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beit doch noch einmal auf die Tagesordnung kommen. Darnach trüge man sich mit dem Ge⸗ danken, das Herrenhaus zur Annahme des Guerard'schen Antrags und gleichzeitig das Ab- geordnetenhaus zur Annahme eines Gesetzentwurfs zu bestimmen, der eine ausgedehnte Disciplinar- Gewalt innerhalb eines jeden der beiden Häuser festsetzte. Das wäre denn ein ächtes Kind der Compromiß Theorie. Vorerst wäre die Geburt desselben abzuwarten, und dann, ob das Ab- geordnetenhaus Geneigtheit zeigen würde, Pathen- stelle zu vertreten. Es könnte damit in den Fall kommen, eine weitgreifende Disciplinarbefugniß des Präsidenten einzuhandeln und doch gegen gelegentliche Obertribunals- Interpretationen des Art. 84 nicht hinlänglich geschützt zu sein, da die Fassung des Guerard'schen Antrags gegen derartige Interpretationen keine unumstößliche Garantie bietet.
— Der Bundesrath hielt am 21. Dez. eine Sitzung ab, in welcher der Ausschuß für das Landheer und die Festungen seinen Bericht über die Vorlage des Präsidiums, betreffend die Er— theilung der Qualifications-Zeugnisse für die Be— rechtigung zum einjährigen Militärdienste, erstattele. Der Bericht, so wie die auf denselben folgende Beschlußfassung lauteten zustimmend. Am Schlusse der Sitzung hat sich der Bundesrath für mehrere Wochen vertagt.
Bayern. München. Durch k. Verord- nung vom 12. d. werden die Gehaltsverhältnisse des Personals der Verkehrsanstalten anderweitig festgestellt. Die Gehalte der Generaldirektions- räthe u. s. w. bleiben unverändert. Die Ober- Ingenieure und Oberinspektoren erhalten, vorbe⸗ haltlich definitiver Regulirung, 1800— 2000 fl.; die Gehalte aller andern Kategorien der Beamten, der Amtsgehülfen und niedern Bediensteten werden wesentlich erhöht.
Würtemberg. Stuttgart. Einen merkwürdigen Verlauf hat die Berathung der Adresse genommen. Fünf Sitzungen wurden da— mit ausgefüllt, die 19 Punkte mit den gestellten Amenvements durchzuberathen und darüber abzu; stimmen, und als es endlich zur Schluß abstimmung kam, wurde das Ganze— abgelehnt. Auf diese Weise ist der Entwurf auf jeden Fall dem Lande „theuer“ geworden.
— Der vom Minister Frhrn. v. Varnbültr in der zweiten Kammer eingebrachte und als dringlich erklärte Gesetzentwurf, betr. die Herstellung von Dienstwohnungen und anderen Gebäulichkeiten für Zwecke der Verkehrsanstalten ist bei der statt⸗ gehabten Berathung mit allen gegen eine Stimme angenommen worden. Hiernach sollen 200 gesunde und doch dabei wohlfeile Familienwohnungen für Niederbedienstete der Verkehrsanstalten, deren 470 mit einer Besoldung von höchstens 600 Gulden in Stuttgart wohnen müssen, nebst Wasch⸗ und Badhaus gebaut, eine Speiseanstalt und Stallungen für 40 Pferde zum Gebrauch der Verkehrsanstalten damit verbunden werden. Hierzu seien 500,000 Gulden erforderlich, die aus den Eisenbahnbau— Fonds der laufenden Etatsperiode genommen werden sollen.
Baden. Karlsruhe. Der bei der Offen- burger Versammlung betheiligte geheime Regie— rungsrath Kiefer hat die erbetene Entlassung aus dem Staatsdienste und die Aufnahme in die Advokalur erhalten.
Heidelberg. Der hiesige akademische Zweig⸗ verein der Gustav⸗Adolf⸗Stistung hat in gewohnter Weise sein Jahresfest im Saale des Museums abgehalten. Als bemerkenswerth wird erwähnt, daß ein Jurist, Herr Häberlin aus Frankfurt a. M., an der Spitze dieses kirchlichen Vereins steht und auch die Festrede gehalten hat.
Oesterreich. Wien. Das Abgeordneten- haus hat seine Berathungen bis zum 15. Januar vertagt In der letzten Sitzung wurde beschlossen, die von dem Innsbrucker Landesgericht nachgesuchte Bewilligung der strafrechtlichen Verfolgung des Abgeoroneten Greuter nicht zu ertheilen. Nur 25 Stimmen der Linken und des Centrums er⸗ klärten sich für die Bewilligung.
