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1868.
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Donnerstag den 24. Dezember.
N 152.
Anzeiger für Oberhessen.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt.
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Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird.
Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten und
wichtigsten Tagesbegebenheiten, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, land wirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nach— richten, Markt- und Cours Berichte, Verloosungen von Staatspapieren und lokale Notizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen
Unterhaltungs- Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Räthsel, Bilderräthsel 1.
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brechung eintritt.
Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das neue Jahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich
Abbestellung erfolgt.
Die Redaktion.
Betreffend:
Amtlicher Theil.
Die Statisiik der Bewegung der Bevölkerung.
Friedberg den 21. December 1868.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Pfarrämter und die Großherzoglichen Bür, ermeistereien des Kreises.
Damit nicht Versaumnisse in obigem Betreffe stattfinden, machen wir schon jetzt darauf aufmerksaum, daß nach§. 6. der Instroction für die Führung der Register über die Bewegung der Bevölkerung vom 31. October 1862 die von Ihnen für das Jahr 1868 geführten Register an uns einzusenden sind und empfehlen Ihnen daher nicht allein strenge Einhaltung des Termins, sondern auch pünktliche Beach- tung der in rubricirtem Betreffe gegebenen Vorschriften.
Zugleich machen wir hierbei unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 1. April d. J., Anzeiger für Oberhessen Nr. 41, wiederholt darauf aufmerksam, daß das erforderliche Formulacpapier zu den betreffenden Registern nur allein von der Calculatur der Großherzoglichen Centralstelle für die Landesstatistik in Darmstadt bezogen werden kann.
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Hessen. Darmstadt. Die„Hess. Ldez.“ tbeilt mit, daß auf ihrem Burcau eine Haus— suchung stattgefunden habe. Die preußische Ge— sandischaft habe nämlich das Kriegsministerium ver— anlaßt, wegen eines Artikels, betitelt„Mainzer Militaria“, in Nr. 235 und 236 der Landes- zeitung, Anklage zu erheben.
O Friedberg. Die von dem bhiesigen Fortschrittsverein angeregte, am nächsten Sonntag, den dritten Weihnachtefeiertag, Nachmittags in dem großen Saale des Hotel Trapp statifindende Versammlung scheint eine sehr interessante werden zu wollen, so daß sich ein Besuch derselben wohl der Mühe lohnen dürfte, indem neben den Be— sprechungen über unsere so sehr wichtigen Gemeinde- angelegenheiten die auf die Tagesordnung gescetzte Frage der Aufstellung eines Wahl- Candidaten für den norddeutschen Reichstag, an Stelle des ver— storbenen bisherigen Abgeordneten Herrn Acuolb Wendel, einen Hauptgegenstand der Verhandlungen bilden wird. Von auswärts ist bereits zahlreicher Besuch angemeldet und werden durch die Theil— nahme der Herren Hefgcrichts- Advokat Metz, Hofgerichts Rath Schulz, Hofgerichts-Advokat Dernburg und anderer Redner aue Darmstadt und Mainz, sowie des, bei der vorigen Reiche— tagswahl schon in Vorschlag gewesenen, Herrn Dr. jur. Oppenheim aus Berlin, die Verhandlungen sicherlich ein erhöbtes Interesse gewinnen.
