Ausgabe 
20.10.1868
 
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Vom Statthalter General Koller ist eine neue Kundmachung veröffentlicht, welche unter Androhung des ernstlichen Einschreitens vor ferneren Ausschreitungen warnt.

Wegen der Befürchtung, daß in Kollin Excesse ausbrechen könnten, sind Truppen dahin abgesandt worden.

Die katholischen Geistlichen in Kronstadt (Siebenbürgen) sollen ihrem Bischof, der sie auf⸗ forderte, ihre Ansichten über die Nothwendigkeit von Reformen in der katholischen Kirche kundzu⸗ geben, geantwortet haben, als die zweckmäßigste und dringlichste Reform erscheine die Aufhebung der Ehelosigkeit des Clerus, weil dieselbe Folgen habe, die der Geistlichkeit in der öffentlichen Meinung am allermeisten schaden.

Schweiz. Im Kanton Glarus sollen der Glarner Ztg. zufolge nächstens neue Versuche angestellt werden, um aus dem Klönthaler See die Armee⸗Kasse heraufzuholen, welche die Russen bei ihrem Rückzuge im Jahr 1799 dort versenkt hätten. Man erwartet nur noch einen Tauch- apparat, der es gestattet, sich einige Stunden lang unter Wasser aufzuhalten. Die von einigen reichen Privatleuten unterstützten Taucher hoffen durch die, übrigens sehr kostspielige, neue Ver⸗ fahrungsweise ihren Zweck zu erreichen, wenn, wie eine Tradition behauptet, dieser Schatz wirk lich auf dem Grunde des See's ruht.

Der König von Württemberg hat sein em Gesandten in Bern 2000 Fr. zur Unterstützung der durch die Rheinüberschwemmungen Beschädigten zugehen lassen; gleichzeitig war der Gesandte beauftragt, dem Bundespräsidenten mitzutheilen, daß der König, indem er sich an die Spitze der Bestrebungen stelle, welche in Württemberg zur Unterstützung der in der Schweiz Verunglückten zu Tage treten, beweisen wolle, welchen großen Werth er darauf lege, daß die zwischen der Schweiz und Württemberg bestehenden Freund⸗ schaftsbeziehungen auch in Zeiten der Bedrängniß thätigen Ausdruck finden.

Bern. Der Bundesrath hat beschlossen zur Organisation der für die Wasserbeschädigten ge⸗ troffenem Hülfsmaßregeln drei Comite's zu er⸗ nennen und zwar ein Central⸗Hülfscomite, welches seinen Sitz in Zürich haben soll, und beauftragt ist, zunächst die Gaben in Naturalien zu vertheilen und später Vorschläge über die gerechte Verthei⸗ lung der Geldgaben zu machen. Das zweite Comite ist eine Expertencommission, welche sich an Ort und Stelle begibt, um den Schaden zu schätzen. Die dritte Commission ist eine technische; sie hat die Ursachen der Calamität zu untersuchen, und die geeigneten Vorschläge zur Abhülfe zu machen.

Frankreich. Parise. DerGaulois veröffentlicht ein Schreiben Prim's, worin die Angabe dementirt wird, daß Prim nach Fontaine bleau gegangen sei, um eine Audienz nachzusuchen, und daß er 600,000 Thlr. von Preußen empfangen habe. Es wird in dem Briefe erklärt, Spanien habe sich mit Hülfe eigener Mittel und des Blutes seiner Söhne befreit.

DerConstitutionnel erklärt die Mit⸗ theilungen desLütticher Journals von der an⸗ geblich erfolgten Unterzeichnung eines Vertrags zwischen Frankreich und Holland für falsch.

DiePateie bestätigt die gemeldete Armeeduction und fügt hinzu daß jetzt nur 354,000 Nann unter den Waffen ständen. Die Patrie schließt, daß diese Maßregel der Militär- verwaltung in vollständigem Einklang mit der Politik der. e und des Kaisers stehe.

DieAgence Havas bringt Nachrichten vom argemtinischen Kriegsschauplatz. Danach hatten die Verbündeten das verschanzte Lager in Tebicuary, wohin sich Lopez nach der Einnahme von Huwoita zurückgezogen hatte, genommen. Lopez flüchtete nach Villartca. Zwei fremde Cor⸗ vetten waren den Fluß hinauf gegangen. Wahr⸗ scheinlich entrann Lopez auf einer derselben.

Die Kronprinzessin von Preußen wird künftigen Montag oder Dienstag von Darmstadt in Paris eintreffen und einen Tag dort verweilen. Obgleich die Prinzeß, welche sich nach England

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begibt, incognito reist, wird dieselbe doch den Besach des Kaisers Napoleon empfangen. DieLiberte meldet:Die provisorische

Regierung von Madrid steht in fortlaufenden Unterhandlungen mit den Vertretern der fremden Mächte, um ihre Anerkennung Seitens dieser Mächte zu erlangen; sie hat hierüber schon mehrere Unterredungen mit den fremden Gesandten in Madrid gehabt.

