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drückung der Indianer Unruhen im Territorium Neu-Mexico wurden 150,000,000 Doll. ausgege⸗ ben. Ein niedliches Sümmchen!
«Friedberg. Wie man vernimmt, werden vom kommenden Neujahr an auf der Main⸗Weserbahn die Retourbillete drei Tage Gültigkeit haben. Wer in einem Zug ohne Karle betroffen wird, bat außer dem Preise für die befahrene Strecke 10 Silbergroschen(35 kr.) Strafe zu bezahlen. Die Waggons vierter Klasse werden wieder eingeführt..
Frankfurt. Mit Anfang des nächsten Jahres wer— den bier durch den ärztlich-physicalischen Verein tägliche Messungen des Grundwassers dorgenommen werden. Herr Mechaniker Seelig ist mit der Anfertigung der desfallsigen Apparate zum Messen(Schwimmer) betraut. Die Ein⸗ richuing ist der Art, daß jede Familie täglich das Steigen und Fallen des Grundwassers auf ihrem Territorium messen kann.
Mainz. Der biesige Anzeiger will die zuverlässige Mittheilung erhalten haben, daß die ehemals Herzoalich Nassauischen Landesbanknoten und Landes-Cred't-Cassen⸗ scheine ibre Gültigkeit als Zahlungsmittel mit Ende dieses Jahres verlieren und nach diesem Termin nur noch an be— siimmten Cassen eingelöst werden. Es dürfte diese Mit⸗ theilung für das Publikum gewiß von Inkeresse sein, da dicses Papiergeld in hiesiger Gegend vielsach circulirt und auch an hessischen öffentlichen Cassen bisher als Zahlungs— mittel stillschweigend zulässig war, was wohl für die Folge auch nicht mebr der Fall sein wird.
Köln. Am Sonntag den 13. Dez. fand man den Buch balter des Hauses Nachtigall im Comptoir, sieben Siiche in der Brust, ermordet, während der Commis Karl Robert Brebeck in einem Nebenzimmer eingeschlossen war. Dieser wurde sofort wegen Verdachtes in Haft ge— nommen. Bis dahin plaidirte man in der Unterhaltung pro und contra Brebeck. Heute aber ist die Enischeidung erfolgt, und zwar zu Ungunsten des Inhaftirten. Es meldete sich nämlich ein Schlosser an, welcher die Meisel, die im Nachtigall'schen Hause gefunden worden, erkannte und die Erklärung abgab, daß Brebeck dieselben bet ihm gekauft. Ein zweiter Mann constalirte, daß Brebeck das gefundene Dolch messer bei ihm erstanden. Da war an ein Leugnen nicht mehr zu denken, und es ersolgte das Geständniß.
Theater in Friedberg.
Wir haben seither mit unserm Urtheile über die Leistungen der diesjährigen Theatergesellschaft zurückgehalten, weil noch immer Veränderungen im Personale bevorstan⸗ den. Nachdem dasselbe aber durch das Engagement des derrn Füsser, zu welchem wir Herrn Kern aufrichtig Glück wünschen können, wieder complet geworden, drängt es uns einige Worte der Anerkennung zu sagen. Im Anfange wollte der Theaterbesuch durchaus nicht ziehen, trotzdem gewiß Jedem die Leistungen der früheren Kern'— schen Gesellschaft noch lebhaft in Erinnerung sind. Erst nach einem ker nigen Schmerzensschrei des Herrn Direc— lors begann man sich für das Theater zu interessiren und wer seither dasselbe besucht hat, wird es gewiß nicht zu bereuen gehaht haben. Frau Kern fleht noch in gutem Andenken von früher und bewährt ihren alten Ruf auf's Neue; Frl. Blick ist eine gute Soubrette, entfaltet einen so lebensvollen Humor, tanzt so schön, daß man schon entschuldigen kann, wenn einige Herren, am Proscenium stehend, sich so gefährlichen Augenblicken überlassen, denn so ein Blick aus nächster Nähe— wie anzichend und fesselnd mag er sein; Herr Füsser hat uns namentlich als„Engländer“ und„Satan“ sehr gut gesallen; Herr Hagen ist in einigen Rollen: z. B.„Amtmann“„Pipi⸗ fax“ ꝛc. ausgezeichnet. Was sollen wir schließlich von Herrn Stotz sagen? Alles ist in wenigen Worten ausge— drückt: Er erfüllt die erste Bedingung, die man an einen guten Komiker stellt,— man lacht schon, wenn er sich nur blicken läßt. Mit solchen Kräften läßt sich schon elwas machen und Herr Kern hat dies auch durch seine letzten Vorstellungen gezeigt. Wünschen wir ihm deßhalb für die Feiertage ein recht volles Haus; das ist ihm gewiß die liebste Weihnachts bvescheerung. r.
Literarisches.