Friedberg. Der„Wett. Bote“ bringt eine Correspondenz aus Oberhessen, welche die bevorstebende Neuwahl eines Reichstagsabgeord— neten für den Wahlbezirk Friedberg- Büdingen Vilbel besprivt. Um Abdruck des Artikels er— sucht, entsprechen wir gern diesem Wunsche. Es heißt dort: Man braucht nicht Partikularist zu sein,— wie das von mancher Seite behauptet werden will,— um tie Ansicht zu vertreten, daß bei der bevorstebenden Wahl eines Reichstags: A georoneten für den Wahlkreis Friedberg-Bü⸗
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dingen⸗Vilbel es zur Zeit noch sowohl dem all— gemeinen deutschen, als den speziell hessischen Intertssen am Besten enispricht, wenn ein Mann gewählt wird, der sowohl für die nationale Ent— wickelung das Herz auf den rechten Fleck hat, als wie mit unseren engeren Verhältgissen,— unserer Gesetzgebung und unseren Bedürfnissen aus eignen Anschauungen vertraut und bekannt ist. Wir leben in einer Zeit des Ueberganges, — der Nordbund entfaltet eine organisatorische Thäligkeit, die in nicht ferner Zeit zur Umge⸗ staltung eines großen Theiles unserer wichtigsten Gesetze sühren wird.— Warum sollte Oberhessen hierzu als Abgeordnete, resp. Mitarbeiter nicht Männer aus seiner Mitte schicken, da diese am
Besten zu beurtheilen verstehen, was der Provinz
unserer Provinz angehören, und in derselben all— gemein bekannt sind.— Wir enthalten uns solche zu nennen, da wir nicht für oder gegen Personen, sondern nur für die Sache sprechen. Wenn in dem Artikel, welcher Herrn Dr. Oppenheim em- pfiehlt, besonders betont wird, daß der Wahl— bezirk in demselben einen in den Sitzungen stets anwesenden Abgeordneten erhalten würee, so fragen wit: wer kann dafür die Bürgschaft über— nehmen, daß Herr Dr. Oppenheim nicht gerade so gut krank werden kann, als der seuherige Ab- geordnete Wendel, welcher bekanntlich gerade in Folge seines Berufes als Reichstags-Abgeordneter auf ein langes Siechbett mit tödtlichem Ausgang geworfen wurde.
1 Friedberg. Die mancherlei Unglücksfälle
frommt, ohne dem Großen und Ganzen zu auf den Eisenbahnen lenken die öffentliche Auf—
schaden.— Ist es eiwa so arm an solchen Männern, daß es eine in jeder Beziehung geeignete und zur Uebernahme eines Mandates bereite Persön⸗ lichkeit nicht aus seiner Mitte zu finden vermag? — Wir stellen das in Abrede und verweisen darauf, daß Hannover, Kurhessen und Nassau zum Reichstage in richtiger Eikenutniß ähnlicher Verhältnisse, und nicht aus partikularistischer Eng— herzigkeit, beinahe ausschließlich in diesem Sinne gewählt haben.— Die Persönlichkeit, welche in einem Artikel Ihres Blattes als Candidat dem 2. oberh. Wahlkreis empfohlen wird, ist Herr Dr. Oppenheim in Berlin. Wir vermögen diesem Vorschlag für jetzt nicht zuzustimmen aus den oben entwickelten Gründen.— Wir haben Männer in Oberhessen, die dem Herrn Dr. Oppenheim mindestens geistig ebenbürtig sind, und ihm an liberaler Gesinnung, Opferfreudigkeit und nationaler Richtung nicht nachstehen.— Es kann nicht fehlen, daß wenn einmal die öffentliche Aufm erksamkeit auf diesen Punkt gelenkt ist, ach bald andere tüchtige Namen auftauen werden, uls der des Hen. Dr. Oppenheim,— und zwar Namen, die
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merksamkeit immer mehr auf die Verbesserung der einschlägigen Gesetzgebung. Als Beleg bierfür verdienen erwähnt zu werden:(., ein Antrag des Abg. Becker und Genossen im preuß. Abgeord- netenhaus, es möge den Eisenbahnverwaltungen verboten werden, durch vorher abgeschlessene Ver⸗ träge die Anwendung der im F. 25 des Gesetzes über die Eisenbahn Unternehmungen von 1838 enthaltenen Bestimmungen über ihre Verpflichtung zum Ersatz des Schadens, welcher auf der Bahn an Personen entsteht, im Voraus auszuschließen oder zu beschränken; 2., ein Antrag in der wür— tembergischen Kammer, der die gerichtliche Unter⸗ suchung von Eisenbahnunfällen am Ort des Un— glücks selbst ohne vorausgängige Untersuchung der Verwaltung bezweckt; und 3., ein dem Abgeord- netenhaus zu Wien vorgelegter Gesetzentwurf, betreffend die Verpflichtung der Eiserbahnen zur Zahlung von Entschädigungen wegen Vecletzung oder Tödtung von Personen bei Eisenbahnunfällen.
Preußen. 1 Berlin. Nach einer en- scheinend ossiziösen Mittheilung der„Weser⸗ Zig.“ dürste das Thema der parlamentarischen Redefrei—


