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Offiziösen ist man bemüht, den Gedanken an Einberufung eines außerordentlichen Landtags als nicht gut ausführbar darzustellen, da es an Vor-
lagen fehle ic. Wie verlautet, verstehen die Offenburger die Ausführung dieses Gedankens so, daß auf dem außerordentlichen Landtage ein neues Wahlgesetz vereinbart, dann der Landtag aufgelöst und ein neuer nach dem erst noch zu vereinbarenden Wahlgesetze gebildeter berufen würde.
In Lahr wurde an den Gemeinderath und Bürgerausschuß eine mit 572 Unterschriften ver⸗ sehene Petition gerichtet des Inhalts, ee möge dem Ministerialrath Kiefer in Betracht seiner Ver⸗ dienste um das Wohl des Volkes und seiner Haltung in der letzten Zeit das Ehrenbürgerrecht von Lahr verlichen werden. Gleichzeitig ging an Herrn Kiefer eine von 702 Unterschriften begleitete Vertrauensadresse ab.
Oesterreich. Wien. Das„Wiener tele⸗ graphische Correspondenzbureau“ meldet: Athen, 14. Dec.(Aus griechischer Quelle.) Die Re- gierung wies die türkischen Forderungen zurück. Hier und in den Provinzen finden enthusiastische Demonstrationen zu Gunsten des Krieges statt Petropolaci ist mit 1000 Freiwilligen in Kandia gelandet.
— Das Abgeordnetenhaus nahm ein Gesetz an, wodurch der Regierung die Forterhebung der Steuern zur Bestreitung des Staatsaufwandes bis Ende März 1869 bewilligt wird.
— Oiesterreich ist von Erdbeben und Hungers noth bedroht! So versichert wenigstens der be— rühmte Jesuitenprediger Graf Klinkowström. Von der Kanzel der Universitätskirche verkündigte er am letzten Sonntag einem hohen Adel und einem gläubigen Publikum, daß wegen der vielen Sünden gegen das Concordat und andere Gesetze der heiligen katholischen Kirche die genannten Züchti— gungen unausbleiblich seien, wenn nicht bald eine Bekehrung erfolge.
Frankreich. Paris. Dae Journal„Le Public“ bringt ein Telegramm von Athen, nach welchem der König zur Versöhnung mit der Türkei einen Cabinetswechsel vornehmen würde. Man fürchtet eine öffentliche Manifestation zu Gunsten des Cabinets.
— Man liest in der„Gazette de France“: „Wir erfahren, daß auf die Nachricht von dem Aufstande von Cadix die der Sache der Königin Isabella ergebenen Männer durch den Telegraphen hierher berufen worden sind. Wenn wir gut unterrichtet sind, so sind gegenrevolutionäre Emeuten, welche sich auf die Armee stützen sollten, beschlossen worden. Gewiß ist, daß der General Pezuela Paris am 11. verlassen hat.“
Großbritannien. Die vergangene Woche mit ihren Stürmen hat die Liste der Schiffbrüche wieder um 85 vermehrt, so daß ihrer für das laufende Jahr im Ganzen 3269 gemeldet sind.
— Eine Klage auf Entschädigung, welche im Interesse dreier unmündigen, durch das große Eisenbahnunglück in Wales ihres Vaters beraubten Kinder gegen die betreffende Eisenbahngesellschaft eingeleitet war, ist am verwichenen Sonnabend zu Gunsten der Kläger entschieden worden. Die Gesellschaft wurde zur Zahlung von 4350 L. verurtheilt.
