Ausgabe 
21.11.1868
 
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reichs mit Napoleon III., demManne, der die Freiheit dee französischen Volkes erwürgt, wurde sehr energisch protestirt.

Das Rothbuch enthält nach einem Tele⸗ gramm derBohemia 139 Actenstücke, darunter ein einziges über die nordschleswig'sche Fragt, zwei über die spanische und beiläufig hundert über die orientalische Angelegenheit.

Dem bekannten Alpensteiger Oberlieutenant Julius Payer, vom 36. Infanterieregiment Graf Degenfeld, ist vom Unternehmer der deutschen Nordpol Expedition, Dr. August Petermann in Gotha, die ehrenvolle Aufforderung zur Theil nahme an dieser Expedition im nächsten Jahre zugekommen. Seine Aufgabe wäre Aufnahme des landschaftlichen Theiles und Beschreibung alles dessen, was in das Gebiet der Gletscherbildung in den Polargegenden gehört.

Frankreich. Paris. Wie man über die Verurtheilung derjenigen, die Subscriptionen für ein Baudin⸗Denkmal eröffneten, denkt, mag daraus hervorgehen, daß seitdem 6 weitere Provinzial blätter die Eröffnung von Subscriptionen an; zeigten, und daß in den zwei bedeutendsten Staatslehranstalten in der Ecole polytechnique und in der Eeole normale Beiträge zu demselben Zweck gesammelt werden. In maßgebenden Kreisen fühlt man auch, daß man sich mit diesem muthwillig hervorgerufenen Prozeß in eine Sack⸗ gasse verrannt hat. Bereits soll der Kaiser auf die abenteuerlichsten Mittel sinnen, um diesen Fehltritt wieder gut zu machen. Es heißt sogar, er gehe mit dem Gedanken um, abermals an eine Volksabstimmung zu appelliren(2) und durch den erneuten Ausdruck desnationalen Willens den Staatsstreich und alle seine Nachwirkungen abermals gutheißen und anerkennen zu lassen.

Der Justiz⸗Minister Baroche und der Minister des Innern, Pinard, haben, der erstere an die General⸗Procuratoren, der letztere an die Präfecten, ein Circularschreiben gerichtet, worin sie ihnen die Instruktion geben, jede Manifestation bezüglich des 2. Dezember auf's energischste zu unterdrücken.

Die Regitrung sieht sich nochmals ver⸗ anlaßt, den Nachrichten desGaulois von ent- deckten Complotten auf das Bestimmteste zu wider⸗

sprechen.

DerGaulois schreibi über die jetzige Situation der verschiedenen spanischen Throncan- didaten:Don Carlos scheint die Unterstützung der Tuilerien und die des römischen Hofes ver⸗ loren zu haben. Die erstere ist ihm, wie man uns versichert, entzogen worden, weil man sich von der geringen Wahrscheinlichkeit des Triumphes seiner Sache überzeugt hat, und die zweite hat er verloren, weil der Vatican dahin gelangt ist, große Zweifel in seine Orthodoxie zu setzen. Die Candidatur des Erbprinzen von Asturien wird seit einigen Tagen sehr in den Vordergrund ge schoben. Man sagt, daß der Kaiser sie mit günstigem Auge betrachtet, und daß die Kaiserin bereit ist, für sie ihren ganzen Einfluß einzusetzen. Was den Herzog von Monipensier betrifft, so glaubt man, daß er mehr und mehr mit dem Marschall Serrano und dem Admiral Topete verbunden und ihr Candidat ist. Die provisorische Regierung hat offiziell gar keinen Candidaten. Jedes ihrer Mitglieder hat seine persönliche Vor- liebe, allein die Regierung in ihrer Gesammtheit wird wahrscheinlich sich zum Advocaten keiner bestimmten Persönlichkeit bei den Cortes machen. Was den General Prim anlangt, so kennt noch Niemand seine Ideen in diesem Punkte.

Der mehrgenannteTimes-Correspondent in Paris erwähnt wieder die Candidatur des Herzogs von Aosta für den spanischen Thron als eine neuerdings in diplomatischen Kreisen mehrfach besprochene Möhlichkeit, natürlich unter der Vor aussetzung, daß sich die Nation für eine Monarchie enischiede.

