Ausgabe 
26.11.1868
 
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und Philologie zugleich. Daß die Zahl der Juristen, welche Professor Ihering, die der Mathe⸗ matiker, welche Professor Clebsch, die der Forst⸗ leute, welche Professor Heyer verloren haben, mit diesem Semesier zunehmen kann, ist wohl kaum anzunehmen.

Vom Rhein. Nach einer Mittheilung des Fr. J. beabsichtigt eine Anzahl Induftrieller zu Mannheim, der im Bau begriffenen Eisenbahn⸗ Linie Karlsruhe-Mannbeim eine Fortsetzung in nördlicher Richtung über die Orte Virnheim, Lampertheim(mit der bedeutenden chemischen Fabrik Neuschloß), Bürstadt(Station der Linie Worms Bensheim) und Bobstadt, von welchen die beiden ersteren sich durch starke Einwohnerzahl und eine entwickelte Tabaksproduction und Industrie aus- zeichnen, bis zu der Station der Worms-Darm- städter Eisenbahn Biblis zu geben. Das Pro jekt, dem die Genehmigung von Seiten der hessischen und badischen Staate regierung ohne Zweifel nicht vorenthalten wird, würde die Rentabi- lität und Wichtigkeit der beiden genannten Bahnen erst auf die gebührende Höhe erheben und beson⸗ ders für die Stadt Mannheim von größtem Vortheil sein, welche durch die projektirte Verbin⸗ dungsbahn einen kürzeren Schienenweg nach Darmstadt und, was ungleich wichtiger, nach Frankfurt a. M. gewinnen würde, als ihr durch die Main ⸗Neckarbahn mit dem wiiten Umweg über Friedrichsfeld bis jetzt geboten ist.

Preußen. Berlin. Die Geschäftscom⸗ mission des Abgeordnetenhauses beschloß, die nordschleswig'schen Abgeordneten Ahlemann und Krieger zur Beeidigung auf die Versassung vor das Haus zu laden und bei Weigerung derselben ihre Mandate als erloschen zu erklären.

Im Abgeordnetenhause ist der Antrag Wölfel(Aufhebung der Ehehindernisse wigen Standesunterschiede) in Folge einer Erkrankung des Antragstellers auf dessen Bitte von der Tages⸗ urdnung abgesetzt worden. Der Finanzminister legte zwei Gesetzentwürfe vor. betr. die Aufhebung der Trauungssteuer in Kurhessen und die Ein- führung der Gesetze über die Beschränkungen der Circulation fremder Banknoten in den neuen Provinzen.

Im Abgeordnetenhause erwiderte der Minister des Innern auf eine Interpellation Bonin's, betreffend die Stellvertretungskosten der zu Abgeordneten gewählten Beamten: die Regie⸗ rung könne den Anträgen auf Wiedererstattung ver Stellvertretungskosten keine Folge geben, indem sie keine Nothwendigkeit zur Abstellung des jetzigen Zustandes in dieser Beziehung anerkenne.

DieBank- und Handelsztg. meldet: Die Verhandlungen über die Grundlage eines Postvertrages mit Großbritannien führten zur Unterzeichnung eines Protokelles, demzufolge das Francoporto Silbergroschen betragen und das Postanweisungsverfahren eingefübrt werden soll. Die Verhandlungen in Betreff eines förm⸗ lichen Vertragsabschlusses werden nächstens statt⸗ finden.

Köln. Domcapitular und Professor der Theologie an der Universität Bonn Dr. Dieringer wird der Einladung zu den Vorverhandlungen für das Concil nach Rom, in Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit, keine Folge leisten.

Kassel. DieZukunft macht sich lustig darüber, daß nach der Erklärung des Finanz- ministers die gesammten Revenüen des mit Beschlag belegten kurfürstl. und königl. hannöverischen Vermögens eben nur hinreichten, um bie Kosten für die Gegenmaßregeln zu bestreiten, welche durch die Welfenagitation nöthig würden. Sie schätzt diese Einkünfte auf 1 Million jährlich und meint, das seien herrliche Aussichten für Polizeispitzel.

Von dem Oberappellationsgericht zu Berlin ist eine Entscheidung ergangen, durch welche die gegen die Vollmachten des Kurfürsten wegen an⸗ geblicher Unzulässigkeit des darin gebrauchten Titels:Von Gottes Gnaden, Kursürst, souve⸗ räner Landgraf von Hessen erhobenen Einwen- dungen verworfen worden sind.

