Ausgabe 
19.9.1868
 
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später ein Mal ein Stück Schwefel verbrannt, dessen Dampf in den Haufen zieht und sich vertheilt und hier die Pilzoilbung und Fäulniß verhütet und schon gebildete zerstoͤtt. Wenn alle Feuchtigkeit aus den Kartoffeln ist, kann das Stroh abgenommen, getrocknet und sonst ver⸗ wendet werden.

Ueber die Fäulniß des Obstes hat in jüngster 1 5 ein französischer Gelehrter Untersuchunzen angestellt und nach⸗ gewiesen, daß solche auch ausschließlich von der Bildung zweier Pilze(mucor mucedo und penieillium glaueum) derrühre und auch durch Anwendung des Schwefels ver⸗ tügt wird. Die Pilze sind bei der Fäulniß die Ursache und nicht das Ergebniß des abnormen Zustandes.

(Die Wichtigkeit der Sache läßt es uns räthlich erscheinen, auch vorstehenden, demFr. J. entnommenen Aussatz zu veröffentlichen, obgleich unser Blatt erst kürzlich einen Arlikel äbnlichen Inhalts gebracht hat. Die Red.)

O Jahresbericht der Mainzer Handels⸗ kammer für 1867.

Das materielle Leben eines Landes gipfelt in seinem Handel und Verkehr. Das größere oder geringere Gedeihen desselben, die Umstände, welche ihm förderlich sind und die Schwierigkeiten, die seiner Entfaltung entgegenstehen, geben uns wichtige Aufschlüsse über Wohlstand und Custur⸗ stufe eines Volkes, über Ackerbau und Gewerbthätigkeit, über die Tüchtigkeit der einschlägigen Gesetzgebung und die Weisheit und Angemessenheit der herrschenden Maximen in der Politik.

Von diesem Gesichtspunkt aus ist es von Interesse, einen kurzen Blick zu werfen auf den von der Handels⸗ kammer des bedeutendsten Handelsplatzes des Großherzog thums, Mainz, ausgegebenen Jahresbericht für 1867.

Derselbe hat leider alle Ursache einzustimmen in die allgemeine Klage über die Nachwehen der Ereignisse von 1866, die sich im Geschäftsleden immer noch allzu fühlbar machten, wo der Mangel an Vertrauen in die geschaffenen Zustände das Kapital ängstlich zurückhalte und weitgreifende Unternehmungen verhindere. Andererseits verkennt der Bericht auch nicht die woylthätige Wirksamkeit der an⸗ gebahnten volkswirihschaftlichen Resormen, wie der Reor⸗ ganisation des Zollvereins mit dem Zollparlament, der Reform des deutsch⸗österreichischen Postwesens, der Aufhebung der Rheinschifffahrtsabgaben, der Regulirung des Paß⸗ wesens, der Freizügigkeit, des Consulatwesens im nord⸗ deuisch in Bund ꝛc., und spricht die Hoffnung aus, es möchte den vereinten Bemühungen der Regierungen und der Bevölkerung von Nord- und Süddeutschland in nicht allzu ferner Zeit gelingen, das deutsche Einigungswerk in einer befriedigenden Weise zum Abschluß zu bringen.

Den speziellen Theil des Berichtes anlangend, entnehmen wir demselben nachfolgende Notizen über den Umjang der bedeutendsten Handels- und Industriezweige des Platzes.

Von ganz desonderer Wichtigkeit ist der Getraidehandel, der sich fast ausschließlich mit ungarischem Produkt befaßt. Der Gesammtumsatz wird auf 400,000 Säcke Waizen, Korn und Gerste im Werth von Mill. Gulden geschätzt. Als gegen frühere Jahre zurückgegangen werden namentlich bezeichnet das Hopfengeschäft, der Steinkohlen⸗ handel, die Maschinenfabrikation, die Bierbrauerei(71,000 Otm gegen 101,000 Ohm im Jahr 1865) und der der Handel in Material⸗ und Farbwaaren(wegen Ein⸗ siellung der Bauunternehmungen). Hieran schließt sich das Weingeschäft, das gleichfalls in seinem Export nach Amerika in Folge der Geschäftsstockung in den vereinigten Staaten eine rückgängige Bewegung gemacht hat. Die Einfuhr von fremden, besonders französischen Weinen ist dagegen in stetem Steigen begriffen, und wird dabei die Befürchtung ausgesprochen, eine noch weitere Herabsetzung des Weinzolles möchte dem Rheinwein eine nachtheilige Concurrenz bereiten. Trotz der Ungunst der allgemeinen Verhältnisse zeigen einen erfreulichen Ausschwung die Lack⸗ sabrikation, der Petroleumhandel, die Leder⸗, Herrenkleider⸗ und die Schuhfabtikation, deren Versandt nach den engli⸗ schen Colonien und den Antillen stetig an Ausdehnung