DerAbend ⸗Moniteur theilt mit, daß Fürst Talleyrand, nach Petersburg zurückgekehrt, vom Kaiser Alexander empfangen wurde, der sich über den friedlichen Geist und die Gefühle gegen

seltigen Wohlwollens, welches die Fürsten Europa's persoͤnlich beseele, beglückwünscht habe.

Die Königin von Spanien machte in den letzten Tagen, die vom Wetter wieder mehr be⸗ günsligt waren, ein paarmal Ausgänge zu Fuß, und zwar am Arme ihres nominellen Gatten, des Königs. Sie macht bei Weitem nicht den unan⸗ genehmen Eindruck, den politische Gegnerschaft ihr angedichtet hat. Ihr Gesicht hat etwas Apathisches und Geisloses aber fast Gutmüthiges; hinter einem Stande in den Markthallen würde sie gewiß viele Käufer anlocken. Pater Clarel ist dagegen eine der widerwärtigsten Erscheinungen, die man sich denken kann; sein Taint ist schmutzig, seine Augen falsch und lauernd, seine Lippen schlapp und ungesund. Lavater könnte hier frucht⸗ bringende Studien machen.

Großbritannien. London. In Bolton fanden Wahltumulte zwischen Irländern und Eng- ländern statt. Es mußte Militär einschreiten. Ebenso in Bristol, wo der Pöbel beider Parteien Häuser erstürmte und Eigenthum im Werth von 15,000 L. Sterling zerstörte. Die Provinzial⸗ bank wurde ebenfalls angegriffen, jedoch gerettet. Viele Verwundungen kamen vor Aehnliches wird aus Belfast gemeldet.

Spanien. Madrid. Das Vermögen, welches die Exkönigin Isabella im Auslande an⸗ gelegt hat, soll aus 128 Millionen in Gold be⸗ stehen, wozu noch 40 Mill. in Juwelen kommen.

Italien. Neapel. Seit zwei Tagen, wird vom 18. d. berichtet, ist der Vesuv in einem heftigen Ausbruch begriffen. Am Fuß des großen Kegels öffneten sich neue Kegel, welche Lavaströme in der Richtung des Lava Ergusses von 1856 ergiefßen. Das Maximum der Lavageschwindig⸗ keit ist 180 Meter in der Minute. Die Lava überströmt bebautes Land und wird bald das Meer errtichen. Mehreren Dörfern droht Zerstörung.

Amerika. Newyork. Am 13. und 14. d. M. wurde bier eine große Anzahl von Meteoren gesehen. Das Wetter war sehr schön und der wolkeulose Himmel ermöglichte sehr voll- ständige Beobachtungen. Nachrichten aus Chili bis zum 25. October zufolge wurden daselbst in Intervallen leichte Erdstöße verspürt, welche indeß, außer einer bedeutenden Aufregung unter der Bevölkerung, keinen nennenswerthen Schaden an- richteten.

Havanna. Augesehene Bürger von Puerto Principe haben dem Generalcapitän Lersundi pecuniäre und sonstige Hülse zur Vereitelung der Landungsversuche amerikanischer Flibustiers ange⸗ boten. Auf Anordnung der Regierung kreuzt eine Anzahl von Kanonenbooten längs der Küste, und sind sonstige umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Die Hungersnoth in den öst⸗ lichen Bezirken dauert fort, da heftige Regengüsse das Mahlen der eingeheimsten Früchte verhinderten.

«Friedberg, 19. Nov. Aus unsrer Nähe ist ein scheußliches Verbrechen zu berichten, welches gestern in den Abendstunden zwischen Obei-Rodbach und Rodheim verübt worden ist. Ein zwölfjähriges Mädchen aus Ober⸗Rosbach, welches zu dicser Zeit nach Hause zurückkehren wollte, wurde auf dem Rückwege von einem Manne angepackt und in der abscheulichsten Weise mißyandelt und mißbraucht, worauf der Unmensch sein Opfer zu ersticken suchte und ihm dann noch einige Slichwunden beibrachte. Das Kind, welches bewußtlos im Felde liegend gefunden wurde und in der Nacht schon seinen Wunden erlag, soll vor seinem Ende noch so weit zum Bewußtsein zurückgekehrt sein, um den Thäter bezeichnen zu können. In Folge dessen ist sofort ein in Rodheim wohnender Weißbinder, Ortobürger in Ober⸗ Wöllstadt Namens Peter Feuerbach, dessen bjutigen Rock man im Felde gefunden halte, zur Hafi gebracht worden und bat die gerichiliche Untersuchung gegen ibn begonnen.

