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gestellten Entwurf wird die Einheit künftig im Werthe von 7½ Sgr. oder 6 Gr. sein. Dieselbe enthält 10 Groschen und der Groschen 10 Pfennig, die Mark also 100 Pfennig. 4 Mark sind 1 Thaler, welche Benennung beibehalten wird, 25 Thaler also 100 Mark. Die 2¼ Silber- groschen- und 5 Silbergroschenstücke bilden ein Drittel und zwei Drittel Mark, daneben wird eine halbe Mark im Werthe von 35 Sgr. gleich 5 Neugroschen geprägt werden, ebenso Eingroschen⸗ stücke. Auf 7½ Sgr. kamen bisher 90 Pfennig, künftighin ist also der neue Groschen im Werth der bisherigen 9 Pf. gleich künftighin 10 Neu- pfeznigen. Da bekanntlich der Werth der Kupfer- münzen ein den Kupferwerth weit übersteigender ist, so werden wohl die jetzt umlaufenden Pfennige der Umprägung nicht bedürfen. Diejenigen Staaten, welche bisher 40 Schillinge auf den Thaler hatten, behalten für ihre Silbermünzen diesen Werth, von süddeutschen Kreuzern aber gehen künftig 21 auf 80 Pfennige oder 8 Ngr. oder 6 alte Silber⸗ groschen, ein süddeutscher Gulden ist gleich 22 Ngr. 8 Pf. Oesterreichische Gulden sind gleich 2¼ Mark oder 26 Ngr. 8 Pf. Man hofft endlich, daß der Frank in Frankreich auf den Silberwerth von 7½ Sgr. wird reducirt werden.“
— Freitag Nachmittag ist der in der Theologen⸗ welt wohlbekannte Probst zu Berlin, Dr. Nitzsch,
gestorben. N
— Die in Guntershausen versammelt gewesenen vormals kurhessischen Aktuare— 33 an der Zahl — haben für sich und im Auftrage der Uebrigen beschlossen: weil ihnen gewisse, ihnen bisher ob⸗ liegende richterliche Geschäfte und die Möglichkeit, in die Richterstellung einzutreten, sowie Zweidrittel ihrer Nebeneinnahmen genommen und nur ein Drittel zwar bewilligt, aber den Meisten nicht ausgezahlt worden ist, vielmehr in den Gehalt eingerechnet werden soll, nochmals sich bittend an den König zu wenden.
Trier. Der Bischof der Trier'schen Diözese, Dr. Matthias Eberhard, steht auf der Liste der Candidaten für den Freiburger Erzdiöcesanstuhl.
Frankfurt. Der König langte, von Koblenz kommend, am 25. d. um 9½ Uhr bier auf der Taunusbahn an, fuhr zu Wagen nach dem Hanauer Bahnhof und setzte von dort um 10 Uhr die Reise nach Hanau fort, wo er die zum Brigade Exerziren zusammengezogenen Regimenter Nr. 82 und Ss besichtigte und ein ihm von der Stadt Hanau angebotenes Dejeuner einnahm. Gegen 2½ Uhr traf der König von Hanau wieder hier ein und setzte um 2¾ Uhr seine Reise nach Berlin mittels der Main⸗Weser⸗Bahn fort.
Bayern. München. Der gelehrte kath. Docent Pichler zu München hat in der„Südd. Presse“ das Gerücht eines von ihm an die römische Index ⸗Congregation eingesandten Widerrufs in einer Weise Lügen gestraft, welche zwar nicht die zornige Schärfe des neulich von A. Weill an Dupanloup gerichteten Strafbriefes zeigt, darum aber nicht minder in das Fleisch des Ultramon⸗ tanismus einschneidet. Er verspricht darin den urkundlichen Beweis:„daß der römische Inder ein in wissenschastlicher wie moralischer Hinsicht ungerechtfertigtes Institut ist, welches seit mehr als 300 Jahren gerade das deutsche Volk in seinen heiligsten Interessen auf's Schwerste geschädigt, und welches die Hauptschuld an dem unläugbaren Zurückbleiben der katholischen Theologie hinter der protestantischen trägt. Ich kenne(so fährt er fort) den römischen Index zu gut, als daß es mir möglich wäre, auch nur eine Silbe gegen denselben zu widerrufen, ehe man mir meine Irrthümer bezeichnet und ich sie geprüft habe. Denn daß ein Inder ⸗Decret über ein deutsches Buch dadurch unfehlbar wird, daß der Papst, selbst wenn er, wie der gegenwärtige, der deutschen Sprache durchaus unkundig ist, seinen Namen darunter setzt, will mir, und gewiß auch noch vielen andern guten Christen in Deutschland, nicht einleuchten.“
— Die von Darmstadt aus gebrachte Nach⸗ richt, daß die Verlobung des Königs von Bayern mit der Großfürstin Marie von Rußland als sicher bevorstehend erwartet werden könne, wird
von hier aus durch die„Neuesten Depeschen“ aus bester Quelle als unrichtig bezeichnet.