— Omer Pascha, welcher die bereits in den an Griechenland stoßenden türkischen Provinzen
stehenden und durch weitere, schon auf dem Marsch befindliche Abtheilungen zu verstärkenden Truppen commandirt, hat(wie die„Karlsr. Zig.“ von hier berichtet wird) die gemessene Weisung, bei einem etwaigen Einbruch bewaffneter griechischer Banden auf türkisches Gebiet keinen Augenblick, wenn es ihm sonst geeignet erscheinen sollte, zu zögern, seinerseits die Gränze zu überschreiten, andernfalls aber bis auf weiteren bestimmten Befehl nicht aggressiv vorzugehen.
— Die„N. Fr. Pr.“ meldet: Rußland hat bei den Vertragsmächten die Initiative eines Vorschlags zur Einberufung einer Conferenz behufs Regelung des türkisch-griechischen Confliktes er- griffen.— Die„Abendpost“ meldet: Angesichts des türkisch⸗griechischen Confliktes wurde der öster⸗ reichische Botschafter in Konstantinopel angewiesen, alles zum Schutze der österreichischen Handelsin— teressen Nöthige vorzukehren.
— Der Fürstbischof von Brixen weigert sich beharrlich, die Ehegerichtsacten auszuliefern und hat schriftlich erklärt, er werde, wenn die weltlichen Behörden darauf beständen, ihn durch Geldstrafen zu zwingen, all sein Hab und Gut unter die Armen vertheilen und sich in ein Kapuzinerkloster zurückziehen.— Trotz der Proteste des Gemeinde— raths von Innsbruck bauen die Nonnen„zur ewigen Anbetung“ doch das projectirte Kloster, nachdem die Statthalterei die Erlaubniß ertheilt hat. Anstatt der Vermebrung der Klöster wäre freilich die Vermehrung und Verbesserung der Schulen zu wünschen, aber dazu hat man in dem frommen Tyrol kein Geld.
— Die von dem Gemeinderath der Stadt Wieliczka nach Wien entsendete Deputation hat von der Regierung die Zusicherung erlangt, daß jeder Schaden, den die Einwohner der Stadt durch Einstürzen des ausgehöhlten Bodens erleiden würden, vollständig ersetzt werden soll.
Schweiz. Bern. Bis jetzt haben 3½ Sectionen der vom Bundesrath zur Schätzung des Schadens der Wasserbeschädigten niedergesetzten Commission Bericht erstattet. Die Gesammtresul⸗ tate erreichen die höchsten Befürchtungen, indem der Schaden in Tessin allein auf 6½½ Mill., in Uri auf 500,000 Fr. geschätzt wird.
Frankreich. Paris. Dem„Fr. Journ.“ wird von hier gemeldet: Bei den notorischen Fortschritten der Isabellinischen Reaction in ein- zelnen Provinzen der iberischen Halbinsel, so wie in Anbetracht der erwiesenen Thatsache, daß die französische Regierung die Waffenausfuhr nach Spanien, gelinde gesagt,„begünstigt“, muß die stattgehabte Entrevue der kaiserlichen Familie und der bourbonischen Ex⸗Herrschaften im Pavillon de Rohan auf alle Freunde der spanischen Er— hebung einen eigenthümlichen Eindruck machen. Ueber diese Zusammenkunft liest man: Der Kaiser, die Kaiserin und der kaiserliche Prinz statteten der verbannten königlichen Familie von Spanien einen Gegenbesuch ab. Die Unterredung dauerte etwa ¼ Stunden; die Begrüßung, sagt der „Figaro“, war kurz und herzlich, wenn auch ein wenig verlegen. Zum Abschiede begleitete die Königin Isabella ihre Gäste die Treppe hinab, worauf man den Kaiser ausrufen hörte:„Ich bitte Sie dringend, Königin, kehren Sie in Ihre Gemächer zurück!“ Gleichwohl folgte die Königin bis zum Wagenschlage, wo sie nicht ohne Erregung von den französischen Souveränen Abschied nahm. Die Kaiserin warf sich ihr dort noch ein Mal mit den Worten:„A Dios, mia cara amiga!“ in die Arme.
— Bezüglich der Ausweisung der Griechen aus Rumänien und Serbien sagt die„France“: Diese Maßregel sei wegen der Schwierigkeiten, welche sie hervorrufen könnte, im höchsten Grade unpolitisch. Wenn Griechenland eine provocirende Haltung angenommen, so sei dieß noch kein Grund für die Türkei, ihr Recht durch Handlungen bloß— zustellen, welche einen üblen Eindruck hervorrufen müßten.
—„La France“ sagt: Die ntuesten Mit- theilungen von dem Petersburger Cabinet sind nach wie vor versöhnlicher und friedlicher Art.