Spanien. Madrid. Wie telegraphisch gemeldet wird, enthielt die amtliche Zeitung von Madrid solgende Mittheilung: Die Regierung vernimmt, daß der Herzog von Montpensier, in dem Wunsche, der spanischen Revolution seinen Beistand zu leihen, Lissabon verlassen und dem General Caballero seinen Degen angeboten hat. Die Regierung hat folgendes Telegramm an den General Caballero de Rodas erlassen: Madrid, 12. Dezember. Die Regierung erfährt, daß der Herzog v. Montpensier nach Cadix kommt, um sich dem Obergeneral zur Verfügung zu stellen. Die Regierung achiet die Absichten des Herzogs; aber da dieser Schritt in einem politischen Sinne ausgelegt werden kann, welcher die Situation noch verschlimmern würde, so werden Sie ihn im Namen der Regierung auffordern, nach Portugal zurückzukehren. Zu diesem Zweck werden Sie ihm
7 Schiff und alles sonst Röthige zur Verfügung ellen.
— Die Nachricht von einem republikanischen Aufstande in Valencia scheint unbegründet. Um so berechtigter sind die Befürchtungen, die sich von den Agitationen der carlistischen und neuerdings auch der isabellinischen Agitation her⸗ leiten. Die Auswanderung des Landvolks und der Bevölkerung der kleineren Städte nach Bayonne ist im Steigen begriffen; dort empfangen sie von den Agenten der Exkönigin Geld und Waffen, und Alles deutet darauf hin, daß eine Compli⸗ cation von dieser Seite nahe bevorsteht.
— Was die Ereignisse von Ca dix betrifft, so scheint sich nach und nach herauszustellen, daß die Emeute ursprünglich nicht auf diese Stadt localisirt werden sollte, sondern einem wohldurch— dachten Plan zufolge die ganze Provinz ergriffen haben würde, wenn nicht die Gouverneure durch eine unerwartete Energie die Bewegung im Keime erstickt hätten.
— Die Finanzfrage beschäftigt inzwischen die Regierungspresse nicht minder, als der Bürgerkrieg im Süden. Dazu kommen fatale Entdeckungen, wie man sie der„Nacion“ zufolge in einigen Provinzen des Ostens gemacht hat: Persönlich— keiten, die ihrerzeit in Isabella's unmittelbarsten Nähe gesehen wurden, treiben sich in Dörfern und Städten umher und verfahren sehr splendid mit ihrem Gelde.
— Man hört von geheimen Versammlungen inmitten der Hauptstadt; man findet verdächtige Briefe und andere Indieien, die einer blutigen Katastrophe vorauszugehen pflegen: kurz, die gegenwärtige Constellation hat etwas Drückendes und Trostloses und die provisorische Regierung liegt in der That nicht auf Rosen.
— Andere Nachrichten aus Madrid lauten: Die Regierung gab in London und Paris An— weisung, die halbjährlichen Zinsen der Staats- schuld schon jetzt auszuzahlen. Die Stellung der Regierung hat sich durch die besonnene Beilegung des Cadixer Aufstandes sehr befestigt. Ruhe— störungen sind nicht zu befürchten, da alle Parteien einverstanden sind, die Entscheidung der Cortes abzuwarten.— Die Anleihezeichnungen wurden am 15. d. geschlossen, man erwartete einen Betrag von 500 Millionen.— Die Zeitungen melden die Ankunft eines reichen englischen Capitalisten, welcher den Ministern wichtige Finanzoperationen vorschlagen wolle.
— In Cadix ist der normale Stand der Dinge wiederbergestellt. Die Familien, welche während des Waffenstillstands die Stadt verlassen haben, sind wieder zurückgekehrt.
— Aus Sevilla wird gemeldet: Eine Com⸗ mission des republikanischen Comites von Sevilla hat sich vor einigen Tagen nach Cadix begeben, um Erhebungen über die wahren Gründe des Aufstandes zu pflegen. Sie hat constatirt, daß die Bewegung eine freiwillige gewesen und daß sie durch die Entwaffnung der Miliz von Puerto und durch den Befehl, auch die Miliz von Cadix zu entwaffnen, hervorgerufen worden war.