— Der Kaiser von Oesterreich wünschte aus⸗ drücklich, vor seiner Abreise nach Salzburg noch mit dem Fürsten Hohenlohe zu conferiren. In dieser Audienz soll der Kaiser dem bayerischen Minister seine volle Befriedigung mit der Art und Weife ausgesprochen haben, in welcher Letzterer die äußeren Angelegenheiten Bayerns zu leiten bemüht sei.
Württemberg. Stuttgart. Pater Fischer war neulich mit Prinz Iturbide hier und in Ludwigsburg, seiner Vaterstadt, und hat sich von hier nach Tübingen begeben, wo er noch von seiner Studienzeit her alte Freunde hat. Pater Fischer spielte bekanntlich bei dem Ausgang der Expedition in Mexiko eine hervorragende Rolle. Ihm wird die Schuld beigelegt, er habe den schon auf dem Wege nach Verakruz zur Einschiffung in die Heimath befindlich gewesenen Maximilian zur Umkehr veranlaßt, indem er ihm die mächtige Unterstützung der Geistlichkeit in Aussicht stellte. Prinz Iturbide ist der von Maximilian zu seinem Nachfolger bestimmt gewesene Enkel eines Mexi⸗ kaners, der sich früher eine Zeit lang als Kaiser von Mexiko behauptet hatte.
Baden. Freiburg. Gelegentlich der Feier des 50 jährigen Bestehens der Landesver⸗ fassung, welcher am Vorabend eine bengalische Beleuchtung der Münsterpyramide mit Musik⸗ umzug vorherging und der folgenden Tages Be⸗ flaggung, Festzug und Banket folgte, hat in Frei- burg die Enthüllung des dem Gründer der dortigen Hochschule, Erzherzog Albrecht von Oesterreich, gewidmeten Standbildes stattgefunden. Die Statue, zugleich als Brunnen dienend, wird der schönen, freundlichen Stadt zur weiteren Zierde gereichen.
— Dem Vernehmen nach wird der von mehreren Blättern auf den 15. September in Aussicht gestellte Zusammentritt von Bevollmäch⸗ tigten zur Berathung über die Bildung einer süd⸗ deutschen Militärcommission nicht stattsinden.
Oesterreich. Wien. Am 22. August wurden sämmtliche Landtage durch die Oberlandes- marschälle eröffnet. Im böhmischen Landtage er⸗ schienen im Ganzen nur 122 Abgeordnete. Die Czechen fehlten sämmtlich. Im mährischen Land⸗ tage waren abwesend der Erzbischof von Olmütz, der Bischof von Brünn und die Föderalisten.
— Bei Eröffnung des niederösterreichischen Landtages sprach der Landesmarschall v. Pratobevera von dem frischen, kräftigen Geist, der jetzt Oester⸗ reich durchwehe, warnte vor dem„Hauptsehler“ der Deutschen, der Ueberschätzung des Fremden, und forderte die Versammlung auf, für das Land und für Wien in ächt deutschem Geiste zu wirken; der Landtag von Niederösterreich habe vor allen die Aufgabe, das heilige Feuer des deutschen Nationalgefühls zu erhalten. Der Erzbischof von Wien und der Bischof von St. Pölten waren nicht erschienen.
