Ausgabe 
20.10.1868
 
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Garibaldi. In der italienischen Zeitschrift Movimento berichtet Jemand über den Besuch, den er kürzlich Garibaldi auf der Insel Caprera abgestattet hat: Garibaldi lag im Bette; es war 8 Uhr Morgens und er hatte gerade vorher ein Bad genommen. Er war, wie immer, ruhig, freundlich und zuvorkommend.Ich leide jetzt weniger, sagte er zu seinem Gaste,allein ich werde alt; was ist da zu machen? Ich bin eine alte Barke, die weit herumgefahren ist. Bald fehlt eine Planke, bald ein Nagel, immer etwas. Allein der gute Wille hilft uber allen Schaden weg. Wenn mein Land der letzten Planke dieser Unglücksbarle bedarf, bringe ich ihm willig das Opfer. Seine Familie, namentlich die Gemahlin Menotti's, behandelt ihn mit der zärtlichsten Pflege. Menotti selbst ist ein tüchtiger Landwirth und arbeitet jeden Tag mit Pflug oder Hacke im Felde. Die Bewohner von Caprera führen ein wahrhaft patriarchalisches Leben. Es gibt dort eben so wenig Streit, Diebstahl, Todtschlag, als es Polizei, Gendarmen und Mauthbeamten gibt.

3 Ueber den Fang des Haifisches, welcher in dem Triester Golf einen Badenden so gräßlich verstümmelt hat, entnimmt die Bohemia einem Privatschreiben Folgendes. Die Fischer des Küstenortes Lucovo hatten große Netze im Meere ausgespannt. Am 16. September kam nun der Hai auf seiner Wanderung in die Bucht von Lucovo und ging ius Netz. Alles, was Hände und Füße hatte, be⸗ theiligte sich an der Zusammenziehung des schweren Netzes, der Haifisch wurde darin complet eingewickelt und konnte glücklicherweise das Netz nicht zerreißen. Als man ihn mit Mühe ans Land zog, standen zwei Fischer mit scharfen Hacken bereit, die sogleich auf den Kopf wie Holzhauer loshieben. Er wurde unter den stärksten Anstrengungen stückweise zerhackt und herausgezogen. Der Kopf war über drei Schuh lang, in dem geöffneten Rachen hatte ein

sensch vollkommen Platz. Das ganze Thier war drei Klafter lang, 18 Centmner schwer, die Leber allein wog zwei Centner. In seinem Magen fand man drei Thun⸗ fische von circa je 30 Pfund. Die heute eingetroffene Triester Zeltung meldet, daß der am 1. September d. J. beim Baden im dortigen Hasen von dem Haifische gebissene Militär⸗Verpflegs⸗Offizial Herr Joseph Glaser am 10. d. gestorben ist.

% Ein neues Geschütz. In England werden gegenwärtig Versuche mit dem Moncrieff'schen Apparat für Positionsgeschütz gemacht, welchen viele fremde, u. a. österreichische und preußische Offiziere anwohnen. Es ist schwer, von dieser neuen und wichtigen Erfindung eine klare Vorslellung zu geben. Die Hauptbestandtpeile des Apparats lassen sich mit einem gewöhnlichen Kinderschaukel⸗ pferd vergleichen. Das Geschütz, welches an dessen hinterem Ende angebracht ist, wird durch ein am Kopfe angebrachtes schweres Gewicht in die Höhe gehalten und ragt so aus der Grube hervor, in der der ganze Apparat steht. Ist nun der

Schuß abgefeuert, so drückt der Rückschag das Geschültz trotz dem om Kopfe des Schaukelpferdes angebrachten Gewichtes in die Grube zurück, wo es durch einen Einschnapphaken festgehalten und unter dem Boden ver borgen wird, bis es aufs neue geladen und nach Zurück ziehen des Hakens durch das Gewicht am Kopfe wieder in die Höhe gehoben wird. Die Bedienungsmannschaft ist demnach gar nicht und das Geschütz nur im Augenblicke des Feuers einem horizontalen Feuer ausgesetzt, daher würde blos ein vertikales Feuer von Wirkung sein, doch ist die Grube aus der Entfernung so wenig sichtbar, daß ein so genaues Zielen fast unmöglich wird.

1 Hohes Alter. In der Gemeinde Dämas im Bihärer Comitate lebt zur Stunde ein rumänischer Feld arbeiter, der 115 Jahre zählt, aber trotz dieses hohen Alters wie ein wohlerhaltener Sechsziger ausstieht. Er ist noch im vollständigen Besitze seiner sämmtlichen Sinne und von einer körperlichen Beweglichkeit wie ein Jüngling. Die schwierigsten Gebirgswege legt er mit einer erstaun⸗ lichen Leichtigkeit zurück. Er war nur einmal verheirathet und seine Frau, welche gleichfalls ein sehr hohes Alter erreicht hate, starb erst vor wenigen Jahren. Er hatte zehn Kinder, von denen indeß nur noch eines, ein Sohn, am Leben ist; der Letztere steht gegenwärtig im 70. Lebens- jahre.