Italien. Florenz. In der Deputirten- kammer kündigte Minister Menabrea an, daß die Regierung Schritte gethan habe, um die zwei vom päpstlichen Tribunal zum Tode Verurtheilten zu retten, und ein günstiges Resultat hoffe.
Griechenland. Aus Athen meldet ein offizielles Telegramm: Der griechische Dampfer „Enosis“, von türkischen Schiffen verfolgt, wird vom Admiral Hobbart im Hafen von Syra blokirt.
Türkei. Aus Konstantinopel sind sol⸗ gende wichtige telegraphische Nachrichten vom 16. Dez. eingetroffen: Eine aus 3 Fregatten und aus einem Aviso⸗Dampfer bestehende Escadre ist zur Verstärkung des von Hobbart Pascha be— fehligten Geschwaders abgegangen.— Es sind Verfügungen getroffen, wonach alle Griechen, welche von jetzt ab noch 14 Tage auf türkischem Gebiete verbleiben, als Unterthan der Pforte be⸗ trachtet werden sollen. Der griechische Gesandte hat heute seine Pässe erhalten und wird unverweilt abreisen.
in Athen, in welchem derselbe die Verwerfung des Ultimatums durch Griechenland ankündigte, traf am Montag ein. Der Gesandte stand im Begriff abzureisen. Um die Abreise der Griechen zu er- leichtern, stellte ihnen die Pforte Dampfer zur Verfügung. Die griechische Panzerfregatte, welche den griechischen Gesandten an Bord nehmen soll, ist noch nicht eingetroffen. Die Pforte würde ihr die Erlaubniß, die Dardanellen zu passiren, verweigern
K. Melbach. In den Gemeinden Melbach, Södel und Wölfersheim hat sich ein landwirthschaftliches Kränz⸗ chen constituirt, welches zu recht erfreulichen Erwartungen berechtigt. Jede der drei Gemeinden bildet eine besondere Section, deren Präsident der jeweilige Bürgermeister ist, mit zwei gewählten Vorstandsmitgliedern und einem Rechner. Die Sitzungen und Berathungen der Scctionen werden regelmäßig von 14 Tagen zu 14 Tagen in jeder Gemeinde gehalten und findet außerdem alle 4 Wochen eine Haupt⸗ versammlung der drei Sectionen statt. Landwirthschaft⸗ liche Besprechungen, der Austausch der Meinungen über gemachte Erfahrungen und die angestellten Versuche bilden den Gegenstand der meist interessanten Verhandlungen. Herr Lehrer Hahn von Södel, welcher den landwirth⸗ schaftlichen Lehrercursus in Darmstadt besucht hat, ist Secretär des Vereins. Jedes Mitglied zahlt einen monat⸗ lichen Beitrag, wofür landwiritschaftliche Zeitschriften und Bücher angeschafft werden. Es sind bis jetzt schon circa 90 Mitglieder beigetreten und hofft man, daß sich deren Zahl immer noch vermehren wird.
Frankfurt. Ein Beweis für die augenblicklich berrschende Verdienstlosigkeit ist es, daß zu einer in den öffentlichen Blättern ausgeschriebenen Stelle für einen Aus⸗ laufer innerhalb 48 Stunden sich über 200 Personen meldeten.
Darmstadt. Die Theaterverhältnisse der Residenz haben seit Wochen in mehreren hiesigen Blättern Veran⸗ lassung zu sehr gereizten Erörterungen gegeben, welche einerseits in der Main⸗Zeitung durch deren Mitarbeiter den Literaten Arthur Müller, anderseits in der Hess. Landes⸗ zeitung durch deren Redacteur Dr. Wilk geführt wurden. Schließlich ist es nun zwischen beiden Gegnern zu höchst bedauerlichen Thätlichketten gekommen, welcher sich Arthur Müller gegen Dr. Wilk in einem öffentlichen Locale schuldig machte. Der Letztere hat in Folge dessen den Schutz der Gerichte angerufen und Ersterer soll, im Be⸗ griffe nach Wien abzureisen, in Haft genommen worden sein. Seine Freigabe, hört man, sei mittlerweile gegen Leistung einer Caution erfolgt.