Die„Spinnstube“ von Horn anzukündigen, oder sie gar empfehlen zu wollen, wäre vergeblich; sie ist überall bekannt, und in jeder Familie ist ihr seit Jahren schon ein gastlich Plätzchen gesichert, als einem lieben alten Freund, dessen Wiedererscheinen bei jeder Jahreswende gern gesehen wird. Und dieser Freund ist kein undank⸗ barer Gast! Reichlich vergilt er durch schöne Geschichten, die er erzählt zu Nutz und Frommen für Jung und Alt.
Setzt„der alte Schmiedjakob“ das Käppchen zurecht und
thut ein paar kräftige Zlige aus seiner Stummelpfelse, dann wird's mäuschenssill im Kreise und Alles lauscht mit gespannter Erwartung. Mit ein paar Bemerkungen hat er seine Zuhörer auf den Schauplatz seiner Er ählung versetzt, und nun sind sie Zuschauer der Ereignisse, ihre Theilnahme baran wächst, ihre Freude oder ihr Nerger darüber wird lebhafter, und wenn er aufhört, so haben sie für Geist und Herz einen Gewinn gehabt, sie waren nicht blos angenehm unterhalten. Wie er das fertig bringt? Das ist mit zwei Worten nicht leicht zu sagen. Er erzählt eben volksthümlich. Was er bringt, ist aus dem Volksleben heraus, dessen Art zu denken, seine An- schauungs- und Sprechweise dabei den wabrsten Ausdruck findet, und seine grundgute, ächt deutsche Gesinnung gibt seinen Worten die rechte Weihe.— Das gilt auch von dem vorliegenden Jahrgang der„Spinnstube“ für 1869, der mit hübschen Erzählungen, wie die:„An der Ciemens⸗ kirche“,„Eine Geschichte aus dem bad. Schwarzwald“, „Kapital und Zinsen“ und mit netten Bildchen dazu in gewohnter Weise ausgestattet ist.— Fast mit Wehmuth aber nehmen wir nunmehr so einen Spinnstuben-Jahrgang zur Hand. Der Versasser, W. O. v. Horn, der Volks⸗ schriftsteller von entschiedenster Berufung, hat die Feder für immer niedergelegt und ist heimgegangen. Was die „Spinnstube“ jetzt noch bietet, ist aus seinem Nachlaß. Möge derselbe noch recht reichhaltig sein!
Für die Abgebrannten in Laisa sind außer den in den Nr. 96, 102, 106, 112 und 123 dieses Blattes veröffentlichten Beträgen an weiteren Gaben eingegangen: aus dem evangel. Kirchenfonds zu Wohn⸗ bach 10 fl., von Herrn Pfarrer Becker in Bruchenbrücken 2 fl., und die in Münzenberg und Trais-Münzenberg ge⸗ sammelten 11 fl. 45 kr.
Indem ich hiermit allen denjenigen, welche mit ihren Gaben, im Ganzen sich auf die Summe von 623 fl. 13 kr. belaufend, das Elend der Unglücklichen zu mildern gesucht haben, in deren Namen meinen Dank wiederholt hiermit abstatte, erkläre ich die Einsammlung mit dem Anfügen geschlossen, daß die Nachweise über die Ablieferung der empfangenen Beträge jeder Zeit bei mir eingesehen wer⸗ den können.
Friedberg den 22. December 1868.
Trapp, Negierungsrath.
Vergebung von Bauarbeiten. 3180 Die zur Einfriedigung des Hofes des Schul⸗
lehrerseminares zu Friedberg erforderlichen Bau- arbeiten veranschlagt: Maurcrarbeit 102 fl. 26 kr, Steinbauetarbeit 29„ 2 Schlosserarbeit 350„ 50„ Welßbinderarbeit 11 20 Pflafterarbeit 8
L
sollen auf dem Submisfionswege an die Wenigstfordern den vergeben werden. Pläne, Voranschlag und Be · dingungen liegen von deute an auf dem Bürcau der unterzeichneten Stelle offen, woseldst auch die Offerten mit der Aufschrift:
Submisfion zur Uebernahme der... Arbeiten bei
Einfttedigung des Hofes des Schullehterseminars zu
Friedberg 19 verseben, verfiegelt und frankirt bis spälestens Montag den 11. Januar 1869, Vormittags 10 Ubr, eingereicht sein müssen.