gewinnt. Schließlich sei noch der befriedigenden Zunahme der Sparkasseneinlagen Erwähnung gethan. Im Jahre 1825 hatte Mainz 113 Einleger mit 8658 fl. aufzuweisen; jetzt ist die Zahl derfelben auf 3924 Einleger mit 813,394 fl. gestiegen.

Errichtung einer Turn⸗Vorschule.

Der hiesige Turnverein hat beschlossen eine Vorschule zu errichten, an welcher junge Leute vom 14. 17. Jahre theilnehmen können. Er glaubt einem allgemeinen Be⸗ dürfniß und vielfach geäußerten Wunsch zu ensprechen, indem er ein so wichtiges und bei den gegenwärtigen Verhältnissen und der eingetretenen allgemeinen Wehrpflicht überaus nöthiges Bildungsmittel der aus der Schule getretenen Jugend dieser Stadt zugänglich macht. Der Unterricht in der Turnschule ist Herrn Fritz Muth über⸗ tragen worden, dem wir nicht nur in Beziehung auf den Unterricht selbst, sondern auch bezüglich Aufrechterhaltung der erforderlichen Ordnung und Wahrung eines anstän⸗ digen Benehmens der Zöglinge alles Vertrauen schenken können. Die Unterrichtsstunden finden Mittwochs und Samstags Abends von 89 Uhr statt. Jeder Theilnehmer der Vorschule hat einen monatlichen Beitrag von 6 Kreuzer zu entrichten und soll der dadurch sich ergebende Betrag lediglich im Interesse der Vorschule selbst verwendet werden, da das Honorar des Lehrers, sowie die sonstigen Kosten aus der Turnvereinskasse bestritten werden. Indem wir die hiesige Einwohnerschaft auf diese Veranstaltung auf⸗ merksam machen und den Wunsch aussprechen, daß sie allgemeinen Anklang und recht zahlreiche Betheiligung sinden möge, bemerken wir, daß Anmeldungen zu der Vorschule bei Herrn Buchhändler C. Scriba dahier schrift⸗ lich einzureichen sind und nur solche Berücksichtigung finden können, welchen ausdrücklich die Zustimmung der Eltern, Vormünder oder Lehrherren beigefügt ist.

Friedberg, 12. September 1868.

Der Vorstand des Turnvereins.

, Warnung vor Schwindel. Man schreibt aus einem sächsischen Fabrikdistrict?In Oporto existirt zur Zeit eine Schwindelgesellschaft, welche mit Hülfe salscher Wechsel Waaren deutischer Fabrikanten an sich zu bringen sucht. Zu derselben gehört die Firma Camoin und Comp., die zuerst um Einsendung von Mustern er⸗ sucht, ist diese erfolgt, Ordres ertheilt, und nach Empfang der Factura, welche vor Abgang der Waare erbeten wird, Rimessen einsendet. Diese Wechsel sind von überseeischen Plätzen auf London, Marseille, Bordeaur gezogen, acceptirt, domicilirt und gestempell. Als Giranten die Namen der Aussteller sind nicht zu lesen fungiren J. R. Stolff, (wo? ist nicht angegeben), N. M. Kurgotz und Camoin und Comp., beide in Oporio. Die Acceptanten existiren aber nicht, die Domiciliatien desgleichen, oder denselben sind, Aussteller und Bezogene gänzlich unbekannt, so daß diese Wechsel als werthlose Papiere zu beirachten sind.

, Die Polizei von Albany in Nordamerika glaubte vor einiger Zeit einen guten Fang gemacht zu haben; sie brachte einen Herrn in sehr eleganter Kleidung ein, welcher einer Dame längere Zeit gefolgt war, zweifelsohne, um sie zu bestehlen. Vor dem Richter führte der Verhafiete aus, daß der Mann ein Recht habe, eine schöne Frau zu dewundern, treffe er sie, wo er wolle. Da die keineswegs schöne Dame mit dieser Ansicht einverstanden war, war es der Gerichtshof auch, und derBewunderer der Schönen? wurde wieder in Freiheit gesetzt.