— Der„Gaulois“ meldet in Uebereinstim⸗
mung mit der Madrider„Correspondencia“, daß der Prinz von Carignan sich in Person nach Madrid begibt, woraus man ohne Kühnheit den Schluß ziehen darf, daß seine Candidatur min⸗ destens von einem Theil der provisorischen Re⸗ gierung unterstützt wird.
— Die Königin Isabella hat in Begleitung ihres Gemahls und ihres Sohnes dem kaiserlichen Hofe in den Tuilerien einen Besuch gemacht, welcher länger als eine Stunde dauerte.
Belgien. Brüssel. Senat und Kammer haben sich vertagt, um die Weihnachtsferien zu genießen. Die Repräsentantenkammer nimmt erst am 12. Januar ihre Sitzungen wieder auf und wird alsdann, zufolge eines gefaßten Beschlusses, die Debatte über den Gesetzentwurf betreffs der Abschaffung der körperlichen Schuldhaft eröffnen.
Italien. Florenz. Im Hafen von Genua wird eine Fregatte ausgkrüstet, welche nach dem Orient abgehen soll, um im Falle von Feindseligkeiten die italienischen Untertbanen zu schützen. Nach einem am 20. d. angelangten Privattelegramme sind die Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland bedeutend günstiger. Die Kriegsgefahr kann als abgewendet betrachtet werden.
Rom. In einem geheimen Consistorium be⸗ klagte der Papst die durch die spanischen Verhält⸗ nisse gefährdete Kirche, namentlich bezüglich der Glaubenseinheit, die stets den Ruhm Spaniens gebildet habe.
— Die„Sacra Consulta“ in Rom hat Be⸗ fehl erhalten, nach Weihnachten die Revision des Prozesses gegen Ajani und Lazzi vorzunehmen.
Türkei. Konstantinopel. Die Psorte billigte das Verfahren des Admirals Hobbart von Syra. Die Botschafter Englands, Frankreichs und Oesterreichs lehnten das Gesuch des abreisen— den griechischen Gesandten Delyanny ab, die An- gelegenheiten der ausgewiesenen Griechen unter ihren Schutz zu nehmen.
— Die Zeitungen bringen den Wortlaut des Ultimatums, welches der türkische Gesandte in Athen an den griechischen Minister des Auswär⸗ tigen in Form einer Note gerichtet hat.— Die Pforte verständigte die Regierungen in Bukarest und Belgrad von den getroffenen Maßnahmen anläßlich des Abbruches der diplomatischen Be⸗ ziehungen zwischen der Türkei und Griechenland. Anderweitige Eröffnungen wurden nicht gemacht.
— Wie der„Levante⸗Herald“ meldet, hat die Pforte eine dreiwöchentliche Frist vor Austreibung der in der Türkei lebenden Griechen zugestanden. Nach demselben Blatte habe Rußland den griechi⸗ schen Schiffen es gestattet, die russische Flagge zu führen. Hobbart Pascha blokirt den Hafen von Syra mit sieben Schiffen.
Amerika. General Grant ist aus Illinois in Newyork eingetroffen und wurde mit großem Entbusiasmus empfangen.— Die Nachrichten aus Cuba sind noch immer widersprechender Natur; während die Berichte aus ofsiziellen Quellen den Ausstand als winzig erscheinen lassen, stellen Nach⸗ richten von den Insurgenten die Lage in einem ganz anderen Lichte dar. Die letzten Depeschen von ihnen melden, daß der Aufstand immer größeren Umfang annimmt.
— In Newyork wird nächster Zeit eine Zu⸗ sammenstellung der Ursachen und Kosten der ver⸗ schiedenen Indianerkriege während der letzten 37 Jahre erscheinen. Der Verfasser, Herr A. H. Jackson, beginnt mit dem Kriege gegen den Schwarzen Falken(1831—32), dessen Kosten er auf einige 5,000,000 Doll. veranschlagt, und bei dem 400 Amerikaner den Tod fanden. Der Seminole oder Floridakrieg kostete 100,000,000 Dollar und 1500 Menschenleben; der Krieg gegen die Sioux in 1852 40,000,000 Dollar und 300 Menschenleben; der Krieg gegen die Cheyennes und Sioux in 1864 60,000,000 Dollar. Im Jahre 1867 brach der Krieg gegen die Cheyennes von Neuem aus und verschlang 15,000,000 Doll., ohne deßhalb beendigt zu sein. Die Indianer⸗
kriege auf der Abdachung gegen den stillen Ocean
haben während der letzten zwanzig Jahre etwa 300,000,000 Doll. verschlungen; und zur Unter⸗
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