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, Franzbsische Journalisten behaupten allen Ernsted, daß das Zündnadelgewehr eine französische Er- findung sei und erzählen, um diese Anmaßung glaubwürdig zu machen, folgende Geschichte: Im Jahre 1813 börte der Derzog von Rovigo, daß ein Pariser Waffenhändler ein Gewehr erfunden babe, welches, ohne Stein oder Zündhütchen, in der Minute acht bis zehn Schüsse ab⸗ zugeben im Stande sei. Er ließ den Versertiger kommen, untersuchte die Waffe und schickte sie dann an den Kaiser Napoleon mit einem Briese, in welchem er versichert, daß in seiner Gegenwart das Gewehr zweiundzwanzig Schüsse in zwei Minuten abgegeben, daß die Herstellungskosten nicht höher wären, das Gewicht dagegen um ein Viertel geringer, als das der damals gebräuchlichen Flinten, und daß die Patrone sogar nur zwei Fünstel von dem Gewicht der gewöhnlichen Patrone besitze. Der Kaiser schrieb unter den Schluß des Brieses solgende Anmerkung: Dem Herzog von Friaul anbesohlen, den Erfinder kommen zu lassen die Vüchse von einem Comite der Garde⸗Artillerie⸗ Offiziere zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten!“ Der Besehl wurde ausgeführt; der Bericht in so günstigem Sinne erstaitet, daß der Kaiser sofort dem Pauly 10,000 Fr. auszahlen ließ. In der nun folgenden ereignißreichen Zeit wurde die Büchse, wie ihr Erfinder, vergessen, und erst im verflossenen Monat, nachdem man den Brief des Herzogs an's Licht gezogen, suchte man im Artillerie-Museum nach und fand dort das Gewehr Pauly's, welches genau dem preußischen Zündnadelgewehr entspricht. Nach dieser voll⸗ ständig verbürgten Geschichte sollie man in der Tbat glauben, daß das Zündnadelgewehr eine französische Er⸗ findung sei, wenn nicht ebenso bestimmt nachgewiesen werden könnte, daß einer von Pauly's Arbeitern ein Deuischer mit Namen— Nicolaus Dreyse gewesen.
„ Unsinnige Wetten. Ein Schweizer ging die Welle ein, in 6 Stunden 25 Cigarren zu rauchen; da⸗ zwischen durfte er blos ein Glas Bier trinken. Der Raucher gelangte nur bis zum neunten Stück; dann mußte ein Arzt geholt werden, der die Spuren der un⸗ sinnigen Nicotinvergiftung mit Mühe wieder entfernte. Ein Anderer führte sich in Folge einer Wette 84 Tassen Kafsee zu Gemütbe. Auch bier mußte ärztliche Hülfe her⸗ veigerufen werden.
„ Wie man gerüchtsweise erzählt, habe einer der Pariser Stadträthe kürzlich an den Spielpächter Blanc die drei folgenden Fragen gerichtet, mit der Bitte, sie so⸗ sort zu beantworten: 1) wie viel Fremde sind während der Saison in den Bädern von Spaa, Ems, Wiesbaden, Baden⸗Baden und Homburg anwesend? 2) Wie viel verzehren diese Fremden daselbst täglich im Durchschnitt? 3) Welches ist die Summe die die Spieler an den fünf Spielbänken dieser Bäder verlieren? Blane habe auf die etsie Frage geantwortet: Die Zahl der Fremden beläuft sich wenigslens auf 100.000. Auf die zweite Frage: die Durchschnittszahl der Ausgaben der Fremden ist, auf tinen Fremden nur 15 Fres. täglich gerechnet, im Ganzen Eine und eine halbe Million(1½ Mill.) täglich. Der Verlust der Spicler während der Saison betrage an den sünf Spielbanken ungefähr fünfzebn Millionen, die sich solgendermaßen vertheilen: in Wiesbaden und Ems werden 4½ Mill., verloren, in Homburg ebenfalls 4½ Mill., in Baden⸗Baden 4 Mill., in Spaa 2 Millionen, macht wie gesagt— fünfzehn Millionen.
