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Wiesbaden, Ems und Homburg, lautet wie folgt: Wir Wilbelm ic. verordnen mit Zustimmung beider Häuser des Landtags der Monarchie, was folgt:§. 1. Die öffentlichen Spielbanken zu Wiesbaden, Ems und Homburg werden spätestens am 31. Dezember 1872 geschlossen; eine frühere Schließung kann durch k. Verordnung, entweder allgemein oder nur in Beziehung auf einzelne der gedachten Spielbanken, ausgesprochen werden. F. 2. Mit dem Tag der Schließung treten für die betreffende Spielbank die Bestimmungen des Art. V. der Verordnung, betreffend das Straf— recht ꝛc. in den mit der Monarchie vereinigten Landestheilen vom 25. Juni 1867(Gesetzsamm— lung Seite 921 sep.) außer Anwendung und die Paragraphen 266, 267 und 340 Nr. 11 des Straf-Gesetzbuches in Kraft.§. 3. Mit dem Tag der Schließung verlieren die betreffenden Spielpacht-Verträge und Coneessionen ihre Gül— tigkeit; eine Entschädigung wegen des entgehenden Gewinnes aus dem Hazardspiel-Betrieb findet nicht statt.
— Die Commissisn zur Berathung über den Nothstand hat am 18. d. den Antrag von Kosch abgelehnt und die Regierungsvorlage angenommen, nochdem die Regierung erklart batte, die Bank werde in der Weise wie die Darlehenskassen den Bedürfnissen entsprechen.
— Abgeordnetenhaus. Lasker und 61 Ge— nossen bringen eine Interpellation ein wegen eines vom amerikanischen Consul in Jerusalem verübten Gewaltaktes gegen einen der preußischen Consulargerichtsbarkeit unterworfenen Israeliten. Der Interpellaut bemerkt, die Israeliten seien über den mangelnden Schutz von Seiten der preußischen Rezierung beunruhigt, in Süddeutsch— land schlage man daraus vorzugsweise Capital gegen Preußen. Der Finanzminister erwiedert, der Consul in Jerusalem sei Bundesconsul; das preußische Ministerium sei ohne Kenntniß von dem Vorfalle; er werde den Bundeskanzler davon benachrichtigen.
— Die„Kreuzzeitung“ widerspricht die aus Rom ktelegraphisch gemeldete Nachricht, wonach der preußische Gesandte Herr v. Arnim erklärt haben soll, daß der König von Preußen zur Er— richtung einer päpstlichen Nuntiatur in Berlin seine Zustimmung gebe; der Gegenstand— sagt das genannte Blatt— sei gar nicht besprochen worden.
— Die„Provinzial-Correspondenz“ sagt betreffs der haunover'schen Legion, die preußische Rezierunz habe keinen Grund, Frankreich bezüg ⸗ lich der weiteren Verfolzung dieser Sache zu mißtrauen. Die Versicherung der österreichischen Regierung, von der Ausfertigung der Pässe für die Hannoveraner keine Kenntniß gehabt zu haben, sei wegen der großen Anzahl dieser Pässe und der politischen Bedeutung der Sache höchst auf⸗ fällig. Die Erörterungen zwischen Preußen und Oesterreich dauerten noch fort, und es sei noch
unbestimmt, wie weit eine Verletzung des Völker- rechts vorliege. Unzweifelhaft sei die Fortgewährung der Gastfreundschaft für den Exkönig von Han— nover, der preußische Unterthanen zum Kriege gegen Preußen anwerbe und ausrüste, kein Zeichen freundschaftlicher Stellung zu Preußen.
— Nach der„Zeidler'schen Corresp.“ würde die Schließung des Landtages in nächster Woche erfolgen.
— Die Berufung des Zollparlaments ist, wie auch jetzt das halbamtliche Organ bestä— tigt, vorläufig auf Mitte k. M. angesetzt. Die Zwischenpause wird durch die Berathungen des Zollbundesraths ausgefüllt werden, der im Laufe der kommenven Woche seine Session beginnt. Zu Mitgliedern besselben sind Seitens des preußischen Gouvernements sämmtliche Mitglieder des norddeutschen Bundes rathes berufen worden.