Friedderg am 22. Dezember 1868. en mee Frtedberg ( u
Mobiliar, Vieh-, Schiff⸗ und
Geschirr-Versteigerung. 3184 Dienfiag den 5. Januar k. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen auf freiwilligen Antrag der Wtitwe des verstorbenen Oetonomen Andreas Panstein dahier in deren Bthausung in der Haagkstraße 2 gute braune Wallachpferde, 1 Kuh, 2 trächtige Rinder, 2 voll⸗ ständige Wagen, Pflüge, Eggen, mehrere Pferdegeschirre, 1 Strobbank, 1 Fruchssegmühle, 1 Dickwurzmühle, 1 Wasserfaß, 1 Wagentuch, 1 Partie gute Ketten und Perseile, 1 Butterleier, circa 40 Ceniner Dickwurz, 6 Fuder Waizen⸗, 12 Fuder Gerste⸗ und Haferftroh, 1 Sopha, Tische, Stühle, Commode, Bettstellen, Schränke, sowie sonstige Daus⸗, Küchen und Oeconomiegeräth⸗ schaften öffentlich meistbietend gegen Baarzahlnung ver⸗
eigert werden. 5 Fkledberg am 22. Dezember 1868. Großberzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar.
Mobiliar ⸗Versteigerung. 3185 Dienftag den 29. Dezember d. J., Vormittags 9 Uhr, sollen in hiesigem Ratbhause die zum Nachlasse des verstorbenen Joseph Depireux gehörenden Mobi · lien, bestehend in Tischen, Stühlen, Commode, Schränken, 1 Sepha, Weiß zeug, Bettung, Kleidungsflücken, Glas und Porzellan, sowie sonstige Haus- und Küchengerätb⸗ schasten öffentlich meisibietend gegen Baanzablung ver⸗ fleigert werden.
Friedberg am 23. Dezember 1868. i Großberzogliches Ortsgericht Frledberg Fou car.
Ein braves Dienstmädchen
5 Gulden Belohnung
3160 Demjenigen, welcher mir Auskunft geben kann über einen am vergangenen Mittwoch im Windecker'schen oberen Lokale zu Friedberg entwendeien spanischen Rohr stock mit Hirschgriff und gravirter Platte mlt Hirschbild. Nieder ⸗Wöllstadt. L. Wehrheim.
Beachtenswerth! 1761 Unterzeichneter besitzt ein vortteffliches Mittel gegen nächtliches Bettnässen, sowie gegen Schwäche⸗ zuflände der Harnblase und Geschlechtsorgant. Specialarzt Dr. Kirchhoffer, in Kappel dei St. Gallen(Schweiz.)
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Nur der Neid oder Unwissenheit
find gegen das wirklich Gute. 3161 Hiermit gebe ich mein Anerkenntniß, daß
der G. A. W. Maier sche
weiße Brust-Syrup mich, sowie meinen 12jährigen Sohn von einem sehr heftigen Husten und Brusibeschwerden ganz und gar befreit hat, wofür ich den Herren Fabri— kanten meinen besten Dank sage. Parwischken in Ostpxeußen. Friedr. Weißel, Gutsbesitzer.
Accht zu haben bei Ph. Dan. Kümmich in Friedberg. Dr Ai(=(
Frucht preise. Per Malter.
Friedberg, 22. December. Waizen 11 fl. 30 kr., Korn 8 fl. 45 tr.; Gerste 7 fl. 45 kr. z Haser 5 fl. 45 kr.
Frankfurt, 21. December. Waizen 1. er. Kor! 10 fl.— kr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 9 fl. 10 lr.
Grünberg, 19. December. Waizen 11 fl. 28 tr.; Korn 8 fl. 33 kr.; Gerste 7 fl. 20 kr. Hafer 5 fl. 10 e Molter 7 fl. 58 kr.; Erbsen 10 fl. 14 kr.; Wicken— fl. — tr.; Saamen— fl.— kr.; Kartoffeln 1 fl. 50 kr.
Mainz, 18. Dec. Waizen 11 fl. 20 tr.; Korn 9 fl. 8 kr.; Gerste 7 fl. 18 kr.; Hafer 5 fl. 41 kr.; Kartoffeln 2 fl. 24 kr. Roggenstroh per 100 Gebun,
3186 wird gesucht. F. Soldan, Seminarlehrer.
25 fl.— kr.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangtlische Gemeinde. Christfest.
Erster Festtag. Gottesdienst in der Stadtkirche:
Vormittags: Herr Candidat Schaub. Nachmittags: Herr Diakonus Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags: Herr Pfarrer Köhler. Nachmiuags: Herr Candidat Reusch. Zweiter Festtag. Gottesdieust in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Diakonus Meyer. (Abendmahl.) Nachmittags: Herr Candldat Seipp. Gottesdienst in der Burgkircher Vormittags: Herr Pfarrer Schwabe. Nachmlitags: Herr Candidat Sommerlad. Sonntag den 27. Dezember 1868. Pfarramtowoche: Herr Pfarrer Diegel. Gottesdienst in der Stadtkirche Vormittags: Herr Candidat Brand. Nachmittags: Herr Pfarrer Diegel.
Gottesdienst in der Burgkirchetr Vormittags: Herr Candida Weckerling.
Nachmittags: Fällt wegen Unwohlseins aus.