, Fremdenfrequenz in den besuchtesten Badeorten Mitte August 1868: Aachen 6739 Perf., Baden-Baden 36,054, Burischeid 1319, Creuznach 6559, Carlsbad 11.678, Ems 10,047, Gleichenberg 1631, Helgolane 2443, Homburg 12,010, Kissingen 7195, Marienbad 5156, Nauheim 3155. Norderney 3104, Pyrmont 4465, Reichen hall 3202, Soden 2702. Schwalbach 4978, Schlangenbad 1628, Teplitz Schönau 7667, Travemünde 2180, Wildbad ⸗Gastein 2231, Wildungen 1040, Wildbad(Württemberg) 5508, Wiesbaben 32,706.

, Das Jahn⸗Denk mal ist jetzt wie bieVoss. Ztg.

seriig. Der Bildhauer Enke wird zunächst einen Gypsabguß machen und ihn öffentlich ausstellen. Das erzene Standbild soll 1870 auf dem Turn⸗ platz in der Hasenhalde aufgestellt werben. Das Stanb⸗ dild wird, auf seiner Grundlage von Steinen aut allen Theilen Deutschlands und aus fernen Länbern, sich sechs Fuß boch erheden. Das Modell zeigt Jahn als eine kraft⸗ volle Männergestalt im deutschen Rock, das gewaltige Haupt auf dem nicht minder gewaltigen Körper ruhend, die fesigeballte Faust auf einem Eichenstamm gestützt, vor⸗ wärts schreilend.

, Neueste Briefbeförderung. Die Bries⸗ unb Packelbeförderung vermittelst Luftdrucks in den sogenannten pneumatischen Röhren wird auch in New⸗MPork eingeführt werden. Die Beförderung der Gegenstände in den Röhren geschieht in kleinen Wagen. Sehr sinnreich ist die Ein⸗ richtung, durch welche es ermöglicht wird, daß ein in einen auf der Straße befindlichen Briefkasten geworsener Brief sofort mit dem nächsten Wagen abgeht. Der Brief fällt nämlich in einen fächerartigen, dem Glücksrad ähnlichen Behälter; fährt der Wagen unten durch, so berührt er einen hervorstehenden Theil des Rades, dasselbe macht eine Biertel⸗Umdrehung und die Briefe fallen in den Wagen.

Die Körner⸗Halle neben dem Grabe Theobor Körner's in Wöbbelin bei Godebusch, von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge von Mecklenburg⸗Schwerin ge⸗ stiftet, soll bekanntlich die Volivtafeln, Eichenkränze und mannigfaltigen Denkzeichen aufnehmen, welche am Tage der 56jährigen Todtenfeier des Sängers der Befteiungs⸗ kriege(26. Augußt 1863) in reicher Zahl durch die da⸗ maligen Fesigneossen an der Gruft niedergelegt wurden. Ein Veteran soll die Körnerhalle veaufsichtligen und in dem anstoßenden Hause wohnen. Wie man weiß, ruhen dort in Wöbbelin, neben den Gebeinen des Sängers, auch dessen Vater, Mutter, Schwester und Tante. Ein eisernes Gitter umschließt die engere Umfriedung der fünf Gräber; an der Eiche, unter welcher der Dichter des Befreiungs⸗ krieges usprünglich von seinen Waffenbrüdern destattet ist, wurde damals ein ovales Stück Borke ausgeschnitten, und Kamerad Schreiber aus Berlin brannte mit glühend ge⸗ machtem Labstocke Namen und Datum:Theodor Körner, den 26. August 1813, in den Stamm. Das Denkmal, welches der Vater dem Sohne setzen ließ, besteht in einem Opfer⸗Altare in antiker Form: Leier und Schwert, mit einem Eichenkranze geschmückt, stehen auf dem Altaxe, Verte aus Leier und Schwert find auf der Seite dur Rechten und Linken eingegossen, auf der Vorder⸗ und Rückseite die Inschriften des Namens, des Geburts- und Todestages ꝛc. An der Eiche hängt der Säbel des preußischen Lieutenants Schnelle, eines Kameraden Theo; dor Körner's, der bei Ligny schwer verwundet wurde und vald nachher in Löwen starb. Die Baume und Sträucher am die Gruft berum, hat der Vater anpflanzen lassen und die Unterhaltung dieses Hains durch eine Stiftung gesichert.