„ Zollverein. Nach der piovisorischen Abrechnung über die gemeinschaftlichen Einnahmen an Ein⸗ und Aus- gangszöllen ꝛc. im Zollverein für das erste und zweite Quartal 1868 haben die Brutto⸗Einnahmen 13,100,137 Thaler, die Netto-Einnahmen 11,476,540 Thlr. ergeben, weiche auf die einzelnen Zollvereinsstaaten nach Maßgabe der Bevölkerung vertheilt wurden.
, In dem neuen Postvertrag mit England, über dessen Abschluß im nächsten Monat verbandelt werden wird, sollen bedeutend ermäßigte Portosätze ver— abredet werden. Nach den bis jetzt aufgestellten Propo⸗ sinonen wird das Porto für den einfachen Brief big zu 15 Grammes 2 Sgr. in Norddeutschland und 2. d. in England betragen. Unfrankirie Briese zahlen das Doppelie der Taxe. Für Streifbandsendungen bis zu 2½ Loth soll in der Folge das Porto 1 Sgr. betragen. Die Ein⸗ führung der Postanweisungen im Verkehr mit England ist ebenfalls beabsichtigt.
Frauenverein für Krankenpflege.
Der hiesige Zweigverein des Frauenvereins für Kran⸗— kenpflege bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß es ihm gelungen ist in der Person der Frau Johanua Colonius von Frankfurt eine erfahrene und geschickte Krankenpflegerin zu gewinnen. Frau Colonius ist, um ihre Dienste dem Vereln zu widmen, hierher übergesiedelt, und ist von heute an bereit die Thätigkeit als Kranken⸗ pflegerin zu beginnen. Als Vergütung, welche für die Dienste der Pflegerin an den Verein zu entrichten ist, haben wir sesigestellt:
a. für einzelne Tage: von Mitgliedern des Vereins 24 kr. nebst Verköstigung oder 48 kr. ohne dieselbe, von Nicht⸗Mit gliedern 1 fl. nebst Verköstigung,
p. bei längerer Krankheitsdauer, für die Woche: von Mitgliedern 2 fl. nebst Verköstigung, von Nicht⸗Mil⸗ gliedern 5 fl. nebst Verköstigung.
Auch außerhalb der Stadt wird die Pflegerin auf Verlangen Pflegedienste übernehmen, so weit dies der Dienst in der Stadt zuläßt. Die Interessenten haben alsdann außer den obigen Sätzen auch für den Transport zu sorgen. Diejenigen, welche die Dienste der Kranken⸗ pflegerin in Anspruch nehmen wollen, werden gebeten ihre desfallsigen Anmeldungen an die Präsidentin des Ver- eins, Fran Dr. Trapp, zu richten. Zahlungen wolle
man an den Vereinsrechner Herrn Kaufsmeun Huber machen. Wir empfehlen nunmehr das Unternehmen on⸗
gelegentlich dem Wohlwollen des Publikums und hoffen, daß dasselbe in Krankheitsfällen von der ihm angebotenen Hilfe vielseitigen Gebrauch machen und sich von dem Werthe und Nutzen der Sache immer mehr überzeugen wird. Auch geben wir uns der Hoffnung hin, daß, nach⸗ dem die Einrichtung ins Leben getreten, sich noch weitere Persönlichkeiten zur Erlernung der Krankenpflege und zur Ausübung dieser schönen und segensreichen Thäligleit ge— neigt und willig zeigen werden. Schließlich bemerken wir noch, daß die gezeichneten Beiträge in dem laufenden Vereinsjahre durch die Verbindlichkeiten, die der Verein übernehmen mußte, vollständig aufgezehrt werden und daß daber der Foribestand und die Weilerentwickelung der Verelnssache von der sortgesetzten Theilnahme des Publi⸗
kums abhängig ist. Wenn diese Betheiligung unseren
Erwartungen enispricht, so voffen wir im Stande zu
sein, für Minder bemittelte die Vergütung für
die Pflege entsprechend herabsetzen zu können. Friedberg den 15. November 1868.
Benachrichtigung.
Nach einem uns heute zugegangenen Schreiben der Schweizerischen Bundeskanzlei, Bern am 16. November, zeigt uns dieselbe den Empfang der übersandten 91 fl. für die Wasserbeschädigten in der Schweiz an und bittet, allen edlen Gebern ihren tiefgefühlten Dank auszusprechen, welchen Auftrags wir uns hiermit entledigen.