— Gemeinschaftlich mit dem Direktor Dr. Dittes aus Gotha und dem Oberlehrer Dr. Will ⸗ mann aus Leipzig hat die Unterrichtssection des Wiener Gemeinderaths den Lehrplan für die seminaristische Fortbildungsanstalt festgestellt. Der Unterricht für mindestens zwanzig junge Volks- schullehrer wird im Oktober eröffnet.— Der steiermärkische Bischof Dr. Zwerger hat seine Predigten gegen die„neuen Apostel des Unglaubens“ acht Tage lang fortgesetzt. Seine Argumentation gipfelte in den Worten:„Man fordere den Ronge und Genossen doch einmal auf, Todte zu erwecken und andere Wunder zu thun, wie sie die Heiligen der katholischen Kirche in Menge verrichtet haben, und man wird sehen, daß es mit der neuen Religion nichts ist.“ Ein Grazer Blatt macht dem Bischof die Gegenbemerkung, man habe auch noch nichts davon gehört, daß Dr. Zwerger Berge versetzt habe, und in seiner Heimath Tyrol,
wie in der Steiermark, habe es doch nicht an passenden Gelegenheiten dazu gefehlt. — Die steigende Opposition der Slaven kommt
den gouvernementalen Organen sehr bedenklich vor. Die Unzufriedenheit der Tschechen, Polen
und Slovenen mit der neuen Constitulrung Oester⸗ reichs ist allerdings eine Thatsache, die sich nicht hinweg leugnen läßt. Wenn es nicht gelänge, diese Unzufriedenheit zu beseitigen, so würde, sagt heute die„Presse“, wohl die letzte Stunde Oester⸗ reichs geschlagen haben, aber nicht die des öster⸗ reichischen Deutschthums. 0
— Ein amtliches Blatt bringt eine Reihe telegraphischer Meldungen über die erfolgte Er- öffnung der Landtage in Prag, Innsbruck, Salz⸗ burg, Linz, Graz, Klagenfurt, Laibach, Brünn, Troppau, Triest. Der mährische Landtag, auf welchem der Erzbischof von Olmütz und der Bischof von Brünn, sowie sämmtliche förderalisti⸗ sche Abgeordnete fehlten, mußte wegen Beschluß— unfähigkeit seine Sitzung suspendiren. In Prag überreichte Palackp und zwei Parteigenossen eine Erklärung der jung- und alttschechischen, sowie der seudal⸗elericalen Partei, worauf sie sich ent⸗ fernten. In dem Protest erklären sie, daß die böhmische Nation den gegenwärtigen Landtag nicht als eine legale Vertretung anerkennen könne; sie betrachten denselben als eine bloße„Versammlung“ und fordern eine dem numerischen Verhältniß der tschechischen(3 Millionen) und der deutschen(2 Millionen) entsprechende Repräsentation.
— Für das Schillerdenkmal in Wien sind von den Deutschen in der Bukowina 500 Gulden eingesendet worden; desgleichen aus der Moldau 150 Gulden
Frankreich. Paris. Der„Constitutionnel“ sagt:„Die Worte des Kaisers zu Troyes beginnen ihre Früchte zu tragen. Frankreich vertraut dem Frieden. Preußen hat keine Neigung, einen Krieg anzufangen. Die anderen Mächte haben ein Interesse daran, drohende Eventualitäten zu ent⸗ fernen. Möge also die Industrie ihre Arbeiten mit Eifer wieder aufnehmen, mögen die Capitalien dem Aufruf der Regierung, der eine Bürgschaft für die allgemeine Sicherheit ist, entsprechen. Die schlimmen Tage sind endlich vorüber.“
— Die„Liberte“ gab in einer ihrer letzten Nummern eine große Karte, die fast die ganze erste Seite ausfüllt und mit großen Buchstaben „Die Rheinlinie“ überschrieben ist. Der Zweck dieser Karte ist, zu zeigen, wie Frankreich gegen den Rhein hin strategisch ungünstig gestellt ist. Es ist derselben eine Uebersicht der Garnisonen der deutschen Festungen am Rhein beigegeben. Längs des Rheinstromes steht geschrieben:„Frank⸗ reichs natürliche oder geographische Gränze“ und „der Rhein ist die Gränze des republikanischen Frankreich“.
— Die 13. Nummer der„Lanterne“ ist am 22. d., noch bevor eine Nummer in das Publikum dringen konnte, bei dem Drucker Guitet in Höhe von 30,000 Exemplaren mit Beschlag belegt worden.— Falls die„Lanterne“ ganz erlöschen sollte, ist schon ein anderes Blatt bereit, seine Stelle zu vertreten.„La Cloche“ ist der Titel desselben. Der Ton dieser Glocke scheint für gewisse Kreise auch keine angenehme Musik werden zu wollen.
— Das Leiden des preußischen Gesandten, Grafen v. d. Goltz, hat einen stationären Charakter angenommen und die Hoffnungen, welche man an die Kur des holländischen Naturdoctors knüpfte, sind bedeutend zusammengeschmolzen. Das Zungen⸗ übel hat in den letzten Wochen keine Fortschritte gemacht, aber auch den Decokten des Herrn van Smitt nicht weichen wollen. Die Schmerzen haben nachgelassen, aber die Schleimsecretionen dauern fort, der Kranke kann nur wenig zu sich nehmen und nicht ohne Anstrengung sprechen.
— Wie der„Figaro“ erfährt, soll in dem Kriegsbudget eine bedeutende Ersparniß vorbereitet werden. Es soll nämlich für jedes Pferd die Haferration vermindert und durch eine entsprechende Quantität Mais ersetzt werden. Man würde,
ohne die Gesundheit und die Kraft der Thiere zu beeinträchtigen, für jedes Pferd täglich nahe an acht Sous sparen, was für 200,000 Pferde, welche die Armee zählt, eine tägliche Ersparniß von g 5 eine abe 0
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80,000 Fres. ausmachen würde. — Der Kaiser wird sich zwischen dem 28. und 30. nach dem Lager von Chalons begeben.
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