Darmstadt. DieH. Ldszig. schreibt vom 19. d.: Gestern Nachmittag 4 Uhr wurde der Knecht eines hiesigen Handlungehauses beauftragt, bei einem Privatmann den Betrag von 2000 fl. zu erheben. Der schon 28 Jahre in diesem Hause zur größten Zufriedenheit dienende Mann erhob zwar die Summe, verschwand aber auch damit und haben die sofort eingeleiteten telegraphischen Nachforschungen bis jetzt noch keinen Erfolg gehabt.

Aus Höchst(2) berichtet derRh. K. am 15. sei durch eine amiliche Untersuchung konstalirt worden, daß die ledige neunzehnjährige Th. Schindling am letzlen Donnerstag Abends kurz vor 11 Uhr im Hose ein Kind geboren hatte; vor der Niederkunft öffnete sie den Schweinstall; das kaum geborene Kind warf sie hinein und wurde dasselbe sofork von dem darin befindlichen

Thiere gefressen.

Aus Pheinhessen. In jünzster Zeit halten in Osthosen mehrere Brände statt, wobei alle Umstände die Annahme einer absichtlichen Brandstistung rechtfertigten. Eine deßsalls eingeleitete gerichtliche Untersuchung hat jetzt ergeben, daß ein zehnjähriger verwahrloster Knabe aus Guntersblum der Uebelthäter gewesen. Derselbe soll seine Verbrechen eingestanden haben, welche er mit großer Verschmitztheit und Kaltblütigkeit ausführte.

Herrieden, 16. November. Der hiesige Witterungs⸗ beobachter gibt folgendes Bulletin aus:Ein über Eng⸗ land sich befindender sehr hoher Luflberg, an dessen östlicher Hänge ganz Europa liegt, hat uns eine für den November sehr kalle Nacht gebracht, doch deutet das schnelle Fallen des Barometers im Hafen von Gascogne schon wieder auf Annäherung des Aequatorlalstromes, wie überhaupt bei dem noch immer unruhigen Luftmeer veränderliches Wetter zu erwarten ist.

Köln. Die Mittheilung über die hier verspürten Erdflöße kann dahin vervollständigt werden, daß dies Phänomen, wie aus Düsseldorf, Bonn und Düren ge⸗ melder wird, zur selben Zeit auch dort beobachtet worden. Es kam dort weit heftiger zur Erscheinung. In Düssel⸗ dorf, wo die Erschütterung in den verschiedensten Theilen der Stadt wahrgenommen wurde, war sie so stark, daß die Mauern zitterten, die Fenster klirrten, die Gläser auf den Lampen in eine vibrirende Bewegung, die fast eine Minute andauerte, geriethen.

Aus Zwickau wirb berichtet:Die Tochter des Lürgermeisters W. in S. war vor, Kurzem des Abends beschäftigt, sich mit Benzin ein Paar Handschuhe zu waschen und hatte dieselben zu diesem Behufe angezogen. Ein Geräusch vor der Thür veranlaßte sie, das Licht zu nehmen und hinauszugehen, wobei plötzlich das sehr flüchuge und brennbare Benzin an den Handschuhen vom Lichte Feuer fängt, und im Nu stehen beide Hände in Flammen. Das unglückliche Mädchen, allein im Zimmer, stürzt mit brennenden Händen hilserufend zut Thür hinaus; die herbeieilende Magd ist aber so erschrocken, daß doch ein Zeitraum vergeht, ehe sie im Stande ist, mit einem Kübel Wasser den Brand zu löschen. Nach Aus⸗ sage des Aztes war die Verbrennung so bedeutend, daß nur äußerst wenig daran fehlte, eine Amputation beider Hände nicht umgehen zu können. Also Vorsicht mit dem Benzin, welches in letzter Zeit sehr in Aufnahme ge⸗ kommen ist und dessen leichte Entzündbarkeit vielen gar nicht bekannt ist! W