, In Havre ist wie der Berichterstatter eines Londoner Journals mittheilt, eine höchst sonderbare Schiffs⸗ ladung aus Veracruz angelangt, nämlich Menschen⸗ haare. Das Haar soll von den Häuptern verschiedener eingeborener mexicanischer Stämme herrühren, welche von ihren Feinden scalpirt worden schmutziger Beschaffenheit sein und durch seinen schlechten Geruch den ganzen Hafen verpesten. Das Haar wird aller Wahrscheinlichkeit nach für die schönen Europas, gemäß der gegenwärtigen Mode, zu Chignon und dergleichen ver⸗ arbeitet werden.

, Gegen Ungeziefer wird Petroleum empfohlen, welches Mäuse und Ratten verfagen soll. Wasser mit etwas Petroleum schlechtester Art vermischt, soll, wenn es zum Gießen angewandt wirb, Schnecken und Engerlinge vertreiben, alle Insecten in den Gärten wie in den Häusern vertilgen, wenn man es in deren Schlupfwinkel gießt. Das billigste und schlechteste Vetroleum soll das wirksamße Mit. el zu diesen Zwecken sein.

meldet, im Modell beinahe

daß sie sich bewegt, Boden in Berübrung und aus haupten, daß der Wind indirekt zur

überliefern allen diesen Schmutz dem Erdboden.

5 Der Regen trägt also gleichfalls nur indirect zur Reinigung der Lust bei und in letzter Linie ist es doch wieder der Boden, der die Stoffe festzuhalten hat, wenn sie nicht augenblicklich wieder ihre Reise in die

Luft antreten sollen. In dem Regenwasser

Sache gestaltet sich aber anders, wenn man

jeste Bestandtheile enthalten sind. Die zuletzt aufgeführten Zohlen geben uns

davon, mit welchen enormen Kräften die Natur so ganz unscheinbar

kommen unaufhörlich andere Luftschichten mit dem diesem Grunde darf man also doch be⸗ Reinigung der Luft beiträgt.

Außer diesem zu jeder Zeit wirksamen Mittel besitzt die Natur in dem Regen noch ein anderes, das auch zur Reinigung der Luft beiträgt. Die herabfallenden Tropfen nehmen die unreinen Gase mit zur Erde, eben so viele feste Stoffe, die in der Luft als

haben die Chemiker die Menge der Verun⸗ reinigung auegemittelt und allerdings scheinbar nur Pfund Regenwasser einen Gran fester Substanz gefunden. einmal berechnet, wie viel das für eine Quadratmeile in einem ganzen Jahr bringt. diesen Zweck eine mittlere Regenmenge, z. B. die von der Stadt Halle, wo dieselbe 19,11 Zoll beträgt, zu Grunde, so zeigt eine leichte Rechnung, daß auf einer Quadratmeile nicht weniger als 565,40 1.600 Centner Wasser während eines Jahres fallen und daß in diesem 7170 Centner

Staub schweben, und

wenig, in nahe Die brausen. Legt man für

einen sprechenden Beweis

arbeitet, denn bedenkt man, mehr als 9,000,000 Quadratmeilen mißt, über die Menge der Stoffe, und andererseits auf eine so woher sie gekommen sind.

Selbstentzündung in der weshalb vor dergleichen schädlichen Spielereien ernsllich gewarnt werden muß.

Gefärbte Wachs⸗ und Stearinkerzen. sind gefärbte Kerzen in Wachs und in Stearin in Mode gekomm en.

daß die gesammte Oberfläche der Erde noch so muß man wirklich erstaunen die einerseits als Staub in der Luft schweben einfache Weise wieder dahin befördert werden, (Schw. B.)

Technologisches. Teufelsthränen.

liches Spielzeug in den Handel gekommen. halten ein Stückchen Natrium⸗Metall, Watte, welche auswendig mit rothgefärbtem Collodium überzogen ist. Wird eine solche Teufelsthräne in Wasser geworfen, aus der Experimental⸗Chemie Leicht kann aber dabei durch Spritzen ins Gesicht oder durch

Unter diesem Namen ist ein neues gefähr⸗ Die sog. Teufelsthränen ent⸗ eingehüllt in mit Steinöl getränkter

so entzündet sich, wie bekannt, das Natrium unter heftigem Auf⸗

feuchten Hand ein empfindliches Unheil entstehen,

In neuerer Zeit Ge⸗

warnt wird vor den mit Schweinfurter oder Scheel'schem Grün gefärbten, aber auch die mit Zinnober oder Mennige roth gefärbten und die mit chromsauren Salzen gelb gefärbten sind gesundheitsschädlich.

sind. Es soll von äußerst

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