Das Comité.
Sitzung der Localseclion des Gewerbocreins
Montag den 23. November, Abends 8 ½ Uhr. Tages⸗ ordnung: 1) Voranschlag für die Mäbchenschuse. 2) Aus⸗ stellung von Gewerbserzeugnissen der Handwerker, ein⸗ schlleßlich der Gesellen. Der Vorstanb.
Verloosungen. 51 Ausbach-Gunsenhausener 7 fl.⸗Loose. Serlen⸗ Ziehung am 16. Nov. Nr. 145 193 271 301 571 780 857 1011 1016 1081 1315 1521 1562 1602 1845 1848 1975 204 2017 2200 2207 2238 2299 2329 2504 2861 3190 3384 3704 3870 3899 3950 4455 4170 4283 4551 4650 4689 4837 4853 4856 4895 4899 4966.
Brüsseler Loose von 1867. Ziebung am 15 Nov. Hauptireffer: Nr. 96 à 25,000 Fr. Nr. 138133 à 2000 Fr. Nr. 49959, 169838 à 1000 Fr.
„ Der Welthandel. Illustrirte Monats“ befte für Handel und Industrie, Länder⸗ und Völkerkunde. Im Verlage von Julius Maier in Stuttgart, demselben Verlage, in welchem das größt angelegte und bedeutendsie handelswissenschaftliche Werk, die „Bibliothek der gesammten Hanudelswissenschaften“ heraus⸗ gegeben wird und demnächst seinem Abschluß entgegen geht, erscheint unter obigem Titel eine neue Zeiischrift, an welcher sich die bedeutendsten Männer von Fach und eine Reihe der tüchtigsten literarischen Kräfte betheiligen. Außer Förderung der Fachwissenschaften dient diese Zeitschrift genugreicher, belehrender Unterhaltung für die kauf⸗ männischen, industriellen und gewerblichen Kreise und deren Familien.
Mit Holzschnitten schön ausgestattet bringt die Zeit⸗ schrift schon im ersten Hefte eine sehr werthvolle„Verkehrs⸗ karte von Deutschland“ mit allen für den Verkehr nöihigen Details als Gratisbeilage. Die Zeitschrift empfiehlt sich von selbst allen oben genannten Kreisen uud hat sich dieselbe schon seit dem kurzen Bestehen einen ausgedehnten Leserkreis geschaffen.
Noch ein Urthtil über den Lahrer Hinzenden Voten. Zürich, in der Schweiz, 27. Sept. 1868.
2827 Ihr Illusirirter Familienkalender des Hinkenden Bolen verdient vollkommen die außerordentliche Verbreitung, die er seil Jabren findet, die größte und ausgedehnteste, wie sie, so viel ich weiß, kein ähnliches Uniernebmen in Deutschland gefunden hat. Es ist ein ächter Volkskalender; er dringt inen Lesern viel in einer kernigen, allgemein verständlichen Sprache, und immer mit jenem, gerade Ihrem Hinkenden Boten eigenen köstlichen Humor, der im fröhlichen Scherz wie im bitteren und das Herz ergreifenden und er⸗ schütternden Ernst seine wohlthuende Wirkung nicht verfehlt. So spreche ich Ihnen denn meinen aufrichtigsten Dank dafür aus, daß Sie eine desondere Ausgabe Ihres Kalenders für meine liebe Heimath Westphalen veranstaltet haben und ich zweifle nicht, daß er dort viele Leser finden wird, die sich an seinem Inhalte erfreuen werden, wie dieser mich se sehr befriedigt hat. Dabei muß ich jedoch einen Vorbebalt machen, der den politischen Theil Ihres Kalenders beteifft. Ich bin alt geworden im Dienste der Freiheit und des Rechts. So war ich, wie ich gegen jeden Krieg bin, den nicht ein Volk zur Abschüttelung eines Joches unternehmen muß, auch gegen den von 1868 und gegen seine Folgen. Daltschland muß und wird einig werden; aber nur durch freie Verbindung seiner Volksstämme. Dr. J. D. H. Temme.
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