DerGaulois theilt das Gerücht von einem Attentat auf Prim mit. Die Kugel streifte Prim, welcher befahl, den Mörder frei zu lassen. Isabella wird Pau verlassen. Ein Privatbrief versichert, das Manifest der Regierung werde sich weder über die künftige Form der Regierung noch über einen Souverän aussprechen.

Belgien. Brüssel. Im Fall des Hin⸗ scheidens des präsumtiven Thronerben würde bei dem Mangel einer männlichen Descendenz des Königs und seines Bruders des Grafen von Flandern, hier die Abschaffung des salischen Ge setzes sehr ernst ins Auge gefaßt werden. Ein derartiger Beschluß würde die belgische Erbfolge⸗ frage rasch beseitigen, da zwei Prinzessinnen da sind. Freilich hat er das Mißliche, daß damit ein Artikel der Constitation geändert werden müßte, die in Belgien als unantasibar angesehen wird.

Dänemark. Kopenhagen. Die im Reichstage eingebrachte Adresse bedauert die Re sultatlosigkeit der dänisch⸗preußischen Verhandlungen und hebt die Uebereinstimmung zwischen dem König und dem Volk in dieser Frage hervor. Schließ lich drückt die Adresse die Hoffnung aus, es werde eine Verständigung ohne Schwierigkeiten mit Preußen herbeizuführen sein, mit welchem die Erhaltung einer aufrichtigen Freundschaft wün⸗ schenswerth sei.

Großbritannien. London. Die auf Ansuchen mehrerer großen Geschäftshäuser der City vom Lord Mayor einberufene Versammlung, deren Zweck die Unterstützung der vom Erdbeben heimgesuchten Einwobner Peru's und Ecuador's war, fand am 13. d. in der Guildhall flatt und hatte das erfreuliche Ergebniß, daß schon im Saale selbst über 7000 L. gezeichnet wurden. Die Firmen Baripg, Rothschild, Huth, Meinertz⸗ hagen, Thompson, Gibbs zeichneten je 1000 L.

DerHerald und derStandard bringen ein am 16. in London von Lissabon angekommenes Telegramm, wonach über 500 Personen auf Lopez' Befehl in Tebicuary(Paraquap) erschossen und seine Brüder und Schwestern in's Gefängniß geworfen wurden. Auch der portugiesische Consul wurde erschossen. Lopez' Schwager, Barrios, endete durch Selbsimord. Der amerikanische Bot⸗ schafter ward arg mißhandelt.

Spanien. Die Spanier leiden nicht allein an der vollkommenen Ungewißheit über ihre Ge⸗ schicke; sie haben auch kleine häusliche Misdren zu bestehen. In derLiberté wird von Madrid aus erzählt, daß gegenwärtig die Frage des Tages dasArreglio, die neue Einrichtung ist. Darunter versteht man nun aber die ganze mit einem Ministerwechsel verbundene schlimme Wirthschaft des Nepotismus. Die Revolution macht sich damit gleich ihre Feinde; die Unzahl von Beamten, die durch die Anhänger der gegenwärtigen Machthaber ersetzt und auf Halbsold gesetzt werden, erfüllen die Stadt und gehen unter die Verschwörer.

Welche weitere Entwickelung die spanische Revolution nehmen wird, ist zur Zeit noch durch⸗ aus ungewiß. In den Provinzen zeigen sich be⸗ denkliche Symptome von Spaltungen, und in Madrid durchziehen allnächtlich Banden die Straßen mit rothen Laternen und dem Rufe: Es lebe die Republik. Andererseits verlautet von der Candi⸗ datur Espartero's und Prims für die Krone. Einstweilen ist man eifrig besttebt, Alles zu tilgen, was an die Bourbonenfamilie erinnern könnte. So hat die provisorische Regierung angeordnet, daß die PanzerfregattePrinz Alfonso ihren Namen in den vonSagunt umändere; daß die SchraubenfregattePrincesa de Asturias in ZukunftAsturias, der DampferFrancisco de

Algesiras genannt werden sollen. Das Decrel ist von Topete gezeichnet.

Der Bischof von Huesca ist von der Junta aus der Stadt vertrieben worden und man be⸗ schuldigt den Bischof von Urgel(Catalonien), einige Banden von Parteigängern aufgestachelt zu haben, welche mit dem Rufe: Es lebe Don Carlos von Bourbon! aufgetreten sind.

Wir entnehmen französischen Blättern die Mittheilung, daß der spanische Clerus Spanien nahe an 60 Millionen gekostet hat, eine Sub⸗ vention, welche nach Proclamirung der Freiheit der Culte in Wegfall kommen dürfte.