Hanau. Als ein hiesiger Hofgärtner des

kursürstliche Hofküche zur Eisenbahn geben wollte, wurde ihm der Bescheid zu Theil, der preußische Landrath habe dergleichen Sendungen anzunehmen untersagt; ebenso auch dem hiesigenBundespost⸗ amt, Wertbpapiere an den kurfürstlichen Hof nach Böhmen anzunehmen. Der Hofgärtner hal folgendes Schreiben erhalten:Nachdem dem Landtage der Monarchie ein Gesetzentwurf wegen Beschlagnahme des Vermögens des Kurfürsten von Hessen vorgelegt ist, erhalten Ew. Wohlgeboren die Auflage, daß Werthgegenstände aus dem Ihrer Verwaltung anvertrauten Schlosse bis auf Weiteres nicht entfernt, bezw. abgesendet werden. Nichtbefolgung dieser Auflage wird strengstens geahndet werden. Der k. Landrath v. Schröter. Außerdem erklärte ein Polizeicommissär im Auf. trage des Landraths v. Schrötter, daß zur Auf- rechterhaltung der Befehle diesee Landrathsmili⸗ tärische Vorkehrungen getroffen seien.

Königstein. Vor dem Schöffengericht da- hier wurde vor einigen Tagen eine Klage ver bandelt wegen Beleidigung des Pfarrers v. Linde in Oberursel. Außer vielen urdeutschen Schimpf⸗ wörtern hatte der Angeklagte auch eine Vergleichung zwischen dem früheren und jetzigen Pfarrer zu Oberursel auf offener Straße angestellt, war schließlich während einer Singübung in die Kirche eingedrungen, wo es eine förmliche Prügelscene absetzte. Der Angeklagte wurde zu 14 Tagen Arrest verurtheilt.

Coburg. Es steht ein neuer Prozeß des Herzogs von Coburg gegen das in Leipzig er⸗ scheinendeDemokrat. Wochenblatt in Aussicht. DemNürnb. Anz. schreibt man darüber, daß von Leipziger Gerichten aus bei dem Herzog von Coburg angefragt worden sei, ob er wegen der Langensalza- Affaire eine Klage gegen dasDe⸗ mokratische Wochenblatt einreichen wolle, widrigen⸗ falls der Prozeß niedergeschlagen werden müsse. Erhebe der Herzog die Anklage, was im Interesse der historischen Wahrheit im Allgemeinen und des Langensalzaer Schlachtenruhms im Besonderen lebhaft zu wünschen, so werde der Redacteur des Demokr. Wochenbl. den Herzog als Entlastuns⸗ zeugen vorladen lassen, worauf er nach sächsischem Recht bestehen kann.

Bayern. München. Die Entschädigung, welcht Griechenland an die Erben des Königs Otto zahlt, beträgt 6 Millionen Gulden und wird rateuweise entricktet werden.

Baden. In Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim haben Festlichkeiten zu Ehren Schleier- machers statigesunden. In den beiden letzteren Städten hielt die Festrede Pfarrer Schellenberg von Mannheim, in Heidelberg Kirchenrath Schenkel. Zugleich ernannte die theologische Fakultät Heidel⸗ berg drei Dockoren der Theologie: den dortigen Prorector Zeller(Professor der Pbilosophie und theol. Schriftsteller), Prediger Lisco in Berlin und Stadtpfarrer Schellenberg in Mannheim.

Karlsruhe. Nach einer behördlichen An- ordnung wird außer dem württembergischen und badischen Staalspapiergeld an den Eisenbahn⸗ kassen nunmehr auch fremdes Papiergeld, nämlich

bayerischen, preußischen und Frankfurter Bank und preußische Kassenscheine angenommen. Man sollte nicht für möglich halten, daß eine entgegen- stehende Bestimmung bis daher in Kraft habe bleiben können.

Freiburg. Die Majorität des hiesigen Domcapitels ist geneigt, dem Verlangen der Re gierung gemäß, die Wahlliste für Wiederbesetzung des erzbischöflichen Stuhles zu ergänzen und hat sich mit einem darauf bezüglichen Votum nach Rom gewendet.

