er dort das so verwickelte Problem der Reorganisation der deutschen Völker lösen? Wir sehen nicht ab, wie er für Italien vortheilhafter sein könnte. Denn würde, selbst wenn er diesem Lande Rom gäbe, die Monarchie Victor Emanuel's nicht so⸗ fort mit dem revolutionären Element zu thun haben 2 Was Oesterreich betrifft, so ist der Krieg für dieses Land verhängnißvoll gewesen. Würde es in ihm eine Gelegenheit finden, die verlorene Kraft wieder zu erlangen? Nur Tollkühnheit könnte es hoffen. Dieses große Reich würde sich im Gegentheil einer noch vollständigeren Trennung der Racen aussetzen, welche ihre Autonomie ver⸗
langen und die, indem sie sich von dem Hause Habsburg losrissen, Unruhe und Verwirrung in das Herz von Europa schleudern würden. Der Schluß ist leicht zu ziehen: nicht durch den Krieg können sich die Regierungen aus ihren Schwierig- keiten und Verlegenheiten ziehen“
— v. Girardin erzählt in der„Liberte“, er habt zwei Briefe von Prim erhalten, von denen einer für die Oeffentlichkeit bestimmt sei und am folgenden Tage in diesem Blatte erscheinen solle; der in dem anderen enthaltenen Einladung nach Madrid trage er Bedenken, Folge zu leisten, da Prim seinem Ralh, im Wege eines Staats- streichs die Republik in Spanien zu proklamiren, kein Gehör geschenkt habe.
— Die„France“ hält in Erwiderung eines Artikels der„Kreuzzeitung“ das Recht der Presse auf Discussion der deutschen Angelegenheiten in Betreff des Prager Friedens aufrecht und protestirt gegen den Gedanken, damit die Würde Deutsch⸗ lands anzugreifen.
— Die„Patrie“ dementirt das Gerücht, daß
französische Agenten in Navarra und Catalonien für die Annexion an Frankreich agitirten. — Die„Opinion nationale“ hört mit Be⸗ dauern, daß man sich im auswärtigen Ministerium zu Paris sehr ernstlich mit den Ansprüchen des Don Carlos beschäftige.
— Ist's bös gemeint? ist's gut gemtint? Auf Befehl des Kaisers soll eine Karte veröffent⸗ licht werden, die die strategische Stellung Frank- reichs zu den Nachbarn in drei verschiedenen Epochen veranschaulicht. Man könnte darin eine allerhöchste Hindeutung auf die Nothwendigkeit von Grenzregulirungen erblicken, die ganz Deutsch⸗ land mit dem Schwert in der Hand zurückweisen würde. Offiziösen Auslassungen nach soll da⸗ mit indeß im Gegentheil den Franzosen zur Beruhigung gezeigt werden, daß die Stellung Frankreichs sich nicht nur nicht verschlimmert habe, sondern daß dieselbe günstiger und Frankreich in seinen Allianzen freier sei als je zuvor.
— Die„Liberte“ wiederholt ein Börsengerücht, nach welchem Dänemark eine energische Note an Preußen gerichtet habe.
— Die„Agence Havas“ meldet aus Bukarest: Die Organisation von Banden, welche einen Einfall in Bulgarien beabsichtigen, hat in Folge
und Sohn einen Vertrag abgeschlossen, wonach sie für jeden Auswanderer unter 50 Jahren
des Zuzuges von garibaldianischen Elementen an Thätigkeit gewonnen.
— Herr Miranda signalisirt dem„Gaulois“ einen neuen Prätendenten für den spanischen Thron. Es ist dies Muley el-Hazam, einer der Söhne des Kaisers von Marocco, welcher in Paris wohnt und sich in bester Form an die provisori⸗ sche Regierung von Madrid mit dem Antrage gewendet hat, ihm die Krone von Spanien zu übertragen, welches er dann mit Marocco ver⸗ einigen und so eine jener Agglomerationen her⸗ stellen will, die nach dem Ausspruch Napoleons III. das Ziel der politischen Bewegung der Gegenwart sind. Ernster ist die Mittheilung desselben Cor⸗ respondenten, daß der Prinz Napoleon an Prim geschrieben hätte, um diesem die Candidatur des Herzogs von Aosta zu empfehlen.