Hannover. Eine große Anzahl Verehrer des Königs Georg und seines Hauses haben sich mittelst Extrazugs zu der am 18. d. stattgehabten silbernen Hochzeitsfeier nach Wien be— geben. Der„Nürnb. Kour.“ berichtet hierüber: Die Zugänge zum Perron des Bahnhofs waren abgesperrt, doch hatte sich eine ziemliche Menge eingedrängt und betleitete die Abreisenden mit lebhaftem Zuruf. Mit einer Schilderung der Zurüstungen zum Jubelseste könnte man lange Spalten füllen. Der Eifer, womit Stadt und Land sich der Feier seines früheren Königspaares bei diesem Anlaß gewidmet hat, war in der That größer noch, als man erwarten mochte. Für die Tausende von Wünschen, die geschrieben, gedichtet und gesprochen nach Hietzing gehen, mögen die Herzen der Gehuldigten dort Raum haben; wo sie mit den Geschenken bleiben wollen, das mag für sie eine Frage einiger Verlegenbeit werden. Auf nicht weniger als 1537 geben unser: Orts⸗ blätter die Zahl der gestickten Rückenkissen an, die emsige Frauenhände stiften; lassen wir die Hälfte und mehr als Uebertreibung gelten— wer soll trotzdem daran lehnen? Was an Teppichen, an prunkvollen Glockenzügen, an Nützlichem und Zierlichem für den Putz- und Nähtisch der fürst⸗ lichen Damen gespendet wird, soll auch einen Vorrath bilden, mit dem für die Bewohnerschaft eines kleinen Stadtviertels ausgereicht würde. In Frauenkreisen hörte man nur von der tolossalen Arbeit sprechen, die seit Monaten und Wochen Tag und Nacht in den Stickereigeschäften zu be— wältigen wäre Den Werth der hervorragenden Gaben in Silber schlägt man auf mindestens hunderttausend Thaler au.
Bayern. Nünchen. Aus Nizza ist vom 18. d. die Nachricht von der nicht unbedenklichen Erkrarkung des greisen König Ludwig J. von Bapern eingetroffen. Derselbe mußte sich einer zweimaligen Operation unterwerfen, welche zwar glücklich verliefen, allein den neuesten Nachrichten nach dennoch zu ernstlichen Besorgnissen Veranlassung geben.
Oesterreich. Wien. Die Wiener Blätter
vom 19. melden, daß der König Georg bei dem am 18. ds. veranstalteten Welfenhoffeste folgenden Toast ausbrachte: Der König danke
den aus Hannover zu seinem Familienfeste ge⸗
kommenen Gästen für diese Aufmerksamkeit, welche man als einen Beweis der Zusammengehörigkeit des Welsenhauses mit dem hannoverschen Volke ansehe. Er hege die Ueberzeugung, daß er als freier König wieder nach Hannover zurückkehren werde. Auch seine Ahnen hätten das Land ver⸗— lassen mässen, bei ihrer Rückkehr in dasselbe hätten sie aber ein vergrößertes Welfenreich wiedergefunden. Die Vorsehung berechtige ihn, zu glauben, daß er als freier und unabhängiger König wieder zurückkehren werde. Schließlich brachte er ein Hoch auf Hannover aus und leerte sein Glas auf baldiges Wiedersehen im Welfenreiche. Beim Bankett waren durchwegs nur Hannoveraner anwesend.
— Reichsraths⸗ Delegation. Schindler und Genossen interpelliren den Reichskanzler wegen der Ertheilung von österreichischen Pässen an die Han⸗ noveraner und wegen der Festlichkeiten des Wel⸗ fenhofes in den letzten Tagen. Baron Beust ant⸗ wortet sofort, um jede Beunruhigung zu ver⸗ scheuchen: Zur Störung der Familienfestlichkeiten habe weder ein innerer noch ein äußerer Grund vorgelegen und es sei Alles geschehen, um die Feier innerhalb der Gränze des Hauses zu halten. Die Erklärung der„Wiener Abendpost“ enthalte die volle Wahrheit, alles Andere sei Unwahrheit. Baron Beust weist auf die Bemühungen der Re⸗ gierung hin, das gute Einvernehmen mit Preugen nicht zu stören, selbst da eine Ursache zu Empfind⸗ lichkeiten vorlag. Die Regierung halte sich dit Gränzen der Gastfreundschaft gegenwärtig und werde nicht dulden, daß das mühsam aufgeführte Friedensgebäude durch unberufene Thätigkeit unter⸗ graben werde.