Berlin. In vergangener Woche fand dahier eine zahlreich besuchte Versammlung von Directoren deutscher Lebensversichtrungs⸗Gesellschaften statt. Gegenstand der Besprechung bildete die Frage, auf welche geeignete und wirksame Weise wohl der betrügerischen Ausbeutung der Versicherung auf den Todesfall durch die Versicherung bereiis dem Tode naher oder an unheilbaren Krankheiten leidender Personen vorgebeugt werden könne. Weiter be⸗ rieth man über die Zweckmäßigkeit eines gegenseitigen Austausches der Erfahrungen, welche Seitens der einzelnen Gesellschasten in Bezug auf die mittlere Lebensdauer und Sterblichkeit der Versicherten, insbesondere auch aus ein zelnen Berufsklassen alljährlich gemacht werden.

Altona. In einem Coups dritter Klasse des von Norden nach hier kommenden Personenzuges hat am Montag Abend voriger Woche eine komische Verwechslung statigefunden. Es war sehr dunkel, Niemand konnte seinen Nachbar erkennnen und auch eine Unterhaltung wollte sich auf diese Weise nicht anknüpfen. Da wurde das Schweigen plötzlich durch die naide Frage einer weiblichen Stimme unterbrochen:Karl, wo hast Du den Schnurrbart her? Ungeheuere Heiterkeit folgte diesen nicht mißzuverstehenden Worten. Dieselben waren von einem jungen Mädchen ausgegangen, das bis dahin auf der Neise neben seinem Bräutigam gesessen hatte, welcher jedoch beim Einsteigen auf der vorhergegangenen Station im Gedränge auf einen anderen Platz geraihen war. Derjenige Passagier der des Erwähnten Stelle eingenommen hatte, fühlte plötzlich einen zärtlichen Händedruck, wonach zwei Lippen mit herz⸗ haftem Kuß sich auf die seinigen preßten und dort de Schnurrbart vorsanden, der jenen Ausruf veranlaßte.

Kronach. Der auf dem Rosenberg befindliche Festungs? sträfling Chorinsky wurde wegen Zeichen von Geistes⸗ flzrung in das Krankenhaus der Feslung verbracht und soll bei demselben die förmliche Tobsucht ausgebrochen sein, so daß ihm die Zwangsjacke angelegt werden mußte.

Kurhessische Cassenscheine. Nach einem Erlasse des Finanzministers werden die kurhessischen Cassen⸗

scheine, welche unier der Regierung des vormaligen Kur⸗ fürsten ausgegeben worden, nur noch bis zum Ablause

dieses Jahres bei den betreffenden Cassen in Zahlung an⸗ genommen werden.

% Der diesjährige Häringssang. Wie in vielen anderen Beziehungen das Jaht, 1868 reich an außerordentlichen Erscheinungen ist, so zeichnet es sich auch durch einen so ergiebigen Häringsfang in unserer Gegend aus, wie selbst die älteren Leute sich nicht erinnern können, ihn erlebt zu haben. Nur mit Mühe können die Be⸗ wohner der Halbinsel noch Käufer für ihre Beute finden, die sie täglich machen. Die Bote werden förmlich in ihrem Laufe gehemmt, wo dieser mit seinem Silberschein prächtig glänzende Fisch sein Lager aufgeschlagen hat. Mit Netzen kann daher an solchen Stellen gar nicht ge⸗ arbeitet werden, sondern die Fischer schöpfen mit dazu ge⸗ eigneten Gefäßen die Thierchen aus dem Wasser in ihre Boote. Bei solcher Menge ist natürlich auch der Preis

ein sehr gedrückter, das ganze Schock wurde in. diesen Tagen mit achtzehn Pfennigen dezahll. Schon seit längerer

Zeit sind die Pökelanstalten in der größten Thätigkeit,

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