% Französische Wechsel. DieBerl. B.. macht auf einen Uebelstand aufmerksam, der oft zu Weiterungen aller Art Veranlassung gibt: alle französischen Wechsel, die auf Frankreich gezogen und dort acceplirt sind, werden mit dem französischen Wechselstempel versehen. Das französische Gesetz verbietet aber ausdrücklich, daß durch diesen Siempel hindurchgeschrieben werde, und es werden alle so durch Durchschrift verdorbenen Stempel als nicht erfolgt angesehen, so daß vielfach aus diesem Grunde die Einlösung verweigert wird und nicht blos Protestkosten, sondern auch noch Stempelstrafen erwachsen. Da offenbar bei diesen Verhältnissen nur eine Unkenn miß der französischen Vorschrist odwaltet, soll diese Noliz den Zweck haben, vor Verlusten zu schützen, welche hieraus hervorgehen.

Ein amerikanisches Duell in Prag. Die Bohemia erzählt, ein pensionirter österreichischer Haupt⸗ mann, ein Pole, habe sich in Folge cines sogenannten amerikanischen Duells erschossen. Die näheren Umstände, unter welchen dies geschah, find höchst merkwürdig. Der verhängnißvolle Schuß erfolgte Nachts um 3 Uhr. Der Zimmernachbar, ein Wundarzt, wird dadurch geweckt und begegnet, als er sich rasch erhob, um nachzusehen, was es gebe, im Vorzimmer einem Fremden, der ihm mittheilt, der Herr Hauptmann neben habe sich erschossen, worauf er sich entfernte. Der Wundarzt findet den Unglücklichen in Uniform auf einem Sessel vor einem Tischchen sitzend,

mit einer tiefen Schußwunde in ber Stirn, aber noch bel vollem Bewußtsein. Auf dem Tisch lag der Revolver unb in der Schublade eine kleine schwarze Kugel nebst einem Blatt Papier mit den Worten:Lieber Freunb Jäger! Ich habe die schwarze Kugel gezogen, vernimm, wie ein Pole stirbt. Wer war der Frembe, der bei der schauber⸗ haften That zugegen war? Ist der Unglückliche seiner Wunde bald darauf erlegen? DieBohemia gibt darüber keine Auskunft.

Die Liebesgaben für die Wasserbe⸗ schädigten der Ostschweiz

werden mit einem edlen Wetteiser von allen Seiten ge⸗ spendet. Wahrhaft rührend ist es, was derNouvell. vaud. aus dem Kanton Wallis erzählt:Als am letzten Sonntag beim Gottesdienste der Zuchthauspfarrer den Sträflingen den Aufruf der Regierung zut Samm⸗ lung von Liebesgaben für die Wasserveschäbigten vorlas, wurden die Sträflinge so von Milleid ergriffen, daß sie sosort eine Subscripuion veranstalten zu dürfen verlangten; eine Liste wanderte durch die Zellen und es wurden bei läufig 500 Fr. gezeichnet, zu entheben aus dem Vermögen oder den Ersparnissen der Gefangenen. Solche Züge können mit manchen Fehlern der meunschlichen Natur wie⸗ der versöhnen. Allenthalben bilden sich Comités und werden Hauskollekten veranstaltet, die überall mitleibige Herzen und offene Hände finden. Selbst die Armen schlie⸗ en sich nicht aus. So berichtet man von Altstätten der St. Galler Zig.:Einer der Einsammler sagte mir: wir kamen in manches Haus, wo es nöthiger schien, die Gaben zu geben, die wir empfingen. Auch außerhalb der Schweiz, namentlich in Deutschland, mehren sich die Gaben für die Wasserbeschädigten in erfreulicher Weise. Außer Stuttgart, Ulm, Frankfurt, haben nun auch Augs⸗ burg(Allg. Zig.), Mannheim, Karlsruhe, Darmstadt Wiesbaden, Mainz u. a. Sammlungen organisirt. Auch die Redaction des in Pest erscheinendenUngarischen Lloyd sordert zu Liebesgaben auf, indem sie daran erinnert, daß im Jahre 1863 einzig der Canton Zürich für die Nothleidenden Ungarns 30,000 Fr. zusammen⸗ gelegt habe.

Für die Wasserbeschädigten in der Schweiz sind uns folgende Gaben zugekommen: S. Stahl 30 kr. Schuhmacher Leopold 1 fl. Director Dr. Matthias 5 fl. Bl. in Wohnbach 1 fl. Ungenannt aus Nau⸗ beim 1 fl. 45 kr. Frau Professor Köhler 1 fl. Hot. 1 fl. Frau Schff. 2 fl. Zusammen 13 fl. 15 kr. Zu Annahme weiterec Gaben erbietet sich

Die Expedition des Anzeigers für Oberhessen.

Graunkohlen- Verkauf.

2415 Für die gegen Credit zu beziehenden Braunkohlen beginnt auf dem Großherzoglichen Dorheimer Berg; werke mit dem 1. October d. J. eine neue Creditperiode, laufend bis Ende Dezember und verbunden mit einer

Zahlungsfrist bis Ende März 1869.

