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Mit Bezugnahme auf vorstehendes Reglement wird weiter mit
Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des
zu Nr. M. d. J. 12321, auch für die Gemeinden Dorn⸗Assenheim, Dorheim, Nauheim, Reichelsheim, Roͤdgen und Schwalheim auf
Grund des Art. 189 des P.⸗Str.⸗G. verordnet
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Die Zugaben beim Fleischverkauf dürfen nur in Fleisch von
Innern vom 17. l. M.,
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Zugabe ganz ausgeschlossen. gegenhandeln, verfallen in eine Strafe von 30 kr. bis 2 fl. Friedberg den 20. November 1868.
derselben Gattung bestehen und das Verhältniß ¾ Pfund Zugabe zu 5 Pfund Fleisch nicht übersteigen. Köpfe, Füße, Geraub, wie auch alle blutigen nicht genießbaren Stücke des Halses sind von der
Metzger, welche diesen Vorschriften ent,
Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp.
Hessen. Darmstadt. Wie das„Mainzer Abendblatt“ aus sicherer Quelle erfährt, ist auf Wunsch Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs jede weitere Untersuchung gegen den Mitprediger Mitzen ius eingestellt, und wird derselbe seine Stelle als Lehrer an der hiesigen höheren Töchterschule behalten, was auch dieser Tage von der Majorität des hiesigen Gemeinderaths beantragt wurde.
— Dem Königl. Preußischen Oberstlieutenant Zwenger aus Mainz ist das Commando des Großherzoglichen 4. Infanterie-Regiments über- tragen, und hat derselbe am Donnerstag seinen Dienst angetreten. Der Königl. Preuß. Major Schulz, welcher in demselben Regiment bisher als Bataillons⸗Commandeur functionirte, ist von hier wieder abcommandirt. Zwenger war im vorigen Jahre Justructor der zur Erlernung des preußi⸗ schen Exercitiums nach Mainz commandirten Offiziere und Unteroffiziere.
S. Gießen. Samstag den 21. November, als an dem hundertsten Gedenktag von des großen Schleiermachers Geburt, hat die hiesige theologische Fakultät, der von Leipzig aus an alle protestantisch ⸗theologischen Fakultäten ergan⸗ genen Aufforderung Folge leistend, eine akademische Feierlichkeit in der großen Aula veranstaltet. Professor Dr. Nitzsch hielt daselbst vor den in großer Anzahl versammelten Dotenten, Studenten und Beamten aus hiesiger Stadt einen längeren Vortrag, worin er, von Charakter und Persön⸗ lichkeit des genialen Theologen, den er mit Recht seit Luthers Zeit den größten nannte, abstrahirend, sich mit seiner Würdigung als wissenschaftlichen Theologen und Philosophen fast ausschließlich be⸗ faßte.— Das laufende Wintersemester hat unsrer Hochschule drei neue Acquisitionen gebracht, näm⸗ lich für die juristische Fakultät Professor Dr. Re⸗ gelsberger aus Zürich und Privatdocent Dr. Zimmermann aus Darmstadt, für Philologie Privatdocent Dr. Clemm von hier.
Preußen. Berlin, 20. Nov. Abgeord⸗ netenhaus. Auf den Antrag Guerard's erklärte der Minister des Innern: die Regierung stimme trotz mancher Bedenken, namentlich wegen Be⸗ fürchtung neuer Conflikte, dem Antrage auf un⸗ beschränkte Redefreiheit bei, weil dieselbe auch dem norddeutschen Reichstage gewährt sei, sie hoffe aber, die Schranken der Sitte würden die Schranken der Gesetze ersetzen. Nach kurzer De⸗ batte wurde der Antrag Guerards— auf par- lamentarische Redefreiheit— mit allen gegen elwa 20 Stimmen, den äußersten Rechten an- gehörig, angenommen.
Berlin. Das bekannte Wort:„Wir sind zu liberal!“ stand in bedenklichem Schatten, so lange die Einschränkungen und Zweideutigkeiten bezüglich des Art. 84 der preuß. Verfassung ob⸗ walteten. Ein Staat, so durften die Gegner Preußens dedueiren, dessen Volksvertretung nicht volle Redefreiheit zugesichert ist, deren einzelne
Mitglieder wegen ihrer Reden im Abgeordneten
sondern daß sie herbeigeführt wurde durch die unumwundene Erklärung der Regierung, daß sie die leidige Angelegenheit im Gegensatz zu ihrem früheren Standpunkt geordnet wünsche.