Es heißt das Ministerium beabsichtige, die Entscheidung über die Regierungsform einem Plebiscit des ganzen Volkee zu unterbreiten, 10 die Personenfrage den Cortes überlassen

iebe.

Saragossa. Serrano und Topete hielten am 16. d. ihren Einzug in Saragossa, welcher ein wahrer Triumphzug war. Der Enthusiasmus des Volkes war außerordentlich, die liberalen Parteien fraternisirten untereinander, patriotische Reden wurden gehalten und wiederholt erscholl überall der Ruf: Nieder mit den Bourbonen! Es lebe Prim, Serrano, Topete, Olozaga, Rivero!

Italien. Aus Rom wird geschrieben, daß die Nachricht, bei Ausbruch der spanischen Revo lution habe der Papst der Königin Isabella einen eigenhändigen Brief überschickt, in welchem er ihr und ihrer Armee den Segen ertheilt, eine salsche, eine Sensationsnachricht gewesen. Die Wahrheit ist, daß Pius IX. Isabella nichts geschickt hat. Letztere, als gute Katholikin, hat sich beeilt, sich und jedenfalls auch ihre Sache dem Gebete des Statthalters Christi zu empfehlen. Der Papst hat darauf eine Person seiner Umgebung damit beauftragt, jedes Mal beim Lesen der Messe ein besonderes Gebet sür die Königin zu recitiren.

Rußland. Petersburg. Der Patriarch von Odessa hat bei der Pforte und den Groß⸗ mächten gegen den angefangenen Verkauf der Klostergüter in Rumänien Protest eingelegt.

Amerika. Seit der Veröffentlichung des Briefes von Hrn. Cornell, in welchem er sagte, daß die Studenten auf der nach ihm benannten (vor kurzem von uns geschilderten) Universität in der Lage sein werden, sich ihren Lebensunterhalt durch Handarbeit zu erwerben, haben sich nicht weniger als 2000 junge Leute zur Aufnahme gemeldet. Für eine so große Zahl ist die Anstalt allerdings noch nicht eingerichtet.

Aus dem Großberzogthum. Der Ertrag der Hundesteuer im Großherzogtyum Hessen belief sich im Jahre 1867 auf 50,852 fl. 32 kr. und die Gesammtzahl der zur Besteuerung angemeldeten Hunde auf 26,385 Stück, von welchen 1534 der geringeren Steuer von 45 kr., die übrigen der höheren Steuer von 2 fl. unterworfen waren. In der Provinz Starkenburg befanden sich 10,732, in Oberhessen 9384 und in Rheinhessen 6269 Hunde.

Frankfurt. Da die Aepfel in Folge der heurigen Trockenheit nicht so saftreich als sonst waren, so berechnen die Aepfelwein⸗Producenten, daß circa 20 Malter Aepfel auf ein Stück gehen. Demnach werden die 70,000 Malter eingeführten Kelterobstes 3500 Stück Aepfelwein gegeben haben. Im Durchschnitt kostete das Malter 2 fl. 42 kr. Inclustve des Arbeitslohns und der städtischen Accise, per Malter 30 kr., waren 232,000 fl. zur Erzeugung dieses Quantums Aepfelwein erforderlich.

Darmstadt. Der durch seine langjährige Thätigkeit theils als Landtagsabgeordneter, theils als Lehrer an der Universiiät Gießen vekannte Verfasser der Deutschen Na⸗ lonal⸗Literatur Professor Hillebrand, ein 83jähriger, aber geistig noch rüstiger Greis, welcher seit mehreren Jahren fast vollständig erblindet war, wurde von unserem als lüchtiger Operateur bekannten Augenarzt Dr. Adolph Weber mit solchem Erfolg operirt, daß er nunmehr wieder in gewohnter Weise seinen Lieblingsstudien obliegen kann.

Das Hundebellen. In seinem Werk: Naturtöne, sagt Gardiner, daß die Hunde in wildem Zustande nie bellen, wie dies bei den australischen Hunden der Fall ist, sondern nur heulen, knurren und winseln; nur die zahmen Hunde hätten das eigentliche Gebell. Ebenso berichtet Sonni, daß die Hunde in Aegypten nicht bellen, während diejenigen, welche Columbus mit nach Amerika genommen, daselbst alle Neigung zum Bellen verloren. Bennet meint, das Bellen der Hunde sei etwas Erlerntes, ein Versuch, zu sprechen, der aus dem Umgang mit dem Menschen herrühre. Ein französischer Componisi

AsisFernando el Catolico, die Goelette IsabellaCondor und der PantonCristina

warf den Hund seiner Frau zum Fenster hinaus, weil er unausstehlich falsch gebellt!

loshieb stüctw brei S Mensc Klafter wel 6 far, Triesiet beim Milill gestorb

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