Oesterreich. Wien. Der Finanzminister Dr. Brestel veranscklagt die Ausgaben Oesterreichs, d. h. der 20 Millionen Einwohner zählenden diesseitigen Länder, für das Jahr 1869 auf 273½ Mill. Gulden, darunter 92/ Mill. allein

für die Staatsschuld. Dazu kommen aber noch 60 Mill. Gulden für das gemeinsame Budget. Das Deficit beträgt über 12 Mill. für 1869 und über 22 Mill. für 1870. Das Abgeordnetenhaus

Kursürsten von Hessen Gartenerzeugnisse an die hat im Mai 1867 seine Thätigkeit mit der Er⸗

bayerisches und hessisches Papiergeld, Noten der

klärung begonnen, daß die Lasten des Volks er- leichtert werden müßten, und welches Resultat liegt jetzt vor? Der Finanzminister verweist auf die Erhöhung der alten und die Einführung neuer Steuern und phantasirt von einer Verminderung des Extra-Ordinariums für die Armee in den

kommenden Jahren. Die Ausbildung und Aus- rüstung einer Armee von einer Million Soldaten macht aber das Deficlt permanent. Von dem Rathhause der Stadt Wien weht eine schwarze Trauerfahne herab. Der Bürgermeister Dr. Zelinka ist nach längerer Krankheit gestorben.

Pest. In der Sitzung des Unterhauses er⸗ schienen die erbatischen Deputirten und wurden mit endlosem Enthusiasmus empfangen. Vakanovic sprach croatisch, Zuvie ungarisch. Beide gelobten Namens der croatischen Nation Brüderlichkeit und Wahrung der Einheit der Stephanskrone.

In der Sitzung des Finanzausschusses der Delegation des Reichsrathes theilte der Finanzminister Brestel das Budget des nächsten Jahres für Westösterreich mit: Würde das gemein⸗ same Budget nach der Regierungsvorlage ange⸗ nommen, so ergäbe sich ein Deficit von 12½ Millionen, welches durch den Verkauf von Staats⸗ gütern und Aufnahme einer schwebenden Schuld zu bedecken wäre.

Schweiz Die Liebesgaben für die Wasser beschädigten haben jetzt allein im Canton Zürich 400,000 Fr. überschritten. Von der schweizerischen Gesandtschaft in Paris sind als dritte Sendung 16,000 Fr. eingelaufen; aus Offenbach 1000 Fr. Frankreich. Paris. Es bestätigt sich, daß der Prinz und die Prinzessin von Wales dem Hofe in Compiegne einen Besuch abgestattet und dort an einer Hetzjagd Theil genommen haben, bei welcher dem Prinzen ein Unfall widerfuhr, der glücklicher Weise ohne schlimmere Folgen blieb: ein Hirsch rannte das Pferd, auf welchem der Prinz saß, mit dem Reiter nieder. Das fürstliche Paar soll bis zum Dienstag in Compiegne bleiben; auch versichert das dortige LokalblattL'Echo de l'Oise neuerdings, daß der Kronprinz und die Kronprinzessin von Preußen künftige Woche in Compiegne erwartet werden.

DieLiberte hat Nachrichten über den Zustand Mazzini's, welcher als vollständig hoff⸗ nungslos geschildert wird. Die Kräfte haben ihn dermaßen verlassen, daß er keine Nahrung mehr zu sich nehmen kann. Der italienische Consul schickt täglich Privattelegramme über den Zustand des berühmten Agitators an die italienische Re⸗ gierung, die sich sehr für ihn zu interessiren scheint.

Es ist das Gerücht in Umlauf, daß Mazzini gestorben wäre.

DiePatrie sagt, eine ihr zugekommene Depesche melde mit Bestimmtheit, daß Mazzini am Freitag in Lugano gestorben sei.

Die von mehreren Zeitungen gebrachte

Nachricht von dem Tode Berryer's wird wider⸗ sprochen, jedoch soll bei dem Kranken ein solcher Schwächezustand eingetreten sein, daß man sein Ende stündlich erwartet. Dänemark. Kopenhagen. Der Kriegs- minister theilte im Rigsdag mit, daß die gesammte Infanterie sowie Cavallerie mit Remington⸗ Gewehren versehen ist.

Großbritannien. Aus London erhält dieB. B. 3. folgende wichtige Nachricht: Nach einer soeben erschienenen königlichen Verord-

gesammten englischen Wechselverkehr die bisher bestandenen Respect-Tage auf, es muß jeder Wechsel am ersten Tage protestirt werden. Diese Verordnung findet jedoch nur Anwendung auf alle Wechsel, die vom nächsten Jahre ab ausgestellt werden, so daß alle Wechsel, welche noch aus diesem Jahre datiren, aber erst im nächsten Jahre fällig sind, noch die Vergünstigung der Respect⸗ Tage genießen.

London. Das Uebergewicht Englands zur See war bislang durch verschiedene Stationen unterstützt, welche eine Action der englischen Flotte wesentlich erleichtern. So besitzt England Helgo⸗ land als Wächter der Elbmündung, Aden am Eingang in's rothe Meer und im Mittelmeer

nung hören vom 1. Januar 1869 ab für den

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