Frankfurt. Die zweite Ausgabe der „Frankfurter Ztg.“ vom 19. d. wurde confiscirt und nach dem Manuscript erfolglose Haussuchung in der Druckerei und Redaktion gehalten. Das Blatt erschien darauf mit der üblichen Polizeilücke, welche die Ueberschrift trägt:„Braun und Ge— nossen contra Frankfurt. IV.“
Wiesbaden. Nach Ablehnung der Regie— rungsvorlage über die Landesbank kam in der Sitzung des Communallandtags vom 20. d. der Schirm'sche Antrag hinsichtlich der Schulfrage zur Verhandlung. Der Ausschuß beantragte, nach dem„Rh. Kur.“ Annahme desselben. Der Re- gierungscommissär v. Prittwitz erklärte, die Re- gierung denke nicht daran, bis zum Erlaß eines allgemeinen Gesetzes für die Monarchie etwas an der nassauischen Schulgesetzgebung zu ändern. Der Ausschußantrag wurde mit allen gegen 4 Stimmen angenommen.
Bayern. München. Die„Correspondenz Hoffmann“ erklärt gegenüber der Behauptung österreichischer Blätter, als ob Oesterreichs An spruch auf unbewegliches Eigenthum süddeutscher Festungen von Seiten Bayerns als bercchtigt anerkannt worden, daß von Seiten Oesterreichs Anfangs October zwar ein derartiger Anspruch erhoben worden sei, aber von der bayerischen Staatsregierung sofort auf Grund des Prager Friedensvertrags und der Verhandlungen der Liquidations⸗Commission abgelehnt wurde.
— Wegen einiger im„Volksboten“ enthal- tenen, das Verfahren Preußens gegen den König von Hannover und den Kurfürsten von Hessen besprechenden Artikel ist auf Antrag der preuß. Staatsregierung gegen den Redakteur des Blattes
Untersuchung wegen Preßvergehens eingeleitet worden. Würzburg. Zwei interessante Persönlich⸗
keiten verweilen gegenwärtig in unserer Stadt, nämlich die durch die unglückselige mexikanische Kaisertragödie berühmt gewordenen Prinz Felix und Prinzessin Agnes von Salm⸗Salm, welche kürzlich ihre höchst interessanten Tagebücher über den Verlauf der entsetzlichen Katastrophe heraus- gegeben haben.
Würtemberg. Stuttgart. Die Stände ⸗ versammlung ist auf den 4. Dec. einberufen.
— Nächster Tage wird Karl Mayer wieder vor dem Kriminalamte erscheinen. Kläger ist diesmal zwar nicht die Krone Preußen, wohl aber Graf Bismarck. Die Anklage wurde schon vor zwei Jahren erhoben, damals aber von unseren Gerichten wegen mangelnder Legitimation abgewiesen.
Aus Baden. Zur Freiburger Erzbischofs⸗ wahl bemerkt die„D. Z.“:„Wie man erzählt,
baus gerichtlicher Verfolgung ausgesetzt sind, ist!lsoll der frühere Regierungs und Schulrath Dr.
kein constitutioneller Staat und kann nicht das erhabene Vorrecht für sich in Anspruch nehmen, als Leiter der Geschicke Deutschlands berufen zu sein. Daraus erhellt die ungeheure Bedeutung der Abstimmung vom 20. Nov. über den Guerard⸗ schen Antrag, eine Abstimmung, die als ein er— freuliches Ereigniß von allen denen angesehen werden muß, denen eine gesunde Entwickelung der deutschen Verhältnisse am Herzen liegt. Durch sie erlangt die Volksvertretung, falls das Herren- haus nicht einen Strich durch die Rechnung macht, ihr eigentlich unveräußerliches Recht wieder, das Recht der freien Rede. Beachtenswerth ist dabei der Umstand, daß diese Abstimmung nicht etwa im heißen Kampf der liberalen Partei errungen,
Schlünkes, gegenwärtig Domprobst in Aachen, von hoher Stelle als Candidat für den erz⸗ bischöflichen Stuhl in Freiburg in Vorschlag ge⸗ bracht worden sein.“
Oesterreich. Wien. Die Aeußerungen des englischen Ministers der auswärtigen Angelegen⸗ heiten über eine weitere Ausdehnung der preußi⸗ schen Hegemonie in Deutschland sollen hier ebenso unangenehm berührt haben, wie in Paris. Ein offiziöses Blatt nimmt die Lösung der Rechtstitel⸗ frage zum Anlaß einer Erklärung über die Main- und Donaufrage, indem es sagt:„In Berlin und Petersburg wird man erkennen, daß die Interessen der österreichisch-ungarischen Monarchie
an der oberen wie an der unteren Donau gemein-
sam sind und daß auch am Main die Donau- mündungen bedroht werden können.“
— Nach der neuen Formation wird die österreichisch- ungarische Feld- oder Operations- Armee aus 80 Infanterie⸗Regt.(400 Bataillone), 40 Jägerbataillonen, 41 Cavallerie⸗Regimentern, 12 Regimentern Feldartillerie, 8 Bataillonen des Geniecorps und 1 Pionierregiment bestehen. Dazu kommen noch die 14 Infanterie-Regimenter der Militärgrenze. Die Landwehr von Oesterreich und Ungarn wird 158 Bataillone Infanterie und 60 Schwadronen Cavallerie bilden ohne die Landwehr von Tyrol- und Vorarlberg.
