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. Eine ornithologische Merkwürdigkeit ist die erste in Wien gelungene Züchtung von Papageyen, und zwar der reizenden kleinen gewellten Melopolttacus undulatus.) Der Ornithologe, Herr Weger, Naglergasse, hat von fünf Paaren bereits mehrere Bruten erzielt und zwar durch ein naturalistisches Verfahren, indem er ihnen zum Nisten hohle Stücke ihres einheimischen Baumes und ihr ursprüngliches Lieblingssutter gab. Die vollkommene Acclimatisation dieser reizenden bunten Käfigthiere ist nunmehr ebenso gesichert wie des Canarienvogels.
Landwirthschaftliches
3 Milch und Butter sind Nahrungsmittel, welche in keiner Hausbaltung, mag dieselbe auch noch so an— spruchslos sein, entbehrt werden können. Die Comsumtion von Ersterer ist so bedeutend, daß z. B. hierher nach Friedberg zu der von den Landwirthen in der Stadt selbst producirten Milch doch täglich noch über 4 Ohm von be— nachbarten Oeconomen eingeführt werden.— Zu den charakteristischen Merkmalen einer guten Milch gehören, daß dieselde mehr dickflüssig und gelblich-weiß erscheint, aber nicht durch Surrogaie hervorgebracht, und sich nach dem Kochen auf deren Oberfläche eine dicke Haut mit hellen Fetikopfen besetzt(Schmant genannt) absetzt. Daß eine so beschaffene Milch wohlschmeckender ist und auch besser nährt, als eine dünne, wässerige und ins bläulich schim— mernde, bedarf wohl keiner näheren Erläuterung.— Damit nun das Publikum vor Letzterer im Ankauf be— wahrt bleibt, werden von Zeit zu Zeit Milchuntersuchungen durch die Sanitätspolizei vorgenommen und die Verkäufer allzu dünnen Produkts mit Strafe belegt und das ganz mii Recht.— Daß aber der Lieferanten Milch häufig für schlecht befunden wird, liegt nicht immer an dem be— schuldigten Pumpenwasser, oder daran, daß dieselbe über die Wetter gefahren worden und erschrocken ist, sondern an den zu wenig gehaltreichen Futterstoffen, welche den Kühen verabreicht werden. Die Milch kann nach Fütterung von Dickwurzblättern, Dickwurz. Gras von nassen Wiesen,
Spreu, Stroh ꝛc., wie es diesen vergangenen Sommer und Herbst nur zu häufig vorgekommen war, wahrlich nicht fett sein. Der bekannte Wahlspruch„Gibt man den Kühen nichts in die Krippe, so geben sie uns auch nichts in die Tippe“ ist sehr zu beherzigen. Daß es nach einer schlechten Ernährung auch nicht viel und keine wohl⸗ schmeckende Butter gibt, wird jeder Laie einsehen.— Einsender dieses will hiermit die Landwirthe auf ein Futter— mittel aufmerksam machen, welches in qualitativer Hin⸗ sicht ihre Milch bedeutend verbessert und besteht dieses in dem Versüitern von Palmkuchen oder Palmmehl, Preßrückständen von Palmfrüchten. Nach vor⸗ genommener Untersuchung sind dieselben etwas ärmer an Eiweißbestandtheilen, als die Oelkuchen, enthalten dafür aber 5 Prozent Feit mehr, als die Lein- und 6 Prozent mehr, als die Repskuchen.— Das gewöhnliche Quantum für eine Kuh ist per Tag 1½ dis 2 Pfund und ist die biernach gewonnene Milch reiner, wohlschmeckender und fetter, als nach Oelkuchenfütterung, wo dieselbe nur zu leicht einen unangenehmen Beigeschmack bekommt; auch werden von 80 Maas Milch 2 Pfund Butter mehr ge⸗ wonnen. Da der Preis von Palmkuchen gegen den von Oelkuchen nicht sehr verschteden ist(der Centner kostet ewas über 3 fl.), so dürften unsere Milchproduzenten mit diesem Fütterungsmittel, im Hinblick auf die er— wähnten Vortheile, schon einen Versuch machen
Literarisches.
Der„Steffens'sche Volks⸗ Kalender“ ist in seinem 29. Jahrgang(Verlag von Louis Gerschel) erschienen und zeichnet sich diesmal wie früher auch durch eine sehr geschimackvolle und elegante Ausstattung aus Die Illuftrationen, tbeils Stahlstiche, theils Holzschniue, sind sauber und künstlerisch ausgeführt, besonders aber empfiehlt sich der Kalender durch seine mannigfaltigen, belletristischen Beigaben. Louise Mühlbach, Julius Roden⸗ berg, Max Ring, G. Hiltl und mehrere andere bekannte Schriftsteller baben Beiträge geliefert, erusten und heiteren,
historischen und belehrenden Inhaltes, so daß dleser neue Jahrgang dee„Steffens'schen Volks-Kalenders“ mit zu dem Besten gehört, was der Buchhandel in diesem Gente bis jetzt auf den Markt gebracht hat.
Musikalisches. Wir wollen nicht unterlassen das Publikum auf eine aus dem Verlage von C. C. Mein⸗ hold und Söhne in Dresden hervorgegangene musikalische Novität aufmerksam zu machen, welche den Titel führt: „Liederperlen deulscher Tonkunst, ein Sammelwerk der besten deulschen Tondichtungen für eine und zwei Sing⸗ stimmen mit Pianofortebegleitung, herausgegeben von Volkmar Schurig“ sieben beliebte Gesangstücke von Beet- hoven, Haydn, Schubert, Gluct, Mozart und Böhner (-Wie ist es möglich dann....“). Das ganze Werk erscheint in Bänden von zehn Heften 3 5 Bogen Noten⸗ format(das Hest kostet im Abonnement 21 kr., einzeln 27 kr.), und kann nach Auswahl und Ausstattung der vorliegenden ersten Lieferung nur empfohlen werden.
Verloosung.
Ansbach, 15. Dez. Bei der heutigen Gewinn⸗ Ziehung des Ansbach-Gunzenhausener Eisen⸗ bahn⸗Anlehens sind auf nachstehende Scrien- und Gewinnst-Nummern die beigesetzten größeren Gewinnste gefallen: Serie 1315 Nr. 45 8000 fl.; S. 193 Nr. 45 1000 fl.; S. 301 Nr. 25 500 fl.; S. 1016 Nr. 44, 1562 Nr. 25, S. 2238 Nr. 25, S. 3384 Nr. 3 4551 Nr. 14 je 100 fl.; S. 145 Nr. 3, S. 193, r. 46, S. 301 Nr. 13, S. 587 Nr. 31, S. 1562 Nr. 2,
S
S. 2299 Nr. 23, S. 3190 Nr. 30, S. 3384 Nr. 23 S. 3704 Nr. 31, S. 4853 Nr. 36 je 50 fl.
„Das populärste Weihnachtsgeschenk 3110 ist immer der Kalender, der jz in keinem Hause fehlen darf. Unter den Volkskalendern verdient vor allen
der Lahrer Hinkende Bote genannt zu werden.“ (ueber Land und Meer.)
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der schon seit 13 Jahren der Sache des Volkes und der Freiheit unwandelbar dient und uner— schrocken alles bekämpft, was der Bildung, Aufklärung und dem Wohl des Volkes hinderlich ist. Der Wetterauer Bote erscheint 3 mal wöchentlich in Butzbach und bringt auger
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