Mainz. Nach„neuestem Sprachgebrauch“ erzählt der„M. Anz.“ folgende Säbel-Affaire. Zwischen einem Soldaten und einem Civilisten fand am Samsiag Abend ein kurzer lauter Wortwechsel in einem hiesigen Bierhaus statt, wobei sich eine Säbelschneide an den Kopf des Civilisten verirrte.
Wiesbaden. Die Redaction des„Rh. K.“ erhielt am 16. d. mehrere im Freien vollständig ausgebildete Aepfelblüthen und einige frisch angesetzte Aepfelchen aus dem Garten des Kaufmanns Herrn Knauer dahier zugeschickt.
Kassel. Der am 14. Dec. 3 Uhr 46 M. von Ger⸗ stungen abgefahrene gemischte Zug, der um 8 Uhr 5 M. hier hätte eintreffen müssen, entgleiste bei dem Einfahren in die Station Altmorschen. Vier Güterwagen sind total zertrümmert, glücklicherweise jedoch weder von den Passa⸗ gieren noch vom Fahrpersonal Jemand beschädigt.
, Die Befreiung einer Nonne aus der Clausur durch die Beamten der öffentlichen Sicherheit hat sich kürz⸗ lich in Ravenna ereignet. Der Bruder dieser Nonne hatte erfahren, daß seine Schwester des Klosterlebens überdrüssig sei; er begab sich deßhalb zum Erzbischof, um von ihm ihre Entlassung zu erwirken; der Prälat antwortete ihm, man müsse darum beim Papst einkommen, welcher jedoch schwerlich die Etlaubniß dazu geben werde. In Folge dessen wurde die Hülfe der weltlichen Behörden angerufen, und der Bruder der Nonne begab sich mit den Carabinieri nach dem Kloster, wo sie jedoch das Tyor geschlossen und verriegelt fanden. Man drang indeß mit Gewalt in die Clausur, und die des Klosterlebens überdrüssige Nonne wurde zu ihrer großen Freude der Welt und ihren Ber⸗ wandten wieder zurückgegeben.
„„ Englisch⸗Indischer Telegraph. Die Ar⸗ beiten der kaukasischen Abtheilung des englisch-indischen Telegraphs sind schon begonnen; der Bau der Stations⸗, Waaren⸗ und Beamtenhäuser wird schnell vorschreiten, denn die Terrains sind gekauft und das Material ist bereits an Ort und Stelle. Nach den Bestimmungen des Ingenieurs Simens geht die Telegraphenlinie von Suchum über Or⸗ firi nach Tiflis.
* Seltene Ehrlichkeit. Die New⸗Porker Handels- Zeitung berichtet:„Während der Krisis von 1857 fallirte die Firma Reitlinger Brothers in Phila⸗ delphia und die Mitglieder derselben begannen hier in New⸗York unker der Firma A. H. Reitlinger u. Co. ein neues Geschäft. Eingedenk ihrer früheren Verpflichtungen hat die genannte Firma jetzt die Gläubiger des erloschenen philadelphischen Hauses eingeladen, ihre Restforderungen nebst angelaufenen Zinsen anzumelden und den Bettag in Empfang zu nehmen. Eine solche, der Nachahmung zu empfehlende Handlungsweise sichert dem betressenden Hause einen Ehrenplatz neben den geachtelsten Firmen
— Das Telegramm des Gesandten Photiades
bieses Continents.“
kicbberg N producitle achburlen aratteris ö ober nich! den Koche U Feilltopfe so beschaf nährt, al 1 mernde, Damit U wahrt ble durch die alzu dün! mil Recht Fr sach schuldigten die Wetter an den 1 Kühen ver von Dickw —
3119 der abo
der scho schrocke D dem an Postbol A Ländern
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