— Die Absicht Dr. Rechbauer's und Genossen, gleich nach der Wiedereröffnung der Sitzungen des Abgeordnetenhauses einen Antrag auf Besei⸗ tigung der noch in Kraft stehenden Artikel des Concordats einzubringen, namentlich jener, welche vie Bischöfe gegen jede Intervention der weltlichen Justiz schützen, soll den„Bürgerministern“ keines- wegs erwünscht sein, wahrscheinlich wegen der ihnen wohlbekannten Abneigung Franz Josephs J., dem„antikirchlichen“ Liberalismus noch weitere Concessionen zu machen.
— Baron Lasser, der Statthalter für Tyrol, wird im österreichischen Abgeordnetenhause einen Antrag auf Reichshülfe für die Gemeinden stellen, welche durch Ueberschwemmungen am meisten ge⸗ litten haben. Die in Folge des Hofer'schen Aufrufs bis jetzt von Privaten und Corporationen eingelaufenen freiwilligen Gaben sind im Ganzen nicht beträchtlich.
— Der Verwaltungsrath der böhmischen Westbahn hat 3500 fl. für die Verpflegung der vielen bei dem Zusammenstoß bei Horowitz Ver⸗ wundeten hergegeben. Da sich unter den bezüg⸗ lichen 15 Verwaltungsräthen Namen wie Roth⸗ schild, Königswarter und Todesko befinden, so wird die relative Kleinheit des Betrags in den öffentlichen Blättern gerügt.
Schweiz. Aus Bern wird gemeldet: Der Gesandte des Häuptlings der Sandwichinseln Kamehamehe V., Herr Crosnier de Verigny, hat seine Beglaubigungsschreiben überreicht. Er ver⸗ weilt hier, um die Ratificationen des Handels⸗ vertrags auszuwechseln. f
Frankreich. 1 Paris. Einige Bedeu⸗ tung wird hier einem Gerücht beigelegt, es sei zwischen Preußen und Dänemark eine ernstliche Spannung eingetreten. Den französischen Eisen⸗ fressern wäre das willkommen. Die Ritterlichkeit verlangte dann, dem schwächeren Kämpfer beizu⸗ springen, und der langgesuchte Vorwand, über Deutschland herzufallen, wäre glücklich gefunden. — Die Kunst ist in der Neuzeit in Wirklichkeit vielfach nicht blos eine melkende Kuh geworden, die mit Butter versorgt, sondern ein Dukaten⸗ männchen, das den glücklichen Bestzer mit Reich; thümern überschüttet. Rossini hat nur(92 ¹¹ Mill. Fr. hinterlassen, und diese Geringfügigkeit seiner Hinterlassenschaft hat in gewissen Künstler · kreisen ein mitleidiges Achselzucken hervorgerufen. Der innige Verkehr mit der„himmlischen Göttin“ beeinträchtigt bei dieser modernen Künstlerwelt die Werthschätzung der irdischen Güter nicht im Ge⸗ ringsten. Einen schneidenden Gegensatz zu solchen Verhältnissen bietet die Dürftigkeit, in welcher unsere deutschen Kunstheroen, ein Mozart, ein Karl Maria v. Weber und Andere, aus der Welt geschieden sind.
— Die Königin Isabella hat zu ihrem am 19. d. stattgehabten Namenstage, wie die„France“ meldet, Glückwunschtelegramme von dem Kaiser Napoleon und der Kaiserin Eugenie, von dem Kaiser von Oesterreich, dem König der Belgier, dem Grafen und der Gräfin von Paris und dem König und der Königin von Neapel empfangen.
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