— Wie die„Neue freie Presse“ meldet, macht ein Erlaß des Ministers des Innern an die Statthalter von Oberösterreich und Steiermark auf die Agitatienen mancher Geistlichen gegen die Staatsgrundgesetze aufmerksam und beauftragt die Statthalter, zur Warnung vor den Umtrieben Seitens des Clerus den Bischöfen mitzutheilen, die Regierung wolle den Clerus in Ausübung seines geistlichen Amtes keinesweges beirren, sie verlange aber, daß derselbe sich nicht über die Staatsgesetze erhaben dünke, widrigenfalls die Friedensstörer den Gesetzen überwiesen werden müßten.
Schweiz. Bern. In dem„Bund“ pro- testirt ein Hannoveraner, ein Herr von Pawel⸗ Bammingen, gegen das Baseler Telegramm des Wagner'schen Bureaus vom 12. d. M., welches meldete, Hauptmann v. Hartwig babe von dem Grafen Platen in Hietzing 100,000 Franken zur Uebersiedelung der hannover'schen Flüchtlinge aus dem Elsaß nach dem Haute-Marne verlangt.
etwa
so schent er sich nicht, sogar in unmittelbarer Nähe der Wohnungen, die ihm gebotenen Niststätten zu beziehen, und die Beobachtung seines Familien- lebens gewährt dann dem Naturfreunde vielen Stoff zu angenehmer Unter- haltung, denn der Staar it ein überaus kluger und doch zutraulicher, stets munterer Geselle. In allen Gegenden, wo er auf diese Weise zum „Hausfreund“ geworden, freut sich Jung und Alt, wenn er im Frühjahr einrückt und fröhlich plandernd sein kleines„Daheim“ begrüßt.
a Hier und da ist in der Wetterau schon begonnen worden, die Nist⸗ kästchen auszuhängen; möge das Beispiel doch recht zahlreiche Nachahmer finden! Die Gartenbesitzer sollten die einmaligen kleinen Kosten und das Bischen Mühe nicht scheuen; Freund Staermatß wird sie ihnen reichlich vergelten.— Die Kästchen hänge man nicht allzu niedrig, mindestens fünf tehn bis zwanzig Faß über der Erde auf, das Flugloch am Besten nach Süden gekehrt. Zu eupfehlen ist, daß sie hinlänglich stark seien, um mehrere Jahre der Witterung zu widerstehen; das Maß derselben darf nicht unter anderthalb Spannen nach jeder Richtung sein und das Flugloch nicht zu klein, damit der Vogel bequem durchschlüpfen kann.“) Letzteres bringe
) Schreinermeister August Franck in Friedberg fertigte im vorigen Jahre solche Kästchen nach den in diesem Blatte zu jener e 29 e fab einen derselben in seinem Garten auf und bald nistete ein Paar darin, welches im Laufe des Sommers 20 bis 25 Jungen ausbrütete. Auch jetzt schon hat wieder ein Paar Staare sein Quartier darin aufgeschlagen. Bei erwähntem Schreinermeister Aug uft Franck sind solche Beutkästchen steis in Vorrath zu haben. Die Red.
man etwas über der Mitte einer Seite an und vor demselben eine kleine Sitzstange. Zum Ablaufen des Regens sei das Dach etwas abschüssig und wer dem Vogel sein Häuschen ausschmücken will, bekleide es mit Baumrinde.— Die Anfertigung der Kästchen gäbe vielleicht einen kleinen Erwerbszweig für manchen Schreiner und wenn sie vorräthig, um billiges Geld zu haben sind, würde mancher Gartenbesitzer um so leichter ver ⸗ anlaßt werden, sie anzuschaffen und aufzuhängen.
Ein Briefkasten besonderer Art. Von Dr. Curt man.
An der Südküste Patagoniens in Südamerika, den öden, winter ⸗ lichen Feuerlande gegenüber, ist jetzt auch ein Postamt gegründet worden. Auf dem Vorsprunge eines Felsens nämlich, der sich durch seine auffallende Gestalt kenntlich macht, und aus weiter Entfernung zu sehen ist, hat man einen starken Balken angebracht, mit der Aufschrift: Post office (Postamt). An einer starken eisernen Kette hängt ein Faß mit einem Deckel, der sich leicht öffnen läßt. Es bildet den oceanischen Briefkasten. Jedes Schiff, welches durch die Magellanische Straße fährt, schickt ein Boot ans Land, und läßt die vorhandenen Briefe seiner Richtung heraus ⸗ nehmen, und dagegen die seinigen hineinlegen. Sobald dann ein Hafen erreicht wird, der eine regelmäßige Postverbindung hat, gibt es die Briefe ab. Aehnlich ist auch bereits eine Verbindung in Australien, nördlich von Neuholland, eingerichtet.
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