Der Preis der Koblenklötze ist wie setther 12 lr. für den Centner= 14 Stück Klötze

Die Fuhrleute wollen die Gegenscheine, welche ihnen bel Abgabe des Bürgscheins eingehändigt werden. bei jedem Kohlendezuge mitbringen, damit die einzelnen Bezüge in dem Gegenschein notirt werden können. Bei Zahlung der Credlisumme an Großherzogliche Bergkasse zu Friedberg ist gleichfalls die Vorzeigung des Gegen

scheins erforderlich.

Dorheimer Bergwerk den 30. September 1868.

Großherzogliches Bergamt Dorbheim

Main ⸗Weser⸗ Bahn.

2539 Donnerstag am 22. October!. J. werden die Welden auf dem Bahngelände an die Meistbtetenden in einzelnen Loosen versteigert und zwar:

1) Vormittags 7 Uhr auf der Station Vilbel die in der Nähe des Bahnhofes und an der Niddabrücke befindlichen Welden.

2) Vormittags 8 Uhr, in der Gemarkung Kloppen⸗ heim, an der Kloppenheim⸗Dortelweiler Grenze anfangend.

3) Vormittags 9 Uhr, in der Gemarkung Nieder⸗ Wöllstabt, zunächst der Okarbener Gemarkungs grenze.

4) Vormittags 10 Uhr, an der Bruchenbrücken⸗ Zauerbacher Gemarkungsgrenze.

Gießen am 15. October 1868.

Der Bahn- Ingenieur Na b m.

Versteigerung alten Bettstrohs.

2549 Samstag den 24. d. M., Vormittags ½9 Uhr, wird das alte Beitstroh aus den Betten der beiden Casernen dabter parthienweise an den Meißbtetenden öffentlich versteigert werden. Anfang der Versteigerung in der Buigcaserne. Friedberg den 17. October 1868. Nisch well, Oberquartiermeister.

Arbeits- Versteigerung.

2548 Dtienstag den 27. October, Vormittags 9 Uhr, soll auf dem Gemeindehaus zu Oppershofen das * von Planirarbeit im Betrage von 846 fl. ner öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden. Gambach den 16. October 1868. Schneider, Bezirks ⸗Bauausseher.

Storch Das Gas

2551 und seine Mängel find wiederholt Gegenstand öffentlicher Rüge gewesen und hieran reiht sich die Klage über die nachlässige Behandlung der öffentlichen Straßen Beleuchtung. Wenn die Verwaltung der Gasanstalt nicht von selbst fich bestreben will, in dieser Beziehung sowohl als in Bezug auf gute Qualität und Reinheit des Gases ibre Vertrag spflichten zu erfüllen, so ist es Sache der einschlägigen städtischen Behörde, mit aller Strenge gegen solche fortgesetzte Ungehöttgkeiten einzu schreiten. Damit dies aber geschehen kann, ist vor Allem nöthig, daß der Herr Beleuchtungsinspector selbst und die flädiischen Poltzeibediensteten nicht minder ein genaues Augenmerk darauf haben und namentlich die letztern diesem Gegenstand eiwas mehr Aufmerksamkeit schenken als bisher der Fall gewesen zu sein scheint. Wenn dies geschieht, und jedesmal, wenn eine Latecne irgendwo schlecht oder gar nicht brennt, die Anzeige und Bestrafung eintritt, wie der Vertrag vorschreibt, so dürfte bald keine Veranlassung zur Klage sich mehr finden lassen!

15 Centner

2553 gutes Heu bal zu verkaufen

Heinrich Gemecker, in Nieder- Florstadt.

Ein Pferd, 2563 zwölf Jabte alt, steht zu verkausen bel G. Philippi,

im steinernen Hause.

2559 Bei Bin dernagel& Schimpff in Fried⸗ berg ist folgende Schrift vorräthig:

Adolph Mitzenius

über Luther und die Kirche unserer Tage, oder:

Wo ist Licht und wo noch nicht? Preis: 9 kr.

2552 Alle Sorten

Strick-& Terneaurwolle

in großer Auswahl bei M. Volk.

Zur Nachricht!

2550 Wit bringen biermit zur Kenniniß des Publikums, daß Aufnahmen in unserm pbotograpbischen Atelier nur noch dis 1. November d. J. stalifinden.

Von Dienstag den 20. bis Freitag den 28. October bleibt das Atelier geschlossen.

Trapp& Münch.

Herrenkragen 0 2562 Ein noch wenig gedrauchter

Mahlgang

steht billig zu verkaufen. Näheres bel der Expedition dieses Blattes

Steinkohlen,

2128 nur Stücke, bester Qualtsät, per Waggon 2

200 Centner zu 88 fl. Kleinere Quantitäten in meinem

Magazin an der Bahn à Centner 30 ke. empfiehlt Bad Naubeim. Jacob Schimpf.

Roßhaare

2537 per Pfund von 36 kr. an und doͤher zu paden del M. Grödel.