Holland. Es haben sich jetzt im Ganzen in Holland 70 verschiedene freiwillige Scharf— schützengesellschaften gebildet, welche 5248 Schützen zählen. Eine beträchtliche Zahl jener Schützen- gesellschaften werden von den Gemeinden mit Sub⸗ sidien unterstützt.
Dänemark. Kopenhagen. Auf Ver⸗ anlassung einer Aeußerung der„Kreuzzeitung“, Nordschleswig gehöre dem Nordbund, welcher einer Abtretung an Dänemark beistimmen müsse, enthält die offiziöse„Berlingske Tidende“ eine energische Zurückweisung. Zur Erfüllung des Wiener Friedens von 1864 und des Art. 5 des Prager Friedens bedürfe Preußen keiner Beistim⸗ mung des Nordbundes.
— Die Theilnehmer der schwedischen Nord; polexpedition sind aus Norwegen zurückgekehrt. Die Expedition gelangte bis zum 81.4 Breite⸗ grad. Sturm, hohe See und das Leckwerden des Schiffes verhinderten weiteres Vordringen nach Norden.
Großbritannien. London. Der ameri· kanische Gesandte hat am 22. ds. in Liverpool einer ihn begrüßenden Corporation versichert, daß Nichts in der Vergangenheit und Nichts in der Gegenwart den Frieden zwischen England und Amerika zu stören vermöge. Was den einzigen Differenzpunkt, dit Alabamafrage, betreffe, so sei eine beiderseitige ehrenvolle Einigung sehr wahr⸗ scheinlich. Bei dem Abends von der Handels- kammer veranstalleten Banket zu Ehren R. John⸗ son's, an welchem Lord Stanley und Gladstone Theil nahmen, sagte Stanley: England befolge nach Außen eine Politik des Friedens, indem es begehre, daß man sich von Angriffsplänen ent⸗ halte und internationale Rechte respectire. Wenn man in Europa übtrall so dächte, so würden die ungeheuren Armeerüstungen ein Ende nehmen, welche eine Schmach für das civilisirte Europa seien, und bei längerer Fortdauer die Staaten dem finanziellen Ruin entgegenführen würden.
London. Unter den Candidaten für den spanischen Thron wurde auch der Prinz Alfred, Herzog von Edinburgh, genannt. Eine ziemlich einflußreiche Partei in Spanien, sagte man, unterstütze diese Candidatur. Von anderer Seite wird das Gerede nur als ein Manöver bezeichnet, um Kaiser Napoleon für die Thronbewerbung des Don Karlos günstig zu stimmen. Wie dem auch sei, der englische Königssohn scheint nicht besonders versessen auf den spanischen Thron, sonst würde er wohl nicht dieser Tage die Reise um die Welt angetreten haben. Der Prinz geht zunächst nach den Azoren und Madeira, dann nach dem Cap der guten Hoffnung, nach Indien, China, Japan und Australien. Die Rückreise erfolgt sodann durch den stillen Ocean nach der Westküste von Amerika, um im Vorbeigehen auch Chile, Peru, Kalifornien und die Vancouvers⸗ Insel zu besuchen. Die ganze Reise wird zwei Jahre in Anspruch nehmen.
— Die„Times“ veröffentlichen ein Telegramm aus San Francisco vom 21. d., wonach dort ein heftiges Erdbeben stattgefunden hat. Viele Gebäude sind eingestürzt und beschädigt, jedoch nur wenige Menschen umgekommen.
— Die kürzlich durch die Zeitungen gegangene Nachricht, Louis Blanc habe von Prim eine Einladung nach Spanien zu kommen erhalten,
wird nun von Ersterem selbst mit all ihren Zu⸗ sätzen als unwahr bezeichnet.
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